E-Book, Deutsch, 278 Seiten
Hettlage / Bellebaum Alltagsmoralen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-658-02817-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die kulturelle Beeinflussung der fünf Sinne
E-Book, Deutsch, 278 Seiten
Reihe: Social Science and Law (German Language)
ISBN: 978-3-658-02817-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Im Alltag wissen wir über vieles so gut Bescheid, dass wir im Allgemeinen richtig „funktionieren“ können. Dieses Vorwissen ist aber kein methodisch erarbeitetes und kritisch reflektiertes Wissen über Zusammenhänge oder Gründe und Motive, schon gar nicht über gesellschaftliche Verknüpfungen. Insofern hat der Alltag seine eigene „Logik“, seine eigenen Relevanzen und eigene Handlungszwänge. Zu dieser eigenen Vernünftigkeit gehört auch ein spezifisches Wissen über das, was gut und schlecht, geschuldet und „gesollt“ ist. Solche moralischen Regelungen sind wesentliche Stabilisatoren, um vielfältige, alltägliche Situationen bewältigen zu können. Entsprechend streng ist die gesprächsweise („diskursive“) Verarbeitung der moralischen Selbstverständlichkeiten und die gemeinsame Sanktion in Form von Entrüstung, Verärgerung oder Verachtung bei Übertretung dieses moralischen Kodex. Es ist Aufgabe dieses Bandes den Alltag nach seinen impliziten ethischen Postulaten zu durchforsten. Dabei geht es überwiegend nicht um die theoretische Begründung der Pflichten (d.h. um Ethik), sondern um alltagsweltliches Erleben, Bewusstsein, Erwartungen und praktisches Handeln (d.h.um Moral). Beispielhaft zeigt sich dieser Zusammenhang an den 5 Sinnen, die alle moralisch bzw. kulturell „imprägniert“ sind.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;5
2;Kurze Wegleitung. Zur alltagsmoralischen Durchdringung der Sinne;7
2.1;Teil A Ethik und Alltagsmoral;7
2.2;Teil B Die Verbindung von Sinnesqualitäten und Alltagsmoral;8
2.3;Teil C Der anthropologische „Sinn der Sinne“;9
3;Teil A Ethik und Alltagsmoral;10
3.1;Alltagsmoralen Die Sinne und das pflichtgemässe Handeln;11
3.1.1;A Ethik und Moral;12
3.1.1.1;I Formale vs. materiale Begründungen der Ethik;14
3.1.1.2;II Gesellschaftlicher Alltag und Alltagsmoral;20
3.1.2;B Die alltagsmoralischen Pflichten der Sinne;31
3.1.2.1;I Die moralischen Pflichten der Augen;31
3.1.2.2;II Die Pflichten des Tastsinns – Kontakt, Berührung, Nähe und Distanz;35
3.1.2.3;III Die Pflichten des Ohres – die kommunikative Bedeutung des Hörens;39
3.1.2.4;IV Die Pflichten der Zunge und des Gaumens;43
3.1.2.5;V Der Geruchssinn als Feld der Normierung;50
3.1.3;Coda: Zurück zum Anfang;53
3.1.4;Literatur;56
4;Teil B Die Verbindung von Sinnesqualitäten und Alltagsmoral;60
4.1;Die fünf Sinne Körperliche Vorgaben und gesellschaftliche Einflüsse;61
4.1.1;1 Fünf Sinne;61
4.1.2;2 Rangordnung der Sinne;64
4.1.3;3 Gleichwertige Sinne;66
4.1.4;4 Beobachtungen;67
4.1.5;5 Benehmen;70
4.1.6;6 Fünf Sinne: Maßhalten;72
4.1.7;7 Tendenzen;76
4.1.8;Literatur;78
4.2;Zur Alltagsmoral der Blicke;81
4.2.1;1 Interaktion als Forschungsfeld;82
4.2.2;2 Interaktionsordnung: Interaktion und Alltagsmoral;87
