Heartfield | Assassin's Creed: Das Eden-Komplott | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Heartfield Assassin's Creed: Das Eden-Komplott


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98666-551-7
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

ISBN: 978-3-98666-551-7
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Die Verschwörung der Templer hallt durch das Europa des 19. Jahrhunderts.

Kairo, 1869. Als im Opernhaus von Khedivial anlässlich der Eröffnung des neuen Suezkanals eine Bombe hochgeht, stellt die Assassinin Pierrette Arnaud Nachforschungen an und deckt dabei ein Komplott auf, das den freien Willen auslöschen soll … Zu ihrer Überraschung trifft ihr alter Freund und Mentor Simeon Price auf derselben Spur in Ägypten ein. Doch es bleibt keine Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen, denn die Templer manipulieren Europa und Afrika wie Schachfiguren und richten auf globaler Ebene Chaos an.
Während Simeon und Pierrette versuchen, weitere Angriffe zu verhindern, stoßen sie auf Pläne, die darauf hindeuten, dass ein mysteriöser Turm der Schlüssel zur endgültigen Machtübernahme der Templer ist …

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KAPITEL 1


Pierrette Arnaud saß am Rand des Dachs eines vierstöckigen Hauses und zog ihren Mantel eng um sich, damit das blaue Ballkleid darunter keine Aufmerksamkeit erregte. Neben ihr saß Safiya El-Nadi, die wie immer ein dunkles Kopftuch trug, das sie sich tief in die Stirn gezogen hatte. Ein dünner goldener Zylinder war zwischen ihren Augen befestigt und hielt den schwarzen gehäkelten Schleier, der ihr bis zur Taille reichte. Diese Kleidung war viel unauffälliger, zumindest in diesem Teil Kairos.

Die Frauen fügten sich in die Himmelslandschaft aus viereckigen Dächern und gewundenen Kuppeln, aus vergitterten Fenstern und geriffelten Säulen, aus Mauerwerk und Putz ein. Ihre Füße baumelten am Giebel vom Dach. Ein guter Aussichtspunkt.

Safiya hatte Pierrette von ihrem gemeinsamen Haus in der Nähe eines der alten Stadttore aus begleitet. Von Anfang an hatte Pierrette das Gefühl gehabt, verfolgt zu werden. Sie vertraute auf ihren Instinkt, aber ihr jemand folgte, dann konnte sie die Person nicht ausmachen. Vielleicht war sie in ihrem Leben als Assassine an einem Punkt angelangt, an dem sie von Geistern verfolgt wurde. Das wäre nur fair, schließlich hatte sie genug von ihnen erschaffen.

Jedenfalls hatte sie Safiya ein Zeichen gegeben, einen anderen Weg zu nehmen. So waren sie in die Straße gelangt, in der Safiyas Mann Gamal Sabry heute Bücher verkaufte. Beide kannten die Straße gut, und sie waren in einer engen Gasse leichtfüßig auf die Dächer geklettert. Im Café auf der anderen Straßenseite rauchte ein halbes Dutzend Männer unter einer Markise lange Pfeifen. Sie unterhielten sich mit Gamal, der die Bücher aus seinem Wagen auf einem mit Teppichen ausgelegten Tisch ausgebreitet hatte. Gamal pflegte zu sagen, der Buchhandel sei für einen Assassinen nur eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Straßen Kairos zu überwachen, doch seine Leidenschaft für diese Arbeit konnte er nicht leugnen.

Gamal nahm Blickkontakt mit den Frauen auf, sein Turban verrutschte leicht, als er nach oben sah.

Die Straße war sehr belebt. Wasserträger und Händler riefen, Frauen ritten auf Eseln vorbei und hatten Bedienstete an ihrer Seite. Gamal nahm ein englisches Exemplar von Darwins von seinem Tisch, um es einem Kunden zu zeigen. Pierrette erkannte es an den goldenen Dreiecken auf dem grünen Buchrücken. Sie hatte die Bücher auf Gamals Wagen schon oft genau unter die Lupe genommen.

»Ich sehe keine Verfolger«, sagte Safiya.

Die Schatten waren lang. Die Sonne ging allmählich unter. Pierrette musste bald am Opernhaus sein. Doch irgendetwas hielt sie zurück.

»Willst du den Plan noch einmal durchgehen?«, fragte Safiya geduldig. »Du wirkst nervös.«

Pierrette war siebenunddreißig Jahre alt, eine geübte Assassine und langjährige Zirkusartistin. Sie hielt sich nicht für jemanden, der leicht aus der Ruhe zu bringen war. Sie war nur nach Ägypten gekommen, weil die mangelnde Risikobereitschaft der britischen Assassinen sie frustriert hatte. Sie war hier, um zu kämpfen. Sie war dankbar, eine Aufgabe zu haben, an die sie glaubte.

Dennoch konnte sie ihr Unbehagen nicht leugnen. Safiya schien es auch zu spüren, denn sie hatte Französisch gesprochen, obwohl sie normalerweise Arabisch sprach, als Übung für Pierrette.

»Das bin ich wohl auch. Es ist lange her, dass ich mich in gehobener Gesellschaft bewegt habe«, sagte Pierrette und schob eine Seidenschleife unter ihren Mantel. Wenn sie ehrlich war, freute sie sich auf die Gelegenheit, ein schönes, neues Kleid zu tragen. »Und dem Khediven bin ich auch noch nie begegnet.«

Sie freute sich darauf. Der Khedive Ismail Pascha, Vizekönig von Ägypten, unterstand formal dem osmanischen Sultan, hatte aber eigene Ambitionen. Er hatte nicht nur vor, halb Kairo wiederaufzubauen, sondern wollte überall in Ägypten Gleise verlegen lassen und leitete den zehnjährigen Bau des Suezkanals. Heute Abend begannen die mehrwöchigen Feierlichkeiten anlässlich der bevorstehenden Eröffnung der Wasserstraße. Der Khedive würde seine Gäste, darunter auch Staatsoberhäupter, mit einem Empfang und einer Oper unterhalten. Pierrette würde dabei sein.

