E-Book, Deutsch, 476 Seiten
Hirsch No Pulp in the Fiction 2
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-1864-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Von "Death Proof" bis "Once Upon a Time...in Hollywood"
E-Book, Deutsch, 476 Seiten
ISBN: 978-3-7557-1864-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Q.T. - Quentin Tarantino: Gefeierter Kultregisseur, Oscar-prämierter Drehbuchautor, einflussreicher Filmemacher mit ungewöhnlich hohem Bekanntheitsgrad, der sogar mit dem von Schauspielstars konkurrieren kann. Im vorliegenden Buch, der Fortsetzung von "No Pulp in the Fiction", setzt sich der Autor Markus Hirsch mit den zwischen 2007 und 2019 entstandenen Werken des Regisseurs auseinander, also mit "Death Proof - Todsicher", "Inglourious Basterds", "Django Unchained", "The Hateful Eight" und "Once Upon a Time... in Hollywood", und stellt dabei abermals, mithilfe zahlreicher Drehbuch-Ausschnitte, vor allem den Autor Tarantino in den Mittelpunkt, dessen Drehbücher nicht nur eine Art Masterclass in Dialog, Struktur & Rhythmus darstellen, sondern, aufgrund der psychologisch plausiblen Charakterzeichnung der Figuren, vor allem auch ein ganz bestimmtes Merkmal Tarantino'scher Filmkunst deutlich hervortreten lassen: There is No Pulp in the Fiction at all!
Markus Hirsch, geb. 1977, Studium der Germanistik, beschäftigt sich seit Jugendtagen mit Filmen und TV-Serien, besitzt eine Sammlung von mehreren Tausend DVDs & Blu-ray-Discs, lebt mit seiner Frau in Graz
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Inglourious Basterds (2009)
(153 Min.; dt. Verleihtitel:
Inglourious Basterds)
„Du wirst nie erwachsen werden. […] Emotional, sexuell und auch intellektuell“
„Aber sonst fehlt mir doch nichts“
&
„Bring’s zu Ende!“
„Keine Kugeln mehr. Und außerdem hab ich noch was Besseres zu tun“ (Zitat 1: Originalfassung: NANCY: „You’re immature […]. Emotionally, sexually and intellectually“ / FIELDING MELLISH: „Yeah, but what other ways?“ - Dialog zwischen „Nancy“ Louise Lasser & „Fielding Mellish“ Woody Allen in Woody Allen’s Komödie Bananas von 1971 - nach der „Erstansicht“ von INGLOURIOUS BASTERDS seinerzeit im Kino hatte ich das Gefühl, dass QUENTIN TARANTINO mit dem Film, nachdem er in jüngeren Jahren schon mal mit JACKIE BROWN ein verblüffend „erwachsenes“ Werk abgeliefert hatte, eine Art „Entwicklungsrückschritt“ gemacht hat oder eben als Filmemacher in eine Art „regressive Phase“ gestürzt ist, die auch nach dem „relativen Flop“ von DEATH PROOF – TODSICHER jetzt nicht wirklich absehbar war; // Zitat 2: Originalfassung: BLOFELD: „Finish it“ / JAMES BOND 007: „Out of bullets. And besides. I`ve got something better to do“ - Dialog zwischen „Ernst Stavro Blofeld“ Christoph Waltz & „James Bond 007“ Daniel Craig in Sam Mendes‘ James Bond-Epos Spectre von 2015; auch in seiner zweiten großen Schurkenrolle, nach jener des „COL. LANDA“ in INGLOURIOUS BASTERDS, kam der Schauspieler am (Film-)Ende dann mit dem Leben davon; im Fall von Spectre bestand der Grund darin, dass es James Bond auf der Brücke, auf der der verletzte Blofeld vor ihm auf dem Boden liegt, eher zu seiner Freundin „Madeleine Swann“ zieht, welche bekanntlich von Léa Seydoux verkörpert wird, die ihrerseits wiederum 2009 in INGLOURIOUS BASTERDS noch in der Rolle von „Charlotte LaPadite“ zu sehen war, eine der Töchter jenes Farmers, dem der „Nazi officer HANS LANDA“ zu Beginn von Tarantino’s Kriegsfilm einen Besuch abstattet) „Er hat die Geschichte nicht verändert und er behauptet auch nicht, es getan zu haben. Im Gegenteil, er tut genau das, worum es beim Storytelling geht: `Was wäre wenn...`“ (Christoph Waltz in der Doku „Tarantino – The Bloody Genius“ über den diskussionswürdigen / umstrittenen „What if…“-Aspekt von INGLOURIOUS BASTERDS, da darin das Attentat auf Adolf Hitler am Ende ja gelingt) COL. LANDA
[…] two strudels, one for myself and one for the Mademoiselle. A cup of espresso, with a container of steamed milk on the side. For the Mademoiselle, a glass of milk. (aus: INGLOURIOUS BASTERDS; Bestellung von „Hans Landa“ Christoph Waltz im Pariser Café „Maxim’s“ in Gegenwart von „Shosanna Dreyfus“ / „Emmanuelle Mimieux“ Mélanie Laurent; Text gemäß QT-Skript - im Film wird die Bestellung, die während des „erneuten Aufeinandertreffens“ zwischen dem SS-Kolonel & der Jüdin „SHOSANNA DREYFUS“ getätigt wird, auf Französisch gesprochen) LT. ALDO
