Hoffmann | Mütter sind auch nur Töchter | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 278 Seiten

Hoffmann Mütter sind auch nur Töchter


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-9345-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 278 Seiten

ISBN: 978-3-7568-9345-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mütter sind auch nur Töchter Dieses Buch ist eine Ode an alle Töchter und Mütter, ihre ganz persönlichen Geschichten und ihre Erfahrungen. Die eigene Lebensgeschichte schwarz auf weiß zu lesen, rührt manche Tochter zu Tränen, andere spüren das innere Bedürfnis, endlich Frieden mit ihrer Tochter-Mutter-Beziehung zu schließen. Und dann gibt es jene Töchter, die voller Liebe und Freude auf ihre Mütter blicken. Was alle Frauen jedoch verbindet, sind ihre wahren Erlebnisse und ihre Erinnerungen an die Kindheit, die sie bis heute prägen und begleiten.

Heike Hoffmann, geboren in Halle/Saale, lebt und arbeitet in ihrer Heimatstadt. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. An der Martin-Luther-Universität studierte sie Englisch und Russisch. Später erfolgte ein weiteres Studium der Psychologie. Heute arbeitet sie als Gymnasiallehrerin und erfreut sich immer wieder an der Lehrarbeit mit den jungen Menschen. Im Jahr 2014 besann sie sich ihrer Liebe zur Literatur und setzte sich speziell mit dem Genre der Lyrik auseinander. Zwei Jahre später veröffentlichte sie ihren ersten Lyrikband Die Seelenmuse, welcher eine positive Resonanz erlebte. 2018 und 2020 folgten zwei weitere Bände: Die Seelenlyra und Die Seelenvenus. So war die lyrische Trilogie vollendet, was keineswegs bedeutet, dass damit ihre Liebe zum Schreiben abgeschlossen ist. Im Gegenteil. Die passionierte Autorin widmete sich einem ganz anderen Thema. Durch Gespräche mit Frauen und ihren Bezug zu deren Müttern entstand die Idee, ein Buch über die Beziehungen zwischen Tochter und Mutter zu schreiben. So trat sie mit Frauen verschiedener Jahrgänge in Kontakt und schrieb ihre Lebensgeschichten auf. Das war eine sehr spannende und emotionale Aufgabe zugleich, denn jede einzelne Episode berührte sie sehr. Mit diesem Buch möchte die Autorin den Lesern Mut machen, sich mit der eigenen Historie auseinanderzusetzen, um einerseits das Schöne an bestehenden Beziehungen zu realisieren und anderseits mit schwierigen Situationen Frieden zu schließen. In ihrer Freizeit liest Heike Hoffmann viel und gern. Wenn sie nicht schreibt, geht sie auf Reisen. Sie konnte schon viele Länder auf der Welt besuchen und deren Kulturen und Traditionen kennenlernen. Sie ist und bleibt neugierig auf das Leben und voller Hoffnung, noch viele interessante Erfahrungen machen zu dürfen.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Charlotte Vertrauen ist die Beziehung zweier Menschen, deren Takt auf
gleicher Höhe schwingt, selbst wenn gar schräge Zwischentöne erklingen. Mein Name ist Charlotte, ich bin 74 Jahre alt und ich würde meine Mutter wie folgt beschreiben: Sie ist, nein, sie war eine gesellige, humorvolle, unternehmungslustige, temperamentvolle und unkomplizierte Frau. Sie war stets gepflegt und attraktiv. Ich erinnere mich, dass sie sehr streng in ihrer Erziehung war, manchmal ist ihr sogar die Hand ausgerutscht. Dennoch denke ich nicht im Zorn an sie zurück. Ich habe meine Mutter sehr geliebt, doch leider war uns nur eine kurze, gemeinsame Zeit vergönnt. Sie starb, als ich gerade einmal 28 Jahre alt war. Ich war noch sehr jung, vielleicht drei Jahre, als meine Tante und mein Onkel meine Oma mütterlicherseits wie in einer geheimen Mission an einem späten Abend zu uns brachten. Draußen war es schon dunkel und sie kamen aus einer anderen Stadt zu uns. Wir wohnten in einem Mehrfamilienhaus in einer Kleinstadt. Bis heute erinnere ich mich an dieses Ereignis auf eine besonders dramatische Weise. Oma war linksseitig gelähmt und somit nicht in der Lage, sich allein fortzubewegen. So musste