E-Book, Deutsch, Band 2203, 144 Seiten
Reihe: Julia
Hayward Vorsicht, sexy Boss!
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0214-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2203, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0214-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine dumme E-Mail, die versehentlich an die Öffentlichkeit gerät, wird für sexy Firmenboss Jared Stone zu einem großen Problem. Jetzt soll Bailey, seine PR-Beauftragte, einen Meisterplan aushecken, um seinen guten Ruf wieder herzustellen. Aber Bailey zögert. Will sie das überhaupt? Seit ihrem ersten Arbeitstag bei dem millionenschweren Computer-Magnaten versucht sie, seinem Charme zu widerstehen. Wer weiß, wo das Knistern hinführt, wenn sie noch enger mit ihm zusammenarbeiten muss! Und in Baileys Vertrag steht schließlich kein Wort von Liebe und Leidenschaft ...
Die preisgekrönte Autorin Jennifer Hayward ist ein Fan von Liebes- und Abenteuerromanen, seit sie heimlich die Heftromane ihrer Schwester gelesen hat. Ihren ersten eigenen Liebesroman verfasste Jennifer mit neunzehn Jahren. Als das Manuskript von den Verlagen abgelehnt wurde und ihre Mutter ihr empfahl, zunächst mehr Lebenserfahrung zu sammeln, war sie zwar wütend, befolgte jedoch den Rat. Sie studierte Journalismus und arbeitete als Sportredakteurin, bevor sie eine Laufbahn im PR-Bereich einschlug. Nach ereignisreichen Jahren, in denen sie viel von der Welt sah, und mit nun ausreichend Lebenserfahrung setzte Jennifer sich hin und erdachte den heißesten und verführerischsten italienischen Weingutbesitzer, den sie sich vorstellen konnte, ließ ihn einen großen Fehler machen und erfand für ihn die perfekte Frau. Mit dieser Geschichte, 'Zurück in den Armen des Millionärs', gewann Jennifer Hayward 2012 den Schreibwettbewerb eines großen Verlages und damit einen Buchvertrag. Der Rat ihrer Mutter war also goldrichtig! Seit ihrem ersten Erfolg als Autorin hat Jennifer Hayward mit ihren Romanen zahlreiche Preise gewonnen. Die gebürtige Kanadierin lebt heute mit Ehemann und Sohn in Toronto.
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1. KAPITEL
Der Tag, an dem das Manifest von Jared Stone die Empörung von Frauen rund um den Globus entflammte, war zu Jareds Unglück ein Tag, an dem die Medien sonst wenig zu berichten hatten. Um fünf Uhr in der Früh, als der attraktive Milliardär seinen allmorgendlichen Lauf durch San Franciscos Golden Gate Park absolvierte, war sein Elaborat bereits das Thema des Tages in Moskau. In London erregte es die Gemüter von Businessfrauen beim Lunch. Und überall auf der Welt wurde in den Fluren und in den Aufzügen von Bürogebäuden mit gedämpfter Stimme darüber debattiert.
In Amerika sollten die Wogen an diesem Tag jedoch am höchsten schlagen. Frauen, die während ihrer beruflichen Laufbahn ihr Ziel – einen Platz in der Chefetage – nie aus den Augen verloren hatten, starrten ungläubig auf die Displays ihrer Smartphones. Es kann sich nur um einen Scherz handeln, sagten die einen. Jemand muss sich in Stones E-Mail-Konto gehackt haben, vermuteten andere. Und dann gab es noch jene, die vergeblich versucht hatten, sich den begehrten Junggesellen zu angeln. Deren Kommentar fiel wenig nachsichtig aus: Was für ein eiskalter Mistkerl. Wundert mich nur, dass er sein wahres Gesicht nicht schon früher gezeigt hat.
Als Bailey St. John sich um sieben Uhr morgens, zielstrebig und konzentriert wie immer, an ihren Schreibtisch bei Stone Industries setzte, ahnte sie noch nichts von dem Eklat, den ihr Boss heraufbeschworen hatte. Sie stellte ihren Kaffeebecher ab und fuhr ihren Computer hoch. Als Erstes rief sie ihre E-Mails auf, klickte die ihrer Freundin Aria mit dem Betreff „Oh mein Gott“ an – und hätte sich fast an ihrem Kaffee verschluckt.
Milliardär-Playboy erregt international Anstoß mit seinem Manifest über Frauen, so lautete die Überschrift des Artikels der Gesellschaftsseite im Netz, die jeder hier im Silicon Valley besuchte. Und weiter: Vertrauliche Mail an seine Kumpel veröffentlicht.
