Higginson | The Difference Between Us | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 396 Seiten

Reihe: Opposites Attract

Higginson The Difference Between Us


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1040-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 396 Seiten

Reihe: Opposites Attract

ISBN: 978-3-7363-1040-7
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - und doch perfekt füreinander sind ...

Molly Maverick ist verflucht. Zumindest wenn es darum geht, Mr Right zu finden. Die junge Grafikerin hat es daher aufgegeben, nach der einen großen Liebe zu suchen. Bis sie Ezra Baptiste trifft. Der Restaurantbesitzer ist attraktiv, erfolgreich und strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Das Letzte, woran Molly denkt, ist, dass er ein Auge auf sie geworfen haben könnte. Sie sind einfach zu verschieden. Und doch kribbelt es, wenn Ezra sie nur ansieht ...

'Dies ist einer jener Romane, an den man noch lange denkt, auch wenn man schon längst die letzte Seite gelesen hat!' NATASHA IS A BOOK JUNKIE

Band 2 der Serie rund um Gegensätze, Liebe und Food - warmherzig, romantisch und sexy



Rachel Higginson wurde in Nebraska geboren und verbrachte ihre College-Jahre damit, die Welt zu bereisen. Sie verliebte sich in Osteuropa, Paris, Indisches Essen und die wundervollen Strände von Sri Lanka. Heute ist sie verheiratet und hat fünf wunderbare Kinder.
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1. KAPITEL


Ich kam fünfzehn Minuten zu spät zur Besprechung.

Und schon gab es Mord und Totschlag …

Nein, Scherz!

Ganz so schlimm war es nicht. Zumindest beging niemand einen Mord. Es fand lediglich, wie jeden Montag Punkt vier Uhr, unser wöchentliches Planungsmeeting statt, ob es regnete oder die Sonne schien, bei Schneesturm oder Erdbeben, selbst eine Zombieapokalypse hätte das nicht verhindert. Mein Dinosaurier von Chef hatte Gewohnheiten, denen er nie untreu wurde.

Also fand sich jeden Montag zur selben Zeit das gesamte Personal der Marketingagentur SixTwentySix in dem schicken Konferenzzimmer im achten Stock ein und zog gegeneinander in den Kampf. So kam es mir zumindest vor. Mein Chef, Mr Tucker – von mir auch gern ›der Alte‹ genannt – thronte am Tischende. Er schlug mit seiner Faust wie mit einem Richterhammer auf den Tisch, wenn meine Kollegen und ich uns über begehrte Kunden und Teamleiterpositionen stritten und geschickt versuchten, weniger attraktive Projekte abzuschieben.

Weil ich ein kleiner Fisch in einem Meer voller Haie war, konnte man sich ausrechnen, bei wem die weniger prestigeträchtigen Projekte landeten.

Eine Familienversicherung braucht ein neues Logo? Etwas Modernes, das ins Auge sticht, aber weiter dem ähneln soll, das sie seit achtzehn Jahren verwendet? Wer bekommt den Auftrag? Ich natürlich.

Eine Zahnarztpraxis, die mit schicken Social-Media-Grafiken neue Patienten ködern will? Ja, auch dafür bin ich die richtige Frau.

Eine winzige Baptistenkirche, der jemand PowerPoint erklären soll? Hallo Welt, ich kenne mich mit PowerPoint höllisch gut aus.

»Treiben Sie diesem Programm den Teufel aus, damit wir es sonntagmorgens zum Gottesdienst verwenden können.« Mit ungefähr diesen Worten hatte mich der Pastor um Hilfe gebeten.

Ich war Mädchen für alles, der Magnet für die ödesten Routineaufträge. Im Moment gab ich mich damit zufrieden, denn immerhin konnte ich meine Rechnungen bezahlen und hegte die berechtigte Hoffnung, irgendwann befördert zu werden. Ich verdiente mir meine Sporen mit Logos und PR-Bildern, aber in naher Zukunft würde ich sechsstellige Social-Media-Kampagnen und stadtweite Werbeaktionen betreuen.

Das war mein Fünfjahresplan. Samt dem Vorsatz, hin und wieder pünktlich zu Besprechungen zu erscheinen.

