E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten
Reihe: Oldtimer-Trilogie
Heilsberg / Albus / Hennig Oldtimer-Frühling
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-5348-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Oldtimer-Trilogie Teil 2
E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten
Reihe: Oldtimer-Trilogie
ISBN: 978-3-7597-5348-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Frühling 2023: Der Oldtimerliebhaber Dr. Joe Heilsberg aus Oelde bereitet sich mit seiner großen Liebe J.B. auf die Oldtimer-Rallye 'Rund um Oelde' vor. Zu Pfingsten besuchen sie seinen ehemaligen Doktorvater Phil Mälzer in Ludwigsburg zu einer besonderen Oldtimer-Ausstellung. Dort stolpert Joe in eine Detektivgeschichte, mit der sich die SoKo Ludwigsburg mit Unterstützung des Marbacher Rentner-Cop Phil bereits beschäftigt. Zurück in Westfalen nimmt er dort die Spur der Täter auf, um diese mit Intelligenz, Humor und etwas Glück zu überführen. Den Hausarzt und Sportmediziner beschäftigen aber auch schwere Fälle und große Aufgaben in seiner Praxis in Oelde.
Joe Heilsberg geb. 1969 in Oelde/Westf., Arzt, Hunde- und Oldtimerliebhaber. Die 'Oldtimer-Trilogie' ist sein Erstlingswerk.
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26. MAI 2023 (FREITAG) OELDE (J.H.). Es war noch dämmrig, als Joe und J.B. noch verschlafen am Frühstückstisch saßen. Sein Mengkornbrot mit Aprikosenmarmelade kaute Joe genüsslich und überlegte fieberhaft, ob sie an alles gedacht hatten für die lange Reise nach Marbach zu Phil. Dort sollten sie dann wohl noch am Abend die von Phil so geliebte oder gar vergötterte Kommissarin Marion kennenlernen und am nächsten Tag den Singer im Innenhof des Residenzschloss Ludwigsburg ausstellen. Eigentlich sollte der Blaue ja Ersatz für den größeren Roten sein, aber dieser wird vermutlich doch ausgestellt werden können. Joe dachte gerade wie, die beiden sich wohl vertragen werden, als J.B. ihn fragte, warum er denn so verträumt lächelte. Sie fand die Idee süß, aber viel Zeit, um das weiter zu spinnen, blieb dem Liebespaar nicht. „Gut, dass wir schon am Vorabend alles gepackt und den Trailer mit dem Singer an den Wrangler gehängt haben. Von mir aus können wir bald starten“, drängte J.B. behutsam den noch kauenden Joe. Eine lange Reise über rund 470 km von Oelde nach Marbach am Neckar lag vor Ihnen. Oelde, die Heimatstadt von Dr. Joe Heilsberg ist eine schöne mittelgroße Stadt mit rund 30.000 Einwohnern im Kreis Warendorf mit Anschluss an die Autobahn A2 vom Ruhrgebiet über Hannover nach Berlin sowie an die Bahnstrecke in gleicher Richtung. Wenn man auf einer Landkarte Dortmund und Bielefeld sowie Münster und Paderborn mit einer Linie verband, trafen sich die Linien in Oelde. Wobei sich Oelde genau in der Mitte zwischen Paderborn und Münster befindet. Darum fügte es sich gut, dass Joe in Münster Medizin studierte und in Paderborn seine Doktorarbeit in der Sportmedizin gemacht hat. Sein Doktorvater war Professor Phil Mälzer, der seit seinem Ruhestand wieder in seiner Heimatstadt Marbach lebte. Marbach am Neckar war für den Ur-Westfalen Joe unbekanntes Terrain. Darum plante er die Reise im Vorfeld gründlich. Gewählt hat er die Route über die Autobahnen A2 A1, dann A45, A5, A67, A6 und dann A81 bis zum Ziel. Probleme könnte es wegen der A45-Brücke über das Rahmedetal in Lüdenscheid geben, die keine drei Wochen zuvor am 07. Mai gesprengt wurde. Ein Kollege aus dem Vorstand des ‚Sportärztebund Westfalen e. V.