Jetzt nimmst du deinen Wiener Schnitzel-Finger und zeigst mir auf der hübschen Karte, was ich wissen will. (aus: INGLOURIOUS BASTERDS; „Now take your Wiener-Schnitzel-lickin` finger and point out on this map what I want to know“ [Skript-Version] – „Ober-`Basterd`-Lieutenant Aldo Raine“ Brad Pitt will von „Sergeant Werner Rachtman“ Richard Sammel Informationen über, wie’s im Drehbuch heißt und so wie „LT. ALDO“ sagt, „another kraut patrol fuckin‘ around here somewhere“) Während ich also mit Tarantino’s „Fest für Fußfetischisten“, denn auch das war und ist DEATH PROOF – TODSICHER, noch relativ vorbehaltlos etwas anfangen konnte, so hatte ich, wie bereits angedeutet, mit QT’s „war film“ INGLOURIOUS BASTERDS anfangs tatsächlich so meine Schwierigkeiten, denn: jahrelang hinterließ das Werk eher ein „Das hat mit Meisterwerken wie RESERVOIR DOGS, PULP FICTION & JACKIE BROWN nichts mehr zu tun“-Gefühl bei mir - und auch so etwas wie ein, wie ich’s selbst gerne bezeichne, „George Michael-`Freedom! `90`-Effekt“ wollte sich bei INGLOURIOUS BASTERDS im Laufe der Zeit nicht so recht einstellen, soll heißen: dass man von einem Kunstwerk (im Falle von „Freedom! `90“ eben von einem Song) zunächst recht wenig begeistert ist und es dann, irgendwann, im Nachhinein als „true masterpiece“ empfindet und plötzlich sogar zu den „personal favorites“ innerhalb einer bestimmten Kunstkategorie zählt. Nun, heutzutage mag ich QT’s schräg-brachialen „Men on a Mission“-Film mit dem kühnen „Was wäre wenn…“-Ende, von dem Christoph Waltz in dem oben angeführten Zitat spricht, zumindest weitaus mehr als 2009, denn Tarantino’s „twisted genius“ ist sicherlich auch in diesem Werk spürbar, und das „Eröffnungs-Kapitel“, also das „CHAPTER ONE“, „ONCE UPON A TIME IN…NAZI-OCCUPIED FRANCE“, gehört, so wie auch Tarantino selbst immer wieder betont hat, wohl tatsächlich zum Besten und vor allem Eindringlichsten und (dank Christoph Waltz’s Nebenrollen-Oscar-prämierter „more-than-creepy-interpretation“ des SS-Mannes „Hans Landa“) auch Unheimlichsten, was er je geschrieben hat. Der Plot von Inglourious Basterds: Über schwarzem Hintergrund wird das „Kapitel eins“, betitelt mit „ONCE UPON A TIME IN…NAZI-OCCUPIED FRANCE“ [gemäß Skript], angekündigt. Auf einer „[…] dairy farm in the countryside of Nancy, France (what the French call cow country)“ [Skript; dairy farm: „Milch-Farm“] ist ein Farmer namens Perrier La-Padite auf seinem Grundstück gerade dabei, einen Baumstumpf mit einer Axt zu bearbeiten. Julie, „one of his three pretty teenage daughters“ [Quelle: Skript], hängt währenddessen gerade Wäsche an einer Leine, und das ebenfalls im Freien, auf. Schließlich bemerkt Julie, dass sich ein „Nazi town car convertible, with two little Nazi flags attached to the hood“, das flankiert von „TWO OTHER NAZI SOL-DIERS on motorcycles“ [Quellen: Skript; convertible car: Cabriolet] ist, der Farm nähert. Nachdem Julie ihren Vater auf den sich nähernden Convoy aufmerksam gemacht hat, weist dieser seine Töchter an, im Haus zu bleiben, und wartet die Ankunft ab [Erläuterung im QT-Skript bzgl. des Gemütszustandes des FRENCH FARMER, der durch diesen „Besuch“ ausgelöst wird: „After living for a year with the sword of Damocles suspended over his head, this may very well be the end“]. Der „S.S. colonel“, der einen „black leather attaché case“ bei sich trägt [Quellen: Skript], steigt aus und stellt sich dem Milchbauern vor – die beiden führen ihre Unterhaltung in der Folge zunächst auf Französisch [COL. LANDA – auf Französisch: „Ich bin Oberst der SS Hans Landa. […] Ich hatte gehofft, dass Sie mich hereinbitten, damit wir uns unterhalten können“; Text gemäß dt. Untertitelung]. Im „LAPADITE FARMHOUSE“ [Quelle: Skript], das der Farmer und Landa dann betreten, macht der SS-Mann zunächst einige Bemerkungen über die Schönheit der LAPADITE-Töchter [COL. LANDA – auf Französisch: „Von Ihren Töchtern ist eine schöner als die andere“], bevor er sich von Charlotte [gespielt eben vom späteren Spectre & No Time to Die-Star Léa Seydoux] ein Glas Milch kredenzen lässt, welches er dann auch trinkt. Die drei Töchter werden, auf „Wunsch“/Befehl von Landa hin, hinaus vor die Tür geschickt [COL. LANDA – bevor die Töchter rausgehen & auf Französisch: „Monsieur, zu Ihrer Familie und Ihren Kühen sage ich nur: Bravo“; Text gemäß dt. Untertitelung]. An dem Holztisch, an dem beide sitzen, wird die Unterhaltung dann auf Deutsch [im Original natürlich auf Englisch; „They now speak ENGLISH“ – QT-Skript] weitergeführt, da Landa meint, dass sein Französisch nun „erschöpft“ sei. Nachdem LANDA LaPadite gleichsam darüber...




