E-Book, Deutsch, 172 Seiten
Horn Das Alien unter der Kappe
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-1694-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 172 Seiten
ISBN: 978-3-7597-1694-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eigentlich ist es eine ganz normale Familie, in der Benni lebt - mit seiner nervigen Schwester Lena, seiner musicalariensingenden Mama und seinem Papa, einem Pinguinforscher. Doch als eines Tages Aloisius, ein kleines Alien mit Flügeln, unter Bennis Baseballkappe auftaucht, schlittern sie alle in ein Abenteuer, das sie zu einer fleischfressenden Riesenpflanze in den Dschungel, zu boxenden Kängurus nach Australien und sogar zu schießwütigen Pinguinen in die Antarktis führt und das keiner von ihnen so schnell vergessen wird ... Peter Horn hat eine lustige und spannende Geschichte um Freundschaft und den Zusammenhalt einer Familie geschrieben, deren Mitglieder immer dann, wenn es drauf ankommt, füreinander da sind. "Mit der unterhaltsamen Geschichte dürften nicht nur Kinder ihre Freude haben. So mancher Erwachsener könnte sich oder Mitglieder seiner Familie darin wiederfinden. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus köstlich erzählten Alltagssituationen und spannenden Fantasie-Abenteuern. Hoffentlich gibt es keinen Streit, ob es Eltern oder Kinder zuerst lesen dürfen!" (Martin Kalchhauser, NÖN)
Peter Horn wurde 1964 geboren und arbeitet als Lehrer für Englisch und Geschichte an einem Gymnasium im niederösterreichischen Waldviertel. Peter Horn hat über dreißig Bücher veröffentlicht, darunter die zwölfbändige Gruselreihe "Florian und die Geisterwelt" (Bastei Verlag), den Jugendroman "Feuernebel" (Fischer generation) und die beiden Bilderbücher "Weißt du, was ich werden will?" und "Wozu ist ein Papa da?" (Nord Süd Verlag), die in viele Sprachen übersetzt wurden. Von letzterem Bilderbuch erscheint 2024 im Verlag NorthSouth Books, New York, unter dem Titel "The Best Daddy of All" eine Neuauflage mit völlig neuen Illustrationen von Jessica Menerve, dessen deutsche Fassung im NordSüd Verlag in Zürich herauskommt. Derzeit sind überarbeitete Neuauflagen seiner Kinderbücher "Benedikt und die Schmetterlingsmenschen" und "Das Alien unter der Kappe" sowie des Jugendromans "Feuernebel" erhältlich.
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Die Kampfeinsatzversion
Ich hatte aber keine Zeit, das Wesen genauer zu betrachten. Im nächsten Moment war es nämlich schon wieder unter meiner Kappe verschwunden. „Ist euch eh nichts passiert? Geht’s euch gut?“, rief Mama. Sie war echt besorgt. Verrenkte sich auf dem Fahrersitz, um zu sehen, ob ihre Kinder wohlauf waren. Da konnte ich sie beruhigen. „Alles in Butter!“, meinte ich und bemühte mich, dabei möglichst cool zu klingen. Dabei setzte ich mir wieder meine Kappe auf. Selbst jetzt, da ich wusste, dass sich da dieses seltsame Ding darunter befand, spürte ich nichts davon. Obwohl das Wesen gar nicht so fliegengewichtig gewirkt hatte. Um Mama zu beruhigen, zwickte ich Lisa in die Nase. „Schau“, lachte ich, „auch am kleinen doofen Schwesterchen ist noch alles dran! Unkraut verdirbt nicht!“ Worauf mir Lisa einen Boxhieb in die Rippen versetzte und Mama sich daran machte, vom Randstein, an den sie gekracht war, wieder zurückzusetzen. „Wenn ihr wieder streiten könnt“, meinte sie froh, „dann ist ja wirklich alles in Ordnung.