E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Hermann Der Rendite-Plan
1. Auflage 20. November 2022
ISBN: 978-3-98756-334-8
Verlag: Rendite-Plan
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Rechenbuch zum Reichtum + Mit Renditeverstärkern zum besten Vermögensaufbau + 1000 % Gewinn
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-98756-334-8
Verlag: Rendite-Plan
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Michael Hermann, Jahrgang 1965, Ehemann einer bezaubernden Frau und stolzer Vater von 4 prächtigen Kindern, Architekt, Gutachter, Verwalter, Investor
Autoren/Hrsg.
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Bar unter dem Kopfkissen
Eine langweilige Berechnung: 20.000 Euro bar unter dem Kopfkissen oder in der Matratze eingenäht. Diese sind nach 20 Jahren immer noch 20.000 Euro, vorausgesetzt sie sind noch da, also nicht geklaut oder versehentlich entsorgt.
Doch ist das sicher in Bezug auf Vermögensvorsorge? Nein. Denn wenn wir nun den Kaufkraftverlust, sprich die Inflation, berücksichtigen, wird uns übel.
Die heftigen Inflationsraten im Jahre 2022 von mehr als + 8 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat, z.B. im Oktober 2022 + 10,4 % in Deutschland (Quelle: de.statista.com) müssen uns nicht nachhaltig schrecken. Ähnlich hohe Inflationsraten gab es bereits von 1973 bis 1975, während der Ölpreiskrise, mit Peak im Dezember 1973 mit + 7,8 %. Das sind zeitlich begrenzte Spitzen, jeder Monat variierend. Aber die durchschnittliche Inflation müssen wir bei Geldanlagen bedenken. Denn Inflation vernichtet Geldwerte.
Inflation bedeutet, die Preise steigen. Du kannst für das gleiche Geld also weniger kaufen. Das Geld ist weniger wert.
Genauer: Wir bekommen für unsere 20.000 Euro nicht mehr das Gleiche wie vor 20 Jahren. Statt dem Mittelklassewagen kannst Du Dir nach 20 Jahren mit dem gleichen Betrag nur noch einen Kleinstwagen leisten. In den Warenkorb passen bei gleichem Betrag weniger Dinge.
Die Inflationsrate ermitteln Testkäufer anhand von Preisen definierter beliebter Produkte. Die Kosten für diesen Warenkorb werden dann verglichen. Die Preissteigerung namens Inflation betrug in den vergangenen 50 Jahren in Deutschland gemäß Rechenhilfe des Statistischen Bundesamtes; Verbraucherpreisindex für Deutschland bzw. Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte (früheres Bundesgebiet) im Zeitraum Oktober 1972 bis Oktober 2022: + 256,6 %.
Um die durchschnittliche jährliche Teuerungsrate bzw. Inflationsrate zu erhalten, nehmen wir die Steigerung 256,6 % (2,566) und den Startbetrag 100 % (1,00) und ziehen hieraus die 50te Wurzel und bringen danach wieder den Startbetrag 100 % = 1 in Abzug, somit 50v3,566 - 1 = 1,02575 - 1 = 0,02575 (dezimal)
bzw. in Prozent rund + 2,5 % .
Wir merken uns:
Die über einen langen Zeitraum von 50 Jahren ermittelte durchschnittliche Teuerungsrate (Inflationsrate) in Deutschland können wir als nahezu immerwährenden Normalpegel annehmen mit
jährlich + 2,5 %.
Für die langjährige Inflation bzw. Teuerung müssen wir die Inflationsrate plus 1 mit der Jahreszahl exponieren mit der Formel (IR+1)^n - 1 somit nach 20 Jahren (0,025+1)^20 - 1 = 1,025^20 - 1
= 1,64 - 1 = 0,64 (dezimal) bzw. in Prozent + 64 %.
Die verbleibende Kaufkraft pro Jahr ergibt sich aus dem Kehrwert (hier jetzt ohne Abzug von 1), somit jährlich 1 / 1,025
= 0,9756 (dezimal) bzw. in Prozent 97,56 %.
Die verbleibende Kaufkraft langjährig beträgt mit der Formel
1 / (IR+1)^n somit nach 20 Jahren (1 / 1,025^20) = 1 / 1,64
= 0,61 (dezimal) bzw. in Prozent 61 %,
oder verkürzt 0,9756^n somit 0,9756^20 = 0,61 bzw. 61 %.
Ein Beispiel zum Verdeutlichen ohne Formelrechnung:
Vor 20 Jahren konntest Du für Deine Semesterfete 100 Donuts für je 1 Euro = 100 Euro kaufen.
Heute bekommst Du für 100 Euro nur noch 61 Donuts, der Preis für die Donuts ist um ca. 64 % auf 1,64 Euro gestiegen.
Von den 20.000 Euro unter dem Kopfkissen verbleibt nach 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft von 61% des Betrages, somit sind Deine nominalen 20.000 Euro nach 20 Jahren, mal 0,61, nur noch wahre 12.200 Euro an Kaufkraft wert.
Die reale Rendite nach 20 Jahren im Ergebnis:
12.200 Euro / 20.000 Euro = 0,61 fache bzw. -39 %
Das neu erwirtschaftete Kapital der Geldanlagen-Variante „Bar unter dem Kopfkissen“ hat nach 20 Jahren mit Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes nur noch einen wahren Wert vom 0,61-fachen des eingesetzten Kapitals.
