Himmelseher | Schneewittchens Geschichte | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

Himmelseher Schneewittchens Geschichte

Ein Cold-Case-Krimi
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7568-7618-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Cold-Case-Krimi

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

ISBN: 978-3-7568-7618-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Frauenmörder agiert äußerst geschickt. Die Gefahr besteht, dass seine Taten für immer ungestraft bleiben. Kommissar Christian Matzke mag sich damit nicht abfinden. Er hat den Angehörigen der Opfer versprochen, den Mörder aufzuspüren und das Schicksal der Opfer zu klären. Die Zurückgebliebenen sollen endlich ihre Ruhe finden. Er selbst will nicht damit leben, einen solchen Fall ungeklärt zu lassen. Er hasst nämlich das Gefühl, versagt zu haben. Wird der kalte Fall durch seine Beharrlichkeit wieder warm? Können ihm die neuen Errungenschaften der Kriminaltechnik, wie die DNA-Analyse, eine Hilfe sein? Dieser Roman befasst sich mit dem Phänomen von Cold Cases in der Kriminalistik. Seine Lektüre wird zur Achterbahn der Gefühle mit vielen spannenden und interessanten Aufs und Abs.

Dr. Volker Himmelseher führt ein großes Unternehmen der Versicherungsbranche mit Sitz in Köln. Dem Ruhestand nahe schreibt er Krimis sowie historische und zeitgeschichtliche Romane.

