E-Book, Deutsch, Band 1877, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Hoffmann Perry Rhodan 1877: Das Trojanische Pferd
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1876-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Heliotischen Bollwerke"
E-Book, Deutsch, Band 1877, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-1876-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
HORST HOFFMANN Der ehemalige PERRY RHODAN-Redakteur wurde 1950 in Bergheim geboren, wo er heute auch lebt. Nach dem Abitur begann er zunächst ein Studium der Kunstgeschichte, dann der Volkswirtschaft. Das Studium brach er ab, da er Profiautor werden wollte. Seine erste Begegnung mit der SF hatte Horst Hoffmann mit Comics 'Nick der Weltraumfahrer' und im Kino. Er schloß sich SF-interessierten Leuten an, die eine eigene Zeitschrift publizierten. Dort veröffentlichte Hoffmann mehrere Kurzgeschichten, die jedoch im Gegensatz zu seinen Zeichnungen und Grafiken nicht so gut bei den Lesern ankamen. Horst Hoffmann kannte die SF-Serien PERRY RHODAN und ATLAN und kam der Aufforderung des damaligen Redakteurs Willi Voltz nach, Kurzgeschichten für die Leserkontaktseiten einzusenden, die dann auch veröffentlicht wurden. 1974 startete er sein eigenes Fanzine 'Watchtower', ein satirisches Fan-Magazin. Sein richtiger Durchbruch als Schriftsteller erfolgte 1976 mit seiner ersten Romanveröffentlichung in 'Gemini 5' 'Sie kamen von jenseits der Sterne'. Dieser Roman erschien unter dem Pseudonym Neil Kenwood, ebenso zwei weitere Romane, die der Autor über eine Agentur an den Kelter Verlag verkaufte. In diesem Jahr erhielt er die Chance, bei 'Terra Astra' mitzuschreiben. Nachdem Hoffmann sein erstes Manuskript umgeschrieben hatte, erschien der Titel 'Entscheidung auf Hades' innerhalb dieser Reihe. Weitere Romane folgten, dann kam für den SF- und Fantasy-Autor der Einstieg in die Serien ATLAN und 'Orion'. Vier Jahre später schrieb er dann bei der PERRY RHODAN-Serie mit. Nach dem Tod von Willi Voltz übernahm Horst Hoffmann in der Zeit von 1984 bis 1987 die PERRY RHODAN-Redaktion. Nach seinem berühmten Roman 'Die Macht der Elf' (1111) stieg er vorläufig als aktiver Autor aus der Heftserie aus. Horst Hoffmann kehrte aber wieder ins Autorenteam zurück und zählt seit vielen Jahren zu den Stammautoren der PERRY RHODAN-Heftromane.
Autoren/Hrsg.
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1.
30. September 1289 NGZ
Terrania
Das gleißende Licht erlosch so schnell wieder, wie es gekommen war. Bis vor einer Sekunde hatte sich Paola Daschmagan die Hände vor die Augen gepresst, doch dadurch konnte sie die Helligkeit nicht mindern. Das Licht hatte die Finger durchstrahlt wie alles andere auch, wie die festen Wände, die Mauern, die Dächer, selbst den Boden.
Die Erste Terranerin saß gerade mit einigen hochrangigen Politikern und den engsten Mitarbeitern ihrer Verwaltung zusammen; das Licht hatte jegliches Gespräch verstummen lassen. Jetzt schaute die Politikerin von der Hochterrasse des Konferenzgebäudes am Rand des HQ-Hanse hinaus auf die Parks, Straßen und Gebäudekomplexe. Alles breitete sich so vor ihrem Blick aus, als wäre es nie anders gewesen.
Das grelle, weiße Licht war verschwunden. Paola hatte noch Schatten vor den Augen wie jemand, der ungeschützt in die Sonne gesehen hatte. Aber es wurde schnell besser.
»Was … was war das?«, keuchte einer der hohen Verantwortlichen der Liga Freier Terraner. »Für einen fürchterlich langen Moment dachte ich, dass die Welt unterginge.«
»Sie dreht sich noch, Sven«, sagte die Erste Terranerin. »Sie …« Paola sprach nicht weiter.
Es war wie ein Blitz gewesen. Doch im Gegensatz zu normalen Blitzen erlosch er nicht, sondern blieb mit seiner Helligkeit über der Erde stehen. Wobei es »normale« Blitze ohnehin nicht mehr gab: Das Wetter wurde vom gigantischen Mondgehirn NATHAN geregelt, Gewitter wurden von NATHAN zugelassen und waren daher mit hundertprozentiger Treffsicherheit vorauszusagen.