Und als Bailey den aufsehenerregenden Text ihres Chefs las, der im Wortlaut veröffentlicht worden war, hatte sie Mühe, sich auf ihrem Stuhl zu halten.
Ich habe Erfahrungen mit Frauen auf der ganzen Welt gesammelt – sowohl im beruflichen wie im privaten Bereich. So bin ich mir sicher, dass ich inzwischen reif genug bin, um mir eine fundierte Meinung zu bilden, und ich bin zu folgendem Schluss gelangt: Frauen lügen.
Sie wollen gleichwertige berufliche Positionen haben. Sie zetern über die angebliche „Glasdecke“, die ihnen den beruflichen Aufstieg unmöglich mache. Aber: Sie wollen nicht in Verhandlungen sitzen und Deals aushandeln. Sie haben kein Interesse daran, einen Firmenzusammenschluss durchzuziehen. Eigentlich wollen sie am liebsten zu Hause bleiben und den Lebensstil genießen, den wir ihnen bieten und an den sie sich gewöhnt haben. Sie wünschen sich einen Mann, der sich um sie kümmert, der sie mit heißen Nächten und funkelndem Schmuck beglückt. Sie brauchen einen Mann als sicheren Hafen, um nicht ziellos und ohne Kompass durch ihr Leben zu flattern. In Wahrheit hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren also nichts geändert.
Ziellos und ohne Kompass durchs Leben flattern? In Bailey begann es zu brodeln. Wenn eine Beschreibung nicht auf ihr Leben passte, dann diese. Die letzten zwölf Jahre hatte sie damit zugebracht, den größtmöglichen Abstand zu ihrem bescheidenen familiären Hintergrund zu schaffen. Sie hatte einen MBA-Abschluss gemacht und war anschließend beharrlich die Karriereleiter emporgeklettert, erst in einer kleinen Start-up-Firma im Silicon Valley, dann in Jared Stones Unternehmen für Unterhaltungselektronik.
Doch mit dem Posten als Verkaufsdirektorin für Nordamerika war ihr Aufstieg an seine Grenzen gestoßen. Seit anderthalb Jahren jagte sie einer Position an der Spitze des Managements nach. Vergeblich. Sie arbeitete mehr und besser als sämtliche ihrer männlichen Kollegen, Kollegen, die übrigens sämtlich davon ausgegangen waren, dass sie die Position als Direktorin der Marketingabteilung bekommen würde, die Jared Stone gerade zu besetzen hatte. Doch er war da offenbar anderer Meinung. Und das tat weh, gerade deshalb, weil es von dem Mann kam, für den sie so unbedingt hatte arbeiten wollen. Das Genie vom Silicon Valley.
Wieso respektierte er sie nicht?
Immerhin kannte sie die Antwort jetzt. Jared Stone war ein unverbesserlicher Chauvinist.
Sie trank noch einen Schluck von dem schwarzen Gebräu, knallte den Becher auf den Tisch und las weiter.
Regel Nummer 1: Frauen sind verrückt. Es ist unmöglich, sie zu verstehen. Ihre Denkweise ist derart unterschiedlich von unserer, dass man annehmen sollte, sie stammten von einem anderen Planeten. Solltet Ihr Euch mit dem Gedanken tragen, Euch mit einer Frau niederzulassen – was ich niemandem empfehlen kann –, dann rate ich nur, sucht Euch die am wenigsten Verrückte aus. Seid vorsichtig.
Regel Nummer 2: Jede Frau sehnt sich nach dem Ring am Finger und dem weißen Gartenzaun, auch wenn sie das Gegenteil behauptet. Wenn dieses Modell zu Euch passt, kein Problem. Doch Ihr müsst wissen, worauf Ihr Euch einlasst.
Regel Nummer 3: Im Schlafzimmer wollen Frauen dominiert werden, sie wollen den Tiger. Sie wollen nicht nach ihren Bedürfnissen gefragt werden. Traut Euch, Männer zu sein.
Regel Nummer 4: Eine Frau hat immer eine Mission. Einen Punkt, den sie als erledigt von ihrer Liste abhaken will. Könnte ein Diamantring sein, mehr von Eurer Zeit, Eure Zusage, sich mit ihrer Mutter zu treffen. Um was immer es sich handelt: Sagt Ja, oder geht gleich. Um genau zu sein: Sich umzudrehen und zu gehen ist die bessere Wahl, langfristig gesehen. Und kostengünstiger.
