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Hoffmann | Jäger der Gerechtigkeit | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 162 Seiten

Hoffmann Jäger der Gerechtigkeit

Thriller
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-5539-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller

E-Book, Deutsch, 162 Seiten

ISBN: 978-3-6957-5539-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nach dem tödlichen Autounfall ihrer Eltern lernt Mia den 2 Jahre älteren Peter im Waisenhaus "Zone11" kennen. Bald darauf trainieren sie zusammen, denn Peter will US-Soldat werden. Vier Jahre später sind beide als US-Soldaten in Syrien im Einsatz. Nach einem plötzlichen Überfall finden sie sich in einem feindlichen Lager mit anderen Gefangenen wieder, die Uranstäbe mit bloßen Händen transportieren müssen. Nachdem sie mit Hilfe einer Mitgefangenen Leyla aus dem Lager entkommen können, wollen sie auch andere Menschen von dort befreien. Doch ihr eigentlicher Auftrag lautet den alawitischen Rädelsführer Aram Haled in Quneitra aufzuspüren. Es beginnt eine Jagd als Undercover-Agenten, doch wer wird von wem verfolgt?

Nachdem Eva Maria Hoffmann zunächst Bücher illustrierte, schrieb sie bislang 13 Bücher in verschiedenen Genres als Autorin auch unter ihrem Pseudonym. Sie hat 5 erwachsene Kinder und lebt und arbeitet in Deutschland.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


II. Teil: Gemeinsam an der Front


1. Syrien, 1950, vier Jahre später.


„Du hast dich verändert“, stellte Peter fest, als sie sich wiedersahen – diesmal beide in Armee - Uniform. „Du bist nicht mehr das schüchterne Mädchen aus der Zone 11 von damals. Du bist selbstbewußt und gut durchtrainiert!“

„Du bist immer noch zu nett und machst kleine Komplimente“, entgegnete Mia grinsend. „Vielleicht sollten wir das ändern.“

Ihr erster gemeinsamer Einsatz führte Mia und Peter in ein zerrissenes Land – nach Syrien. Die Luft roch nach Staub, Angst und Verzweiflung. Das ausgedörrte Land, die schroffen Felsen und der allgegenwärtige Sand, auf dem nur sehr spärlich etwas dünnes Gras wuchs, wurde wegen kriegerischer Handlungen nicht bestellt. Die Sonne brannte erbarmungslos, das Dröhnen der Panzer überlagerte jeden Gedanken.

„Deckung!“, brüllte jemand, als aus einem zerbombten Haus ein Schuss fiel.

Mia duckte sich blitzschnell hinter eine Mauer, zitternd, das geladene Gewehr fest umklammert. Peter beugte sich zu Mia. „Du schaffst das! Halt durch!“ Peter machte Mia immer wieder Mut, obwohl die Situation sehr heikel war.

Seit 1948 befand sich Syrien im Ausnahmezustand. Es herrschte Krieg mit Israel und die Baati-Partei hatte gewaltsam die Macht an sich gerissen. Die kleine, unorthodoxe Religionsgemeinschaft der muslimischen Alawiten repräsentierte sich in sämtlichen Führungspositionen beim Staat, beim Militär und in der Wirtschaft. Die militärische Situation der US-Einsatzkräfte war sehr gefährlich, weil sie zwischen den gewaltsam agierenden Milizen und den Rebellen im Kreuzfeuer standen.

Immer wieder gab es in vereinsamten Dörfern, verlassenen Gehöften und zerbombten Städten unvorhersehbare Schusswechsel, die sehr gefährlich waren. Oft hatten sich noch ein paar Rebellen hinter Fassaden verschanzt und erst wenn sich unvorhersehbar jemand näherte, befeuerten sie die ankommenden Personen, die Verletzte bergen wollten oder für Recht und Ordnung in einem Krisengebiet sorgen wollten.

