E-Book, Deutsch, Band 0070, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
Hollis / Evans / Barley Romana Extra Band 70
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-4439-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0070, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
ISBN: 978-3-7337-4439-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
MIT DIR KOMMT DIE LIEBE ZURÜCK von BARLEY, ROBERTA
Sie braucht einen Neuanfang: Nur deshalb hat Emily die Stelle als Privatköchin in der Villa an der romantischen Côte Sauvage angenommen. Doch der geheimnisvolle Herr des Hauses macht es ihr nicht leicht. Warum nur verhält sich der attraktive Yann ihr gegenüber so abweisend?
UNTER DEN STERNEN AUSTRALIENS von DUKE, ELIZABETH
Claire ist verzweifelt. Sie sitzt ohne einen Cent in Venedig fest, dabei muss sie dringend zurück nach Melbourne. Der attraktive Witwer Adam macht ihr ein Angebot: Er nimmt sie mit nach Australien, wenn sie sich um seinen Sohn kümmert. Und seine Frau wird ...
DIE NANNY UND DER PLAYBOY-PRINZ von HOLLIS, CHRISTINA
Das darf doch wohl nicht wahr sein! Prinz Lysander will seinen kleinen Neffen zu nachtschlafender Zeit seinen Gästen vorführen? Wütend marschiert die junge Nanny Alyssa in Richtung Ballsaal - und wird von dem Prinzen persönlich mit einem heißen Kuss gestoppt ...
ENTSCHEIDUNG AUF ARUBA von EVANS, LINDSAY
Adah ist nach Aruba geflüchtet, um eine Entscheidung zu treffen: Soll sie wirklich die arrangierte Ehe eingehen, um das Familienunternehmen zu retten? Am Strand trifft sie den sexy Surfer Kingsley. Aber wie kann sie in seiner prickelnden Nähe einen klaren Gedanken fassen?
Christina Hollis wurde ein paar Meilen entfernt von Bath* in der englischen Grafschaft Somerset geboren. Sie schreibt, seitdem sie und einen Stift halten konnte. Ihr erstes Buch bestand aus ein paar Sätzen über Puppen, die in einem Korb lebten. Damals war sie drei Jahre alt! Die Schule verließ sie mit sechzehn. Sie arbeitete als Aushilfskraft in der Marketingabteilung eines Finanzinstitutes. Ihren Ehemann lernte sie bei einem Blind Date kennen und lieben, und sie heiraten schon nach wenigen Monaten. Zum Zeitvertreib schrieb sie in ihrer Freizeit und kam in die engere Wahl für einen Buchpreis. Ihr Ehemann schlug vor, sie solle doch hauptberuflich schreiben. Über die nächsten Jahre hinweg verfasste Christina ein halbes Dutzend längerer Romane, viel Sachliteratur für Magazine und bekam zwei Kinder. Im Jahr 2000 nahm sie an einem College- Kurs für kreatives Schreiben teil, um ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Ihre Studienfreunde drängten sie dazu, das Manuskript beim englischen Liebesroman-Verlag Mills & Boon einzureichen. Ausgerechnet am Geburtstag ihres Sohnes erhielt sie die Zusage für die Veröffentlichung. Überglücklich veranstaltete sie ein Fest für ihre Familie. Christinas Hobbys sind Kochen und Gartenarbeit. Natürlich hat sie stets ein Buch griffbereit. Selbstverständlich am liebsten Liebesromane. Verheiratet mit dem romantischsten Mann der Welt, genießt sie ihr Leben und ihren Beruf - den sie für den besten der Welt hält.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Warum war sie hier? Emily starrte ins Leere und versuchte, die aufsteigenden Tränen zurückzuhalten. Vor zwei Jahren hatte sie das verloren, was ihr am liebsten war, und gedacht, dass es von diesem Tag an nicht weiter abwärts gehen konnte. Doch das hatte sich als Trugschluss herausgestellt. Es war nicht das Ende gewesen, sondern der Anfang einer schlimmen Zeit, der Beginn einer immer schneller werdenden Talfahrt in eine immer größer werdende Katastrophe. Sie hielt die Luft an und schloss die Augen, um nicht zu weinen. Mit aller Kraft konzentrierte sie sich auf die erfreulicheren Erlebnisse in ihrem Leben. Es hatte doch auch wunderschöne Zeiten gegeben! Damals, in Paris.
Für einen Moment gelang es ihr, sich in die französische Hauptstadt auf den St.-Quentin-Markt in der Nähe der Gare du Nord zu träumen.
Dort war sie jeden Morgen an den Marktständen vorbeigeschlendert und hatte die frischesten Fische und das knackigste Gemüse gekauft. Oh, wie sie die Atmosphäre dort geliebt hatte! Die Düfte des saftigen Obstes stiegen in ihre Nase, sie konnte die Stimmen der Händler hören und spürte die lebhafte Atmosphäre, als sie von einer scherzenden Stimme unterbrochen wurde:
„Mademoiselle, wenn Sie die Melone weiterhin so liebevoll streicheln, will sie bestimmt mit Ihnen nach Hause gehen!“ Der Mann hinter dem Marktstand lachte, und auch die umstehenden Leute stimmten in das Gelächter mit ein.