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Ein zweiter Versuch
Der Dauerstreit mit ihrem Freund Timo hatte Claudia sehr belastet. Sie war froh, dass er nun vorbei war: Basta Amore! Ihr Vater riskierte nun die dicke Lippe, hatte er doch immer gesagt, dass Timo nichts für sie gewesen sei. Das konnte sie sich nun fast täglich, mit jeweils anderen Worten formuliert, anhören: »Ihr passtet einfach nicht zusammen. Timo war in meinen Augen ein richtiger Dünnbrettbohrer, ganz unter deinem Niveau, mein Schatz. Man muss stolz auf den sein, mit dem man zusammen ist, nur dann kann die Verbindung auf Dauer sein.« Ihre Einstellung änderte das allerdings nicht. Sie würde auch weiterhin nach eigenen Gefühlen entscheiden. Sie brauchte Vaters Ratschläge nicht. Gott sei Dank war ihre Mutter da anders. Obwohl sie als Hausfrau für den privaten Bereich zuständig war, hatte sie nicht an ihr rumgemäkelt. Allerdings war ihr Mann für sie der Größte, und man hatte ihr immer angemerkt, dass sie zu seiner Ansicht stand. Claudia bedauerte sehr, dass sie keine beste Freundin hatte, mit der sie sich über alles einmal aussprechen konnte. Die Mädchen in ihrem Umfeld mieden sie, denn sie zog alle Jungens magisch an. Das mochte keine von ihnen. So hatte sie meist nur Kontakt mit den jungen Männern gesucht, und die wollten alles andere von ihr, als sich auszuquatschen. Im Hintergrund lief WDR 2 mit einem Schlagerprogramm. Plötzlich schreckte sie auf: »Dann kamst du Und mit dir kam die Liebe Eine Liebe fürs ganze Leben Nie zuvor Nie zuvor wollt ich glauben Dass es sowas je für mich gibt«, tönte es aus dem Lautsprecher. Vicky Leandros ließ grüßen! Wie sie das Lied hasste. Wie oft hatte Timo ihr das zugeflüstert, selbst noch, als sie ihm gesagt hatte, wie wenig sie diesen kitschigen Refrain mochte. Claudia konnte nicht gut allein sein. Deshalb hatte sie sich vorgenommen, schnell einen netten neuen Freund zu suchen. Dieser Abend bot die beste Gelegenheit dafür. Ihre Abiturstufe richtete im Stadtwald ein Fest aus. Sie hatten alle zusammengelegt, Getränke und Grillgut gekauft und waren auch mit schräger Musik gut versorgt. Sie war sich sicher, dort Kontakt zu finden und bereit, sich dafür auch ein wenig aufzubrezeln. Was sie anziehen wollte, hatte sie schon aufs Bett gelegt. Es sollte schick sein, aber auch warm genug. Denn trotz Sommerzeit wurde es in die Nacht hinein kühl. Leider war sogar unbeständiges Wetter vorhergesagt. Auch dagegen wollte sie sich mit einer Regenjacke rüsten. Sie wollte ihre weiße Rüschenbluse unter dem roten Pullover tragen, dazu ihre dunkelrote Samtjeans, weiße Tennisschuhe und weiße Socken. In ihren schwarzen Haarschopf hatte sie kleine Zöpfchen hineingeflochten. Das war zurzeit en vogue. Ihre Lippen hatte sie besonders rot gefärbt. Sie gefiel sich im Spiegel und musste grinsen, denn ihr Vater würde sie bei seiner Abschiedsermahnung in dieser Aufmachung sicherlich wieder »mein Schneewittchen« nennen. Das Fest sollte um 18:00 Uhr beginnen, doch sie wollte erst später dazustoßen. Sie brauchte für ihr Vorhaben einen eigenen Auftritt. Wenn Alkohol im Spiel war, verzichtete sie immer auf ihren Volkswagen. Es war zwar nicht ganz so bequem, mit der Bahn bis zum Stadtwald zu fahren, aber viel sicherer. Bestimmt würden sie ihre Eltern bei der Verabschiedungszeremonie dazu befragen. Aber das war kein Thema, zu dem es Meinungsunterschiede gab. Für die jungen Autofahrer galt die 0-Promille-Vorschrift. Schließlich wollte sie ihre Fahrerlaubnis nicht sofort wieder verlieren. Sie guckte auf ihre Armbanduhr. Es war bereits 17:00 Uhr und sie konnte sich langsam bei den Eltern verabschieden. Sie lauschte im Treppenhaus nach unten und hörte sie im Wohnzimmer miteinander sprechen. Beschwingt schwebte sie die Treppe hinunter. Vaters Blick fing sie ein, und in seinem Gesicht erschien ein Lächeln. »Mein Schneewittchen, was hast du dich fein gemacht. Aber du kommst doch heute Abend nicht auf dumme Gedanken?« Claudia zog einen Schmollmund und antwortete patzig: »Was du nur denkst. Ich will mich mit meinen Freunden nur ein wenig amüsieren, ich schleppe dir schon keinen Hinkenden ins Haus.« Margot Faller sah ihren Mann entsetzt an. Sie erwartete eine scharfe Antwort. Doch sie sollte sich irren. Hans Faller lachte gequält. »Du Dummchen, du weißt genau, dass es mir darum nicht geht. Aber ein junger Mann für dich sollte Qualitäten haben, innere Werte meine ich.