Mehr als ein Drittel des Geldes ist verloren. Wir sind wegen des Kaufkraftverlustes im Minusbereich der Rendite. Dies ist überhaupt keine Vermögensanlage.
Das gute alte Sparbuch
Vielleicht kommt es ja wieder, das gute alte Sparbuch mit vereinbarter Kündigungsfrist von 3 Monaten. Von vielen vergessen, da eine jährliche Verzinsung von weniger als 0,1 % in der letzten Zeit nicht gerade attraktiv war.
Hier die jährliche Verzinsung bei Sparbuch-Spareinlagen in den letzten 20 Jahren:
| Stand | Zinssatz | Stand | Zinssatz |
| 09-2003 | 2,04 % | 09-2013 | 0,96 % |
| 09-2004 | 2,13 % | 09-2014 | 0,70 % |
| 09-2005 | 2,00 % | 09-2015 | 0,42 % |
| 09-2006 | 2,10 % | 09-2016 | 0,26 % |
| 09-2007 | 2,44 % | 09-2017 | 0,19 % |
| 09-2008 | 2,59 % | 09-2018 | 0,15 % |
| 09-2009 | 1,61 % | 09-2019 | 0,12 % |
| 09-2010 | 1,52 % | 09-2020 | 0,10 % |
| 09-2011 | 1,55 % | 09-2021 | 0,08 % |
| 09-2012 | 1,24 % | 09-2022 | 0,09 % |
* Entnommen der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank für Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist bis 3 Monate.
Im Durchschnitt der letzten 20 Jahre betrug der jährliche Sparzins somit immerhin rund 1,11 %.
Diesen durchschnittlichen Zinssatz wollen wir jetzt für unseren Vergleich mit anderen Geldanlageformen verwenden. Für einen Relativvergleich ist bei allen Geldanlagen der mittlere Ansatz wohl gut gewählt. Wenn sich der Markt bewegt, dann bewegt er sich in allen Teilen. Wenn sich der Zinssatz der einen Anlageform verändert, ist zu unterstellen, dass sich auch der Zinssatz der anderen Anlageformen ändert.
Da können wir jetzt rechnen: Startkapital von 20.000 Euro x 0,0111 (1,11 %) ergeben an Ertrag im ersten Jahr 222 Euro.
Zinseszinseffekt: Nicht nur auf das Kapital gibt es Zinsen, sondern auch auf die Zinsen der Vorjahre, welche den Ansparbetrag erhöht haben.
Mit Zinseszins (ZZ) nach 10 Jahren ergeben die 20.000 Euro mit der Formel ZZn = (1+Z)n -1, somit (1+ 1,11%)10 -1 = 1,011110 -1
= 1,12 - 1 = 0,12 (dezimal) bzw. in Prozent + 12 % und somit einen Zinsertrag von 2.400 Euro.
Kapital nach 10 Jahren 22.400 Euro (1,12-fache).
Und mit Zinseszins (ZZ) nach 20 Jahren ergeben die 20.000 Euro mit der Formel ZZn = (1+Z)n - 1, somit (1+ 1,11%)20 -1 = 1,011420 - 1
= 1,25 - 1 = 0,25 (dezimal) bzw. in Prozent + 25 % und somit einen Zinsertrag von 5.000 Euro.
Kapital nach 20 Jahren 25.000 Euro (1,25-fache).
Doch auf Kapitaleinkünfte wird Kapitalertragsteuer erhoben, pauschal 25 %. Elegant im Hintergrund und anonym führen Banken in Deutschland diese Steuern an das zuständige Betriebsfinanzamt abgeltend ab. Zumeist erübrigt sich dann eine Angabe in der Steuererklärung, eine Anlage KAP (Formular für Einkünfte aus Kapitalvermögen) muss dann auch nicht ausgefüllt werden.
Da die Zinserträge jährlich berechnet werden, besteht die Aussicht hierfür jedes Jahr den Sparerfreibetrag nutzen zu können. Bis zum 31.12.2022 waren dies je steuerpflichtige Person 801 Euro je Steuerjahr; ab dem 01.01.2023 sind dies gemäß Entwurf des Jahressteuergesetztes je steuerpflichtige Person 1.000 Euro im Steuerjahr. Bis zu dieser Höhe wären Einkünfte aus Kapitalvermögen steuerfrei.
Da unser jährlicher Zinsertrag kleiner ist als der Sparerfreibetrag, gehen wir in unserem Beispiel davon aus, dass keine Kapitalertragssteuer anfällt.
Versäume nicht, Dir beim kontoführenden Kreditinstitut hierfür einen Freistellungsauftrag einzurichten. Du kannst Deinen Sparerfreibetrag auch aufteilen auf mehrere Kreditinstitute. Aber Du musst die Übersicht behalten: Insgesamt darf je steuerpflichtige Person der Freibetrag von 1.000 Euro nicht überschritten werden.
Das Versäumen der Einrichtung des Freistellungsauftrages würde dazu führen, dass Deine Zinserträge in vollständiger Höhe versteuert würden; dies bedeutet, die Kapitalertragsteuer wird vom Kreditinstitut zwanghaft an das Finanzamt abgeführt. 25 % Deiner Zinserträge wären verloren.
Doch die Freude über den erzielten Zinsertrag und das gekonnte Vermeiden des Kapitalertragssteuer-Abzugs wird getrübt:
Da ist ja noch der Kaufkraftverlust zu berücksichtigen. Das gesamte neue Kapital aus Ursprungskapital 20.000 Euro + Zinsertrag 5.000 Euro = 25.000 Euro...