sie über die steile und lange Treppe im Haus nach oben getragen werden. Sie lebte fortan in unserer Familie und ich habe ihr Bild noch genau vor Augen, wie sie tagsüber in ihrem Sessel saß, der mit Kissen ausgepolstert war. Ab und zu zog sie sich mühsam an dem großen Wohnzimmertisch hoch, stützte sich darauf ab und drehte einige Runden durch die Wohnung. Ich realisierte, wie schlecht es ihr ging, und war froh, dass Oma bei uns wohnte, denn so waren wir beide nie allein. Gemeinsam mit meiner zehn Jahre älteren Schwester kümmerte ich mich oft um sie und ging unserer Mutter zur Hand. Je älter ich wurde, je mehr Aufgaben konnte ich übernehmen. So half ich meiner Großmutter hin und wieder beim Anziehen, wusch sie oder steckte ihren von mir geflochtenen Zopf zu einem Dutt. Manchmal schmierte ich ihre Brote, schnitt für sie kleine Häppchen und half ihr beim gemeinsamen Abendbrot. Mein Vater hatte ein Zimmerklo aus Holz gebaut, welches mit einem Nachttopf ausgestattet war. Dieser musste natürlich nach jeder Benutzung gesäubert werden. Ich übernahm auch diese Aufgabe, doch manchmal fürchtete ich mich in der dunklen Jahreszeit über den unbeleuchteten Hof in das Bretterhäuschen zu gehen. Bei der Körperpflege waren wir unserer Oma ebenfalls behilflich, denn allein hätte sie das nicht geschafft. An manchen Tagen leistete ich ihr einfach nur Gesellschaft. Da sie später bettlägerig wurde und ihr Zustand sich weiterhin verschlechterte, musste sie gewindelt werden. Obwohl ich erst circa zwölf Jahre alt war, kümmerte ich mich auch darum. Die Pflege der Großmutter verlangte besonders von meiner Mutter sehr viel Geduld und Anstrengung. Dennoch schien sie mir stets besonnen, an angespannte Situationen kann ich mich nicht erinnern. Sie war sehr gewissenhaft und tat alles, um ihre eigene Mutter, so gut es ging, zu versorgen. Sie erfüllte ihre Aufgaben mit viel Opferbereitschaft und großer Kraftanspannung. Oft war sie sehr erschöpft, was sich später auch auf ihre Gesundheit auswirkte. Ich besinne mich, dass ich nach einem Pioniernachmittag zu meiner Freundin auf den Bauernhof lief, um dort zu spielen. Noch immer trug ich meine Pionierbluse. Beim Spielen stürzte ich vom Pferdewagen, das Blut tropfte von meinem Hinterkopf auf die weiße Bluse. Die anderen Kinder liefen mit mir gemeinsam völlig erschrocken zu meiner Oma. Zum Glück war sie immer daheim. Da sich Oma nicht ohne Hilfe allein bewegen konnte, brachte ich ihr eine Schüssel mit Wasser und einen Lappen. Sie wusch die Wunde aus und sagte dann, ich könne weiterspielen. Als Mutter nach Hause kam und das angetrocknete Blut sah, war sie sehr besorgt. Wir fuhren ins Krankenhaus und die Wunde wurde genäht. Bis heute habe ich eine kahle Stelle und eine Narbe am Kopf. Als Kind genoss ich es sehr, dass immer jemand zu Hause war. Meine Mutter war nicht berufstätig. Ihr Tag war neben der Krankenpflege mit ausreichend häuslicher Arbeit ausgefüllt. Wir hatten einen Garten, in dem Obst und Gemüse angebaut wurden. Mit der Ernte begann das Einkochen der Früchte und es entstand ein guter Vorrat für den Winter. Da Großmutter für uns Kinder immer zur Verfügung stand, spielte ich als Neunjährige mit ihr gern Karten oder wir erfreuten uns an Brettspielen wie Mensch ärgere dich nicht, Halma, Dame und Mühle. Sie las mir gern Geschichten vor oder wir dachten uns eigene aus, was uns immer besonders viel Freude bereitete. Sie sprach mit Vorliebe von früher und ich hörte ihren Worten voller Spannung zu. Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich bei ihr verkroch, wenn es draußen stürmte, blitzte und donnerte. Großmutter, meine ältere Schwester und ich schliefen gemeinsam in einem Zimmer. Oft erzählte ich noch viel am Abend, weil ich eine kleine Quasselstrippe war. Meine Oma wollte mich aber irgendwann zur Ruhe bringen und oft sagte sie zu mir: „Dreh dich auf die linke Seite, wer zuerst eingeschlafen ist, der pfeift.