»Das ist doch alles nicht wahr«, kam es von einer jungen Frau, die schräg hinter Daschmagan stand. »Das … muss ein ganzes Stadtviertel sein. Ein ganzes Viertel in Flammen!«
Paola schüttelte den Kopf.
»Nein«, sagte sie. »Nicht in Flammen, Flame.«
Unter anderen Umständen hätte sie geschmunzelt. Flammen – Flame. Flame Gorbends Vorname hatte schon viel Spott eingebracht, vor allem von Seiten ihrer männlichen Mitarbeiter.
»Es ist etwas anderes«, vermutete Paola. »Ich schätze, dass sich die Menschen dort drüben jetzt gerade genauso fühlen wie wir, bevor das Licht endlich wieder erlosch.«
»Aber das ist ein riesiges Gelände!«, meinte Flame Gorbend, eine der vier Stellvertreter, die an die Stelle des verstorbenen Bruno Drenderbaum getreten waren.
Paola Daschmagan nickte nachdenklich.
Es dauerte nur wenige Sekunden, dann war der Spuk wieder erloschen.
Dafür baute sich im Osten Terranias, weiter entfernt, eine Helligkeitsbarriere auf, um ebenfalls nach Sekunden wieder zu verschwinden.
»Mannomann!«, sagte Flame und schüttelte den Kopf so stark, dass ihre hellblau gefärbten, schulterlangen Haare flogen. Es war wie bei einem nassen Hund, der sich das Wasser vom Fell abschüttelte. »Ich müsste mich schon sehr verschätzen, wenn die erleuchteten Zonen nicht mindestens zwanzig Kilometer lang gewesen wären und mindestens so hoch wie die höchsten Bauwerke des betreffenden Viertels.«
Kaum hatte sie ausgesprochen, da wurde ein weiterer Teil Terranias in Helligkeit gehüllt. Wieder vergingen Sekunden. Danach konnte man genau sehen, wie das Licht von jenem Viertel ohne Zeitverlust zu einem benachbarten weitersprang.
Und so ging es noch einige Male, bis sich die Zonen in die weitere Ferne verlagerten. Aber Paola Daschmagan konnte sich nicht vorstellen, dass auch nur ein Gebäude der terranischen Metropole in der ehemaligen Wüste Gobi nicht von der Helligkeit erfasst worden wäre.
»Donny, ich brauche eine Direktverbindung zu NATHAN«, sagte sie laut und ging in den Konferenzraum zurück. »Die Versammlung ist für heute aufgelöst. Wir treffen uns morgen wieder, zur gewohnten Zeit. – Flame, das gilt nicht für dich.«
Die Blauhaarige blieb überrascht stehen, während die anderen gingen.
Als der letzte die Tür hinter sich zugezogen hatte, bedeutete Daschmagan der Kommandantin der ALICIA, sich zu ihr an den Konferenztisch zu setzen.
Vor jedem Stuhl gab es Konsolen und kleine Bildschirme. Jeder Besprechungsteilnehmer konnte von seinem Platz aus jederzeit Daten abrufen, ohne die anderen dadurch zu stören. In die Mitte über dem ovalen Tisch konnte ein Holo-Kubus projiziert werden, in dem holographische Sendungen jederzeit aufgebaut werden konnten.
»Wo bleibt die Verbindung, Donny?«, fragte Daschmagan ungewöhnlich gereizt ihren Syntron, von dem niemand außer ihr wusste, wie er zu diesem Namen gekommen war.
»Du denkst, was ich denke«, sagte Flame Gorbend zu ihr. »Dass das Heliotische Bollwerk für das alles verantwortlich ist. Es hat seinen Betrieb aufgenommen, ohne Vorwarnung. Ich wette, unsere Leute dort oben haben nichts davon gewusst. Vielleicht sind sie bis zu diesem Augenblick immer noch ahnungslos. Sonst hätten sie uns eine Warnung gefunkt.«
»Ich kann dir nicht widersprechen, Flame«, sagte die Erste Terranerin und wartete ungeduldig auf den Kontakt zu NATHAN.
Dass die gigantische Syntronik auf dem Mond so lange auf sich warten ließ, musste Gründe haben.
Paola Daschmagan war nicht sehr wohl bei diesem Gedanken.
*
»Unsere Leute dort oben …«
Dort oben – das bedeutete das Heliotische Bollwerk. Es war von dem bisher völlig unbekannten Volk der Nonggo im Solsystem errichtet worden. Genauer gesagt hatten die Nonggo es in der Umlaufbahn des neuen Planeten Trokan geparkt, der für den ins Arresum hinübergewechselten Mars gekommen war. Das Bollwerk war auf dieser Bahn rund fünfzehn Millionen Kilometer von der Welt der Herreach entfernt.
