Hoffmann | Mythor 152: Der Drachenclan | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 152, 64 Seiten

Reihe: Mythor

Hoffmann Mythor 152: Der Drachenclan

E-Book, Deutsch, Band 152, 64 Seiten

Reihe: Mythor

ISBN: 978-3-8453-9904-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Entscheidungsschlacht zwischen den Heeren des Lichts und der Finsternis wurde abgebrochen. Der Lichtbote griff ein und verhinderte den Sieg der Dunkelmächte, indem er durch sein Erscheinen Vangor ins absolute Chaos stürzte und die Kräfte beider Seiten zersplitterte. Viele starben bei den Katastrophen, die das Gesicht der Welt veränderten. Doch Mythor, der Sohn des Kometen, rettet sich hinüber in den Morgen einer neuen Zeit. Mythor hat einen wichtigen Auftrag zu erfüllen. Er soll Inseln des Lichts im herrschenden Chaos gründen und den Kampf gegen das Böse wieder aufnehmen. Als unser Held in der veränderten Welt zu sich kommt, ist er sich dieses Auftrags nicht mehr bewusst, denn man hat ihn seiner Erinnerung beraubt. Mehr noch: Mythor ist nur noch zum Teil der Mann, der er vor ALLUMEDDON war. Erst bei der überraschenden Begegnung in der Drachengruft wird Mythor dieses klar, und schließlich sorgt das Duell mit Mythors anderem Ich dafür, dass unser Held in seiner Ganzheit aus der schwarzen Lohe ersteht. Damit beginnt Mythor wieder in bekannter Manier zu handeln. Der erste Auftritt des Wiedergeborenen findet statt auf Burg Drachenfels. Dort lebt DER DRACHENCLAN ...
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Prolog
  Noch lagen die mächtigen Zinnen und Türme, die Mauern und Dächer der Burg im fahlen Nebel, der aus der Bucht heraufgezogen war und sich über das Felsmassiv wie eine graue Decke gelegt hatte. Nur hier und dort riss ein plötzlicher Wind ihn auf. Fern im Osten färbten die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne den Nebel blutrot. Und blutrot, dachte Cesaroch von Drachenfels, wird auch das Land sich färben, wenn Leuthor von Prankant seine Drohung wahrmacht. Das kantige Gesicht des Clanführers wurde noch um eine Spur bitterer. Er fror und schlug sich den weiten Kragen des Fellmantels um die Wangen, den er über der Lederbekleidung trug. Cesaroch stand hoch oben auf dem höchsten Turm von Burg Drachenfels, der wie alle anderen aus steilen Felsennadeln gehauen und mit fünfmal mannsdicken Mauern umschlossen worden war. Die ganze Anlage war in den einstmals von Drachen ausgehöhlten Fels gebaut. Den natürlichen Wällen und Vorsprüngen folgend, hatten Cesarochs Vorfahren die Höhlen zurechtgehauen und, falls notwendig, verstärkt. Sie hatten Kammern und Säle geschaffen und die verschiedenen Ebenen durch Steintreppen verbunden. Felsnadeln, Türme und aus Lehm und Bruchstein errichtete Gebäude bildeten die Eckpfeiler eines regelrechten Labyrinths aus Wehr-, Stütz- und Zwingermauern. Auf den Kamm einer der höchsten Erhebungen im Drachenfelsmassiv gesetzt, galt die Burg als uneinnehmbare Festung. Das wird sie sein müssen, dachte der einsame Mann auf dem Turm, der fast an die fünfzig Sommer und Winter gesehen hatte. Die breite Brust und die kräftigen Schultern hoben sich unter einem tiefen Atemzug. Noch war es ihm, als hörte er die Hufe der vielen Pferde auf der Straße, hörte er die wütenden Schreie, als Leuthor mit seinem Gefolge davonsprengte. Eine schmale Hand legte sich plötzlich von hinten auf seine Schulter. Der Clanführer drehte sich langsam um, die Finger am Griff seines Schwertes. »Kaithos«, sagte er leise. »Du bist es nur.