“ Manchmal halfen Omas Worte tatsächlich. Noch heute muss ich darüber schmunzeln. Als sich der Gesundheitszustand meiner Großmutter zusehends verschlechterte, war es uns nicht möglich, sie weiterhin zu Hause zu versorgen. Zehn Jahre lang hatte sie bei uns gewohnt und nun musste sie die letzten Monate in einem Pflegeheim verbringen. Als Oma abgeholt wurde, bin ich heulend auf dem Fahrrad hinter dem Krankenwagen hergefahren. Trotz dieser schweren und komplizierten Zeiten fiel bei uns zu Hause nie ein böses Wort. Es herrschte immer ein respektvoller Umgangston untereinander, auch im Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter. Freche Beschimpfungen und ordinäre Ausdrücke habe ich nie gehört. Nachdem Oma von uns gegangen war, begann für meine Mutter als auch für mich ein neuer Lebensabschnitt. Meine Schwester war inzwischen erwachsen, und Mutter hatte nun mehr Zeit, sich mir zu widmen und sich mit mir intensiver zu beschäftigen. Im Sommer fuhren wir beide gern mit dem Fahrrad zum Schwimmbad. Dort hatten wir mit einigen anderen Müttern und Kindern einen Stammplatz, wo wir uns trafen. Manchmal schwamm meine Mutter mit mir um die Wette und oft bewunderte sie meinen Kopfsprung vom Dreimeterbrett. Wenn meine Mutter einmal nicht mit in die Badeanstalt kommen konnte, wurde sie von den anderen Frauen sehr vermisst. Sie war, wie bereits erwähnt, beliebt und immer gern gesehen. Am Abend nach dem Essen spielten wir manchmal Federball oder wir gingen hinunter an den Fluss, um dort zu baden. Die Jeetze floss nicht weit von unserem Haus. Natürlich musste ich auch in die Schule gehen. Es war für mich jedoch keine Belastung oder Anstrengung, Mutter musste mir nie helfen. Ich lernte gut und schnell, sodass ich immer recht zügig mit der Erledigung meiner Aufgaben vorankam. Sehr oft beeilte ich mich ganz bewusst, weil ich wusste, dass wir dann gemeinsam schöne Dinge unternehmen. Dazu gehörte auch Hausmusik. Wir waren eine sehr musikalische Familie; wir sangen oft zusammen und viele verschiedene Instrumente begleiteten unsere kleinen Konzerte. Ich hatte eine eigene Ziehharmonika, die ich von einem Freund meiner Schwester geschenkt bekommen hatte. Meine Mutter, meine Schwester und ich lernten autodidaktisch darauf zu spielen. Außerdem konnten beide auf der Mandoline musizieren. Mein Vater beherrschte die Klarinette und die Geige auf wundervolle Art. Er besaß noch eine Querflöte und ein Horn aus dem Spielmannszug. Auf dem Horn zu blasen, war nicht einfach, dennoch gelang es mir, zwei Signale aus ihm hervorzulocken. Die Mundharmonika war ein weiteres Instrument, auf dem wir fast alle Lieder zum Klingen brachten. Ich habe diese Momente des Beisammenseins sehr geliebt. Meine Eltern ermöglichten mir sogar, eine Musikschule zu besuchen. Dort lernte ich, auf der Blockflöte und auf der Gitarre zu spielen. Allerdings konnte mich die Gitarre nicht sonderlich begeistern. Meine Mutter war eine vielseitig talentierte Frau und in jeder Hinsicht ein großes Vorbild für mich – bewusst oder unbewusst, das vermag ich nicht einzuschätzen. All ihr Engagement hat mich immer wieder beeindruckt. Sie interessierte sich für schöne Kleider und ließ für sich und uns Kinder gute Garderobe schneidern. Auch wenn es Konfektionen von der Stange gab, so hatte Mutter doch immer ganz eigene Ideen. Selbstgeschneidertes war eben etwas Besonderes und Individuelles zugleich. Sie hatte große Freude daran, mich mit Geschenken zu überraschen. Ich konnte mich immer so herzlich freuen, was ihr wiederum gefiel. Mutter liebte Gesellschaften und lud hin und wieder Nachbarn und Freunde zu uns ein. Bei Unterhaltungen war sie sehr schlagfertig und humorvoll. Ich glaube, gerade das machte sie so liebenswert. Manchmal kamen Cousins und Cousinen aus den umliegenden Dörfern zu Besuch. Sie gingen in der Stadt zur Berufsschule und übernachteten des Öfteren bei uns. Das Abendessen fand an einem...



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