Die Nonggo hatten es gegen den Widerstand der Terraner im Sonnensystem zusammenmontiert und, wie es jetzt aussah, in Betrieb gesetzt. Zur Zeit hielten sich Cistolo Khan und weitere 49 »Gäste« an Bord auf – LFT-Wissenschaftler, TLD-Agenten und der Aktivatorträger Myles Kantor. Das Heliotische Bollwerk hatte im fertigen Zustand die Form einer gleichseitigen Wabe mit einer Seitenlänge von jeweils 3,5 Kilometern. Die Dicke der sich in hellem Grau mit einem Bronzeschimmer darstellenden Konstruktion betrug sechshundert Meter.
Cistolo Khan und seine Begleiter waren einer Einladung der Nonggo gefolgt, sich im Innern des Bollwerks nach Lust und Laune völlig ungestört umzusehen. Es bestand Funkkontakt zu ihnen, auch wenn dieser im Moment unterbrochen war; Paola Daschmagan wollte NATHANS Analysen abwarten. Der Funkkontakt sollte eine vertrauenschaffende Geste der Nonggo sei.
Bisher waren die Fremden lediglich in der Gestalt von Galtarrad und Zygonod persönlich aufgetreten, die anderen Nonggo sah man nur mit Hilfe der Ortungsgeräte. Die beiden hingegen hatten schon vor dem eigentlichen Transport mit ihrem Scoutschiff VHE THRANG Kontakt zu den Terranern aufgenommen. Galtarrad, der männliche, war in einen grünen, brokatartigen, ärmellosen und bis zu den Knien reichenden Umhang gekleidet; er sprach in erster Linie. Seine Partnerin war unbekleidet und sagte nur dann etwas, wenn es um technische oder analytische Dinge ging.
Allerdings – wenn das Licht tatsächlich vom Heliotischen Bollwerk stammte und die beiden Nonggo den LFT-Kommissar nicht vorher darüber informiert hatten, dann war das nicht gerade dazu geeignet, dieses Vertrauen weiter aufzubauen. Cistolo Khan hätte schließlich die terranische Bevölkerung informieren können. Jetzt bestand die Wahrscheinlichkeit, dass Panik ausbrach.
Paola Daschmagan war froh gewesen, das Parlament mit einer knappen Mehrheit der Stimmen hinter sich gebracht zu haben, um die Nonggo vorerst gewähren zu lassen.
Vorher hatten einige namhafte Politiker von ihr rücksichtslose Härte verlangt, die Zerstörung der beiden Trapeze, aus denen sich das Bollwerk über der blau strahlenden Quelle der Kraft zusammengesetzt hatte.
Cistolo Khan, der den Oberbefehl über die gesamten LFT-Streitkräfte besaß, hatte sich eines nicht gerade sehr intelligenten Tricks bedient, um ein mögliches Massaker unter den Fremden zu verhindern. Diese Sache war noch nicht ausgestanden.
Hielten die Nonggo das, was sie den Terranern mit ihrem »Geschenk« verhießen, dann war er der Gefeierte, der sich im kritischen Moment richtig verhalten hatte. Erwies sich das Ganze aber als eine Überrumpelung, eine Gefährdung des Systems, dann hatte er seinen Kopf hinzuhalten.
Dabei hatte Perry Rhodan gewarnt, als er für kurze Zeit aus dem Pilzdom auf Trokan kam und von seinen und Bulls Erlebnissen in der Galaxis Plantagoo berichtete. Er hatte die Ankunft dieses Heliotischen Bollwerks in Aussicht gestellt und zur Wachsamkeit aufgerufen – bevor er sich wieder auf die Brücke in die Unendlichkeit begab.
Rhodans Mitstreiter, die momentan noch in der Galaxis verbliebenen Zellaktivatorträger, hatten ihr Raumschiff GILGAMESCH geschickt, um eventuell Hilfe zu leisten. Man hatte sie jedoch angewiesen, an der Grenze des Solsystems zu warten.
Die Liga Freier Terraner wollte mit ihren Problemen endlich selbst fertig werden. Zudem war in letzter Zeit jene Fraktion innerhalb der Bevölkerung erstarkt, die eine Trennung von den Unsterblichen befürwortete.
»Komm schon, NATHAN!«, sagte Paola ungehalten.
Was konnten die Terraner gegen das Licht tun? Stellte es überhaupt eine Bedrohung dar? Und falls ja?
Noch immer operierten die rund siebentausend Einheiten der Kampf- und Wachflotte der LFT innerhalb der Grenzen des Solsystems, jederzeit feuerbereit. Aber die Erste Terranerin würde davon nicht Gebrauch machen können, solange sich Cistolo Khan und dessen Begleiter an Bord des Bollwerks aufhielten. Davon ganz abgesehen, war das Bollwerk seit seiner...




