Huchler | Alles auf Anfang | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten

Reihe: MIRA

Huchler Alles auf Anfang


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7531-9082-2
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 240 Seiten

Reihe: MIRA

ISBN: 978-3-7531-9082-2
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Katrin ist am Boden zerstört. Sie muss ihre geliebte Heimat auf der Insel Rügen und ihre beste Freundin Sybille verlassen, um mit ihrer Familie in die dreckige und viel zu laute Großstadt zu ziehen. Schulwechsel inklusive. Ob dieser Neustart auch Positives mit sich bringen wird?

Bettina Huchler wurde am 8. Januar 1981 in Berlin geboren, wo sie auch noch heute lebt. Schreiben ist neben dem Lesen ihr größtes Hobby und zugleich der perfekte Ausgleich neben ihrem Brotjob im Büro. Mittlerweile kann sie einige Veröffentlichungen verzeichnen. Zwar bisher meist nur Kurzge-schichten, aber sie wächst mit ihren Aufgaben - und ihre Bücher mit ihr. Mehr Infos zu meinen Büchern und gibt es auf meiner Webseite: https://www.bettinahuchler.de
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Kapitel 1


»Der ist doch süß.« Sybille deutete mit ihrem Eislöffel den Strand hinunter.

Katrin schirmte mit einer Hand ihre Augen ab, weil die Sonne sie blendete, und sah in die entsprechende Richtung. »Wer?«

»Na, der mit den blauen Badeshorts.«

Katrin verzog das Gesicht. »Der? Findest du? Typen, die sich die Haare blondieren, sind mal gar nicht mein Fall.«

Überrascht sah Sybille ihre beste Freundin an. »Klar, du etwa nicht?«

»Zum Glück sind Geschmäcker verschieden, denn das bedeutet, dass wir uns in Sachen Jungs niemals in die Quere kommen werden.«

Entspannt lehnte Sybille sich in ihrem Liegestuhl zurück. »Gut so. Du weißt ja, Jungs können die besten Freundschaften zerstören, und das wollen wir doch auf gar keinen Fall, oder?« Sie schob sich den nächsten Löffel Eis in den Mund.

»Auf gar keinen Fall.« Auch Katrin aß genüsslich weiter und genoss die Sonne.

Die beiden Freundinnen verbrachten an warmen Tagen so gut wie jede freie Minute am Strand. Meist war auch der siebzehnjährige Patrick dabei. Aber in letzter Zeit unternahmen sie oft etwas ohne ihn, um Jungen zu beobachten. Da störte Patrick einfach.

Sowohl Katrin als auch Sybille waren fanden, dass es mit ihren sechzehn Jahren langsam Zeit wurde, sich nach einem Freund umzusehen. Aber Jungs aus der Ferne zu beobachten war etwas ganz anderes, als sie tatsächlich anzusprechen. Das trauten sie sich nämlich beide nicht.

Wie aus dem Nichts kam auf einmal etwas Großes, Dunkles auf sie zugeflogen und traf Katrin mitten ins Gesicht. Sie konnte froh sein, dass sie ihren Eislöffel gerade nicht im Mund gehabt hatte. Das hätte sonst böse enden können. Vor Schreck schrie sie auf und verschüttete dabei den Rest von ihrem schon ziemlich flüssigen Eis direkt auf ihre Bikinihose. Das ließ sie erneut aufquieken, denn es war noch immer sehr kalt.

Ehe sie realisieren konnte, was genau eigentlich passiert war, tauchte vor ihr schon wieder ein großer dunkler Schemen auf.

Unwillkürlich hob sie ihre Arme zum Schutz vor ihr Gesicht. Sie wollte nicht noch einmal von was auch immer getroffen werden.