“ In diesem Punkt war ich mir aber auf einmal nicht mehr so sicher. Die Lisa hatte nämlich anscheinend mitbekommen, dass mit meiner Kappe etwas nicht stimmte. Dreimal startete sie einen Überraschungsangriff, dem ich dreimal nur um ein Haar ausweichen konnte. Sie tat ganz unbeteiligt, schaute aus dem Fenster und pfiff dabei leise eine Fernsehmelodie vor sich hin. Unvermittelt grapschte sie dann nach dem Schirm der Kappe. Nur durch eine gekonnte Körperdrehung gelang es mir, ihrem Griff auszuweichen. Da es im Auto so eng war, knallte ich dabei einmal mit dem Kopf gegen die Scheibe. Bildete ich es mir nur ein oder war daraufhin wirklich ein kleiner schriller Schmerzensschrei dicht an meinem Ohr zu hören? Ich stützte meinen Arm am Fenster ab und legte die Hand auf die Kappe. Damit war auch der Lisa klar, dass sie da nicht rankommen würde. Trotzdem warf sie mir ständig misstrauische Blicke zu. Ich war echt froh, als wir vor dem Kindergarten hielten und sie aussteigen musste. Noch froher war ich, als der Vormittag vorbei war und ich aus der Schule nach Hause kam. Die Mama ist Lehrerin am Gymnasium und ich gehe in die Volksschule. Deshalb bin ich immer früher daheim als sie. Am Vormittag war ich keinen Moment allein. Keine Chance nachzusehen, ob das Wesen überhaupt noch unter meiner Kappe saß oder sich mittlerweile in Luft aufgelöst hatte. Was ja möglich gewesen wäre. Ich meine, es war ja auch so einfach von einem Moment auf den anderen aufgetaucht. Hätte sich doch genauso gut wieder verdünnisieren können. Zweimal fragte ich während der Stunde, ob ich aufs Klo gehen dürfe. Beim dritten Mal wollte die Lehrerin wissen, ob ich eine Blasenentzündung hätte. Vor der ganzen Klasse fragte sie das und das war mir so peinlich, dass ich das Klogehen dann sein ließ. Hatte ohnehin keinen Sinn, weil ich auch die beiden Male, als ich dort war, nicht allein war. Fast war es, als wäre in unserer Schule die große Pinkelepidemie ausgebrochen. Echt zum Verzweifeln war das! Wie immer ging’s natürlich auch im Schulbus rund. Du wirst verstehen, dass ich’s vor Neugier kaum mehr aushalten konnte, als endlich die Haustür hinter mir ins Schloss fiel. Ich riss mir die Kappe vom Kopf. Zur Vorsicht hielt ich sie so weit vor mich hin, wie meine Arme reichten. Man konnte ja nie wissen, was so einem seltsamen Wesen alles einfiel. Also lieber auf Nummer sicher!, dachte ich, und so stürmte ich in mein Zimmer. „Zeig dich!“, rief ich in meiner wagemutigsten und bedrohlichsten Stimme. „Wer bist du? Und was suchst du unter meiner Kappe?“ Meine Stimme war wirklich zum Fürchten. Auf die Lisa hätte sie so gewirkt. Zumindest denke ich das. Doch auf das Wesen machte sie nicht diesen Eindruck. „Ich habe schon geglaubt, ich komm unter diesem Ding gar nicht mehr hervor!“, schimpfte es. „Ich hab die meiste Zeit die Hand auf die Kappe gehalten“, erklärte ich. „Damit du nicht wieder in einem unpassenden Moment hervorkommst und alles durcheinanderbringst. Und du kannst mir glauben: Es war ganz schön anstrengend, alle Schulaufgaben einhändig zu erledigen.“ Ich schnaufte. „Die Lehrerin hat ständig geglaubt, ich zeige auf. Besonders im Rechnen war das peinlich, denn da bin ich nicht so gut. Wenn sie mich drangenommen hat, hab ich nicht gewusst, was ich antworten soll.“ „Ich ersticke fast da drunter und du beschwerst dich wegen deiner Schulaufgaben!“ Die Stimme des Wesens überschlug sich fast vor Entrüstung. „Du bist mir vielleicht einer!