Hofmann | Das Jüngste Gericht | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 230 Seiten

Hofmann Das Jüngste Gericht

Letzte Spur Weinberg
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-5427-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Letzte Spur Weinberg

E-Book, Deutsch, 230 Seiten

ISBN: 978-3-6951-5427-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Leiche gibt dem Mainzer Oberkommissar Christian Seifert ein Rätsel auf. Der Fall ist klar - Mord! Die Identität des Opfers wird schnell geklärt, denn der Mann wurde bereits vermisst gemeldet. Doch dann verschwindet auch sein Bruder spurlos, und die Ermittlungen nehmen eine düstere Wendung. Als wenig später ein weiteres Verbrechen geschieht, rückt Seifert der Wahrheit Stück für Stück näher. Familie, Angestellte - niemand ist frei von Verdacht. Und alle scheinen sie etwas zu verbergen. Ein Netz aus Lügen und ein dunkles Geheimnis in der Tiefe der Vergangenheit. Kann Kommissar Christian Seifert die tödlichen Puzzleteile rechtzeitig zusammensetzen, bevor der Mörder erneut zuschlägt? Und wird es ihm gelingen, die Fassade der scheinbar heilen Welt einzureißen, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen?

Ellen Hofmann lebt, liebt und schreibt in der Rheinhessischen Schweiz. Ihre Geschichten sind kriminell spannend - genau wie das Leben manchmal. Die in Mainz geborene Autorin genießt es, an ihrem Schreibtisch laute Rockmusik zu hören, liest am liebsten Fantasy-Romane und gestaltet gerne Webseiten. Wenn sie nicht gerade an einem Internetauftritt feilt oder Texte dafür schreibt, entstehen Geschichten mit Tiefgang, Tempo und mindestens zwei Leichen. Meistens bei Tee - manchmal auch beim Autofahren (nur gedanklich, versprochen!). Auszeiten gönnt sie sich in einem gemütlichen Café mit Familie oder Freunden.
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2. Konflikte


Das ihr Auftraggeber gerade Opfer eines Mordanschlags geworden war, ahnten auch die zwei osteuropäischen Männer noch nicht.

Seit gestern beobachteten sie das Haus ihres Opfers.

Ihr Auftrag lautete Stefan Munz umzubringen. Dies sollte eigentlich bereits am gestrigen Vormittag erledigt und die beiden wieder auf dem Heimweg sein. Doch bisher ergab sich keine Gelegenheit.

Entgegen den Aussagen ihres Kunden kam der „Todgeweihte“ gestern erst gar nicht nach Hause. Und auch heute hatte er sich noch nicht blicken lassen.

Bedauerlich! Ein wenig plagte die Zwei mittlerweile sogar das schlechte Gewissen. Aber da ihr Klient sich nicht gemeldet und reklamiert, beziehungsweise den Auftrag storniert hatte, schien der spätere Termin in Ordnung.

Außerdem war es auch nicht wirklich ihre Schuld gewesen. Wer konnte ahnen, dass ihr privates Fahrzeug einen Motorschaden erleiden würde und das mitten auf der Fahrt nach Deutschland. Also mussten sie improvisieren und ein Ersatz besorgen.

Der Transporter, gestohlen und mit falschen Nummernschildern ausgestattet, parkte in der ruhigen Seitenstraße im Schatten eines Baumes. Die bunte Aufschrift kennzeichnete ihn als Fachbetrieb für Heizung- und Sanitärinstallationen. Einer der Männer saß auf dem Fahrersitz, tief in den Sitz gerutscht, um es bequem zu haben. Der andere beobachtete auf der Rückbank, das in Sichtweite gelegene Haus.

Doch nach stundenlanger Beobachtung ohne Ergebnis, war ihnen klar, wie auffällig sie sich verhielten und sie brachen die Überwachung ab.

Noch ein erfolgloser Jagdtag.

Missmutig startete der Mann hinter dem Steuer den Motor.

Und selbst Markus Munz, der Korinthenkacker, wie ihn die Mitarbeiter in seiner Firma heimlich nannten, hätte jetzt eingesehen, dass Aufträge, die im Darknet aufgegeben wurden, nicht immer pünktlich und zuverlässig erledigt wurden.

