Hattem | Zur Liebe bitte hier entlang | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

Hattem Zur Liebe bitte hier entlang

Kurzgeschichten
2. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-7318-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kurzgeschichten

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

ISBN: 978-3-7578-7318-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Warum nur lesen wir so gerne Liebesgeschichten? Vielleicht, weil wir wissen, dass so ziemlich alles möglich ist, wenn es um die Liebe geht. Mag sein, dass die Wirklichkeit ein wenig rauer und manch ein Anfang schwerer ist. Wir kämpfen gegen Zweifel, Komplexe und Nebenbuhler und erfahrungsgemäß ist nicht jedes Happy End von lebenslanger Dauer. Dennoch geht von Liebesgeschichten die gleiche Faszination aus wie der von der Liebe selbst. Brigitte van Hattem nimmt Sie in diesem Buch an die Hand und führt Sie in die Welt der Verliebten. Lassen Sie sich vom schönsten aller möglichen Gefühle verzaubern!

Brigitte van Hattem ist Autorin und Medizinjournalistin. Die gebürtige Karlsruherin lebt in der Pfalz, wo sie Sachbücher, Kurzgeschichten und Frauenromane schreibt. Als besonders beliebt hat sich ihr "Schabrackenblues" erwiesen, ein heiterer Frauenroman über Frauen in der Post-Menopause, die Brigitte van Hattem augenzwinkernd als "eine zweite Art Pubertät" beschrieben hat.

