Howells | Entführt von einem Wüstenprinzen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2551, 144 Seiten

Reihe: Julia

Howells Entführt von einem Wüstenprinzen


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0978-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2551, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-0978-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wütend ertappt Kronprinz Khaled die hübsche Lily beim Einbruch in sein Londoner Hotelzimmer. Steckt sie etwa mit ihrem betrügerischen Bruder unter einer Decke, der Khaleds Gelder veruntreut hat? Auch wenn Lily hartnäckig leugnet, entführt Khaled sie in sein Wüstenreich, um sie und ihren Bruder zu einem Geständnis zu zwingen. Ein gewagter Plan mit ungeahnt sinnlichen Folgen. Ohne es zu wollen, gerät Khaled bald in Lilys unwiderstehlich erregenden Bann und stiehlt ihr einen heißen Kuss. Ein Fehler?



Julieanne Howells liebt die Romantik eines stürmischen Tages, weshalb sie gern im regnerischen Nordosten Englands wohnt. Wenn sie nicht schreibt oder liest, genießt sie es, bei schlechtem Wetter zu kochen. Manchmal sind die Ergebnisse sogar essbar. Ihren Mangel an häuslichen Fähigkeiten kompensiert sie mit ihrem Talent zum Tagträumen. Ständig überlegt sie sich neue Wege, wie ihre tapferen Heldinnen die Welt der attraktiven, herausfordernden Helden auf den Kopf stellen können. Für Harlequin (CORA) zu schreiben ist für Julieanne einfach der perfekte Job.

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1. KAPITEL

Im weitläufigen Erdgeschoss des Herrenhauses in Surrey drängten sich die Reichen und Schönen der Stadt. Keiner der Anwesenden hätte die Einladung zu dieser Wohltätigkeitsveranstaltung ausgeschlagen. Allein dafür, im gleichen Raum zu sein wie der Gastgeber – der glamouröse „Traurige Prinz“ –, hatten sie die notwendige größere Geldspende gern gezahlt.

Offiziell war er Seine Königliche Hoheit, Kronprinz Khaled bin Bassam al Azir, aber wer außer denen, die ihn direkt ansprachen, benutzte schon diesen offiziellen Titel? Ganz sicher nicht die Presse. Die zog seinen ergreifenden Beinamen vor, der auch viel besser zu ihm passte.

„Aber sicher passt der Titel zu ihm“, sagte die Autorin einer Gesellschaftskolumne gerade zu einer Schar sie umgebender Gäste. „Oder könnt ihr euch an ein einziges Foto erinnern, auf dem der Prinz lächelt?“

Ihr Ehemann schüttelte den Kopf. „Kein einziges. Er sieht immer so melancholisch aus, der arme Kerl.“

„Arm? Der Mann ist reich wie Krösus, dabei ist er erst zweiunddreißig. Er steht in der Blüte seiner Jahre, und ihm liegt bereits die Welt zu Füßen. Was ist daran arm?“

„Vermutlich hast du recht“, stimmte ihr Mann zu und nahm sich ein Glas Champagner vom Tablett eines Kellners, der gerade vorbeiging. „Aber wann nimmt er sich die Zeit, das alles zu genießen?“

Es war sieben Jahre her, dass der schlechte Gesundheitszustand den König von Nabhan gezwungen hatte, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Nun lasteten auf seinem einzigen Sohn sämtliche Pflichten als Prinz und Monarch, und soweit man wusste, hatte Khaled bin Bassam al Azir seitdem nicht mehr aufgehört zu arbeiten.

„Hätte der ältere Bruder den Unfall überlebt, wäre natürlich alles anders gekommen“, fuhr der Ehemann fort. „Aber hat sein schreckliches Ende wirklich jemanden überrascht? Er war schon immer zu leichtsinnig.“

Die Gruppe stimmte murmelnd zu. Bevor die Stimmung jedoch zu sehr kippen konnte, wechselte die Kolumnistin schnell das Thema.

„Habt ihr die Gerüchte gehört? Offenbar steht er kurz davor, sich eine Frau zu wählen.“

Ein kollektives „Ohhh …“ ertönte.