2. Feuer in der Dämmerung


Der Abend senkte sich über das Tal wie ein schwerer Vorhang. Der Himmel war glutrot, als würde das Firmament selbst in Flammen stehen. Die gesamte Einheit hatte gerade ein notdürftiges Lager in den Ruinen eines zerbombten Schulhauses bezogen. Die Fenster waren zerborsten, Wände notdürftig mit Planen verhängt. Staub lag auf allem – fein, grau, wie Asche nach einem Feuer, das nie gelöscht worden war.

Peter saß neben Mia auf einer umgestürzten Schulbank, die Waffe über den Knien, sein Blick angespannt.

„Hörst du das?“ flüsterte er und hob den Kopf. Mia lauschte. Erst war da nur das leise Zischen des Windes. Dann – ein Klirren. Ein leises Knacken. Schritte auf Schutt.

„Positionen!“ rief ihr Truppführer leise, aber scharf. Wie ein einziger Körper fuhren die beiden hoch, schulterten ihre Gewehre. Mias Finger krampften sich um den Griff des Abzugs. Sie spürte, wie ihr Herz bis in ihre Kehle schlug.

Dann brach die Hölle los.

Ein ohrenzerreißender Knall – ein Schuss! Dann zwei, drei, zehn. Zischende Kugeln peitschten durch die Nacht. Die Mauer hinter Mia zerplatzte in einer Wolke aus Staub und Beton.

„Deckung!“ brüllte Peter und riss Mia ruckartig zu Boden.

Mia rollte sich hinter ein zerschmettertes Pult, atmete stoßweise, suchte mit zitternden Fingern nach ihrem Magazin. Sie spürte Peters Hand auf ihrer Schulter – fest, beruhigend.

„Konzentrier dich, Mia. Nur auf das „Hier und Jetzt“.

Auf mich.“

Ein kurzer Schatten bewegte sich zwischen den Ruinen gegenüber – schnell, geduckt. Mia riss ihr Gewehr hoch, zielte, drückte ab. Der Rückstoß fuhr ihr durch den Körper wie ein elektrischer Schlag. Sie hatte getroffen – vielleicht. Sie wusste es nicht. Sie wollte es nicht wissen.

„Links flankieren! Zwei Mann! Mia, mit mir!“ rief der Truppenführer.

Sie sprang auf, das Gewehr im Anschlag, folgte Peter durch ein Loch in der Mauer. Sie hasteten durch die Trümmer, barfuß auf zerbrochenem Glas und zerschmetterten Dachziegeln, Adrenalin im Blut wie Feuer.

Dann – direkt vor ihnen – ein Rebell, mit dunklem Tuch vorm Gesicht, das Gewehr erhoben. Alles in ihr schrie. Sie riss blitzartig die Waffe hoch – doch Peter war schneller. Ein tötlicher Schuss. Der Rebell sackte lautlos zusammen.

Für einen Moment war es still. Nur Mias Atem war spürbar, das Rattern ihres Herzens leicht hörbar. Das Flackern der letzten Sonnenstrahlen über den zerstörten Häusern versetzte die Stadt in melancholische Stimmung.

Dann begann in der Ferne der Rückzug der Rebellen. Hastige Schritte, keuchende Männer, Flüche in fremder Sprache, diverse Motorengeräusche waren zu vernehmen. Sie flohen in die andere Richtung scharenweise.

Ihre Einheit, auch Mia, Peter und der Truppenführer blieben zurück, verschwitzt, blutverschmiert, aber lebendig.

Mia sank erleichtert neben Peter auf die Knie. Er atmete schwer, legte den Arm beruhigend um sie.

„Du warst gut“, flüsterte er. „Verdammt gut.“

Sie schloss die Augen für einen kleinen Augenblick. Für einen Moment war sie wieder ein Kind in Zone 11. Aber jetzt war sie eine geschulte Soldatin und sie hatte überlebt, was das Wichtigste war.