‘ hatte aber auf dem Arbeitsweg zweimal täglich dieses Hindernis zu umfahren. Dann sollten sie es doch auch hinbekommen. Zumal das Gespann das fehlende Tempolimit einer deutschen Autobahn nicht auskosten konnte. Aber Joe war sowieso nicht der Raser. Er hatte noch nie eine Geschwindigkeitsbegrenzung bewusst unbeachtet gelassen, denn er mochte stressfreies Reisen und war sich als Wissenschaftler sicher, dass man so auch schneller als Ziel käme, hielten sich nur alle daran. Die Stauforschung sprach von drei Haupttheoremen. Dem Schmetterlingseffekt, unsichtbaren Wellen und der Tragik des Zufalls. Beim Schmetterlingseffekt ist ein einzelner Fahrer Ursache eines Staus zum Beispiel auch durch einen Überholvorgang oder einen Verbremser. Und die Lösung wäre, wenn alle mit gleicher konstanter Geschwindigkeit führen. Und eben solche Effekte führten dann wohl auf dem Weg durch Lüdenscheid zu mannigfachen Staus. Er dachte mitleidsvoll an seinen lieben Kollegen als, sie die Paulmannshöher Straße passierten. Die Adresse kannte Joe noch bevor er 1994 als Student nach dem Physikum Mitglied im Sportärztebund wurde. Denn dort war nicht nur die Anschrift der Sportklinik Hellersen, sondern auch die seines Landesverbandes Westfalen. Damals hatte er den Chefarzt der Orthopädie angeschrieben und um Rat gefragt, ob er als zukünftiger Orthopäde und Sportmediziner denn eine Dissertation annehmen solle, die vor allem immunologische Reaktionen auf ein Übertraining untersuchten. Der damalige Chef, der für ihn nun seit 10 Jahren, seit er im Vorstand des Sportärztebundes ist, ‚der Reinhard‘ war, riet Joe vor dreißig Jahren dringend zu der Promotion bei Phil Mälzer in Paderborn. Dort wurden nicht nur die Fußballweltmeister und auch die Olympiasieger im Feldhockey betreut, sondern dort war auch das Zentrum der Immunologie-Forschung in der Sportmedizin. Das sollte Joe später nicht nur in der Corona-Pandemie Wissensgrundlage für sein ärztliches Handeln sein. Auch die Beschäftigung mit Mineralien, Spurenelementen und Aminosäuren sowie deren Zusammenhänge mit dem Übertrainingssyndrom begleiteten Joe noch in seinem täglichen medizinischen Alltag als Allgemeinmediziner. Denn das Übertrainingssyndrom im medizinischen Alltag sind Stresserkrankungen und das sogenannte Burnout-Syndrom. Joe wollte Orthopäde und Sportmediziner werden, da war er gerade 14 oder 15 Jahre alt und in der achten Klasse. In der Grundschule wollte er noch Chemiker werden. So stand es dann auch in ‚Die Glocke‘, als er als Neunjähriger in einem Schreibwettbewerb der ‚Beckumer Zeitung‘ den zweiten Platz gemacht hatte. Er sammelte damals Briefmarken und hat dann über einen Pakistani berichtet, den er angesprochen hatte, ob dieser Briefmarken für ihn hätte. Lange ist es her. Joe interessierte sich schon früh für Fremde und deren Kulturen. Jedoch bis heute verspürt er keinen Drang, diese vor Ort kennen zu lernen. Die Briefmarken und der Finger auf der Landkarte reichten ihm. J.B. fliegt auch nicht gerne und somit hatten sich zwei gefunden. Aber es gab viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen den beiden. Jetzt erinnerte ihn der Finger auf der Landkarte, dass sie an Siegen vorbeifahren mussten. Dort wohnte seine gute Freundin Claudia, die er wohl zehn Jahre kannte. Vor zwei Wochen hatte