« Claudia lachte hämisch. »Ja, da muss ich an deinen Anglerfreund Onkel Franz denken. Der sagt immer: ,Der Kerl hat innere Werte, hat Würmer, die brauche ich zum Angeln!‘« Hans Faller schüttelte sich. »Darauf kann ich dir nur mit der Lieblingsgeschichte meines Klassenlehrers antworten: ,Was ist der Unterschied zwischen mir und einem Fass? Die Antwort lautet: Ein Fass ist mit Reifen umgeben, ich aber mit einer Unreifen.‘« Margot Faller lachte beifällig, aber Claudia winkte ab und meinte: »Die Geschichte hast du schon zu oft erzählt. Ihr Wiederholen gibt keine Punkte mehr.« Ihr Vater blieb für seine Verhältnisse äußerst ruhig. »Wenn du dich heute Abend so frech verhältst, muss ich mir keine Sorgen machen. Die jungen Männer von heute sind sehr bequem, sie lassen sich auf solche Wortscharmützel gar nicht erst ein. Sind wir uns wenigstens einig, dass dein Auto heute in der Garage bleibt?« »Aber sicher doch Chef, null Problemo, den Wagen nur mit 0-Promille.« Sie küsste ihren Vater neckisch auf die Wange und drückte kurz ihre Mutter. Doch ihr Vater gab noch nicht auf, und das Gerangel ging weiter: »Tu nicht so erwachsen, mein Schatz.« »Das bin ich aber wirklich.« »Seit wann denn?« »Schon ewig, ich bin nämlich ein Mädchen.« Damit wollte sie das letzte Wort behalten. Beschwingt verließ sie das Haus in der Sebastianusstraße. In ihrem Inneren verspürte sie trotz allem die Gewissheit, dass ihre Eltern sie sehr liebten. Sie war ihr einziges Kind. Die Geburt war ihrer Mutter sehr schwergefallen, nur deshalb hatten die beiden von einem weiteren Versuch Abstand genommen. Claudia trug die Regenjacke über dem Arm, denn es war draußen warm und trocken. Sie ging die Aachener Straße hinab Richtung Bahnhof. Sie kannte die Fahrzeiten auswendig, hatte eine günstige ausgesucht und musste deshalb auf dem Bahngelände nicht lange auf die Ankunft der Bahn warten. Auf dem anderen Gleis sah sie einen Nachbarn und winkte ihm fröhlich zu. Der winkte zurück. Einen Fahrschein musste sie nicht kaufen, sie hatte eine Monatskarte. Die machte Sinn, wenn man draußen im Speckgürtel vor der Stadt wohnte. In Köln-Weiden West stieg sie um in die Straßenbahn und fuhr die Aachener Straße entlang bis zur Haltestelle an der alten Militärringstraße. Dann schlenderte sie durch die schmale Reschdorffstraße bis zur Friedrich-Schmidt-Straße, überquerte sie und nahm den Weg in den Stadtwald. Sie orientierte sich Richtung Wildpark. Dahinter lag ihr Treffpunkt auf einer großen Rasenfläche. Die hatte genügend Abstand zu den Häusern. Hier konnte man ungestört Krach machen. Bald schallten ihr Stimmengewirr mit vielen Lachern dazwischen entgegen. Am Treffpunkt herrschte auf jeden Fall schon reges Leben. Nach einigen weiteren Schritten glaubte sie einen Hauch von Grillduft wahrzunehmen. Sie hatte um die Mittagszeit nichts gegessen und durchaus Appetit. Am meisten freute sie sich aber über die Klänge der Musik. Die waren ganz nach ihrem Geschmack. Im Moment schallte »Dancing Queen« von ABBA aus den Boxen. Sie mochte die schwedische Popgruppe mit Agnetha Fältskog, Anni-Frid Lyngstad, Björn Ulvaeus und Benny Andersson und summte die Melodie automatisch mit. Als die große Rasenfläche in ihr Blickfeld kam, sah sie nicht nur einige Bekannte, sie hörte auch einen weiteren Millennium-Hit von ABBA. »Mamma Mia …« »Mamma mia, here I go again My, my, how can I resist you? Mamma mia, does it show again My, my, just how much I’ve missed you?«, ließ ihre Schritte in kleine Sprünge voll im Takt wechseln. Sie sah Franz Büttner, den wollte sie meiden, der hatte ihr mit seiner feuchten Aussprache bei der Abifeier einige Speisereste auf die Bluse befördert. Danach hatte er den ganzen Abend nicht aufgehört, sich zu entschuldigen. Er hing an ihr wie eine Klette und machte alles noch schlimmer. Sie musste dabei auch noch erfahren, wie stark sein Schweißgeruch war. Eine peinliche Situation! Hätte er doch nur nicht in seiner Ungeschicklichkeit weiter rumgerührt. Ihre Bekleidung stimmte, stellte sie fest. Nahezu alle hatten Turnschuhe und Jeans an. Mein Outfit ist in den Farben aber besonders spannend, dachte sie zufrieden und fühlte die Blicke der vielen Möchtegernmänner auf sich ruhen. Sie war eben nicht nur hübsch und klug, sie hatte auch einen besonderen Geschmack. Ein wohliges Kribbeln durchfuhr sie. So hatte sie sich das vorgestellt. Nun musste sie nur noch den Richtigen...



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