Himmelseher | Schnee über Teneriffa | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 188 Seiten

Himmelseher Schnee über Teneriffa


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7481-1291-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 188 Seiten

ISBN: 978-3-7481-1291-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf Teneriffa gibt es guten und bösen Schnee. Der gute Schnee ist auf der Frühlingsinsel ein zeitweiliges Wetterphänomen über dem gewaltigen Teidemassiv. Der böse Schnee beschäftigt Teneriffa das ganze Jahr über. Bewohner der Insel sowie Touristen sind Konsumenten des giftigen Schnees Kokain. Als eine junge Frau der Gesellschaft an einer Überdosis stirbt, beginnt eine Kette von Morden, die in alle Facetten der Drogenszene hineinreicht. Selbstmord aus Verzweiflung, Mord als Vorsichtsmaßnahme sowie als Racheakte sind für die Mordkommission unter Teniente Garcia schwer aufzuklären. Die Taten bereiten schlaflose Nächte und wühlen sicher auch die Leserschaft auf.

Dr. Volker Himmelseher war Kaufmann und führte ein großes Unternehmen in Köln. Während seines Ruhestands widmet er sich nun seiner Leidenschaft, historische Romane und Kriminalromane zu schreiben.
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Autoren/Hrsg.


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Das Janusköpfige an Walther Hammerbach


Das gute Gesicht


Hammerbachs repräsentative Villa, im Stil eines kanarischen Herrenhauses erbaut, lag auf der Sonnenseite von La Matanza und bot einen Traumblick auf den Teide, die Nordküste einschließlich Puerto de la Cruz und auf den Atlantik.

Auch die Sicht auf den Strand war fulminant. Dort liefen je nach herrschender Tide weiße Schaumkronen weiter oder kürzer auf den schwarzen Sand oder sogar zwischen die Steinbrocken vulkanischen Ursprungs dahinter und zeigten, dass das das Meer lebte.

Das Areal war über 2400 Quadratmeter groß. Das Gebäude umfasste auf zwei Ebenen 500 Quadratmeter Wohnfläche und hatte eine weitläufige Außenanlage mit Pool, Wirlpool und mehreren Terrassen.

Die Morgensonne lag über dem parkähnlichen Garten mit altem Baumbestand und mehreren Sitzensembles.

Das nächtliche, hässliche Fauchen streitender Hauskatzen war dem schönen Tirilieren der kleinen Canaris gewichen.

Hohe Palmen und Drachenbäume warfen bizarre Schatten. Das Gelände war über viele Jahre zu einer geschlossenen Einheit gewachsen. Es war mit seinem Besitzer an Jahren gereift.

Hammerbach hatte schon einen wichtigen Teil seines Morgenrituals hinter sich gebracht: eine Dreiviertelstunde strammes Schwimmen im Pool.

, war schon immer seine Devise gewesen. Fitsein war schließlich wichtig für sein anstrengendes Leben. Nun saß er auf der Terrasse vor seinem Frühstück.

Der Tisch war täglich gleich eingedeckt, dafür sorgte Donna Maria:

Einen kleinen Apfel aß er vorab, der war gut fürs Herz.

Auf einem Stövchen stand eine Kanne mit deutschem Bohnenkaffee, er trank ihn schwarz. , pflegte er lachend zu sagen.

Zwei deutsche Brötchen lagen im Korb, dazu gab es selbstgemachte Marmelade und Teide-Honig.

Für die Marmelade kamen die Früchte aus dem eigenen Garten. Darauf war er besonders stolz.

Trotz zwanzig Jahre Teneriffa bestand Hammerbach immer noch auf deutschem Kaffee und deutschen Brötchen. Beides gab es beim deutschen Inselbäcker.

Donna Maria sah ihm noch einmal kritisch über die Schulter und befand alles in Ordnung. Sie zog sich zurück.

Maria ist in die Jahre gekommen und wird immer mehr zu einer Krankenschwester. Wo ist nur die lebhafte, dralle Frau geblieben, die ich früher gerne nicht nur mit meinen Blicken gestreichelt habe?, dachte Walther.

Aber Maria war für ihn nach wie vor unverzichtbar. Sie las ihm jeden Wunsch von den Augen ab und kannte alle seine Vorlieben.

Walther Hammerbach trug heute ein hellblaues Polohemd der teuren Art, eine weiße, lässig geknitterte Leinenhose und dunkelblaue Leinenschuhe mit weißen Sohlen, natürlich ohne Strümpfe.

Der blau schimmernde Pool und weiter hinten der Atlantik bildeten die richtige Kulisse für ihn und das bevorstehende Treffen mit der Wirtschaftsjournalistin Maria Delgado.

Er brauchte positive Berichterstattung über seine Person. Sein guter Name musste in der Öffentlichkeit gepflegt werden.

Der vertrug keinen Makel. Wie schnell konnte sein Erfolg sonst wegbleiben!

Dem Unternehmer blieb eine gute halbe Stunde für sich, das Frühstück und seine Gedanken. Dann kündigte Donna Maria die Journalistin an und führte sie nach seinem Geheiß auf die Terrasse.

Sein Blick scannte Maria Delgado ab, ohne aufdringlich zu wirken. Was er sah, sprach ihn an. Sie hatte mittellange tiefschwarze Haare. Ihr Teint war von bronzenem Braun und makellos. Ihre großen hellbraunen Augen strahlten.

Die Wangenknochen waren ausgeprägt und gaben ihrem Gesicht neben dem weichen Mund etwas Härte und Bestimmtheit. Ihre sinnliche Figur hatte nur einen kleinen Mangel, der vielen Spanierinnen zu eigen war: Ihre Beine waren wohlgeformt, aber etwas zu kurz.