Emily zog schnell ihre Hand von der gelben Guadeloupe-Melone zurück und öffnete die Augen. Sie schniefte ein wenig, und für ein paar Sekunden hatte sie tatsächlich Mühe, sich zurechtzufinden.
Sie war nicht in Paris, sondern in einem kleinen Ort an der Küste der Bretagne. Wie hatte sie sich so tief in dem Tagtraum verlieren können? Die Menschen des bretonischen Dörfchens Keroman ließen sich mehr Zeit zum Plaudern und mehr Ruhe zum Aussuchen der Ware, als es ein Pariser jemals tun würde. Außerdem gab es hier längst nicht so viele hektische Stimmen, wie im lauten, quirligen Pariser Bahnhofsviertel, wo man neben Französisch jederzeit auch Englisch und Arabisch hören konnte.
Emily seufzte tief, doch der traurige Schleier um ihr Herz ließ sich nicht mit einem einzigen tiefen Durchatmen vertreiben. Sie schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, aber es gelang ihr noch immer nicht, die Erinnerungen an ihr altes Leben abzuschütteln.
Dann eben anders: Sie stellte sich zwischen die gestreiften Markisen und hielt ihr Gesicht in die Sonne. Am Himmel zogen federleichte Wölkchen vorbei, die vom Seewind über das klare Blau getrieben wurden.
Sie war aus Paris geflohen, um sich zu verstecken, und dies schien der perfekte Ort für einen Neuanfang zu sein. In Keroman, bei ihrem Bruder William, konnte sie die Zuflucht finden, nach der sie verzweifelt gesucht hatte.
„Hier bist du sicher“, hatte er gesagt, als er sie in die Arme schloss. „Hier kannst du dich erholen und alle Sorgen vergessen.“
Das war unheimlich lieb von ihm, aber wie stellte er sich das vor? Die beiden letzten Jahre waren ein Albtraum gewesen, aus dem sie erst erwacht war, als sie endgültig alles verloren hatte. Sie konnte ihren Schmerz nicht wie ein paar Kuchenkrümel von einer Tischplatte wischen. Doch sie war fest entschlossen, ihm den Gefallen zu tun und es zumindest zu versuchen.
„Mademoiselle!“
Emily wusste, es war unhöflich, stumm zu bleiben, doch sie fühlte sich zu erschöpft, um zu antworten. Sie genoss einfach weiterhin die Wärme der Sonne auf ihrer Haut und versuchte wenigstens, ein bisschen Energie daraus zu schöpfen. Obwohl sie Engländerin war, wurde sie von den meisten Menschen hier für eine Französin gehalten. Ob es an ihren langen dunklen Haaren und ihrer schlanken, hochgewachsenen Figur lag? Oder doch eher an ihrer Vorliebe für Kleider mit dezentem Blumenmuster, von denen sie auch heute eines trug?
„Mademoiselle, kaufen Sie nun die Melone?“
Nur widerwillig öffnete sie die Augenlider: „Bien sûr! Aber sicher!“
Sie nahm ihren vollen Korb mit den weiteren Einkäufen und lief zurück zu ihrem Auto. Wenigstens den kleinen roten Peugeot hatte sie nicht verkaufen müssen, dachte sie, als sie den Korb auf dem Rücksitz verstaute und sich auf den Fahrersitz gleiten ließ. Der Wagen war alles, was ihr außer einem Koffer mit Kleidungsstücken und einer Kiste mit ihren privaten Erinnerungen noch geblieben war.
Als sie zehn Minuten später in das abgelegene Gehöft einbog, musste sie schon wieder schlucken, um den dicken Kloß loszuwerden, der ihr die Kehle zuschnürte. Das alte Hofgebäude und die Stallungen bestanden aus hellen Ziegeln. Einige Hühner scharrten in der Sonne, und hinten im Obstgarten leuchteten die Kirschen. Es war so schön friedlich hier. Was für ein Unterschied zu den lebhaften Straßen im zehnten Quartier von Paris, in denen sich die Menschen drängelten, und in denen es nie sehr sauber war. Und doch hätte Emily alles dafür gegeben, die Uhr zurückzudrehen, bis zu dem Augenblick vor zwei Jahren, an dem das Unheil begonnen hatte. Um genau dort wieder zu stehen und alles zu verhindern.
Mit kraftlosen Schritten ging sie über den Hof.
William hatte in einer der Scheunen sein Atelier eingerichtet und verbrachte dort fast den ganzen Tag mit der Arbeit an seinen Bildern.