“ Ehrlich gesagt fürchtete ich mich fast ein bisschen vor dem Wesen. Es machte in diesem Moment einen ziemlich wütenden Eindruck auf mich. Es war ja wahrlich kein Riese. Es war grade mal so groß wie meine Handfläche. Es trug so etwas, das wie eine Art silbrig schillernder Skianzug aussah. Aber einer in Strandversion, weil der Oberteil kurze Ärmel hatte. Dazu schwarze, kniehohe Stiefelchen. Mit so einem praktischen Klettverschluss, bei dem man keine Schnürsenkel binden musste - was, wie jedes Kind in meinem Alter weiß, ja gar nicht immer so einfach ist. Doch trotz dieses putzigen Aufzugs wirkte das Wesen auch ein bisschen bedrohlich auf mich. Der Grund dafür war seine Haut. Die leuchtete irgendwie so grell, dass ich die Augen zusammenkneifen musste, wenn ich das Wesen ansah. Und sie wechselte ständig zwischen dunkellila und türkisgrün. In der Früh im Auto war die Haut gleichbleibend bläulich gewesen. Also Vorsicht!, dachte ich. Ich hatte ja nicht den blassesten Schimmer, wozu ein solches Wesen in seiner Wut imstande war. Trotzdem versuchte ich, mich nicht einschüchtern zu lassen. Ich nahm all meinen Mut zusammen und gab keck zurück: „Ich bin einer, der jetzt gern endlich wissen würde, was du hier überhaupt treibst!“ Aber auf eine Antwort musste ich noch warten. Hingegen sprang das Wesen aus der Kappe. Es landete direkt auf meinem Bett. Und dort änderte sich seine Stimmung schlagartig. „Hmm“, schnurrte es wohlig, „hier ist’s aber weich und gemütlich.“ Dabei schlängelte es seine langen dünnen Arme mit den jeweils drei langen dünnen Fingern um seinen kleinen Körper, es rollte mit seinen kugelrunden Augen und klimperte mit seinen langen dunklen Wimpern. Wie es sich so in mein Kissen kuschelte, wirkte das Wesen irgendwie total weich und fast ins Unendliche dehnbar. Also nicht nur die Ärmchen und die Finger waren wie aus Gummi, sondern das ganze Wesen. Und es hatte Flügel! Erst jetzt, als das Wesen für einen Moment von meiner Bettdecke hoch flatterte, fielen mir die winzigen zarten Flügel auf. Fast durchsichtig waren sie und hauchdünn. Trotzdem machten sie auf mich einen sehr stabilen Eindruck. Sie waren von einem Netz feiner Äderchen durchzogen. Darin sah ich orangerotes Blut pulsieren. Das Wesen ließ sich wieder zurück auf mein Kissen sinken. Dort zog es seine Beinchen an. Im Hocksitz schlang es die Gummiarme um die Knie und kratzte sich gleichzeitig an seiner roten Stupsnase. „Ich glaube, ich habe mich auf der Reise verkühlt!“, schnarrte das Wesen. „Das ist ein Risiken beim Transmittieren.“ Das Wesen zog die Nase hoch und knirschte mit seinen Zähnchen. Erst jetzt fiel mir auf, wie spitz die waren. Richtige kleine Draculabeißerchen. Doch über die dachte ich nicht nach. Sonst hätte ich mich vielleicht noch wirklich zu fürchten begonnen. „Was meinst du mit Transmittieren?“, fragte ich nach. „Und wieso bist du in meiner Kappe gelandet?“ In einem leicht beleidigten Unterton fuhr das Wesen fort: „Punktgenaue Landungen sind beim Transmittieren nicht so einfach. Das weiß doch jedes Kind! Außerdem hatte ich ja kaum Zeit für eine genaue Berechnung der Landedaten. Es musste ja alles so schnell gehen.“ Abermals zog das Wesen die Nase hoch. Das klang, als ob ein Flusspferd Atem für einen Unterwasserwutanfall holte. „Es war nicht mal genug Zeit, um mir warme Unterwäsche zu besorgen“, klagte das Wesen. „Darum hab ich mir auch diesen Schnupfen geholt.“ Ich beugte mich vor. „Könntest du mal Klartext reden?“, meinte ich. Ich denke, ich klang dabei nicht gerade überaus freundlich. „Klartext?“, schnarrte das Wesen zurück. „Ich rede doch eh die ganze Zeit! Was soll ich dir denn noch erzählen?“ „Zum Beispiel wer du bist und woher du kommst und was du mit Transmittieren meinst und was das alles soll und ...“ „Halt! Stop! Pause!“ Aufgeregt flatterte das Wesen hoch und rief: „Nicht alles gleichzeitig!“ Doch auf einmal stand es stramm da. Ernst, fast feierlich war seine Miene. Es salutierte mit der rechten Hand, wobei es seine grünen Kaugummiärmchen einmal um den ganzen Kopf geschlungen hatte. „Aloisius Karumba vom Planeten Nahundfern meldet sich zum Dienst“, sagte es. „In der antikugelhagelverstärkten unzerstörbaren Kampfeinsatzversion. Abkommandiert zu...