Ihre Begrüßung ging in einen erfrischenden Ausruf über: »Oh, Sie haben wirklich ein wunderbares Anwesen!«

Das schmeichelte Walther Hammerbach sichtbar, und er wusste diesen Ausruf zu nutzen: »Dann sollten wir mit einer kleinen Hausführung beginnen, natürlich nur durch die nicht zu privaten Räume. Bestimmt zeigt Ihnen, wie ich wohne, schon Interessantes für Ihren Bericht.«

Frau Delgado stimmte freudig zu.

, meinte er strahlend.

Sie begannen mit dem »Living«. In einer Ecke des riesigen Wohnraums stand ein Barocksekretär. Über ihm hing ein goldgerahmtes Foto einer Einzelaudienz von Hammerbach beim Papst. Er ging zielstrebig darauf zu und sagte: »Dieses Erinnerungsfoto ist mir wichtiger als der Miró über der Sitzgarnitur.«

Die Journalistin entdeckte an der Wand noch eine wunderschöne Mosaikarbeit: Zwei Tauben auf einem Zweig waren aus kleinen Steinchen lebensecht und perspektivisch richtig nachempfunden und in einem mit farbigen Steinen besetzten Rahmen gefasst.

»Dieses Bild ist aus den Werkstätten des Vatikans. Eine solch feine Mosaikarbeit können nur noch die dortigen Künstler fertigen«, erklärte er ihr. Ganz versunken und fasziniert zog sie mit der Schuhspitze die Linien auf dem Seidenteppich nach.

Seine Regieführung hinterließ auf Frau Delgado den beabsichtigten Eindruck. Der gesamte Raum entfaltete Pracht. Viele wertvolle Gemälde, eine üppige Sitzgarnitur aus weißem Leder, ein riesiger moderner Seidenteppich auf dem hellen Marmorboden, ein mannshoher Springbrunnen, der leise vor sich hin plätscherte, beeindruckten genauso wie der Barschrank aus Acryl, in dem eine Batterie Flaschen und unzählige Gläser mit breitem Goldrand aufgereiht standen.

»Wollen Sie einen Drink?«, fragte Hammerbach charmant, doch sie lehnte höflich ab.

»Dazu ist es noch zu früh«, meinte sie.

Der große Fernsehapparat war als Gebrauchsgegenstand fast schamhaft in die Wand versenkt, obwohl er sich wegen seines erlesenen Designs durchaus sehen lassen konnte.

»Mir geht es übrigens nicht um schnöde Besitztümer. Zu viel Besitz macht blind für die wunderbaren Kleinigkeiten des Lebens. An jedem Stück in diesem Haus kleben deshalb wichtige Erinnerungen für mich.«

Er ging auf eine Seitentür zu und öffnete sie. »Mein Arbeitszimmer. Es muss einfach dicht beim Wohnzimmer liegen. Allzu oft springe ich kurz rüber, weil mir etwas Wichtiges einfällt. Dann gestattet die Erledigung keinen Aufschub.«

Die Bedeutung des Raums bedurfte keiner Erklärung. Alles war in männlich dunklem Mahagoni gehalten. Nur Elemente aus Silber und Messing setzten helle Sprenkel ins Dunkle.

Der große Schreibtisch war mit modernstem technischem Gerät bestückt. Ein übergroßer Bildschirm spielte den Vorreiter.

Die Fensterfront war bescheidener als die des Wohnraums und spendete nur gedämpftes Licht. Die Scheiben schienen leicht getönt. Als Schutz gegen die Sonne oder gegen unerwünschte Zuschauer?

Über seinem Schreibtisch hingen in Mahagoni gerahmte Fotos: Walther Hammerbach und Prominente des Insellebens. Hammerbach mit dem Bischof, mit dem Inselpräsidenten, mit dem Bankier Carlos Clavijo. Die Phalanx der Mächtigen.

Er macht aus seinen Verbindungen keinen Hehl, dachte die Journalistin.

Walther Hammerbach ahnte, was sie dachte, und hatte sofort eine Erklärung parat: »Es ist ein gutes Gefühl, wenn man Bestätigung findet, dass man ein Teil des Establishments geworden ist. Das verlangte aber auch Fleiß, Glaubwürdigkeit und Engagement. .«

Er sah in ihren Augen Verständnis aufleuchten und war zufrieden.

Maria Delgado fuhr fort: »Mir ist bekannt, dass Sie allein leben. Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man so viel Schönes nicht mit einem geliebten Menschen teilen kann?«

Es trat eine kurze Pause ein. Seine Stimme hatte einen traurigen Schmelz, als er antwortete: »Sie legen den Finger in eine Wunde. Da war mal jemand, doch den riss der grausame Krebs vor einigen Jahren aus meinem Leben. Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Unsere Ehe blieb übrigens kinderlos. Mehr möchte ich nicht dazu sagen.«

»Sorry«, sagte sie schuldbewusst.

Er fand sofort einen versöhnlichen Übergang: »Gott sei Dank habe ich ein perfektes Patenkind. Ich liebe es abgöttisch. Carmen ist die Tochter von Carlos Clavijo, dem bedeutendsten Bankier der Insel. Durch sie habe ich einen wundervollen Familienanschluss. Ich möchte ihn nicht missen.«

Durch eine Schiebetür traten sie in den nächsten großen Raum, das Esszimmer, das durch Einbeziehen der Terrasse zu einem Festraum erweitert werden konnte.

»Die Eingangshalle haben Sie ja gesehen. Küche, Schlafräume und die sanitären Anlagen möchte ich Ihnen ersparen. Sie sind bestens ausgestattet, erscheinen mir aber zu privat.

In diesem Raum feiere ich gern mit meinen Freunden und Bekannten. Ich genieße dieses Zusammensein. ...



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