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E-Book

E-Book, Deutsch, 600 Seiten

Hermann Jastro-Expedition

Gefährliches Abenteuer
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7412-0326-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gefährliches Abenteuer

E-Book, Deutsch, 600 Seiten

ISBN: 978-3-7412-0326-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Als sie in einer Tempelanlage ein kristallenes Auge finden, eröffnet sich den beiden Wissenschaftlern Werner Hermann und Luise Braun eine ganz neue, aufregende, aber auch erschreckende Welt. Das Auge scheint ein Relikt einer Insel zu sein, die vor über fünftausend Jahren im Atlantik unterging. Damit haben die beiden eine erste Spur zu uraltem Wissen in den Händen - und zum größten Geheimnis unserer Zeit: Atlantis! Ein Geheimnis, dem sie nicht allein auf der Spur sind. Schon bald müssen Werner und Luise erfahren, dass sich ein mächtiger Gegner auf ihre Fährte gesetzt hat. Ein Mann - oder Wesen? - in dem das Vermächtnis von Atlantis weiterlebt. Und die Gier, die Welt zu beherrschen. Dieses Band aus dem Jahre 1996 war der Startschuss der Mystery-Abenteuer Geschichte um die Jastro-Expedition, und einer Reihe im Stil der Archäologie- und Abenteuererzählung der Gegenwart. Verfolgen Sie die gefährlichen Abenteuer von Werner und Luise, und lassen Sie sich überraschen!

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Prolog:


Jason Richards war Geschäftemacher – einer von der Sorte, die die Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen weidlich ausnutzen und keineswegs zimperlich mit den Gesetzen umgehen.

Mehrfach in verschiedenen Ländern vorbestraft, insgesamt 8 Jahre hinter schwedischen Gardinen; Hehler, Dealer, Mädchenhändler – sein Lebenslauf las sich spannender als mancher Kriminalroman.

Er lebte nicht schlecht von seinen illegalen Geschäften, wirkte aber mit 38 Jahren schon wie ein Fünfundfünfziger. Sein aufgeschwemmtes Gesicht mit den kleinen, listig blickenden Schweinsäuglein kannten die Bewohner der Fidschiinseln ebenso wie die Menschen im östlichen Neuguinea.

Es war eine Ironie des Schicksals, dass Jason Richards unter Höhenangst litt, aber dennoch nicht auf sein eigenes Flugzeug verzichten konnte.

Seine alte Noorduyn Norseman, eine einmotorige, mit Schwimmern ausgerüstete Maschine, bot Platz für einige Passagiere und ausreichend Gepäck.

Die Produktion der äusserst robusten Norseman war zwar 1951 eingestellt worden, in Kanada und der Arktis war sie aber selbst nach vierzig Jahren noch häufig anzutreffen. Nach der Begegnung mit einem philippinischen Frachter und der Übernahme heisser Ware war Jason nachts auf offener See gestartet.

Bei Sonnenaufgang verwandelte sich der Ozean in ein gleissendes Lichtmeer. Die Blendwirkung und das satte Motorgeräusch wirkten einschläfernd.

Immer öfter blinzelte Jason und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen. Irgendwann zuckte er jäh zusammen. Er glaubte, urplötzlich eine Stimme zu hören, die zu ihm sprach – obwohl er allein im Flugzeug sass!

Benommen schüttelte Jason den Kopf. Aber nichts veränderte sich.

Knapp 700 Fuss unter ihm erstreckte sich die endlose Wasserwüste.

Die Schmerzen überfielen ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

Es war, als würden glühende Nadeln seinen Schädel durchbohren.

Jason Richards schrie auf und verriss die Maschine.

Während sich das Motorgeräusch änderte und zu einem bösartigen Summen wurde, kippte der Horizont in die Senkrechte.

Die Noorduyn Norseman begann über die linke Tragfläche abzuschmieren. Die Schmerzen und das Entsetzen lähmten Jasons Überlegungen.

Oft hatte er nur bei dem Gedanken daran, eines Tages mit dem Flugzeug abzustürzen, Wasser und Blut geschwitzt.

Rasend schnell kam die Wasserfläche näher.

Jason blieb kaum Zeit, darüber nachzudenken.