4.2.3;3 Blicke in der Interaktion;91
4.2.4;4 Blicke und Alltagsmoral aus synchroner Perspektive: Fahrstuhl und Sauna;99
4.2.5;5 Blicke und Alltagsmoral aus diachroner Perspektive: Nacktheit am Strand;104
4.2.6;5 Ein Ausblick mit Worten;112
4.2.7;Bibliografie;113
4.3;Wer Ohren hat zu hören … Über eine zentrale Dimension der Welterfassung;117
4.3.1;1 Das Ohr;118
4.3.2;2 Schallquellen; Formen und Verbreitung;120
4.3.3;3 Hören;122
4.3.4;4 Zuhören;129
4.3.5;5 Überhören und Weghören;131
4.3.6;6 Was die deutsche Sprache noch über das Hören weiß;133
4.3.7;7 Ausblick;136
4.3.8;Literatur;138
4.4;Zwischen Apathie und Utopie Soziologisches und Phänomenologisches zumGeruchssinn am Beispiel des Ersten Weltkrieges;140
4.4.1;I Der ideologische Sinn und seine Politisierung: Die Listen der Propaganda;141
4.4.2;II Gerüche in Bewusstsein und Erfahrung: Der Gestank der Gräben;148
4.4.3;III Kultur und ihre Idealisierungen: Praktiken der olfaktorischen (Wieder-) Verzauberung;154
4.4.4;Literatur;158
4.5;Schmeckt’s? Über einen zentralen Ausschnitt unserermateriellen Welt;161
4.5.1;1 Eingrenzungen;161
4.5.2;2 Physiologisches zum Thema;162
4.5.3;3 Negative Geschmackserfahrungen;164
4.5.4;4 Situationen und für sie typische Lebensmittel;165
4.5.4.1;4.1 Hungersnot: Eicheln;165
4.5.4.2;4.2 Askese: Heuschrecken;166
4.5.4.3;4.3 Diätetik: Nur Pflanzliches;166
4.5.4.4;4.4 Völlerei: Rebhühner und Fasane; der Gourmet;167
4.5.5;5 Ein erster Blick in die Geschichte;167
4.5.6;6 Geschmacksqualitäten;168
4.5.7;7 Sozialforschung;170
4.5.8;8 Essverbote;171
4.5.9;9 Schmecken als individuelles und soziales Phänomen;172
4.5.10;10 Ein zweiter Blick auf die Geschichte des Geschmacks und ein Ausblick;174
4.5.11;Literatur;176
4.6;Der Tastsinn – Konstanten und Veränderungen;178
4.6.1;Zur Einleitung: Sinnesmetaphern und der Tastsinn;178
4.6.2;Elementares, Universalien;183
4.6.3;Geformte Berührungen;188
4.6.4;Die epochale Veränderungen: ausgewählte Aspekte;194
4.6.5;Literatur;201
4.6.6;Andere Quellen;201
5;Teil C Der Sinn der Sinne;202
5.1;Die Welt der Sinne und der Geist der Synästhesie Zur Medizin- und Kulturgeschichte der Körpererfahrung;203
5.1.1;I Kontext;203
5.1.2;II Sinne in physischer Hinsicht;204
5.1.3;III Sinne in Verbindung mit Sinn;210
5.1.4;IV Perspektiven;226
5.2;Sinn der Sinne Ästhesiologie und Soziologie bei Simmelund Plessner;228
5.2.1;Einleitung;228
5.2.1.1;1 Soziologie der Sinne;228
5.2.1.2;2 Ästhesiologie der Sinne;229
5.2.2;I Ästhesiologische Aussagen über die Sinne;230
5.2.3;II Soziologische Aussagen über die Sinne;233
5.2.3.1;II.1 Sozial-konstitutive Aussagen über die Sinne;234
5.2.3.2;II.2 Sozial-regulative Aussagen über die Sinne;236
5.2.4;Fazit;239
5.3;Zur Anthropologie der Sinne am Leitfaden der Selbstbezüglichkeit des Lebens;241
5.3.1;1 Die Heraufkunft des Sensualismus;241
5.3.2;2 Plessners Ästhesiologie;244
5.3.3;3 Lebenswelten: Verwandtschaft und Besonderheit;250
5.3.4;4 Das Leben in sich überschreitender Kontextualität;261
5.3.5;5 Die Geschichtlichkeit der Vernunft;266
5.3.6;6 Das Erleben – Modi der Reflexivität;267
6;Die Autoren;271