»Er wird von dir entzückt sein«, sagte Safiya nachdrücklich. »Wer wäre das nicht? Außerdem will er auf dein Fachwissen für seinen neuen Zirkus und sein Hippodrom zurückgreifen.«

»Das ist nur der Vorwand, unter dem wir eine Einladung für mich bekommen haben. Der Khedive hat viele Berater, was Unterhaltungsangebote angeht.«

»Da wäre ich mir nicht so sicher. Er musste im Frühjahr seinen armenischen Impresario entlassen, vergiss das nicht.«

»Ich habe es nicht vergessen. Und ich finde immer noch, dass diese Geschichte keinen Sinn ergibt. Warum hat dieser Mann Kairo auf freiem Fuß und mit Geld in der Tasche verlassen, wenn er doch versucht hat, eine Bombe in der Theaterloge des Khediven zu legen? Das ist völlig widersinnig. In dieser Stadt geschieht zu viel, was wir nicht verstehen.«

Es war nicht so, dass sie es nicht versucht hatten. Die Assassinen von Kairo beobachteten ihre alten Feinde, die Templer, sehr genau.

Die Templer waren in der Stadt schon immer sehr präsent gewesen. Der Orden war von der Suche nach Artefakten geradezu besessen und hatte deshalb an jeder archäologischen Ausgrabungsstätte einen Spion. Nachdem man die Bombe im Theater gefunden hatte, war den Assassinen sofort das von den Templern inszenierte Attentat auf Abraham Lincoln vor vier Jahren eingefallen. Aber es gab keine Beweise, die die Templer mit dem Attentat auf den Khediven in Verbindung brachten. Monarchen waren schließlich ständig solchen Bedrohungen ausgesetzt.

»Der Khedive hat Wachen zu seinem Schutz. Deine Aufgabe heute Abend ist es, einer viel schrecklicheren Gefahr ins Auge zu sehen«, sagte Safiya. Sie beugte sich zu Pierrette und sagte mit gespieltem Entsetzen: »Einem amerikanischen Geschäftsmann.«

Pierrette musste lächeln. Sie wischte sich die Hände ab und wollte gerade ihren Ausguck verlassen, als ein Aufblitzen von Purpur und Gold ihre Aufmerksamkeit erregte. Gamal hatte ein Buch auf dem Tisch auf der anderen Straßenseite aufrecht hingestellt, sodass der prachtvoll geprägte Einband in ihre Richtung zeigte. Die Bulaq-Press-Ausgabe des Werkes von Ibrahim Hakki Erzurumi.

Es handelte sich um eine auffällige und ungewöhnliche Ausgabe, und genau deshalb hatten sie sie als Zeichen vereinbart. Es bedeutete Gefahr.

Safiya hatte es auch bemerkt. Sie verharrten so reglos wie möglich und ließen ihre Blicke über die Straßen unter ihnen schweifen. Auf dem Fahrweg zwischen ihnen und dem Café war nichts Ungewöhnliches zu sehen. Gamal plauderte beiläufig, aber er hatte das Signal zweifellos absichtlich gegeben. Links in der Gasse zwischen den Gebäuden stand ein Mann in europäischer Kleidung. Er tat so, als warte er auf jemanden, aber in Wirklichkeit lauschte er. Er belauschte Pierrette und Safiya. Pierrette kniff die Augen zusammen.

Safiya deutete auf den Mann – ein Zeichen, dass sie sich seiner annehmen würde – und stand geräuschlos auf. Sie sprang über den Rand des Daches, ihr Mantel blähte sich einen Moment lang auf. Es hörte sich an wie ein Sack, der von einem Wagen fällt, dann wie ein Wagenrad, das geölt werden muss. Während Safiya den Spion ausschaltete, beobachtete Pierrette ihre Umgebung. Sie warf einen Blick auf das gegenüberliegende Café und grinste. Niemand hatte etwas bemerkt, denn Gamals gut trainierter Esel brüllte aus vollem Halse, und sowohl Kunden als auch Händler boten dem sichtlich frustrierten Buchhändler, der sich immer wieder entschuldigte, ihre Hilfe an.

Pierrette eilte auf der Suche nach Komplizen zu jeder Ecke des Dachs. In den Straßen und Gassen schien sich niemand Verdächtiges aufzuhalten. Sie selbst, Safiya und Gamal kannten die Namen und Gesichter jedes Wasserträgers, Bettlers, Essensverkäufers, fahrenden Priesters, Gelehrten oder lustlosen Liebhabers in der Nachbarschaft. Sie sah niemanden, der nicht dorthin gehörte.

Pierrette ließ sich Zeit, um das schöne, sündhaft teure Kleid nicht zu zerreißen, und stieg in die Gasse hinunter. Dort flüsterte Safiya dem Mann, den sie gerade getötet hatte, letzte Worte zu. Es war unwahrscheinlich, dass er sie noch hörte. Er war durch einen einzigen Treffer von oben gestorben. Safiyas Messer steckte zwischen den Wirbeln in seinem Nacken.

Safiya richtete sich auf. »Ein Lakai der Templer. Ich habe sein Gesicht schon einmal gesehen. Möge er Gnade finden!«

Falls die Templer sie verfolgten, mussten sie Wind davon bekommen haben, dass Pierrette heute Abend in die Oper eingeladen war. Wie viel wussten sie von ihren...



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