Doch diesmal handelte es sich nicht um ein unbekanntes Flugobjekt, das von seiner Bahn abgekommen war, sondern um ein durch und durch irdisches Wesen. »Sorry, tut mir wahnsinnig leid. Geht es dir gut? Bist du verletzt?«

Langsam senkte Katrin ihre Arme und blinzelte ins Gegenlicht, denn mehr als eine Silhouette konnte sie nicht erkennen. Sie blickte in das besorgte Gesicht eines Jungen, der vielleicht ein, zwei Jahre älter war als sie. Sie merkte, dass sein Blick auf ihren Schritt fiel, lief rot an und setzte sich aufrechter hin. »Nein, nein, alles in Ordnung. Ich bin okay, nur mein Eis hat etwas gelitten.«

Er hob den Wasserball auf, der neben Katrins Liegestuhl lag. »Ich spendiere dir ein neues. Als Entschädigung. Bin gleich wieder da. Nicht weglaufen, ja?« Schon trabte er davon in Richtung Eisdiele. Zu der gehörten die Liegestühle, auf denen es sich Sybille und Katrin gemütlich gemacht hatten.

Erstaunt sah Sybille ihre Freundin an. »Wow! Was war das denn?«

»Ich würde sagen, ein Volltreffer.« Katrin schmunzelte. Sie kramte in ihrer Strandtasche nach einer Packung Taschentüchern und säuberte ihren Bikini zumindest einigermaßen. Allerdings gelang ihr das nur mäßig.

Sybille kicherte. »Du, ich glaube, so wird das nichts. Warum springst du nicht einfach kurz ins Meer? Wenn dein Eisprinz wiederkommt, sage ich ihm, dass du dich nur mal eben für ihn frisch machen bist.«

Drohend hob Katrin einen Zeigefinger und funkelte Sybille wütend an. »Wag es ja nicht, ihm so einen Unsinn zu erzählen.«

Erneut kicherte ihre Freundin und warf ihr einen vielsagenden Blick zu.

Seufzend stand Katrin auf, rannte über den Strand und tauchte kurz darauf in die Fluten des Meeres ein.

Das Wasser war angenehm – nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt. Genau die richtige Abkühlung für so einen heißen Tag wie diesen. Es war Mitte Juni und die Sonne brannte schon ordentlich vom Himmel.

Katrin war wie so oft froh, auf Rügen zu wohnen, wo es eigentlich nie komplett windstill war, sodass stets für eine leichte Abkühlung gesorgt war.

Als sie glaubte, dass das Wasser ihre Hose wieder gesäubert hatte, ging sie zurück zu ihren Plätzen.

Schon von Weitem sah sie den fremden, wirklich gut aussehenden Jungen mit zwei Eisbechern neben ihrem Liegestuhl stehen und sich mit Sybille unterhalten. Den Wasserball hatte er sich unter den Arm geklemmt.

Hoffentlich hat sie ihm nicht wirklich gesagt, dass ich mich für ihn frisch mache, schoss es Katrin durch den Kopf. Sonst bringe ich sie um, darauf kann sie Gift nehmen.

»Ah, da bist du ja«, begrüßte der Junge sie, als sie bei ihnen ankam, und reichte ihr einen Eisbecher. »Da ich nicht wusste, was du gern isst, habe ich einfach meine Lieblingssorten genommen, in der Hoffnung, dass du sie auch magst.«

Katrin bedankte sich, nahm ihm den Becher ab und sah hinein. Schokolade und Cookies. Unwillkürlich musste sie schmunzeln. »Das sind genau die Sorten, die ich eben auch hatte. Danke.«

Der Junge zog eine Augenbraue hoch. »Echt? Cool. Na dann, lass es dir schmecken. Und entschuldige noch mal. Habt einen schönen Tag. Tschau!« Er hob die freie Hand zum Gruß, wandte sich um und ging mit dem zweiten Eis sowie dem Wasserball davon.

Verblüfft sah Katrin ihm einen Moment nach. Ob sie ihn wohl jemals wiedersehen würde? Katrin schüttelte diesen Gedanken ab. Sie war schließlich am Strand, um die Sonne zu genießen. Also schloss sie die Augen und lauschte dem Rauschen der Wellen.

Kaum war Katrin wieder zu Hause, lief sie schnurstracks in ihr Zimmer im Obergeschoss, wo sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem vier Jahre jüngeren Bruder Nils wohnte. Sie warf die Strandtasche in eine Ecke, setzte sich auf ihr Bett und holte ihr Tagebuch aus dem Geheimversteck.

