Hattem | Amors Pfeil traf eine Katze | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

Hattem Amors Pfeil traf eine Katze

Liebesgeschichten
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7557-0438-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Liebesgeschichten

E-Book, Deutsch, 254 Seiten

ISBN: 978-3-7557-0438-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mal felsenfest, mal flüchtig, mal leichtfüßig, oft tragisch: Die Liebe begegnet uns an den abgelegensten Orten und zeigt sich in den unterschiedlichsten Gewändern. Sie kennt keine Grenzen, keine Hautfarbe, kein Alter und keine Religionszugehörigkeit. Die Liebe ist unausweichlich und Amors Pfeile können uns immer und überall treffen, selbst im heimischen Wohnzimmer, wo gerade eine Heizung ausgefallen ist. Das beweist Brigitte van Hattem in ihren romantischen, mit Augenzwinkern geschriebenen Liebesgeschichten. Da können selbst Männer ohne Manieren und Frauen mit merkwürdigen Kopfbedeckungen attraktiv und liebenswert erscheinen, Tiere und verlorene Kleidungsstücke Verliebte verkuppeln und selbst Amors Fehlschuss macht drei Menschen glücklich, sogar eine Katze, wohlgemerkt. Nur die Frau im roten Kleid, die gerade vorbeilief, ist wieder einmal leer ausgegangen.

Brigitte van Hattem ist Autorin und Medizinjournalistin. Die gebürtige Karlsruherin lebt in der Pfalz, wo sie Sachbücher, Kurzgeschichten und Frauenromane schreibt. Als besonders beliebt hat sich ihr "Schabrackenblues" erwiesen, ein heiterer Frauenroman über Frauen in der Post-Menopause, die Brigitte van Hattem augenzwinkernd als "eine zweite Art Pubertät" beschrieben hat. Ähnlich erfolgreich war "Tatsächlich ... wie Weihnachten. Liebesgeschichten zum Fest". Ähnlich erfolgreich war "Tatsächlich ... wie Weihnachten. Liebesgeschichten zum Fest". Die vorliegenden Geschichten in "Amors Pfeil traf eine Katze - Liebesgeschichten" folgen dieser Tradition.

Hattem Amors Pfeil traf eine Katze jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