Verzweifelt bemühte er sich, dem Motor eine höhere Schubkraft abzuringen und mit dem Seitenruder die Fluglage zu stabilisieren.

Die Luftströmung an den Tragflächen durfte nicht abreissen.

Dicht über der See fing er das Flugzeug ab. Für eine sichere Wasserung wäre die Geschwindigkeit allerdings viel zu hoch gewesen.

>>Bei allen Heiligen!<< stiess er halblaut im Selbstgespräch hervor.

>>Jason, du bist dem Sensemann gerade noch von der Klippe gesprungen.<< In den wenigen Sekunden hatte er Todesqualen durchlitten.

Vor Entsetzen, aber auch vor Erleichterung zitternd, zwang er die Norseman in den Steigflug. Am Horizont tauchte eine dicht bewaldete grössere Insel auf.

Vorgelagerte Korallenbänke färbten das Meer türkis.

Jason fischte eine Zigarette aus dem silbernen Etui, schaffte es aber nicht mehr, sie anzuzünden. Eine neue Welle der Übelkeit überfiel ihn wie aus heiterem Himmel. Ihm wurde schwarz vor Augen. Nun war er sicher, nicht mehr allein zu sein. Unbarmherzig sprang ihn die Angst an.

Wie Feuer brannten die Blicke eines Fremden in seinem Nacken.

Mit der rechten Hand griff er unter sein Sakko und zog den Revolver aus dem Schulterholster.

>>Na los!<< rief er halb über die Schulter nach hinten.

>>Komm schon raus aus deinem Versteck!<<

Nichts regte sich. Die Waffe entsichert, wandte er sich im Pilotensitz um.

Die Kabine war vollgestellt mit Kisten und wasserdicht verschweissten Plastiksäcken. Unter Freunden hatte das Zeug einen Wert von drei Millionen Dollar. Kein Wunder, wenn jemand versuchte, sich eine Scheibe vom Kuchen abzuschneiden.

>>Treib es nicht auf die Spitze, Freundchen! Ich weiss, dass du da bist.<<

Jasons Unbehagen wuchs. Das Gefühl, beobachtet zu werden, trieb ihm den Schweiss aus allen Poren. Da die Norseman keine automatische Steuerung hatte, durfte er den Pilotensitz während des Fluges nicht verlassen.

Der Unbekannte konnte ihn leicht mit einem gezielten Schuss niederstrecken. >>Was willst du?<< fragte er heiser. Ein seltsames rötliches Leuchten, winzigen Elmsfeuern gleich, huschte über die Holme der Frontscheibe.

Als sich Jason darauf konzentrierte, nahm das unstete Flackern Gestalt an.

Das waren die Anzeichen eines beginnenden Höhenkollers.

-Ich muss verrückt sein!- schoss es ihm durch den Sinn.

Zwei grosse rote Augen starrten ihn von ausserhalb der Scheibe an, sie durchdrangen das Glas, als wäre es überhaupt nicht vorhanden, und schwebten langsam auf ihn zu. Jason stiess ein ersticktes Gurgeln aus.

Mit einer heftigen Handbewegung wollte er das unheimliche Gebilde zur Seite wischen. Er schaffte es nicht. In seinem Schädel explodierte eine fremde Stimme: -Ich brauche dich! Du kannst mir nicht entrinnen.-

Jason Richards stiess einen heiseren Schrei aus.

Dass die leuchtende Projektion zu ihm sprach, überstieg sein Begriffsvermögen. Wer hatte ihm dieses verfluchte Kuckucksei ins Nest gelegt?

-Du wirst das Flugzeug vor der Insel wassern…-

>>Niemals! Lieber fahre ich zur Hölle, als euch den Triumph zu gönnen.<<

Jason war jetzt überzeugt davon, dass die schmutzige Konkurrenz die Hände im Spiel hatte. Er ignorierte die fluoreszierenden Augen und blickte suchend nach hinten. Der Projektor, der das Abbild erzeugte, stand vermutlich irgendwo zwischen der Fracht. Aber auf jeden Fall gut verborgen.

Die Insel war inzwischen deutlicher zu erkennen.