Mein Chef thronte auf seinem Stuhl und verfolgte zornig jeden meiner Schritte, als ich mich auf Zehenspitzen zu meinem Platz schlich. Zumindest versuchte ich zu schleichen, was auf acht Zentimeter hohen Stöckelschuhen nicht einfach ist. Das Klackern der Absätze auf dem Parkett zog alle Blicke auf mich.

Ich winkte matt, den Planer in der Hand, und ignorierte das Feixen meiner blasierten Kollegen. Sie hielten sich für die Allergrößten, weil sie einen sicheren Job und ein Sparkonto ihr Eigen nannten. Ich war schon froh, dass ich überhaupt einen Platz am Tisch hatte.

Mit siebenundzwanzig Jahren war ich die jüngste Grafikdesignerin in dieser halsabschneiderischen Werbeagentur und wurde nicht gerade mit Zulagen überschüttet. Meine Kollegen blickten auf mich herab, meine Kunden unterschätzten mich, und mein Chef konnte sich nur mit Mühe daran erinnern, dass er mich nicht als Sekretärin eingestellt hatte.

Jeden Tag wartete ich insgeheim darauf, dass mich Mr Tucker in sein Büro zitieren, eine buschige Augenbraue heben und sagen würde: »Wir schätzen, was Sie für uns geleistet haben, Holly, aber unsere Wege werden sich ab sofort trennen, denn wir ziehen eine andere, pünktlichere Richtung vor.«

Ich quetschte mich zwischen zwei ledernen Drehstühlen zu dem einzigen freien Platz durch, legte rasch meinen Planer auf den Tisch und verbarg mein Handy im Schoß. Ganz vollendeter Profi zog ich mir einen Stift aus dem Dutt, schlug die Füße überkreuz und lehnte mich aufmerksam nach vorn.

»Nett, dass Sie sich auch noch zu uns gesellen, Mitchell«, knurrte mein Chef.

Mein Nachname lautet übrigens Maverick und mein Vorname Molly. Aus mir unerfindlichen Gründen fand ich nie den Mut, meinen Chef zu korrigieren. Es war absolut lächerlich, aber ich hatte ihn schon fast drei Jahre damit durchkommen lassen, und ihn jetzt noch darauf hinzuweisen, wäre nur noch peinlich gewesen.

Jedes Mal, wenn ich mein Gehalt erhielt, atmete ich erleichtert auf, dass wenigstens die Personalabteilung meinen Namen kannte.

Ich warf Mr Tucker ein schmallippiges Lächeln zu und wartete, bis er sich abwandte, ehe ich mir den Pony aus den Augen strich. Ich rutschte etwas tiefer in den Stuhl, drückte auf meinen Kugelschreiber und tat so, als ob ich mir Notizen machte.

Für den Alten sah es so aus, als sei ich eine ausgezeichnete Zuhörerin. In meinem Notizbuch allerdings entstand die Impression eines Nachthimmels voller Feuerwerk wie zur Feier des Vierten Juli; ein Symbol für den gegenwärtigen Zustand meiner aufstrebenden Karriere.

Auch wenn der festliche Himmel suggerieren könnte, es gäbe etwas zu feiern, kam die Vorstellung von Explosionen und Schießpulver meiner derzeitigen Gemütslage deutlich näher.

Mr Tucker ging unsere Bestandskunden durch. Mehrere Grafiker berichteten eine geschlagene Dreiviertelstunde, was sie in letzter Zeit Tolles vollbracht hatten, während ich mich auf die Details meiner Zeichnung konzentrierte, um nicht schnarchend einzuschlafen und mich noch mehr zu blamieren.

Als meine Kollegen mit Arschkriechen endlich fertig waren, zog Mr Tucker einen elfenbeinfarbenen Tonkarton heraus. Ganz egal, wie viele fortschrittliche Errungenschaften SixTwentySix Marketing in den vergangenen Jahren gemacht hatte, Mr Tucker war und blieb alte Schule.

Seine Vorstellung von Marketing kreiste um Zeitschriftenwerbung und anrufbasierte Umfragen. Ich war mir nicht einmal sicher, ob er überhaupt eine E-Mail-Adresse hatte. Irgendwann kurz nach dem Indien-Feldzug von Alexander dem Großen hatte er die Agentur gegründet und als Unternehmensnamen das Datum seines Hochzeitstages gewählt, damit er den nicht mehr vergaß.