„Der Palast hat es natürlich geleugnet, aber wer glaubt denen schon? Vor allem, da er sich seit sechs Monaten auffällig oft als Single zeigt.“ Sie warf ihren Zuhörern einen bedeutungsvollen Blick zu. „Wenn das nicht auf einen Mann hindeutet, der den Weg für seine Braut frei macht …“ Sie hielt kurz inne, um die Spannung zu steigern. „Und ist euch aufgefallen, dass er Punkt dreiundzwanzig Uhr verschwunden ist? Vielleicht ist das Mädchen hier irgendwo im Haus versteckt?“

Dramatisch legte sie sich eine Hand aufs Herz. „Dann könnten wir sagen, dass wir an dem Abend dabei waren, als der Traurige Prinz um die Hand der zukünftigen Prinzessin angehalten hat. Oh, wie romantisch!“

„Romantisch?“, schnaubte ihr Mann, was ihm einen strengen Blick einbrachte. „Bei ihm wird sie froh sein können, wenn sie mal ein Lächeln geschenkt bekommt.“

Die junge Frau war tatsächlich in einem privaten Teil des Hauses versteckt, doch das Lächeln des Prinzen – oder vielmehr das Fehlen desselben – war nicht ihre größte Sorge. Auch Romantik lag nicht in der Luft.

In diesem Moment war der Traurige Prinz in seiner Suite und kleidete sich aus, doch im Gegensatz zu allen Gerüchten befand er sich dabei nicht in Gesellschaft einer Frau, sondern war allein. Das wusste Lily Marchant mit absoluter Gewissheit, obwohl sie weder seine zukünftige Braut noch seine neue Freundin war. Sie hatte auch nicht auf der Gästeliste des Fests gestanden, das im Erdgeschoss noch in vollem Gange war, und den Prinzen überdies das letzte Mal vor zehn Jahren gesehen.

Sie wusste es einfach, weil sie durch die Lamellentüren ihres Verstecks in seinem Ankleidezimmer einen unverstellten Blick auf ihn hatte.

Das Dinnerjackett hatte der Prinz bereits abgelegt, die Fliege hing ihm lose unter dem Kragen des weißen Hemdes. Im Moment war er dabei, ebendieses Hemd aufzuknöpfen, wobei er Stück für Stück seine aufreizend braun gebrannte Brust freilegte.

Lily wusste, dass sie besser hätte wegsehen sollen – immerhin hatte der Mann keine Ahnung, dass er beobachtet wurde. Doch das hier war Prinz Khaled al Azir. Mit dem Aussehen eines Filmstars, und mit einem Sex-Appeal, der Herzen zum kurzzeitigen Stopp brachte. Es war der Mann, der einst – bevor sie erwachsen geworden war und verstanden hatte, wie unsinnig das Ganze war – das Zentrum all ihrer romantischen Hoffnungen und Träume dargestellt hatte.

Die olivfarbene Haut und die rabenschwarzen Haare hatte er von seinem Vater geerbt. Von seiner englischen Mutter hingegen stammten die hohen Wangenknochen und die tief liegenden blassgrauen Augen. Der sinnliche Mund und die kühle Ausstrahlung machten sein Aussehen perfekt. Alles in allem war er einfach umwerfend. Und das sogar angezogen.

Lily schlich sich näher an die Lamellen in der Tür heran.

Eine goldene Uhr klapperte draußen auf den Nachttisch, gefolgt von Manschettenknöpfen, deren Diamanten im weichen Licht der Lampe glitzerten. Zusammen waren diese so achtlos hingeworfenen Schmuckstücke vermutlich mehr wert, als sie und ihr Stiefbruder Nate je in ihrem Leben verdienen würden.

In Erinnerung dessen, warum sie hier war, presste Lily die Lippen zusammen. Sie befand sich hier, weil der Prinz zu einem rücksichtslosen und harten Mann geworden war, einem Mann, der seinen besten Freund genau in dem Moment im Stich gelassen hatte, als dieser seine Unterstützung am meisten gebraucht hätte.

Woraufhin Nate sich an sie gewandt und um Hilfe gebeten hatte. Der morgendliche Anruf steckte ihr immer noch in den Knochen.