3. Die kleine Hoffnung


Der Pulverdampf hing noch schwer in der Luft, als Mia vorsichtig über den Trümmerhaufen kletterte, der einst ein Klassenzimmer gewesen sein musste. Eine zerfetzte Tafel lehnte schief an der Wand, Schulbücher lagen zwischen zerborstenen Ziegeln, zerrissen, verbrannt.

Mia wollte gerade umkehren, als sie ein leises

Geräusch hörte.

Ein zaghaftes Wimmern. Kaum mehr als ein Flüstern. Aber es war da.

Plötzlich erstarrte sie.

„Peter!“ rief sie leise über die Schulter. „Da ist

jemand!“

Er kam sofort herüber, sicherte die Umgebung mit erhobener Waffe. Sie kniete sich nieder, schob vorsichtig eine zerschmetterte Schranktür zur Seite. Da sah sie es – ein kleines, unschuldiges Kind. Nicht älter als fünf, sechs Jahre vielleicht. Blut im Gesicht, ein tiefer Kratzer an der Stirn, die Augen weit aufgerissen vor Angst.

„Hey… hey, ich tu dir nichts“, sagte sie sanft auf Arabisch. „Ana sahiba – ich bin eine Freundin.“

Das verängstigte Mädchen zitterte, klammerte sich an ein schmutziges Stofftier, das kaum noch als solches zu erkennen war.

Sie ließ ihr Gewehr langsam zur Seite sinken, nahm den Helm ab, um weniger furchteinflößend zu wirken, und ging auf die Knie. Dann streckte sie langsam die Hand aus.

„Wie heißt du?“

Keine Antwort. Nur das leise Wimmern.

„Mein Name ist Mia. Du bist jetzt in Sicherheit.“

Zögernd, mit großen, tränenden Augen, streckte die Kleine ihre zarte Hand aus – und legte sie in die von Mia. Ein kleiner, zarter Griff und damit war alles gesagt.

Peter trat hinter die knieende Mia, die die kleine Hand des Mädchens immer noch beruhigend festhielt. „Wir müssen sie zum Roten Kreuz bringen. Schnell, bevor hier noch mehr Schüsse fallen.“

Sie nickte verständnisvoll. Vorsichtig hob sie das Mädchen auf den Arm. Dieses war federleicht – und fühlte sich doch schwerer an als jede Waffe, die ich je getragen hatte. So viel Leid in so einem kleinen, geschundenen Körper.

Zu dritt rannten sie durch die zerbombten Straßen, zwischen rauchenden Autos und eingestürzten Fassaden hindurch, bis sie schließlich das provisorische Lager des Roten Kreuzes erreichten – ein paar weiße Zelte, beschützt von UN-Soldaten. Als die Helfer sie sahen, kam sofort eine junge Frau in einer weißen Schürze mit einer Trage gerannt.

„Was haben wir hier?“

„Ein Mädchen. Vermutlich verschüttet. Verletzungen am Kopf, wahrscheinlich dehydriert und völlig verängstigt.“

Die Helferin nickte, nahm sie Mia vorsichtig ab. Mia zögerte. Dann streichelte sie dem Mädchen noch einmal über das zerzauste Haar.

„Du bist sicher jetzt, hörst du? Alles wird gut.“

Die Kleine sagte nichts. Aber ihre schmalen Finger hielten sich einen Moment lang an Mias Uniform fest – ganz fest, als wollte sie diese nie wieder loslassen.

4. Flammen und Schatten


Die Nacht war ungewöhnlich still. Nur das Knistern des Lagerfeuers und das leise Zirpen der Grillen durchbrachen die Dunkelheit. Mia saß auf einem Holzklotz, die Hände um ihre Metalltasse gelegt, aus der noch dünner Pfefferminztee dampfte. Der Himmel über ihnen war wolkenlos – sternenklar, unheimlich schön inmitten all des Chaos.

Peter setzte sich neben sie, ein wenig erschöpft, aber wachsam wie immer.

„Du bist still heute“,...



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