diese ihn angerufen. Sie hatte die Idee, dass sich nach der Corona-Zeit beide Praxis-Teams treffen könnten, um sich über die Pandemie und die aktuelle Situation in den Praxen auszutauschen. In genau zwei Wochen wollten sie sich in Winterberg treffen. Was spricht denn dagegen, dass man sich fernab des Themas Praxis einfach schon heute sieht? Und statt einer Rast auf einer Autobahnraststätte führten ihn darum seine Gedanken zu der Freundin in Siegen, die im Scherz immer sagte, dass Siegen schlimmer sei als Verlieren. Ein kurzes Telefonat hatte gereicht, dass sich zwei freuten wie Bolle, der zu Pfingsten nicht wie Joe nach Ludwigsburg, sondern nach Pankow reiste und sich mit Mostrich seine weiße Weste angeschmiert hatte. Dieses Lied hat ihm sein Vater beigebracht, der Schlawiner. Joe und Claudia drückten sich herzlich und lange. Über die Oldtimer hatten sie schon oft gesprochen und geschrieben. Aber jetzt sahen Claudia und ihr sympathischer Mann Mathias erstmals den Blauen in natura. „Der ist ja niedlich. So klein habe ich mir den aber nicht vorgestellt. Auch auf den Bildern wirkt der größer. Aber, um ehrlich zu sein, gefällt der mir in echt sogar noch viel besser“, stellte sich Claudia an den Trailer. „Kennst Du eigentlich die Historie von dem Oldie? Dann würden wir die gerne erfahren bei einer Erfrischung. Das ist mir lieber, als dass wir hinterher über unsere Arbeit reden. Über die Probleme in den Praxen werden wir genug in Winterberg reden können. Und was sonst so läuft, darüber schreiben wir uns ja eh immer zeitnah. Komm wir setzen uns auf die Terrasse. Ich habe schon alles vorbereitet.“ „Naja ganz ohne Medizin bleibt unser Gespräch dann doch nicht. Interessanterweise fängt die Geschichte meines Singers auch mit einem Kollegen an. Denn am 23. Juli 1934 wurde der Wagen ausgeliefert an den vierundzwanzigjährigen Anthony Stedman Till, bekannt als `Tim´, der den Singer geschenkt bekam, als er Facharzt für Chirurgie wurde. Haha. Dann wäre es jetzt Zeit, Eurer Tochter zum gerade bestandenen Staatsexamen in Medizin einen fahrbaren Untersatz zu schenken. Aber schenkt der Guten wohl besser eine bleibende Erinnerung. So wie damals dieser seltene Sportwagen. Die Lieferadresse war 9 Orme Square W.2 London. Ganz in der Nähe wohnten wir 1989 im Rahmen unserer Jahrgangsstufenfahrt nach England und gegenüber im Hyde Park stand ich mit einer weiteren guten Freundin am Kensington Palace. Irene hat mich, als ich in der zwölften Klasse lange krankheitsbedingt gefehlt habe, immer auf dem Laufenden gehalten. Stundenlang haben wir später gemeinsam mit unseren Hunden Spazierfahrten durch den Wald gemacht. Wir haben uns bestimmt ein viertel Jahrhundert nicht gesehen, da sie in der Nähe von Hamburg lebt. Dort ist sie als Juristin und Betriebswirtin im Vorstand eines Konzerns tätig. Aber wenn man sich bräuchte, wäre man füreinander da. Und an Geburtstagen wird telefoniert. Am 9 Orme Court in London war übrigens das Quartier des Komikers Spike Milligan (‚Das Leben des Brian‘, ‚Die drei Musketiere‘ und ‚Alice im Wunderland‘) sowie das Kreativbüro des Komikers Eric Sykes (‚Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten‘, ‚Monte Carlo Rallye‘, ‚Sherlock Holmes‘ und ‚Harry Potter und der Feuerkelch‘). Interessant finde ich, dass Tim sogar in Heidelberg studierte und fließend Deutsch sprach. Nach seiner Ausbildung war er wie wir auch Hausarzt....