„Schwesterherz, ich stecke in Schwierigkeiten, und du bist die Einzige, der ich vertrauen kann.“

Stiefschwesterherz, hätte sie ihn korrigieren können, aber eigentlich war es egal. Nate war alles an Familie, was ihr geblieben war, und der Einzige, der sie anerkannte. Er war ihr älterer attraktiver Stiefbruder, für den all ihre Freundinnen geschwärmt hatten, aber für sie war er einfach Nate: ihr Rettungsring, und der einzige Mensch, für den sie die wichtigste Person war. Der seine eigenen Pläne verworfen hatte, um ihr zu helfen, ihr erstes offizielles Partykleid zu kaufen; der seine Termine so gelegt hatte, dass er bei ihren Schulsportveranstaltungen hatte dabei sein können. Nate war ihr Held, und sie würde ihm helfen, egal, was es sie kostete.

„Vom Wohltätigkeitskonto ist Geld verschwunden. Und Khaled glaubt, ich wäre dafür verantwortlich“, hatte er ihr erklärt.

Die Männer waren seit ihrer Schulzeit befreundet. Im Moment arbeitete Nate sogar als Direktor für die Wohltätigkeitsorganisation des Prinzen, die vom heutigen Abend profitieren würde. Wie konnte Khaled da so etwas glauben?

Lily funkelte den Prinzen durch die Lamellen an. Der zog gerade sein schneeweißes Hemd aus. Der Anblick ließ ihr den Atem stocken. Natürlich hatte sie Fotos gesehen, wer hatte das nicht? Sie war ihm auch schon einmal begegnet – nein, sogar zweimal, doch nichts davon hatte sie auf diesen Anblick vorbereitet. Aus dem Teenager, den sie einst gekannt hatte, war ein Adonis geworden.

Ihr Blick folgte ihm, als er den Raum durchquerte. Sie war so gebannt, dass sie beinahe in eine Reihe ordentlich aufgehängter Anzüge gestolpert wäre. Ein Kleiderbügel knarrte. Der Prinz blieb stehen, direkt neben dem kleinen Tischchen im Erker, das leer gewesen war, als sie die Suite betreten hatte. Und auf dem nun der Laptop ihres Stiefbruders lag.

Sie biss sich auf den Daumen. Warum hatte sie das vermaledeite Ding nicht mit ins Ankleidezimmer genommen? Panisch versuchte sie, sich an Nates Rat zu erinnern, was sie tun sollte, wenn das Schlimmste passierte.

„Improvisiere.“

„Wie genau soll ich das anstellen?“, hatte sie gefragt.

„Ich weiß es nicht … Weinen? Sich seiner Gnade ausliefern?“

Sie hatte auf einen weiteren, einen brauchbaren Ratschlag gewartet.

„Lass dich einfach nicht erwischen!“

Sich nicht erwischen lassen? Wenn Khaled direkt neben dem Beweis stand, dass es hier einen Eindringling gab? Doch nachdem er mit einem Finger nachdenklich über den Deckel des Laptops gestrichen hatte, drehte er sich um und verschwand im Badezimmer auf der anderen Seite des Zimmers.

Lily stieß einen langen Seufzer aus. Es gab noch eine Chance, hier herauszukommen. Der Prinz war jetzt anderweitig beschäftigt: Aus dem Bad erklang das Geräusch der laufenden Dusche.

Sie musste Nates Laptop holen. Nate wollte nach Beweisen suchen, auf welche Weise das Geld veruntreut worden war. Er habe einen Verdacht, hatte er ihr mitgeteilt, könne ihr aber nicht mehr verraten, weil er um ihre Sicherheit fürchtete. Khaled, hatte er gesagt, habe den Laptop bei sich. Ihn auf der Wohltätigkeitsveranstaltung an sich zu nehmen, sei ihre beste Chance.

Penny, Nates Sekretärin, hatte auf der Gästeliste gestanden, war aber krank geworden. Und so hatte Nate vorgeschlagen, dass Lily sich als Penny ausgab; wenn sie Glück hatte, prüfte das niemand nach. Also hatte Lily ihr einziges gutes Kleid aus dem Schrank geholt, war eine Stunde lang mit dem Zug aus London und dann noch mal zwanzig Minuten mit dem Taxi gefahren und hatte sich dabei eine plausible Erklärung für ihre Anwesenheit überlegt.

Die am Ende gar nicht nötig...



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