« Der Hohepriester des Drachenkults verneigte sich leicht. So schmal wie seine Hände war auch sein Gesicht, von dessen Kinn ein unterarmlanger, schütterer Spitzbart bis auf die Brust reichte. Auf dem strähnigen, schmutziggrauen Haupthaar trug Kaithos einen Drachenkamm wie eine Krone. Die schwarze, bodenlange Kutte mit den rundherum rot eingestickten Drachenornamenten hing ihm so lose vom Körper, als sei sie für einen anderen geschneidert worden. Ohne die Schulter- und Gelenkpolsterungen zum Schutz vor den wilden Drachen wirkte der Hohepriester ungewohnt schmächtig und hager. »Wen hattest du erwartet, Cesaroch?«, fragte er, als sich des Clanführers Gestalt entspannte. »Niemanden. Manchmal kommt es mir vor, als seist du selbst ein Drache – oder eine Schlange, die sich lautlos heranschleicht.« Kaithos verneigte sich abermals und lächelte wie geschmeichelt. »Du sorgst dich um die Drohungen des Löwenführers, Cesaroch«, sagte er, als der Burgherr den Blick wieder gen Norden wandte, zur nebelverschleierten Bucht, hinter der vor ALLUMEDDON einmal Land gewesen war. Kaithos' Atem wurde zu feinen Wolken, die sich mit dem Nebel vereinten. Er schien sich in der Kälte wohl zu fühlen. In der fast vollkommenen Stille klang seine Stimme hell und schneidend, obwohl er nur leise sprach. »Der Herr von Prankant hat uns im Zorn verlassen, weil einem Namenlosen das gelang, was Idemung, der Vertreter des Löwenclans, nicht geschafft hat.« Ja, dachte Cesaroch. Dieser Mann, der ohne Recht in die Drachengruft eingedrungen war, hatte es vollbracht. Er hatte das Gläserne Schwert aus der Stirn des Riesendrachen Cormelangh herausgezogen und wieder hineingetrieben, als das Ungeheuer fürchterlich zu toben begann. Cesaroch war Zeuge dieser Tat gewesen, deren Kunde sich schon weit über das Drachenland hinaus verbreitete. Er hatte mit den anderen Beobachtern im Felskessel fliehen müssen, als die Schlucht unter der Wucht von Cormelanghs Toben zusammenstürzte. Vom weiteren Schicksal des Namenlosen wusste er nur soviel, wie ihm seine Herolde mitgeteilt hatten. Demnach befand sich der Fremde mit seinen beiden Begleitern und unter der Führung von Drachenbändigern jetzt auf dem Weg in die Burg. Mit ihrem Eintreffen war jeden Moment zu rechnen. Wenn Cesaroch jetzt nicht unten am Steintor war, um sie zu erwarten, so lag das daran, dass er selbst noch nicht wusste, was er mit ihnen anfangen wollte. Sie hatten Strafe verdient, doch insgeheim musste er sich zugeben, dass er den Fremden bewunderte. Mutige Krieger konnte der Clanführer immer gebrauchen – und jetzt mehr denn je. Er legte die Stirn in Falten, wohl wissend, dass Kaithos auf eine Antwort wartete. Die Burg war zum Fest vorbereitet gewesen, wie es immer stattfand, wenn sich ein Tapferer am Gläsernen Schwert versuchte. Leuthor von Prankant war mit seinem Gefolge dann auch erschienen, doch nicht, um den Pokal auf des Fremden Heldentat zu erheben. Er hatte getobt. Er sah es als eine Beleidigung für seinen Löwenclan an, dass ein Unberechtigter den Erfolg gehabt hatte, der dem unglücklichen Idemung versagt geblieben war. Er hatte geschrien, dass der Drachenclan mit dem Namenlosen im Bunde sei, und dass Cesaroch ein abgekartetes Spiel getrieben habe, um die Macht über das ganze Land zu erringen. Dann war er wutentbrannt aufgebrochen. Vorher jedoch hatte er angekündigt, dass er die anderen Clans auf seine Seite ziehen und mit ihrer Hilfe alle auslöschen wollte, die im Zeichen des Drachen lebten – es sei denn, Cesaroch ließe sich eine Wiedergutmachung einfallen. Cesaroch ballte die Fäuste. Nun waren vielleicht schon Kuriere von Clan zu Clan unterwegs, und gegen die vereinten Streitkräfte der Gegner musste der Drachenclan unterlegen sein. »Cesaroch?« »Ja, Kaithos?« »Du weißt, dass wir an der Schwelle des Krieges stehen. Leuthor von Prankant meinte, was er gesagt hat, und der Tag wird kommen, an dem die Heere der Clans vor unseren Mauern stehen. Sie werden die Drachennester zerstören und unsere Feste bezwingen. Sie werden ...