E-Book, Deutsch, Band 2, 554 Seiten
Reihe: Ich sehe Dich
Hinze Ich sehe Dich
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-2022-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Odium der Ewigkeit
E-Book, Deutsch, Band 2, 554 Seiten
Reihe: Ich sehe Dich
ISBN: 978-3-7557-2022-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Band 2 der Trilogie um Dan und Daisy Die Welt ist gefährlich. Man weiß nie, was kommt. Man weiß es nie. Doch solange wir uns haben, unsere Freundschaft, dieses abgrundtiefe Vertrauen, diese große Liebe, kann uns nichts geschehen. Große Veränderungen stehen an. Die Hochzeitsglocken läuten auf Embley Abbey und nicht nur ein Paar ebnet sich den Weg zu einer gemeinsamen Zukunft. Eine Gefahr, unbemerkt im Untergrund schwellend, droht mehr und mehr die Freunde einzuholen. Die Freunde müssen stark sein, um dieses Hindernis nehmen zu können.
Aufgewachsen mit Pippi Langstrumpf und Pferdegeschichten, ging ich später mit Miss Marple und Sherlock Holmes auf Verbrecherjagd. Die Bücher der Stadtbibliothek waren vor mir nicht sicher, bis ich mir selbst eine zulegte. Und auch heute noch ziehen monatlich neue Bücher bei mir ein. Ich habe meine Hobbys zum Beruf gemacht, als ich zunächst Pädagogin und später Journalistin wurde. Nun veröffentliche ich meine eigenen Geschichten, um die Welt an meinen Ideen teilhaben zu lassen.
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Daisy
Vollkommen erholt kommen wir mit dem Bentley vor dem 'Caledonian Club'. "Ich warte hier auf Sie.", verkündet John, was ich befürchtet habe und ich bekomme Bauchschmerzen. Es war mittlerweile 22 Uhr und er bestand noch immer darauf in meiner Nähe zu bleiben. Ich verkneife mir eine erneute Gardinenpredigt und steige zusammen mit den beiden anderen aus dem Wagen. "Das wird toll!", kreischt Freddy und klatsch in die Hände. Ich war mir da nicht so sicher. Zögernd werfe ich einen Blick zum Bentley zurück. John verfolgt jeden meiner Schritte mit den Augen. Unsere Blicke treffen sich. Er scheint zu sagen, "Nur Mut!". Tief durchatmend hake ich mich bei Anna ein. Nach der Massage und der Sauna hatte ich mich umgezogen. Nun trage ich das neue royalblaue Midikleid und die dazu passenden Riemchenstilettos. "Du siehst heiß aus!", urteilt Anna erneut und lässt den Blick abschätzig an mir auf und ab wandern. "Freddy, ich denke, wir müssen gut auf unsere Daisy aufpassen da drin." Der angesprochene nickt und stellt sich vor dem Türsteher in Positur. Dieser mustert uns schweigend und hakt anschließend die rote Kordel auf, um uns eintreten zu lassen. Kaum im Inneren angekommen schlägt uns eine Kakophonie aus verschiedenen Musikstilen sowie eine Wand aus abgestandener Luft, Schweiß und Parfum entgegen. Dezent angewidert folge ich meinen Freunden zur Bar, wo wir uns zum Auftakt einen Martini bestellen. Mit den Gläsern in den Händen drehen wir eine Runde, um die Lage abzuchecken und um nach einem freien Tisch Ausschau zu halten. Unser altbewährtes System. Tatsächlich entdecken wir noch einen freien Tisch und drapieren uns um ihn herum. Anna in ihrem goldenen Minikleid zieht wie immer die meisten Blicke auf sich. Doch auch ich habe heute einige Verehrer. Ob das nun den sexy Schuhen oder doch eher dem tiefen Rückenausschnitt der die obere Hälfte meines Hinterns freilegt geschuldet ist, lasse ich mal dahingestellt. Kaum fünf Minuten später erhalten