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BUSSI, BIS BALD!
Also, an mir lag es nicht! Ich bin um vier Uhr morgens aufgestanden, habe mir meinen gepackten Koffer gegriffen, bin mit dem Auto an den Bahnhof und dort in Zug Nummer Eins. Eine Stunde später stieg ich um auf Zug Nummer Zwei und von Frankfurt aus in einen Bus, der mich in einer zwanzigminütigen Schaukelfahrt zum Terminal 2 des Frankfurter Flughafens brachte. Es war acht Uhr, als ich dort ankam. Geschafft! Um 10.15 Uhr sollte mein Flug nach Amsterdam gehen. Von dort aus wollte ich mit der Mittagsmaschine nach Inverness in Schottland weiterfliegen. Schottland! Wie lange hatte ich davon schon geträumt. Ich wollte in den Hügeln und Bergen wandern gehen, mir den Wind um die Nase wehen lassen und mich gründlich von allem erholen, was mich in der letzten Zeit gestresst hatte. Nicht zuletzt von meinem Ex, der mich immer noch nervte, obwohl wir bereits seit über einem Jahr getrennt waren. In der Abflughalle sah ich auf einer Anzeigetafel, welcher Drop-Off-Schalter für mich zuständig war. Ich hatte bereits am Vortag zuhause per Internet eingecheckt und musste nur noch meinen Koffer abgeben. Der Schalter war schnell gefunden, doch es standen so viele Menschen davor, dass ich nicht wusste, wo ich mich einreihen sollte. „Wo ist denn das Ende dieser Schlange?“, fragte ich daher eine freundlich aussehende Frau in der Warteschlange. Sie lachte und zeigte fast ganz ans andere Ende der Halle: „Da hinten!“ Ich wurde blass, als ich erkannte, dass mindestens fünfzig Menschen vor mir dran waren, aber nur eine Frau den Drop-Off-Schalter bediente. Also, ich war pünktlich, sagte ich mir, während ich auf das Ende der Schlange zulief und mich einreihte. Ich war zwei Stunden vorher da. An mir lag es nicht. Wieso, zum Teufel, geht es hier nicht vorwärts? Kaum stand ich in der Reihe, stellten sich noch weitere Menschen hinter mir auf. Minutenlang ging es nicht vorwärts und alle waren unruhig. Würde ich mein Flugzeug rechtzeitig erreichen? Konnte ich irgendetwas tun, was die Dinge beschleunigte? Nein, ich konnte nichts tun, und da ahnte ich schon, dass alles an diesem Tag schief gehen sollte. Die Frau vor mir sprach auf ihre südamerikanisch aussehende Begleiterin auf Spanisch ein. Ein paar Brocken verstand ich, und plötzlich gefror mir das Blut in den Adern. „Entschuldigen Sie“, sprach ich die Frau daher auf Englisch an, „aber haben Sie gesagt, der Flug ist ausgefallen?“ „Ja“, antwortete sie mir auf Deutsch. „Aber wir sprachen vom Flug gestern. Wir sollten eigentlich gestern schon nach Amsterdam fliegen, aber der Flug fiel aus. Wir waren den ganzen Tag am Airport, aber keiner sagte uns Bescheid. Wir versuchen jetzt, in den Flieger um 10.15 Uhr zu kommen.“ „Das versuche ich auch“, sagte ich. „Aber bis jetzt sieht es noch nicht einmal so aus, als bekäme ich meinen Koffer hinein!“ Wir lachten ein verzweifeltes Lachen. Der Mann, der hinter mir stand, mischte sich in unser Gespräch. „Sie wollen nach Amsterdam?“, fragte er und wir nickten. „Ich möchte nach Paris!“ „Oh, wie schön, in die Stadt der Liebe“, sagte ich dümmlich, denn er gefiel mir. Er hatte zwar Locken wie ein schlecht frisierter Pudel, aber ansonsten sah er ganz niedlich aus. Grünes T-shirt, Cargohose, sehr schlank, sehr attraktiv. „Aber dafür haben sie keinen gesonderten Schalter“, fuhr der Pudel fort. „Und da vorne ist immer noch nur eine Person mit der Kofferabnahme beschäftigt. Was sind das nur Zustände?“ „Wann geht denn Ihr Flug?“, fragte ich freundlich. „11.20 Uhr“, antwortete der Mann. „Da haben Sie ja noch Zeit“, beruhigte ich ihn. „Wir fliegen 10.15 Uhr und mittlerweile ist es schon neun Uhr durch!“ Wir begannen über unsere Urlaubspläne zu plaudern, bis eine hochgewachsene Frau in kurzen Hosen und Trekkingrucksack an uns vorbeilief, mit einem Smartphone in der Hand und Stöpseln im Ohr: „Der Flug nach Amsterdam hat zwei Stunden Verspätung“, verkündete sie. Tumult entstand. „Steht hier auf der Homepage der Airline“, bestätigte die Frau und hielt das Handy in die Luft, um es zu beweisen. „Dann verpasse ich meinen Anschlussflug“, sagte ich alarmiert dem jungen Mann, mit dem ich eben noch geplaudert hatte. „Fliegen Sie mit einer anderen Fluggesellschaft weiter?