Liebes Tagebuch,

heute ist etwas Unglaubliches passiert. Ich wurde vom Blitz getroffen. Nein, eigentlich war es nur ein Wasserball. Aber im ersten Moment habe ich förmlich Sterne gesehen. Und schuld daran war der wohl süßeste Junge von ganz Rügen. Vorausgesetzt, er wohnt überhaupt hier, das weiß ich nämlich nicht. Eigentlich weiß ich gar nichts über ihn, nicht einmal seinen Namen. Nur, dass wir die gleichen Eissorten mögen. Aber bei meinem Glück werde ich ihn sowieso niemals wiedersehen, weil er nur ein Tourist ist. Sehr schade. Vielleicht hätte das der Beginn der wohl kitschigsten Liebesgeschichte ever werden können.

Die nächsten zwei Stunden verbrachte Katrin träumend auf ihrem Bett. Immer wieder schlich sich der fremde Junge in ihre Gedanken.

Auf einmal kam ihr eine Idee und sie setzte sich so ruckartig auf, dass ihr für einen kurzen Moment schwarz vor Augen wurde. Als sich das wieder gelegt hatte, stand sie auf und zog ihren Skizzenblock aus der Schublade ihres Schreibtischs. Aus dem Gedächtnis heraus zeichnete sie den süßen Jungen, wie er mit dem Wasserball und den beiden Eisbechern vor ihr gestanden hatte.

Anschließend verstaute sie den Block wieder in der Schublade und ging hinunter in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen.

Als sie diese betrat, verstummten ihre Eltern plötzlich mitten in einem Gespräch und sahen sie lächelnd an. Jedoch wirkte ihre Mimik sehr gezwungen.

Katrin runzelte die Stirn. »Ist irgendwas?«

Beide schüttelten fast synchron die Köpfe.

»Nein, was soll denn sein?«

Hatte sich Katrin das nur eingebildet oder hatte die Stimme ihrer Mutter leicht gezittert?

In letzter Zeit benahmen sich ihre Eltern wirklich merkwürdig, wenn Katrin den Raum betrat. Was war nur los mit ihnen?

Sie hakte jedoch nicht nach, weil sie sich sicher war, auch diesmal nicht mehr von ihnen zu erfahren. So war es nämlich immer. Stattdessen goss sie sich ein Glas Brause ein und ging grübelnd zurück in ihr Zimmer. Dennoch fragte sie sich natürlich, ob ihre Eltern vielleicht Geheimnisse vor ihnen hatten. Sie konnte es sich allerdings beim besten Willen nicht vorstellen.

Um sich ihre gute Laune nicht durch solche Gedanken vermiesen zu lassen, fuhr sie ihren Laptop hoch und startete die Playlist mit ihren Lieblingssongs. Sie tanzte zur bis zum Anschlag aufgedrehten Musik durchs Zimmer, wobei sie lauthals mitsang. Es war ihr egal, ob sie die Töne dabei traf. Ihre roten Locken wirbelten bei jeder Bewegung um ihren Kopf.

Erschrocken schrie sie auf und blieb abrupt stehen, als sie auf einmal etwas am Arm berührte. Ihr Atem normalisierte sich nur langsam wieder, während sie auf ihren Bruder starrte, der so plötzlich wie hereingebeamt mitten im Raum stand. »Nils! Wie oft muss ich dir eigentlich noch sagen, dass du anklopfen sollst, bevor du mein Zimmer betrittst?!«, schrie sie und hoffte, dass sie damit die laute Musik übertönt hatte, die noch immer aus den Boxen dröhnte.

»Hab‘ ich ja! Mehrmals! Aber du hast einfach nicht gehört!«, brüllte er zurück.

Katrin pausierte die Musik und sah Nils erwartungsvoll an. »Also, was gibt es denn so Dringendes?«

Er ließ sich auf ihrem Bett nieder. »Ist dir auch aufgefallen, dass Mama und Papa sich neuerdings irgendwie merkwürdig verhalten?«

Also hatte sie es sich doch nicht nur eingebildet. Katrin setzte sich neben ihn. »Ich bin vorhin in die Küche gekommen und sie sind plötzlich verstummt, als hätten sie über irgendetwas gesprochen, das ich nicht wissen soll.«

Nils nickte...



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