Hohler | Schnäll i Chäller | E-Book | sack.de
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E-Book, Swiss German, Alemannic, Deutsch, Band 9, 184 Seiten

Reihe: edition spoken script

Hohler Schnäll i Chäller

Lieder, Gedichte, Texte
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-905825-72-5
Verlag: Der gesunde Menschenversand
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Lieder, Gedichte, Texte

E-Book, Swiss German, Alemannic, Deutsch, Band 9, 184 Seiten

Reihe: edition spoken script

ISBN: 978-3-905825-72-5
Verlag: Der gesunde Menschenversand
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Franz Hohler war von jeher Autor und Musiker in einem, auch in seinem Schreiben: ein Sprachmusiker eben. Und er hat beim Erproben und Erkunden der sprachlichen Klänge und Rhythmen immer wieder auch auf die in der Schweiz gesprochene Sprache, die Mundart, zurückgegriffen. Die 'edition spoken script' präsentiert eine Auswahl an Mundarttexten, die Franz Hohler im Lauf der Zeit aus verschiedenen Anlässen publiziert oder vorgetragen hat. In diesen Mundarttexten zeigt sich besonders deutlich, was bei diesem Autor in der Literatur immer Vorrang hatte: die Expermentierfreude, die darauf aus ist, die Spielräume des Denkens und der Sprache zu erweitern. Die versammelten Texte lassen neben der besonderen klanglichen Farbigkeit der Mundart auch deren Fähigkeit zum lakonisch pointierten Ausdruck und zur unmittelbaren sinnlichen und emotionalen Anrede des Publikums erkennen. Mit Genuss entdeckt dieses, dass es beim Lesen auch das hören kann, was es in Buchstaben vor sich hat. Weit entfernt von jeder Schweizertümelei, zeigt Franz Hohler in seinen Mundartgedichten und -reden sowie in seinen Mundart-Nachdichtungen klassischer Texte aus der Antike und der Gegenwart zudem, dass der Dialekt auch eine Weltsprache werden kann: eine Sprache, die sich im Ausdruck von menschen- und völkerverbindender Erfahrungen und Träumen bewährt. Und die dabei auch keine Trennung von angeblich hoch- und tiefstehenden Künsten und Darbietungsweisen kennt.

Franz Hohler, geboren 1943, lebt als Schriftsteller in Zürich und gehört zu den bedeutendsten Erzählern der Schweiz. Zahlreiche Preise, unter anderem Salzburger Stier für das Lebenswerk (2008), Kunstpreis der Stadt Zürich (2005), Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung (1991).