VERFLIXTES PÄCKCHEN! Der Umzug war der reinste Horror gewesen. Ich hatte es mir leichter vorgestellt, aus der Stadt aufs Land zu ziehen! Alles begann mit meiner neuen Stelle in einem großen Betrieb eines renommierten Wohnmobilherstellers. Der Arbeitsplatz lag ländlich, wenn auch in der Nähe der Stadt, in der ich wohnte. Doch ich wollte die Gelegenheit nutzen, mir einen großen Traum zu erfüllen, nämlich den, auf einem Dorf zu leben. Am liebsten auf einem Bauernhof oder doch wenigstens zwischen ein paar Bauernhöfen! Doch eine derart schön gelegene Wohnung zu finden, war gar nicht so einfach. Wann immer ich ein Wohnungsinserat fand, nach dessen Beschreibung die Wohnung einigermaßen passen könnte, war ich eine der ersten, die anrief, um einen Termin auszumachen. Doch entweder entsprach die Wohnung dann doch nicht meinen Vorstellungen oder der Vermieter entschied sich für einen anderen Bewerber. Das war zwar traurig, aber nicht zu ändern. Aber ich blieb am Ball und schließlich hatte der Bewerbungsmarathon ein Ende! Ich fand eine ganz entzückende Wohnung in einem Neubau, der genau zwischen zwei alten Bauernhöfen erstellt worden war. Die Wohnung war auch von der Größe her perfekt und zu meinem großen Glück spielte auch noch der Vermieter mit! Dann kam der Papierkram und schließlich der eigentliche Umzug. Ich hatte nicht gewusst, wie viel Krempel ich in diesem Leben bereits angesammelt hatte und beschloss, alles, was ich nicht mehr brauchte, zu verschenken. Dazu veranstaltete ich mehrere Partys, bei denen meine Gäste mitnehmen konnten, was ich aussortiert hatte. Der Rest kam in den Müll. Derart erleichtert kam dann der große Tag, an dem die Umzugsfirma mit einem mittelgroßen Wagen vorfuhr und alle Möbel und Kisten vierzig Kilometer weiter in die neue Wohnung transportierte. Ich war selig, als alles da stand, wo ich es mir vorgestellt hatte und ich endlich meine Kisten wieder auspacken konnte! Leider hatte ich im Vorfeld an eins nicht gedacht: an Vorhänge! In meinem Wohn- und Esszimmer gingen die Fenster in Richtung der Felder, hier konnte niemand hereinschauen. Aber ausgerechnet mein Schlafzimmerfenster hatte Blick auf den Nachbarhof. Zwar konnte ich nachts die Rollläden hinunterlassen, aber auch tagsüber war es mir lieber, wenn niemand hereinschauen konnte. Also mussten Vorhänge her, und zwar schnellstmöglich! Eine Schiene war bereits angebracht, das war kein Problem. Ich erinnerte mich, dass es ein Versandhaus gab, das bereits genähte Gardinen verschickte. Schnell maß ich die Fenster aus, schaute im Internet nach den verschiedenen Modellen und bestellte mir blickdichte Gardinen für das Schlafzimmer. Sie sollten bereits innerhalb der nächsten zwei Tage geliefert werden. Tatsächlich hatte ich wenig später bereits eine Nachricht in meinem Briefkasten: Ein Päckchen war angekommen und bei den Nachbarn abgegeben worden. Toll, dachte ich mir, dann kann ich mich bei dieser Gelegenheit auch gleich vorstellen! Ich verließ meine Wohnung und suchte nach der vom Postboten aufnotierten Adresse. Es war das Bauernhaus links von mir, dessen Eingang durch ein riesiges, hölzernes Hoftor verschlossen war. In diesem Hoftor war eine kleinere Haustüre eingelassen worden, wo ich auch das Klingelschild entdeckte. „Wembacher“ stand darauf. Ich glich den Namen mit dem Gekritzel des Postboten ab. Ja, hier war ich richtig! Also klingelte ich. Nichts geschah. Ich klingelte erneut. Noch immer nichts. Ich klingelte ein drittes Mal und hörte dann, wie jemand in Richtung Tür schlurfte. Ich klopfte zur Bestätigung, dass ich noch immer da sei und warte. „Wir kaufen nichts!“, krächzte daraufhin eine Stimme hinter der Tür hervor. „Ich möchte nichts verkaufen“, rief ich durch die Tür hindurch. „Sie haben ein Päckchen für mich!“ „Verschwinden Sie! Wir geben auch nichts!