Der unauffindbare Bruder unterdessen feierte, was das Zeug hielt und zwar in einem Luxus-Bordell in Frankfurt. Es war der Geburtstag eines Geschäfts-partners.

Stefan Munz hatte nicht wirklich viele Bekannte und Freunde. Aber hier in diesem Puff war es egal, wie gut du mit jemanden befreundet warst. Hier zählte nur Geld. Geld für die Privatsuite, die teuren Getränke und die Unterhaltung der jungen und hübschen Frauen, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden.

Die Stimmung war gut. Alkohol floss in Strömen, die Frauen waren willig und…- sozusagen zu jeder Schandtat bereit.

Stefan Munz konnte sich später kaum noch daran erinnern, mit wie vielen Mädels er Sex hatte. Im Laufe des Abends wurde nicht nur Alkohol herumgereicht, sondern Drogen aller Art.

Und Stefan war noch nie ein Kind von Zurückhaltung.

Er bediente sich großzügig. An allem. Nach und nach verlor er jegliche Realität. Alles versank in einem Nebel der Unwirklichkeit. Er war noch nicht einmal überrascht, plötzlich von einem der anwesenden Männer geküsst und danach mit eindeutigen Gesten zu sexuellen Handlungen eingeladen zu werden.

Und es gefiel ihm. Es war so völlig anders als das vorrangegangene Gerammel mit den jungen Frauen.

Zuerst etwas gehemmt, durch das noch nie dagewesene, fielen nach und nach bei ihm alle Barrieren.

War es anfangs härter, männlicher, rücksichtsloser, wurde es zum Ende hin ein gegenseitiges Verwöhnen.

Und er genoss es, zärtlich angefasst und oral befriedigt zu werden. Genoss die Lust, durch die erotischen Berührungen von einem Mann, die bei ihm mehrmals zum Orgasmus führten.

Die Ernüchterung kam nach zwei Tagen ausgiebiger Ausschweifungen. Zwei Tage, an denen Stefan Munz in einem Luxus-Bordell eine Endlos-Party feierte und sich am Ende nur noch bruchstückhaft erinnerte, was genau alles bei dieser Party abgelaufen war.

Sein schlechtes Gewissen meldete sich, als er merkte, dass er sich nicht so verhalten hatte, wie er es selbst von sich erwartete. Und so ließen Gewissensbisse ihn mitten in der Nacht ein Taxi rufen und nach Hause fahren. Nach einer heißen Dusche fiel er ins Bett und schlief auch sofort ein.

Als er dann frühmorgens in seine Firma kam, empfing ihn die Sekretärin mit sehr schlechter Laune.

Sein Bruder war in seiner Abwesenheit ebenfalls nicht in der Firma erschienen. Obwohl es ausgemacht war, dass Stefan sich frei nehmen würde und Markus die Stellung halten musste. Stefan war darüber sehr verärgert.

Vor allem, da sein Bruder sich weder bei ihm, noch bei seiner Sekretärin ab- oder krankgemeldet hatte. Was sehr untypisch für ihn war. Es entsprach nicht seiner diktatorischen Art, ohne einen schwerwiegenden Grund der Arbeit fernzubleiben. Dadurch eventuell zu versäumen, ihm und den Mitarbeitern seine Macht zu demonstrieren.

So war es auch nicht verwunderlich, dass Stefan Munz nicht unbedingt von Trauer überwältigt wurde. Mehrmals rief er seinen Bruder Zuhause an, doch nur der Anrufbeantworter meldete sich. Das gleiche auf dem Handy.

Nach und nach realisierte Stefan wie ungewöhnlich das Verschwinden seines Bruders war. Also fuhr er zu dessen Haus, wo er aber nur die Abwesenheit seines Bruders feststellte.

Markus war und blieb verschwunden. Mit ihm sein teures Fahrrad, mit dem er jeden Morgen zur Arbeit fuhr.

Nun doch etwas darüber irritiert, führte Stefans nächster Weg sofort zu der Hausbank, bei der die privaten und die firmeneigenen Konten geführt wurden, die er jetzt eingehend überprüfte. Die Vermutung lag nahe, dass sein Bruder sich ins Ausland abgesetzt und die Konten leergeräumt hatte.