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Lieder S Lied vom Chäs Your browser does not support the HTML5 audio element. Wär kennt das Land wo alles us Chäs isch alles zämen us Chäs? D Hüser si us Chäs d Schtrosse si us Chäs d Böim si us Chäs und d Blueme si us Chäs d Tram si us Chäs d Auto si us Chäs d Chilche si us Chäs und d Glogge si us Chäs alles isch us Chäs, us Chäs, us Chäs! Und d Mönsche träge Mäntel us Chäs hei Brüllen a us Chäs und läse dermit ihri Büecher us Chäs voll Wörter us Chäs über Sachen us Chäs luege Film a us Chäs i Kino us Chäs löse Bileet us Chäs für ne Schtadt us Chäs us Chäs, us Chäs, us Chäs Das giengt jo no aber d Luft isch us Chäs und s Wasser isch au us Chäs d Wolke si us Chäs d Sunnen isch us Chäs der Mond isch us Chäs und d Schtärne si us Chäs d Öpfel si us Chäs d Bire si us Chäs d Milch isch us Chäs und s Brot isch us Chäs alles isch us Chäs, us Chäs, us Chäs Und s Schlimmschten isch das au d Lüt si us Chäs und gäbe sech Küss us Chäs hei es Härz us Chäs und e Zungen us Chäs hei e Schproch us Chäs und Gedanken us Chäs hei Gebätt us Chäs zumene Gott us Chäs hei Tröim us Chäs wo si tröime, wie s wär imene Land ohni Chäs aber au die Tröim si us Chäs Magritte-Lied Your browser does not support the HTML5 audio element. Schtellet ech es Schloss vor mit riesige Türm und Fähne druff, wo flatteren im Wind mit meterdicke Muuren und mit Scharten und Kanone und eme Grabe zringelum gäge d Find vo de Zinne luege d Wächter wär’s vilicht dohi verschlöch i den Erker sitze d Fraue us de Fänschter luege d Chöch Jetz dänket anes Clairon mit blächigem Ton das schnäflet die Schtilli abenand ei Ritter nach em andre rytet s Wägli duruf i Bläch verpackt, e Lanzen i der Hand s Tor goht uf und d Fallbrügg sänkt sech drüber trogle Huf und Schueh denn si si alli dinne d Fallbrügg schtygt und s Tor goht zue D Anahm, dass denn d Chöch vo de Fänschter verschwinde die macht ech jetze sicher nümm so Müeh und ebeso, dass d Frauen a de Huuben aföh fingere und sech gleitig us den Erkerli verzieh s Clairon us der 2. Schtrophe macht sech nomol gross s schmöckt nach brotne Söili s isch so wyt, s Turnier goht los Loset jetz, wie d Rüschtige chrosen und chlefle und achtet ech uf s Trample vo de Ross und jedesmol, wenn’s einen us em Sattel usejättet denn zitteret vom Klatsche s ganze Schloss so goht’s jetz es paar Schtunde und denn isch s Turnier verby druf chiemt es Riesefrässe und das wär’s denn öppe gsi Doch jetz, wo d Ritter ahnigslos i d Gottlett inebysse luege mir emol im Schloss noh durabe bis zur Ziehbrugg und em Chäller isch alls i der Ornig und au Wasser het’s gnueg im ganze Grabe aber lueget mol, was nochär chunnt denn nimmt’s ech fasch der Schnuuf s Schloss hangt frei im Himmel der Fels hört eifach uf E Choch, wo schnäll chli Luft schnappt, isch der Erscht, wo das merkt e Schrei dur alli Gäng, denn gsehsch se cho tief verschrockni Chöpf a allne Fänschter und Zinne und denn schwebt die Feschtig langsam dervo si verschwindet i de Wolke und jetz heimer wider Rueh eusi Zit isch schliesslech anders und das Schloss ghört nid derzue Uf eme Brüggli über d Autobahn Uf eme Brüggli über d Autobahn z Köllike-Wescht gseht me mängisch es paar Bueben uf de Velo obesitze und sech lässig mit der einte Hand as Brüggligländer schtütze und jede luegt uf d Schtross und isch der Bescht. Si hocken uf de Sättel und bamble mit de Bei die einte zelle d Auto und die andere zelle d Marke und alli unterscheide scho die Schwache vo de Schtarke und näme für die schnellere Partei. Die einte zelle d Länder und die andere d Kantön im Grund gnoh setten alli scho deheim sy, doch es reut se denn luege si, wär besser breicht bim Obenabeschpöize Appezäll isch sälten und Frankrych isch schön. Si wüssen au genau, was wele Lärme macht und rede nur vo Chläpf und vo Chären und Maschine und hoffe, dass es einisch diräkt under ihne so richtig gwaltig tschäderet und chracht. Si mole sech’s no us, und derwile schtoht scho fescht wär vo dene Buebe mol e Wage wird schtüüre und bi däm Unfall sis Läbe mues verlüüre undrem Brüggli über d Autobahn z Köllike-Wescht. Geischterlied Schwarze Chüejer! Ysige Fürscht! Sennetuntschi! Schträgglen und Türscht! Wo siter blibe? Worum chömeter nümm? Heiter Angscht vor eus? Si d Zite so schlimm? Mir chönntenech wider bruuche zum s Läbe verschtoh! Usen us de Löcher dir sit doch no do! Friesezug mit de 7000 Tote schtöht doch mol uf d Pischte vom Flughafe Chlote und winket allne Flugzüüg, bevor si wei lande! D Aawohner wäre glaub yverschtande Chuebuuch mit Augen us em Lüscher See scho hundert Johr het di niemer meh gseh chumm doch wider einisch cho luege, wie’s schtoht und wie’s de Schwebebahnen und de Schiilift goht! Refrain: Schwarze Chüejer ... Wejerwybli vo der Salzschteilecki worum sitzisch nid einisch ines Usglychsbecki oder dräjsch e Turbinen inen anderi Richtig? I weis nid, was du findsch, aber mi dunkti’s wichtig Blaueschteiner Junker mit den Augen us Chole i würdi di gärn wider zuenis hole es längti scho, ämel was mi so betrifft du schtündisch imene Hochhuus e Tag lang im Lift Refrain: Schwarze Chüejer ... Gchöpften us der Müli mit de Höllequale worum schlarpisch nid dur ne Computerzentrale und luegsch d Programmierer us dim Halsschtumpf chli aa? I glaub, die fiengte wider mit Chopfrächnen aa! Schteinige Hans vom Läberebärg gang mol is nöchschten Atomchraftwärk und hock es Wyli uf en Abschtellschalter mei, die miechen Auge, i bi sicher, das gfallt der! Brönnige Ma, wo durs Göü mues hetze i wüsst der es Plätzli zum di Gränzschtei setze s Autobahnchrüz vo N1 und N2 aber suber i d Mitti, süsch muesch wider hei! Schwarze Chüejer! Ysige Fürscht! Sennetuntschi! Schträgglen und Türscht! Wo siter blibe? Worum chömeter nümm? Heiter Angscht vor eus? Si d Zite so schlimm? Mir chönntenech wider bruuche zum s Läbe verschtoh! Usen us de Löcher dir sit doch no do! Usen us de Löcher dir sit doch no do! Olten und Umgäbig Wär im Byfang äne i d Schuel gangen isch het gwartet, bis er is Froheim cha. Bim Gämperli isch none Hilfsschuel gsi und s Metzgertöchterli het Milchschorf gha. Im Gaswärk unde het der Jutzeler gwohnt a der Reiserschtross hingäge s Annemarie wo der Vatter immer nume Charte gschribe het und nie deheim isch gsi. Im Mühletäli heimer tökterlet uf de Säliflüeh heimer Füürli gmacht vom Chessiloch simer d Aaren ab gschwumme und is Gandria simer schpöter znacht. I der Schützematt heimer Hochschprung gmacht und am Sunndig nach der Chile der Hockeymatch gseh vo der Gäubrugg isch men obenabe gchöpflet weme zwölfi gsi isch oder meh. Uf em Rumpel het’s im Winter e Schiilift gha mit numen emen einzige Bügel dra i der Miesere het men a d Finger gfrore wenn d Bindig wider glödelet het gha. Zum Rankbrünneli simer bi der Tour de Suisse go luege wie der Koblet der Bärg ufechunnt s Erlimoos duruf isch e Souhitz gsi und uf d Froburg meh als e Schtund. G’indianerlet heimer bim Galge hinde und ir...


Franz Hohler, geboren 1943, lebt als Schriftsteller in Zürich und gehört zu den bedeutendsten Erzählern der Schweiz. Zahlreiche Preise, unter anderem Salzburger Stier für das Lebenswerk (2008), Kunstpreis der Stadt Zürich (2005), Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung (1991).



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