“, kam es von hinter der Tür. Ich konnte schwer einschätzen, wer da sprach. Eine alte Frau vermutlich. „Frau Wembacher“, versuchte ich es erneut, „ich wollte nur mein Päckchen …“ Ich verstummte, als ich hörte, wie die Frau wieder davonschlurfte. Na toll! Jetzt waren meine Gardinen in ausgerechnet dem Haushalt verschwunden, vor dessen Blicken ich mich hatte schützen wollen. Was nun? Ich überlegte. Eine ältere Frau, der das Gehen und Hören schwerfiel, würde niemals alleine in einem so großen Bauernhaus wohnen. Wahrscheinlich lebten dort noch mehrere Generationen in einem Haus, so wie ich es mir übrigens heimlich auch immer für mich gewünscht hätte: Mit einem Mann, Oma und Opa und ein, zwei Kindern … Ich suchte im Telefon nach dem Namen Wembacher und fand mehrere Einträge. Es schien ein gängiger Name in der Region zu sein. Ich glich die Telefonnummern mit den Adressen ab und fand schnell, was ich suchte. Gegen Abend rief ich im Nachbarshof an. Dieses Mal war es der Stimme nach ein junger Mann, der an den Apparat ging. „Wembacher“, meldete er sich knapp. „Mein Name ist … Janina Gruber“, sagte ich stockend. „Ich bin eine neue Nachbarin.“ „Ja“, antwortete er freundlich. „Wir haben schon ein Päckchen für Sie!“ „Oh, wann kann ich es mir abholen?“, fragte ich erleichtert, weil er bereits wusste, worum es ging. „Jederzeit“, antwortete er. „Nun“, begann ich zögerlich. „Als ich heute Mittag kam, wurde mir nicht geöffnet. Eine ältere Dame meinte, sie kaufe nichts.“ Herr Wembacher begann zu lachen. „Das war bestimmt unsere Großmutter“, sagte er. „Sie ist 92 Jahre alt und eigentlich noch topfit. Aber manchmal ein wenig stur …“ Jetzt lachte auch ich. „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, dann kommen sie doch gleich herüber und holen Ihr Päckchen“, fuhr Herr Wembacher fort. „Geht das?“ „Aber ja, gerne!“, antwortete ich. „Bis gleich.“ Keine drei Minuten später stand ich erneut vor dem großen Hoftor. Dieses Mal war die Haustüre bereits geöffnet und ich schlüpfte hinein. Zu meiner Überraschung waren das Haus und die Stallungen dahinter viel größer, als ich sie mir von außen vorgestellt hatte. Fast ehrfürchtig lief ich zum Wohnhaus, wo ich schüchtern an die Tür klopfte. Der Mann, der mir öffnete, war vermutlich auch derjenige gewesen, mit dem ich telefoniert hatte, denn er nickte nur freundlich und reichte mir die Hand. „Kommen Sie doch herein. Ich stelle Ihnen meine Großmutter vor, vielleicht klappt es dann nächstes Mal besser mit der Kommunikation.“ Er kicherte ein wenig. „Es war ohnehin schon verwunderlich, dass sie Ihr Klingeln gehört hatte.“ Ich folgte ihm, ohne etwas zu sagen, denn ich hatte genug damit zu tun, alle Eindrücke zu verarbeiten, die gerade auf mich einströmten. Da war dieser überaus gutaussehende Mann meines Alters vor mir, der so gekleidet war, als wäre er direkt von der Feldarbeit gekommen, da war das alte Haus, das liebevoll renoviert und möbliert war und – da war die Großmutter, die in der Küche am Tisch saß und freundlich lächelte. Nach dem harschen: „Wir kaufen nichts“, hatte ich mit diesem Lächeln überhaupt nicht gerechnet, aber es traf mich direkt ins Herz. Ich ging auf die alte Dame zu und reichte auch ihr die Hand. „Ich bin die neue Nachbarin“, sagte ich. „Wie bitte?“, fragte die Frau. „Ich höre leider nicht mehr so gut.“ „Ich bin die neue Nachbarin“, schrie ich und der junge Mann lachte. „Wie heißt du denn?“, fragte die Frau. „Gruber“, antwortete ich. „Und der Vorname? Wir sagen hier alle „du“ zueinander, wenn wir schon Nachbarn sind.“ „Janina.“ „Janina, ich bin die Else. Und das ist Bastian, mein Enkel. Sein Vater Rüdiger ist noch auf dem Feld und Rüdigers Frau ist heute eine Freundin besuchen. Aber die lernst du bestimmt auch noch kennen.“ Ich schwieg beeindruckt. Das waren für den Anfang ein wenig mehr Informationen, als ich erwartet hätte. Zudem wusste ich auch nichts mehr zu sagen. „Bist du verheiratet?“, fragte Else unverblümt. „Nein, noch nicht“, antwortete ich verlegen. „Na, der Bastian ist noch zu haben“, meinte Else. Bastian lachte. „Sie versucht es immer wieder“, zuckte er entschuldigend mit den Schultern. Ich lachte mit. „Komm“, sagte Bastian. „Dein Päckchen steht draußen.“ „Danke“, sagte ich, als er es mir in die Hand drückte. „Bis bald“, antwortete er. Und als ich schon fast aus der Tür war, fügte er leise hinzu: „Ich bin übrigens wirklich noch zu haben. Meinst du, wir könnten mal zusammen ausgehen?“ Ich grinste breit und nickte. Und das taten wir dann auch. Wir gingen einmal aus, zweimal und dann immer öfter....



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.