Dichter Regenwald überzog sie wie ein undurchdringlicher Panzer, der vor neugierigen Blicken schützte. Jason ahnte, dass zwischen den Mangroven des Uferdickichts Ferngläser auf sein Flugzeug gerichtet waren.

Wahrscheinlich warteten Kerle in schnellen Motorbooten auf ihn.

Nie und nimmer würde er auf dem Wasser niedergehen.

Obwohl ihm das Herz bis zum Hals schlug, zog er die Norseman weiter in die Höhe. Im nächsten Moment rang er nach Luft. Seine Kehle war wie zugeschnürt. -Den Motor drosseln!- hämmerte es in ihm. -Versuche nicht, dich zu widersetzen!-

Verkrampft hielt er die Maschine im Steigflug.

Der Höhenmesser zeigte inzwischen über tausend Fuss.

Selbst mit Gewehren würden ihn seine Widersacher nicht vom Himmel holen können. Doch das Unheil war nicht mehr aufzuhalten.

Öliger Qualm kräuselte sich über die Frontscheibe.

Gleich darauf schlugen Flammen aus dem Motor.

Jason handelte instinktiv. Der beginnende Vergaserbrand war nur bei abgestelltem Motor und schnellem Sturzflug zu löschen.

Dann würde der scharfe Fahrtwind das Feuer ausblasen, bevor es weiter um sich griff. Aber noch ehe er die Benzinzufuhr unterbrechen konnte, verschwanden die Ölflecken von der Scheibe. Auch die Flammen waren wie weggewischt.

>>Verrückt!<< murmelte Jason ungläubig. >>Ich weiss doch, was ich sehe.<< Gierig nahm er den Klang der eigenen Worte in sich auf.

Sie waren so etwas wie der letzte Halm, nach dem ein Ertrinkender griff.

Das Gefühl, langsam, aber sicher den Boden unter den Füssen zu verlieren, wurde unerträglich.

-Das war nur eine Warnung!- hörte er wieder jene Stimme, deren Ursprung er sich nicht erklären konnte, die jedoch direkt in seinen Gedanken zu entstehen schien. -Ich habe die Macht, deinen Willen zu brechen.-

Du kannst mich…<< sagte er laut und bestimmt.

Wahrscheinlich hatte sein Gegner Wanzen installiert.

>>Wer bist du, du verdammter Dämon?<<

Diese rot leuchtenden, jeweils faustgrossen Augen, die ihn unentwegt anstarrten, hatten sich nicht verändert. Langsam schwebten sie heran und verharrten über der Instrumententafel.

-Du siehst mich, aber du ignorierst meine Existenz. Sind heute alle Menschen so?-

>>Wer bist du?<< fragte Jason mit Nachdruck. Er war verrückt, dass er mit einer Projektion redete. Obwohl – jede solche Abbildung erlosch, sobald man den Lichtstrahl des Projektors unterbrach. Er bewegte den Arm vor den beiden fluoreszierenden Augen hin und her, aber nichts geschah.

-Ich habe lange Zeit geruht und wurde erst durch ungewöhnliche Vorkommnisse geweckt.-

Das Unheimliche war fast körperlich spürbar.

Jason begann zu verstehen, dass er die Gefahr völlig falsch eingeschätzt hatte. Dieses Ding, was immer es war, konnte ihn jederzeit töten.

Jason kannte nur ein Gesetz: Du oder ich – das war alles, was für ihn zählte.

Er riss den Revolver hoch und drückte ab. Zweimal hintereinander.

Das erste 38er Geschoss liess die Frontscheibe splittern.

Der eindringende Fahrtwind wirbelte die Kartenblätter hoch und verstreute sie in der Kabine. Der zweite Schuss beschädigte die Instrumententafel.

Eine knisternde Entladung verriet, dass wichtige Teile getroffen worden waren. Zudem breitete sich der beissende Geruch schmorender Isolierungen aus.

Der Motor begann zu spucken. Die Augen waren immer noch da.

Obwohl beide Kugeln durch sie hindurchgegangen waren, zeigte sie keinerlei Wirkung. Die Noorduyn Norseman verlor Öl.

Diesmal war es bitterer Ernst. Jason hatte...



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