Emily wusste, dass er es gut mit ihr meinte und ihr helfen wollte. Als ihr Zwillingsbruder durchschaute er immer, was in ihrem Kopf vorging. Mit ihm musste sie nicht viel reden, und nach Reden stand ihr im Moment auch wirklich nicht der Sinn.
Als sie die Hälfte des Hofes überquert hatte, öffnete sich die alte Holztür des Ateliers, und William kam ihr entgegen. Der farbbekleckste Overall stand ihm gut, doch sein Blick war verschlossen und sein Lächeln abwesend. „Ach Emi, da bist du ja!“
Er weiß nicht, wie gut er aussieht, dachte Emily, er lebt nur für seine Kunst und zieht sich einfach viel zu sehr zurück. Seine dunklen, mandelförmigen Augen glichen den ihren ebenso wie sein wohlgeformter Mund mit den vollen Lippen. Doch während ihre Haare glatt hinunterhingen, hatte er schon als Kind einen wilden Lockenkopf besessen.
„Ich weiß, der Kühlschrank war ziemlich leer heute Morgen. Was hast du denn Feines mitgebracht?“, fragte er.
Emily musste wieder einmal den Kopf über ihren Bruder schütteln. Sie hatte jede Menge Schulden bei der Bank, aber dass William ebenso knapp bei Kasse war, verwunderte sie. Es gab kaum etwas zu essen im Haus, nur Butter und Konfitüre.
„Ich habe einen Bärenhunger.“ Nun lächelte er sie an, so herzlich und vertrauensvoll wie früher. „Kochst du uns was?“
„Ich koche nicht mehr. Das weißt du doch.“
„Ach, Emi, verzeih mir! Ich vergaß!“ William umarmte sie und hob sie ein Stück hoch, wobei es ihm offenbar gelang, in ihren Einkaufskorb zu lugen. „Egal, Melone, Brot und Tomaten sind auch okay!“ Sanft setzte er sie auf dem Boden ab.
Yann seufzte leise auf. Der Whisky brannte mild in seiner Kehle, doch das tröstliche Gefühl, das sich für gewöhnlich in seinem Magen ausbreitete und gnädig seinen Kopf benebelte, blieb aus. Er kehrte dem Fenster den Rücken zu und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Dort verfiel er in brütendes Schweigen. Sonst war er immer froh gewesen, nach Hause, auf sein Anwesen, zu kommen, doch heute fühlte er sich selbst hier auf La Roche gereizt und schlecht gelaunt.
Er war überarbeitet, und er trank zu viel. Wobei trinken ja auch ein Teil seiner Arbeit war. Yann stieß die Luft durch die Nase aus, dann hob er den Whiskytumbler abermals an die Lippen und leerte ihn in einem großen Zug.
Es war halb elf Uhr morgens, und er war ein freier Mann! Und ein wohlhabender noch dazu! Wenn er einen zweiten Single-Malt-Whisky trinken wollte, von dem die Flasche hundertzwanzig Euro kostete, konnte ihm das niemand verbieten.
Yann schloss die Augen. Er war plötzlich müde, unheimlich müde. Er hatte alle seine Pläne umgeschmissen und war heute Morgen um fünf Uhr in Paris losgefahren. Es hatten zwar noch die zwei Termine oben im Norden, in Rouen und Amiens, in seinem Kalender gestanden, aber was hatte er getan? Er sagte sie ab und fuhr stattdessen in das kleine bretonische Nest, in dem er aufgewachsen war. Irgendetwas hatte ihn hier hingetrieben. Er konnte sich nicht erklären, was.
„Vielleicht deine Flucht aus ihrem Apartment?“, fragte er sich laut und merkte, wie verächtlich seine tiefe Stimme klang. „Aus dem warmen Bett von … wie heißt sie noch mal?“
Er fühlte sich schlecht. Er hatte lange darüber hinweggesehen, doch nun musste er sich eingestehen, dass es ihm in letzter Zeit häufig nicht besonders gut ging. Vor allem dann, wenn er sich nach einer Nacht in einem schicken Club morgens um fünf aus der Wohnung einer schönen Frau schlich. Ob in Paris, Bordeaux oder Nizza machte keinen Unterschied … Und noch eine Gemeinsamkeit gab es: Keine dieser Damen hatte er je wieder angerufen. Dabei waren manche sogar recht nett, aber es ging nicht. Nein, es ging wirklich nicht.
Allein der Gedanke, eine von ihnen mit hierher zu bringen, verbot sich von selbst. In diesem Moment meldete sein Handy den Eingang einer Nachricht.
Habe gerade deinen Artikel im Parisien gelesen! Deine Witze sind köstlich, deine Bewertung wunderbar bissig geschrieben!! Aufgepasst, ihr Leute vom „L’Aubergine“ … eure Tage als Gourmet-Tempel sind gezählt!
Er drehte sich um und warf das Handy durch den Raum, sodass es auf dem Ledersessel neben der Tür landete. Ärgerlich presste er...