wir Mädels Tanzaufforderungen von zwei schnuckeligen Typen, die außerdem miteinander befreundet zu sein scheinen. Lächelnd folgen wir ihnen auf die Tanzfläche. Ich habe einige Probleme auf dem glatten Boden nicht auszugleiten und klammere mich, nachdem ich das erste Mal ins Straucheln geraten bin bei dem Kerl an den Oberarm. Er scheint das als Annäherungsversuch meinerseits misszuverstehen und legt einen Arm um meine Taille. "Wie heißt du?", brüllt er beinahe in mein Ohr. "Clara.", lüge ich. Das ist so eine Vorsichtsmaßnahme von Anna und mir. Niemals in einem Club den wahren Namen preisgeben. "Schöner Name.", lobt er und verrät mir, dass er Tom heißt. Ob nun echt oder nicht, der Name passt zu ihm. Die Takte eines langsamen Liedes erklingen und er legt auch den zweiten Arm um mich. Meine Hände ruhen auf seinen Schultern. Langsam wiegen wir uns im Takt der Musik, bis eine meiner Hände an seiner Schulter herab zu seinem Bizeps rutscht. Tom sieht mir tief in die Augen. Was er wohl denkt? Ob er denkt, ich will mit ihm flirten? Ich sehe mich gezwungen ihm die Wahrheit zu sagen, "Ich bin verlobt.", platze ich heraus. Er zuckt die Schultern. "Macht nichts. Ich hab ne’ Freundin." Erstaunt reiße ich die Augen auf, "Wo ist sie?" und sehe mich um. Auf keinen Fall möchte ich Ärger mit einer eifersüchtigen Freundin bekommen. "Zu Hause. Sie steht nicht so auf Party und Clubs.", erklärt er lächelnd. Ich nicke. "Wo ist dein Freund?" "Ebenfalls feiern.", entgegne ich ohne darüber nachzudenken. Sicherlich wundert er sich, warum ein Paar, bei dem es scheinbar gut läuft, nicht zusammen feiern geht. "Das heute ist sowas wie mein Junggesellenabschied.", erkläre ich weiter um alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. "Na dann.", meint er kryptisch und grinst mich frech an. Etwas weiter entfernt reibt sich Anna an dem anderen süßen Kerl. Tom scheint es zu bemerken und sagt, "Da scheinen sich zwei gefunden zu haben." Ich nicke. "Scheint so." "Ist deine Freundin Single?" Ich nicke erneut. "Ja, ist sie." "Cool!", meint er. Wir tanzen bis das Lied zu etwas Schnellerem wechselt. Wir beschließen einvernehmend das nicht mitzutanzen und gehen an die Bar hinüber. Tom lädt mich auf ein Drink ein, den ich gern annehme. Trotz der Lautstärke versuchen wir ein vernünftiges Gespräch zu führen. Doch irgendwann brüllt er mir ins Ohr, "Wollen wir nicht irgendwo hingehen, wo wir uns besser unterhalten können?" Ich zögere. "Ich weiß nicht. Ich bin mit meinen Freunden hier.", führe ich an und sehe mich nach ihnen um. Freddy kann ich nirgends entdecken und Anna tanzt noch immer mit Toms Freund. "Komm, Clara!", drängt Tom und nimmt mich bei der Hand. Etwas widerstrebend lasse ich mich von ihm in Richtung der Toiletten ziehen. Erwartet er das ich ihm dort einen Blase oder gar eine Nummer mit ihm in einer der Kabinen schiebe? Mir bricht der Schweiß aus. Doch als wir in dem Gang vor den Waschräumen ankommen bleibt er stehen und atmet tief durch und ruft erleichtert, "Endlich etwas Ruhe!" "Ja, endlich.", murmle ich leise. "Ich hasse es!" "Du magst gar nicht hier sein?", staune ich ehrlich verwundert. "Warum tust du es dann?" "Du meinst ausgehen?" Ich nicke atemlos. Tom zuckt die Schultern. "Weiß nicht, ich denke ich tue es für Steve?" "Steve?" "Mein Kumpel." Er deutet mit dem Daumen zurück. "Er ist Single und krampfhaft auf der Suche nach einer