Bailey musste mit dem Lesen aufhören, sonst wäre ihr Blutdruck durch die Decke geschossen. Und sie hatte angenommen, dass es ein persönlicher Konflikt zwischen ihr und Jared war, der ihr Fortkommen verhinderte! Die hitzigen Debatten zwischen ihnen, wann immer sie im Konferenzzimmer zusammenkamen, waren längst legendär in der Firma. Aber das war es nicht. Nein, Jared verachtete offenbar alle Frauen auf diesem Planeten.
Sie hatte also nie eine Chance gehabt.
Drei Jahre arbeitete sie jetzt schon für diesen egozentrischen Idioten. Drei verschwendete Jahre. Sie hatte sich geschworen, mit fünfunddreißig CEO zu sein, aber das Ziel war soeben drei Jahre weiter in die Ferne gerückt.
Mit zusammengepressten Lippen rief sie ein leeres Dokument auf den Bildschirm und begann zu tippen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich kann unmöglich in einem Unternehmen arbeiten, das von einem Neandertaler geleitet wird. Es geht gegen sämtliche meiner Prinzipien.
Sie tippte weiter, schrieb sich ihre Wut von der Seele, bis sie sich ein wenig beruhigt hatte. Dann setzte sie ein zweites Schreiben auf – an die Personalabteilung.
Nein, sie würde keine Minute länger für Jared Stone arbeiten. Für diesen überwältigend attraktiven und arroganten Kerl, ganz gleich, wie brillant er auch sein mochte.
Jared Stone pfiff vor sich hin, als er seinen Wagen auf dem Gelände von Stone Industries parkte. Er stieg aus, holte seinen Aktenkoffer vom Rücksitz und betrat das Gebäude durch die blitzblanken großen Glastüren. Fünf Meilen Joggen, eine ausgiebige heiße Dusche, ein Power-Shake und die relativ staufreie Fahrt zur Firma waren für seine gute Laune verantwortlich.
Mit schwingenden Schritten steuerte er auf die Aufzüge zu. Das Hochhaus war ein Musterbeispiel architektonischer Funktionalität und Eleganz. Das Leben war großartig, wenn man alles unter Kontrolle hatte und kurz davor war, den Vertrag abzuschließen, der alle Kritiker zum Verstummen bringen würde. Ja, er fühlte sich, als könnte er die Probleme dieser Welt auf einen Schlag lösen und auch noch für den Weltfrieden garantieren.
Ein leuchtendes Beispiel für alle.
Mit einer Hand hielt er die Lifttüren auf, bevor sie zuglitten, und stellte sich mit in den Aufzug, grüßte die anderen mit seinem strahlenden Lächeln, mit dem die Presse ihn so gern abbildete, und merkte sich still, wer um diese frühe Uhrzeit schon im Büro erschien. Gerald aus der Finanzabteilung grinste ihn an, als wären sie die beste Freunde, Jennifer, die persönliche Assistentin eines der Vizepräsidenten, sonst immer hingerissen von seinem Charme, erwiderte nur etwas Unverständliches auf sein freundliches „Guten Morgen“, und die Frau aus der Rechtsabteilung, deren Name ihm im Moment nicht einfiel, kehrte ihm den Rücken zu.
Seltsam.
Die bizarren Schwingungen wurden stärker, als er in der obersten Etage ankam. Eine der Sekretärinnen starrte ihn verächtlich an, und er sah an sich herab. Hatte er etwa einen Fleck auf dem Hemd? Zahnpasta am Kinn?
Mit gerunzelter Stirn nahm er die Post von seiner Assistentin Mary entgegen. „Was ist denn heute Morgen hier los? Die Sonne scheint, das Geschäft brummt …“
Mary, Mitte fünfzig, blinzelte. „Sie waren heute noch nicht online, oder?“
„Sie kennen meine Einstellung doch“, erwiderte er milde. „Den Anfang des Tages nutze ich, um mein Zentrum zu finden. Halb acht ist früh genug, um herauszufinden, welche Verrücktheiten die Welt sich erlaubt.“
„Aha“, murmelte sie nur. Dann: „Sie sollten Ihre buddhistische Gelassenheit schnellstens ablegen und sich kundig machen, bevor Sam Walters hier ist. Er kommt um elf.“
Sam Walters war der Vorsitzende des Aufsichtsrates von Stone Industries. Jared schüttelte verwundert den Kopf. „Ich...




