Huber | Selbstversorgung zu Uromas Zeiten - Ein Handbuch | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Huber Selbstversorgung zu Uromas Zeiten - Ein Handbuch


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7557-9056-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

ISBN: 978-3-7557-9056-3
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts war es üblich, daß jedermann sich mehr oder weniger selbst versorgte. Auf dem Land waren gut angelegte Gemüsegärten und zumindest eine kleine Hühnerschar hier und da ein alltäglicher Anblick. In diesem Buch, das auf einem zur Mitte des 19. Jahrhunderts erschienenen Werk fußt, erfahren Sie, wie man: - einen Nutzgarten anlegt und Gemüse anbaut - Obst kultiviert und erntet - Essig herstellt - Lebensmittel durch ideale Lagerung, Dörren, Einmachen und Pökeln haltbar macht - Brot backt - Sahne, Butter und Käse herstellt - Kerzen zieht - Seife fertigt - und Hühner, Gänse und Enten hält Wer sich bisweilen nach der Idylle der "guten alten Zeit" sehnt, erhält mit diesem Buch interessante Einblicke in den früheren Lebensalltag - und mag durchaus auch im Heute von den anschaulichen und leicht nachvollziehbaren Anleitungen und Rezepten profitieren.

Huber Selbstversorgung zu Uromas Zeiten - Ein Handbuch jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2. Erledigung der Wäsche, Kerzenherstellung, Reinigung des Geschirrs.
Vom Waschen, Stärken und Bügeln. Allgemeines zum Waschen von Leinen- und Baumwollstoffen. Zum Waschen bedient man sich der Aschen-Lauge, Seife und des Wassers; letzteres muß weich sein, sich leicht mit der Seife verbinden und damit schäumen, weswegen Fluß- oder Regenwasser sich besser dazu eignet als hartes Brunnenwasser, daß man jedoch durch Zurühren frischer Pottasche weich machen kann. Bevor man zum Waschen selbst schreitet, mustere man alle Stoffe durch, bessere das Schadhafte aus, sondere das Feine von dem Gröberen, reibe die Flecken von harzigen Sachen mit Butter, Öl, oder Schmalz ein, und wasche sie besonders aus. Hauptsächlich unterscheidet man die Laugen- und die Seifenwäsche. Die Laugenwäsche wird auf folgende Weise angestellt: Zuerst muß ein großer, mit einem Stopfen versehener Zuber vorhanden sein, und ein wenig hoch gestellt werden, damit man einen anderen Zuber darunter stellen, und die aus dem oberen Zuber abzulassende Lauge darin auffangen kann. Sobald nun diese beiden Zuber zurecht gestellt sind, wird ein großes leinenes Tuch in den oberen großen Zuber gebreitet, die schmutzige, leinene Wäsche nach und nach darauf gelegt, dann der Zuber mit einem anderen Tuch zugedeckt, am Abend zuvor, ehe man laugen will, kaltes Wasser darüber gegossen und so eingeweicht. Am folgenden Morgen früh läßt man das kalte Wasser ab, gießt es in den Kessel, schüttet noch so viel dazu, bis er ganz voll ist, und läßt es darin sieden, deckt dann den Zuber mit dem Tuch wieder zu, bestreut dasselbe aber dick mit Asche, daß die davon zu machende Lauge scharf genug wird, gießt siedend heißes Wasser aus dem Kessel über die Asche, daß sie durch das Tuch in den Zuber läuft. Wenn nun diese Lauge etwa eine Viertelstunde darin über der Wäsche gestanden ist, läßt man sie ablaufen, macht sie wieder siedend, gießt sie sogleich von neuem auf, und wiederholt dies öfters, bis man sieht, daß die Wäsche von der Lauge gut durchgeweicht ist, und rein zu werden anfängt; alsdann nimmt man sie Stück für Stück, schmiert jedes wohl mit Seife ein, wäscht es in warmem Wasser aus, legt es dann in kaltes Wasser, und wäscht es darin aus. Die Seifenwäsche, oder die gewöhnliche Art zu waschen, geschieht folgendergestalt: Zuerst wird die Wäsche in einen großen Zuber gelegt, das gröbste und schmutzigste zuunterst, und das zartere oben darauf, darüber schüttet man lauwarmes Wasser, welches einige mit Lauge vermischen, und läßt es so einige Stunden lang darin, oder auch wohl über Nacht einweichen. Nach dieser Zeit läßt man vermittelst des Stopfens ein wenig des an der Wäsche befindlichen Wassers ab, füllt statt dessen den Zuber wieder mit heißem Wasser auf, und kühlt es soweit wieder ab, daß man die Wäsche von Hand darin waschen kann. So wird jedes Stück zuerst ausgewaschen, dann Stück für Stück gründlich mit Seife eingeschmiert, die Wäsche wieder in den Zuber gelegt, mit heißem Wasser noch einmal angebrüht, abermals aus einem warmen Seifenwasser gewaschen, dann in ein kaltes gelegt, ausgewaschen und zum Trocknen aufgehängt. Sehr häufig geschieht es aber, daß dergleichen baumwollene und leinene, meist aber aus beiden zusammengesetzte Stoffe im Waschen verdorben werden, und ihre ganze Schönheit verlieren. Der Fehler liegt zum Teil an den schlechten undauerhaften Farben, zumeist aber an der ganz unzweckmäßigen Behandlung der Wäsche. Um die Schönheit gefärbter und gemusterter Stoffe zu erhalten, ist zuvörderst eine besondere Seife nötig, welche wir hier nach einer kleinen Proportion mitteilen. Will man mehr haben, so muß hauptsächlich darauf gesehen werden, daß auf das angegebene