Das Institut für Sexualwissenschaft 1919-1933
Buch, Deutsch, 681 Seiten, Format (B × H): 142 mm x 221 mm, Gewicht: 790 g
ISBN: 978-3-518-43054-5
Verlag: Suhrkamp Verlag
Als Magnus Hirschfeld 1919 sein Institut im Berliner Tiergarten eröffnete, schien der jungen Disziplin der Sexualwissenschaft die Zukunft zu gehören. Die umfangreiche Bibliothek, die vielfältigen Sammlungen, Beratungs- und Therapieangebote lockten Patienten und Besucherinnen aus der ganzen Welt an. Menschen aller Schichten konnten sich vor Ort über Empfängnisverhütung oder den Schutz vor Geschlechtskrankheiten informieren. Doch das Institut sollte lange die einzige Einrichtung mit dem Ziel bleiben, das Thema Sexualität in seiner ganzen Breite zu behandeln. Hirschfeld und seine Mitarbeiter waren dabei stets Anfeindungen durch politische und wissenschaftliche Gegner ausgesetzt, die 1933 in der Plünderung des Instituts durch die Nationalsozialisten und seiner Schließung mündeten.
In erzählt Rainer Herrn erstmals die wechselvolle Geschichte dieser berühmten Institution. Er stellt die Protagonisten vor, die sie prägten, schildert die Kämpfe um die Abschaffung des »Homosexuellenparagraphen« 175, folgt den Schicksalen der Menschen, die im Institut Hilfe suchten, und lässt, wie nebenbei, den Geist der Weimarer Republik lebendig werden.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Wissenschafts- und Universitätsgeschichte
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizin, Gesundheitswesen Medizinische Soziologie & Psychologie
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychologische Disziplinen Sexualpsychologie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizin, Gesundheitswesen Geschichte der Medizin
Weitere Infos & Material
Auf dem Weg zum Institut
I. Aufbruch
Ein Konzept wird umgesetzt (1919-1922)
Zwischen Lehranstalt und Propagandazentrale
Der Kampf um die (akademische) Anerkennung
Sexualtherapie mit dem Skalpell
Umpolung und Verjüngung – die »Steinachoperation«
Vermessung der Leidenschaft
Konstitutionsforschung
Vereint gegen die Strafrechtsreform
Der Aktions-Ausschuss
»Die Ärzte werden die Richter der Zukunft sein«
Gutachterliche Strategien
II. Ernüchterung
Inflation, Anerkennung und Selbsterhaltung (1923-1925)
»Eros im Museum«
Gesammelte Leidenschaften
Eugenik, Familienplanung und das Recht der Lust
Die Ehe- und Sexualberatung
Homosexualität und das Gesetz
Der Preis des Freispruchs
Bündnis auf weiter Front
Das Kartell für Reform des Sexualstrafrechts
Unordnung der Geschlechter I
Transvestiten und Hermaphroditen
Pille, Placebo, Psychotherapie
Medikamentenentwicklung
III. Umbruch
Von der Sexualwissenschaft zur Sexualreform (1926-1928)
Aufklärung für die Massen
Verhütung, Abtreibung und die »Frageabende«
Vom Gegenentwurf zur Gegengründung
Die Weltliga für Sexualreform entsteht
»Pubertätskrisen«
Jugend vor Gericht
Ladung, Hemmung, Widerstand
Die therapeutische Wende
IV. Entscheidung
Persönliche Angriffe, politische Erfolge, substanzielle Verluste (1929-1933)
Sieg und Niederlage
Hirschfelds Rückzug aus der Homosexuellenbewegung
Sinnkrise und Neuerfindung
Die Popularisierung der Sexualwissenschaft
Unordnung der Geschlechter II
Der Wunsch nach operativer Angleichung
Forensischer Perspektivwechsel
Der »Fall Lieschen Neumann«
Im Wartestand
Die letzten Jahre
V. Auslöschung
Ein Feindbild wird vernichtet
Die Schicksale der Institutsmitarbeiter