Romantisch, nicht wahr?

Ich bin mir sicher, dass sich die erste Mrs Tucker geehrt fühlte. Ob Mrs Tucker Nummer zwei, drei und vier davon begeistert waren, bezweifelte ich jedoch.

»Wir haben einige neue Aufträge.« Der Boss grinste uns an, als hielte er die Gewinnzahlen vom Lotto in der Hand und einer von uns hätte den Jackpot geknackt. »Von wirklich hochkarätigen Kunden.« Augenzwinkert schaute er zu seinem Sohn und Erben des Unternehmens, Henry Tucker Junior, den ich seit der Weihnachtsfeier, auf der er mich betrunken angegraben hatte, nur noch den kleinen Macker nannte.

Henry markierte sogleich den dicken Mann und sonnte sich in der Anerkennung, die er nicht verdiente.

Im Büro verbrachte er mehr Zeit damit, Röcken hinterherzujagen, als zum Erfolg des väterlichen Unternehmens beizutragen, und verstand von modernem Marketing ungefähr so viel wie meine Schuhe. Zum Glück für die beiden Tuckers erhielten wir zusätzlich zu unserem Gehalt Erfolgsboni.

Allein dieser monetäre Anreiz hielt die Agentur am Leben. Nun ja, das Geld und der Kaffee. Und natürlich auch der Lieferservice vom Thai-Restaurant auf der anderen Straßenseite.

Außerdem hatte ich einen Großteil meiner kleinen Erfolge der täglichen Nervennahrungsration Weingummi zu verdanken.

Wie sonst sollte ich mich während der Projektarbeit wach halten? Zur Erinnerung, ich entwickelte Logos für Zahnarztpraxen, und die Anzahl von Zeichen, mit denen man ein Lächeln abbilden konnte, waren wirklich begrenzt.

Mr Tucker ging seine Liste durch und wies den Grafikern die neuen Projekte zu. Augenscheinlich ging er nach reinem Zufallsprinzip vor und hatte weder Information über die Kunden, noch kannte er seine Angestellten. Nach all den stundenlangen Besprechungen war ich inzwischen zu dem Schluss gekommen, dass er demjenigen das Projekt zuwies, der ihm zuerst ins Auge fiel oder an dessen Namen er sich ausnahmsweise erinnern konnte. Vielleicht waren es auch Hemden oder Krawatten in seiner Lieblingsfarbe oder eine Art Morsecode per Augenzwinkern.

Kurz gesagt, ich konnte kein System und keinen Sinn in diesem Aberwitz entdecken. Dieselben Grafiker, die in der vergangenen Woche Werbung gestaltet hatten, sollten in der darauffolgenden Woche für die Markenentwicklung verantwortlich sein. Doch obwohl Mr Tucker die Projektteams nach Lust und Laune zusammenwürfelte, waren wir trotzdem noch die führende Marketingagentur der Stadt.

Das einzig Gute an dem Führungsstil des Alten war, dass uns der Einsatz in den unterschiedlichen Marketingabteilungen zu Vielseitigkeit zwang. Eigentlich hatte ich bei der Agentur angeheuert, um mich auf Social-Media-Marketing zu spezialisieren, aber dank der mir zufällig zugeteilten Projekte verstand ich mich auch auf Logodesign, Markenentwicklung und Websitegestaltung.

»Und das führt uns zu unserem bisher größten Kunden in diesem Jahr.«

Mr Tucker machte eine theatralische Pause, während wir alle gespannt warteten. Es war erst Mitte Februar, daher gab es noch nicht so viele neue Kunden in seiner persönlichen Top-Ten-Vergleichsliste, doch im Büro hatten bereits Gerüchte über den neuen Kunden die Runde gemacht, und das Projekt war heiß begehrt.

»Wir brauchen mindestens drei Designer für das Projekt.« Henry hielt uns den Köder unter die Nase. »Also wird der Bonus geteilt.« Er grinste selbstgefällig. »Mit mir.«

Ich rümpfte die Nase, weil die Worte aus seinem Mund so schleimig klangen. Bei diesem Kunden ging es um mehr als nur Geld und den Erfolgsbonus. Man konnte sich damit einen...



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