Partnerin.", erklärt er lächelnd. "Und jedes Mal lasse ich mich breitschlagen ihn zu begleiten. Aber ich kann's verstehen ..." Er lässt sich grinsend an der Wand neben uns herabgleiten bis er auf den Fersen sitzt. "... wer gibt sich schon selbst der Schmach hin, allein auszugehen?" Da kann ich ihm nur zustimmen. "Das ist traurig!" Ich hocke mich neben ihn. Die Angst von ihm zum Sex gezwungen zu werden scheint bei Tom unbegründet. Wir unterhalten uns fröhlich weiter über Gott und die Welt und ich erfahre, dass er Erzieher in einer Grundschule ist und bereits seit sechs Jahren mit seiner Partnerin, die allerdings unter Angstzuständen leitet und ihn daher nicht in Clubs begleitet zusammen ist. Irgendwann entschuldigt er sich und verschwindet auf der Toilette. Ich stemme mich wieder hoch und gehe, um meine eingeschlafenen Füße wieder aufzuwecken, ein paar Schritte auf und ab. Plötzlich werde ich am Arm gepackt und ruckartig herumgedreht. Erschrocken hole ich bereits zum Gegenschlag aus, als ich entdecke, dass es Anna ist. "Süße, wärst du mir sehr böse, wenn ich dich mit Freddy allein lasse?", keucht sie atemlos. "Nein, natürlich nicht. Was ist denn los?", antworte ich verwirrt. "Steve, der süße Typ, mit dem ich getanzt habe, will mir seine Wohnung zeigen." Dabei wackelt sie anzüglich mit den Augenbrauen. "Ach so?", grinse ich. "Okay, aber du musst mir versprechen, dass du gut auf dich aufpasst!" Dieses Versprechen muss sie mir abnehmen. "Klaro. Und du suchst Freddy, statt hier allein rumzustiefeln und ihr macht euch auch auf den Heimweg. Morgen wird ein aufregender Tag." "Apropos Morgen, wirst du denn rechtzeitig zurück sein?", grinse ich. "Na klar doch. Du kennst mich doch.", lacht meine beste Freundin. "Du kannst dich auf mich verlassen!" Da stimme ich ihr zu. Bisher hat sie es immer geschafft pünktlich zu Terminen zu erscheinen., auch wenn sie die Nacht davor außer Haus verbracht hat. Wir verabschieden uns mit einer Umarmung. Anschließend mache ich mich auf die Suche nach Freddy. Tom war bisher noch nicht wieder von der Toilette aufgetaucht. Wenn er unser Gespräch von vorhin fortsetzen möchte wird er mich schon finden. Wen ich aber nicht finde ist Freddy. Ich laufe den gesamten Club ab, ohne eine Spur von ihm zu entdecken. Schließlich bleibt mir nur das Klo. Vorsichtig drücke ich gegen die Schwingtür und rufe in den Raum, "Hallo? Freddy, bist du da?". Doch außer einem frechen Spruch von wegen "Für dich bin ich, wer auch immer du willst, Süße." kommt nichts zurück. Genervt verdrehe ich die Augen und lasse die Tür zufallen. Wo steckt er nur? Ob ich jetzt einfach so allein abhauen darf? Auf keinen Fall will ich irgendjemanden verärgern. Allerdings habe ich auch mein bestmöglichstes getan, um ihn zu finden. Also beschließe ich tatsächlich zu verschwinden. Als ich an der Garderobe vorbeigehen merke ich erst, dass ich nichts zum Überziehen dabei hatte. Mittlerweile dürfte es draußen kühlen geworden sein. Ich würde mir schnell ein Taxi suchen müssen. Draußen umfängt mich sofort die kalte Nachtluft. Fröstelnd lege ich meine Arme um mich. Ich laufe los, in Richtung der nächst besten Hauptstraße. Dort stehen die Chancen ein Taxi zu ergattern höher als hier in der viel kleineren Nebenstraße. "Jetzt wäre der Bentley doch ganz schön!", denke ich bei mir. "Na ja, beim nächsten Mal." Mit einem Mal höre ich hinter mir Schritte....