Verhältnis geachtet wird. Man nimmt dazu 12 Lot gewöhnliche gute Seife, Weinstein und Grünspan, beides fein gestoßen, von jedem 2 Messerspitzen voll, und 70 – 80 Tropfen destillierten Zitronensaft. Die Seife schabt man zuerst mit einem Messer klein, nimmt dann alles andere dazu in eine Schüssel, und bearbeitet es mit den Händen auf die Art, wie man mit einem Teig umzugehen pflegt, damit alles gehörig durcheinander kommt. Ist aber die Seife noch zu trocken, und der Zitronensaft zu deren Anfeuchtung nicht hinlänglich, so darf noch ein wenig reines Wasser dazu genommen werden. Wenn die Masse beisammen ist, kann sie nach Belieben geformt, dann einige Zeit hin gelegt und getrocknet werden. Hat man bei der Seife alles Vorgeschriebene genau beachtet, so darf man sich auch beim Waschen einen sicheren guten Erfolg versprechen. Es versteht sich von selbst, daß dazu weder heißes und noch weniger siedendes Wasser oder gar Lauge genommen werden darf, sondern das Wasser ist gut, wenn es nur etwas warm, oder vielmehr lau ist. Hätte man aber Baumwollstoffe oder gestreifte Stoffe, die noch nie gewaschen wurden, und an welchen die Farben vermuten lassen, daß sie abgehen, so wird nur ein kaltes Rohr- oder noch besser Regenwasser genommen, die vorerwähnte Seife wie die sonst gewöhnliche gebraucht, und sofort im Waschen wie bei einer anderen Wäsche verfahren; denn diese Seife nimmt der Wäsche das Unreine so gut, ohne daß man viele Arbeit braucht, oder derselben durch das Reiben schadet, als wenn die schärfste Lauge und das heißeste Wasser dabei wäre. Ist es nun auf die gehörige Art einigemale durchgewaschen, und die Seife daran fleißig mit frischem Wasser ausgewaschen worden, so wird die Wäsche aufgehängt und getrocknet, und weiter durch Stärken, Bügeln und Glätten fertig gemacht. Die Wäsche darf allerdings weder unter noch nach dem Waschen liegen bleiben, sondern die Arbeit muß rasch erledigt werden, und nach derselben, wie schon gesagt, sogleich aufgehängt werden, sonst lösen sich die Farben durch das lange Liegen auf. Wäre es aber zu viel Wäsche auf einmal, oder könnte sie wegen anderer Hindernisse nicht mehr an diesem Tag aufgehängt werden, so wird sie nur in einen mit sauberem frischem Wasser angefüllten Zuber gebreitet, und so über Nacht stehen gelassen. Der Zuber darf aber mit der Wäsche nicht eingedrückt voll sein, sondern das Wasser muß überall durchspielen können, auf diese Art nimmt sie keinen Schaden. Um die Farben der baumwollenen Stoffe so lange zu erhalten, als die Kleidungsstücke selbst, ist, nach einer anderen Anweisung, notwendig zur Reinigung derselben gar keine Seife anzuwenden, sondern folgendermaßen zu verfahren: In einen kupfernen Kessel läßt man reines Flußwasser so weit erhitzen, daß man kaum noch die Hand hineinstrecken kann, nun wirft man den achten Teil davon, als das Kleidungsstück wiegt, gute Weizenkleie dazu, rührt alles mit einem hölzernen Spaten recht gut durcheinander, und läßt das Ganze ungefähr fünf Minuten über dem Feuer. In diese Flüssigkeit bringt man nun die Kleidungsstücke hinein, bewegt sie mittelst eines hölzernen Stabes darin herum, und läßt die Flüssigkeit allmählich zum Sieden kommen. Man wird nun das Kleidungsstück ebenso rein und weiß finden, als wenn solches mit Seife gewaschen worden wäre. Nun läßt man das Ganze allmählich abkühlen, wäscht die Stoffe darin aus, spült sie mit frischem Wasser ab, stärkt sie nach Belieben, und trocknet sie. Auf diese Art behandelt, leiden die Farben dieser Stoffe gar nicht. Im Anschluß an das Waschen erfolgen das Stärken und das Bügeln. Sobald die rein gewaschene Wäsche trocken geworden ist, wird sie (nach Belieben) durch ein leicht mit Stärke versetztes Wasser gezogen oder damit wohl eingerieben, daß die Leinwand nicht blaufleckig oder streifig wird, die zartere ausgedrückt; die etwas dichtere aber gut ausgewrungen, und zum Trocknen aufgehängt. Hierauf sprengt man die Wäsche wieder ein wenig mit kaltem hellem Wasser ein, streicht sie aus, schlägt sie zusammen, tut in das Bügeleisen einen glühend gemachten Stahl, und überfährt damit die noch feuchte Leinwand so lange, bis sie schön glatt und trocken ist. Damit man aber nichts verbrennt, wenn etwa das Eisen zu heiß wäre, so überbügle man zuvor etwas von der gröberen und geringeren Sorte, dann aber die zartere und feinere Wäsche. Man muß dabei acht geben, daß man sich mit dem Bügeleisen nicht zu lange an einem Orte verweile, noch weniger aber darf man anderer Geschäfte wegen ganz Weggehen, und das heiße Bügeleisen auf der Wäsche stehen lassen, wie sich der Fall schon öfters zugetragen hat, und großer Schaden dadurch angerichtet worden ist. Die Stärke wird teils dick, teils dünn angemacht, je nachdem man es verlangt, oder der Gebrauch es erheischt. Sie ist nichts anders, als eine aus Weizen oder Dinkel auf besondere Art zugerichtete Masse, welche, wenn sie zerstoßen wird, das Stärk- oder Kraftmehl heißt. Von diesem Stärkmehl macht...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.