« »Hör auf!«, fuhr Cesaroch ihn an. Kaithos dienerte und sagte mit gespielter Unterwürfigkeit: »Mit Verlaub, Clanführer, ich wüsste eine Möglichkeit, den Löwen zu besänftigen, ohne dass ein Tropfen unseres Blutes fließen muss.« »Und die wäre?« »Liefere den Namenlosen an den Löwenclan aus, Cesaroch, aber knüpfe eine Bedingung daran. Verlange, dass gleichzeitig ein Heer Drachenreiter auf Burg Prankant Quartier beziehen kann.« Das, dachte Cesaroch, käme einer Unterwerfung des Löwenclans gleich. Er dachte in anderen Bahnen als der Hohepriester. Vielleicht ließe sich Leuthors Zorn tatsächlich besänftigen, wenn er den Namenlosen in seine Hände bekäme. Vielleicht stimmte Leuthor auch den Drachenreitern zu, wenn man sie ihm geschickt als Schutzmacht verkaufte. Und er mochte glauben, die Drachenreiter in seine Gewalt zwingen zu können, um so zusätzliche Krieger zu gewinnen. Die Aussicht, Leuthor zu überlisten, reizte den Clanführer nicht wenig. Den Traum von der Herrschaft über die ganze Insel träumte er schon seit langem. Doch konnte er Kaithos' Ratschlag vertrauen? Er wusste um des Hohepriesters eigene Machtgelüste. »Ich werde es mir überlegen, Kaithos«, sagte er schwer. Der Hohepriester zog sich dienernd zurück. Der Nebel begann sich zu lichten. Im Osten wanderte der blutrote Ball der Sonne allmählich über die Gipfel, die sich in dem niederschlagenden Grau emporschoben. Doch die Kälte blieb. In seine finsteren Gedanken versunken, wandte der Clanführer sich ab. Zuerst glaubte er, dass Kaithos zurückgekehrt sei, als eine Gestalt sich hinter einer Zinne hervorschob. Dann erkannte er erleichtert Mu, seinen Ersten Drachenbändiger. »Verzeih, Cesaroch, dass ich alles mitangehört habe«, sagte der Mann, der ganz in Leder gekleidet war und darunter die Schulter- und Gelenkpolster, die Arm- und die Beinschienen trug, die ihm ein kantiges Aussehen verliehen. Seine Hände steckten in Stulpenhandschuhen, die Füße und Waden in Stulpenstiefeln. Mu war über sechs Fuß groß, muskulös und von schöner Gestalt, ein noch junger Bursche mit dem Gehabe eines Edlen. Er wirkte heroenhaft. Dies und seine leichtgeistige Art waren wohl auch der Grund dafür, dass Mu die Herzen der Burgjungfrauen und Dienerinnen im Sturm zuflogen. »Du hast gelauscht?«, fragte der Clanführer mit gespielter Strenge. »Ja, Herr, und ich glaube, dass der Hohepriester dir keinen guten Rat gegeben hat.« Mus Gesicht war wie meistens hinter einem Gitterhelm verborgen. »Leuthor wird nicht so dumm sein, die List mit den Drachenreitern nicht zu durchschauen. Wäre es nicht viel klüger, den Namenlosen in den Drachenclan aufzunehmen, auf dass er nachträglich mit der Würde eines Tapferen ausgestattet würde, der in die Drachengruft steigen darf?« Das, dachte Cesaroch, konnte Leuthor zwar nicht befriedigen, ihm aber vor den anderen Clans den Wind aus den Segeln nehmen. Als Berechtigtem konnte dem Fremden niemand grollen, das Gläserne Schwert aus Cormelangh herausgezogen zu haben. Cesaroch betrachtete Mu mit einer Mischung aus Wohlwollen und Argwohn. Es scheint, dachte er, ich habe meinen Ersten Drachenbändiger bislang immer noch unterschätzt. Cesaroch vertraute ihm, ganz im Gegensatz zu Kaithos. Mu ging ganz in seiner Arbeit auf, doch sein Einfluss auf die Drachen und seine Stellung gaben ihm auch Macht. Würde er eines Tages nicht in Versuchung kommen, sie zu missbrauchen? Er liebte die Drachen und beherrschte, wie auch Kaithos, ihre Sprache. Doch wenn Kaithos zu den Tieren sprach, so klang das wie ein Peitschen. Wenn Mu sich mit ihnen unterhielt, waren...


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