Warum auch immer und wieso gerade jetzt?

Was er sich aber sehr gut vorstellen konnte, da er seinem Bruder fast alles zutraute.

Doch dem war nicht so!

Auch die Nachfrage bei seiner Mutter verlief ebenso ins Leere. Die schien sich nicht wirklich für das Verschwinden ihres ältesten Sohnes zu interessieren. Viel zu groß war die Kluft zwischen ihnen, nach der Scheidung. Auch die Alzheimer des Vaters hatte einen Teil dazu beige-tragen - es war kompliziert.

Bereits einen Tag nach dem unverhofften Überfall auf Markus Munz in den Weinbergen, trafen sich erneut die sechs Menschen, die den eigentlichen Mord an ihrem Chef geplant hatten.

Durch die Ereignisse, bei denen Drei der Mitarbeiter dem vermeintlichen Mord zusahen, war die Versammlung überstürzt und eilig einberufen worden.

Es sollte bewusst nicht untereinander telefoniert werden, da es viel zu gefährlich war. Nicht, dass die Gespräche irgendwann von der Polizei nachgewiesen wurden. Auch waren vorab Versammlungsorte ausgemacht, bei denen die Gruppe im Vorfeld Orte und Zeiten festgelegt hatten, wo sie sich in einem Notfall treffen würden.

Treffpunkt war diesmal ein verlassenes Weingut am Rande der Stadt, das einem Verwandten aus der Gruppe gehörte.

Das düstere Gebäude spiegelte die Empfindungen der Belegschaft und bildete ungewollt die passende Kulisse für ihre geheime Zusammenkunft.

Thema der Besprechung: die unerwartete Entwicklung bei dem Überfall auf Markus Munz.

Die schemenhaften Umrisse der Weinregale und die schwachen Lichtstrahlen, die durch schmale Fensterschlitze fielen, unterstrich die Anspannung und Unsicherheit der Gruppe.

Der alte Weinkeller strahlte eine bedrückende Atmosphäre aus, die sich wie ein schwerer Schleier über die sechs Verschwörer legte.

Erschwerend kam hinzu, dass die feuchte Luft von einem muffigen Geruch nach modrigem Holz und alten Weinfässern durchzogen war, die seit Jahren nicht mehr benutzt wurden.

Wortlos versammelten sich die sechs Anwesenden um einen massiven, rissigen Holztisch, auf dem noch immer alte Weinflecken zu sehen waren. Mehrere antike und heruntergekommene Stühle standen rund um den Tisch. Alle setzten sich.

»Also, noch einmal genau. Was habt ihr wirklich gesehen? Konntet ihr den Fahrer erkennen? Das Kennzeichen? Ist Markus nun tot? Müssen wir es der Polizei melden?«

Aufgeregt sprachen die Anwesenden durcheinander. Bei den sechs Personen handelte es sich um Mitarbeiter des Büros, der Verpackung oder aus dem Versand der Firma Munz.

Sandy Böhm, die bei dem Überfall mit zwei ihrer Kollegen live dabei gewesen war, saß neben Janin Langenfeld. Bei den ‚Mittätern‘ handelte es sich um Michael Thies, den Chef des Magazins und Kai Wester, dem Hausmeister und Helfer im Lagerhaus.

Ihr gegenüber saß Jörg Bassten ein junger Arbeiter im Warenlager. Sandy war ein wenig in ihn verknallt.

Neben Jörg Bassten saß Heidi Schäfer die Sekretärin und eigentliche Leiterin der Gruppe. Da sie im Vorzimmer der Bosse saß, hatte sie den größten Überblick über fast alle Machenschaften der beiden Chefs.

Gerade beugte sie sich zu Janin rüber, um sie zu fragen, was genau nun passiert war, doch schien Janin ihr nicht wirklich zuzuhören. Deshalb forderte sie jetzt, mit einem lauten Händeklatschen das Interesse aller.

»Hört ihr mir bitte zu!«, rief sie mit lauter Stimme. Und es funktionierte. Endlich hatte sie die gewünschte Aufmerksamkeit.

Sie wandte sich zuerst an Michael Thies, den sie als den Vernünftigsten hielt und auch am längsten kannte....



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