“, fragte er. „Nein, mit der gleichen“, antwortete ich. „Dann wartet das Flugzeug vermutlich auf Sie und alle anderen Weiterreisenden“, versuchte er, mich zu trösten. „Das macht ja noch nicht einmal die Bahn“, murmelte ich missvergnügt. Mittlerweile hatte sich die Schlange erst fünf Meter weiter vorbewegt und es war bereits halb zehn. Nun wurde es auch für den Mann in der Cargohose zeitlich eng. Wir sprachen uns gegenseitig Mut zu, bis eine Stewardess auftauchte und alle aus der Reihe zog, die nach Paris wollten – auch den Mann in der Cargohose. Er hob die Hand und winkte zum Abschied. Dann sah ich, wie die Stewardess ihn und die anderen an der Schlange vorbei an den Schalter führte, wo sie sofort abgefertigt wurden. Wir Amsterdam-Reisenden standen mit offenen Mündern in der Schlange und wussten nicht wohin mit unserer Empörung. Als der Cargo-Mann seinen Koffer losgeworden war, kam er jedoch zu mir zurück in die Schlange. Er drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und sagte: „Ich heiße Ben. Ich würde gerne wissen, wie es mit dir so weitergeht … äh … heute. Vielleicht magst du mir ja Bescheid sagen?“ Ich nickte, hocherfreut. „Ich heiße Kirsten“, sagte ich. „Ich schicke dir eine WhatsApp-Nachricht, okay? Dann hast du meine Nummer auch.“ Er nickte, hob noch einmal die Hand zum Gruß und sah mich beim Abschied so lieb an, wie ich schon lange nicht mehr angesehen worden bin. Mein Herz hüpfte. Hatte ich schon erwähnt, wie attraktiv er war? War das die berühmte Liebe auf den ersten Blick gewesen? Ich hob ebenfalls die Hand und rief ihm nach: „Bussi, bis bald!“ Dann ließ ich die Hand erschrocken wieder sinken. Was war in mich gefahren? Bussi? Ich hoffte inständig, dass er das nicht gehört hatte. Dann war er weg und ich stand immer noch in der Schlange. Nachdem nun aber alle, die nach Paris fliegen wollten, aussortiert waren, ging es auch bei uns schneller. Ich gab meinen Koffer ab, passierte den Zoll und ging in den für uns vorgesehenen Wartebereich. Dort wurden wir in einen gesonderten Raum gelotst, wo uns offiziell mitgeteilt wurde, dass unser Flieger zweieinhalb Stunden Verspätung haben würde. Personalmangel, hieß es. Personalmangel? Unglaublich! Aber immerhin konnte ich jetzt sitzen. Ich holte mein Handy heraus und pflegte die Daten von Bens Visitenkarte in meine Kontakte ein. Benjamin Dörflinger, Esslingen. Mein Herz hüpfte. Das war nicht allzu weit von meinem Wohnort entfernt. „Hallo, hier ist Kirsten“, schrieb ich eine erste Nachricht an ihn, „ich hoffe, du sitzt schon im Flugzeug in Richtung Paris. Ich sitze noch in einem Wartebereich. Unser Flugzeug geht noch später als angekündigt. Personalmangel, sagen sie.“ Dann steckte ich mein Handy weg, denn ich rechnete nicht mit einer schnellen Antwort, da ich ja wusste, dass er jetzt in einem Flugzeug saß und im Flugmodus keine Nachrichten empfangen konnte. Doch ich sollte mich täuschen. Noch während ich das Handy in das dafür vorgesehene Taschenfach schob, vibrierte es. Offensichtlich hatte er sich in das WLAN seines Flugzeugs eingewählt. „Oh, das tut mir leid für dich“, schrieb er. „Wir hatten einen holprigen Start, aber ich müsste um 13 Uhr ankommen. Hast du genug zu lesen dabei?“ „Ja“, antwortete ich und schrieb ihm, welches Buch ich gerade lese. „Den Krimi kenne ich“, schrieb er zurück. „Das hat mir sehr gefallen, besonders der Schluss!“ „Nicht spoilern!“, tippte ich und fügte ein lachendes Emoji an. „Liest du öfters Krimis?“ Und schon waren wir mitten in einem Austausch über die Bücher, die wir gerade gelesen haben und die Autorinnen und Autoren, die wir gerne mochten. Schließlich schrieb er: „Ich muss meine WLAN-Verbindung ausschalten, wir sind im Landeanflug. Ich melde mich bald wieder!“ Missmutig steckte ich mein Handy nun tatsächlich weg. Bei uns im Wartebereich hatte sich nicht viel getan. Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen, bis ich eine Stimme hörte, die sagte, dass wir nun in das Flugzeug einsteigen könnten. Es war bereits nach 13.30 Uhr. Selbst wenn wir jetzt in Windeseile nach Amsterdam flögen, wäre mein Anschlussflug vermutlich weg. Wenig später saß ich in einem Flugzeug, aber es wollte einfach nicht abheben. Von unten kroch Kälte durch die Flugzeugkabine und mich fröstelte es. „Nur weil man in einem Flugzeug sitzt, heißt es heutzutage anscheinend nicht automatisch, dass es auch losfliegt“, beschwerte ich mich bei meinem neuen Freund Ben. Keine Antwort. Als ich in Amsterdam...



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