E-Book, Deutsch, 176 Seiten
Hart Blood & Roses - Buch 3
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-86552-736-3
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 176 Seiten
ISBN: 978-3-86552-736-3
Verlag: Festa Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Verruchte Dark Romance von der Autorin des Weltbestsellers QUICKSILVER - TOCHTER DES SILBERS.
Seit zwei Jahren suche ich meine Schwester. Sie ist in der Gewalt von Menschenhändlern.
Ich habe Zeth um Hilfe gebeten. Doch damit habe ich ihn selbst in Lebensgefahr gebracht, denn seinem psychotischen Auftraggeber kann man nichts vormachen. Zeth steht jetzt auf der Abschussliste.
Wir sollten so schnell und weit davonlaufen, wie wir nur können … Doch ich kann nicht mehr zurück.
Zeth: »Ihr Name ist Sloane Romera. Sie will, dass ich ihr Held bin, aber ich bin kein guter Mann. Ich bin ihre Verdammnis.«
Die BLOOD & ROSES-Saga von Callie Hart. Verruchte Dark Romance, voller Action und unerwarteter Wendungen.
magischemomentefuermich.de: »Eine düstere und gleichzeitig geheimnisvolle Atmosphäre, verbunden mit ausdrucksstarken Charakteren und einer ordentlichen Portion Dominanz und Verletzlichkeit. Dark Romance Leser werden begeistert sein.«
Macs Books and Beauty: »Was passiert, wenn du ein schüchternes Mauerblümchen und einen verdammt sexy, versauten, dominanten Mann zusammenführst? Es gibt ein Feuerwerk!«
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
EINS
Sloane
Julio Perez ist ein Killer.
Er mag lächeln und unbeschwert plaudern, als wir uns in seinem Arbeitszimmer mit ihm treffen, aber ich erkenne in dem Mann das, was er ist: eine gefährliche Kreatur. Vielleicht liegt es an all der Zeit, die ich mit Zeth verbracht habe – mittlerweile kann ich in seinem Gesicht lesen wie in einem Buch. Jedenfalls erkenne ich, dass mein erster Eindruck von Julio in bestimmter Weise anders ist. Zeth und Julio sind aus demselben Holz geschnitzt. Zeth ist auf eine urtümliche, instinktive Weise gefährlich. Er ist einfach so. Das ist die Grundlage von allem, was ihn ausmacht. Julio hingegen ist nicht von Natur aus gefährlich. Er hat sich bewusst dafür entschieden. Er hat sich die Angst verdient, die ihn umgibt, und er trägt seine einschüchternde Persönlichkeit wie einen Mantel. Wie etwas, das er nach Belieben an- und ausziehen kann. Ich weiß nicht recht, wer mir mehr Sorgen bereiten sollte: ein Mann, der in Gewalt hineingeboren wurde, oder ein Mann, der sich dafür entschieden hat, in Gewalt hinabzusteigen.
»Und was haben Sie noch mal gesagt, womit Sie sich den Lebensunterhalt verdienen, Miss Hawthorne?«, fragt Julio und streicht mit einer fleischigen Hand über die polierte Platte seines Schreibtisches. Dabei mustert er mich mit skeptisch hochgezogenen Augenbrauen und wartet geduldig darauf, dass ich aufhöre, den Mund zu öffnen und zu schließen wie eine Vollidiotin, und ihm stattdessen antworte.
»Äh … ich …«
»Denn Sie sind offensichtlich keine Prostituierte«, sagt er und schwenkt eine Hand in meine ungefähre Richtung. »Zum einen sind Ihre Titten und Ihr Arsch nicht zur Schau gestellt. Und zweitens heißen Sie Naomi Hawthorne. Mir sind noch nicht viele Nutten oder Stripperinnen mit Namen wie Naomi Hawthorne untergekommen.« Er spricht meinen erdachten Namen aus, als wüsste er haargenau, dass er falsch ist.
Scheiße. Als er meinen Nachnamen von mir wissen wollte, habe ich ihm den ersten aufgetischt, der mir eingefallen ist – der meiner Spanischlehrerin aus der High School. Zu dem Zeitpunkt schien es mir eine gute Idee zu sein, allmählich jedoch begreife ich, wie falsch meine Einschätzung war. Ich hätte mir irgendetwas Ausgefalleneres, Schillernderes einfallen lassen sollen. Lovelace zum Beispiel. Einen Nuttennamen, nicht einen Namen, den man vielleicht mit einer Zahnärztin assoziierte. »Richtig«, gestehe ich. »Keine Prostituierte. Ich …«
»Naomi ist Ärztin«, wirft Zeth ein und dreht dabei müßig den Kopf, sieht sich im Raum um, als würde es ihn entsetzlich langweilen, hier zu sein. Dass er so ruhig und gefasst bleiben kann, übersteigt meinen Verstand. Ich schwitze ganze Sturzbäche. Und er sagt Julio die Wahrheit? Herrgott noch mal. Als wäre es für einen mexikanischen Mafiaboss nicht unheimlich einfach herauszufinden, in welchem Krankenhaus ich arbeite. Und dann bin ich völlig im Arsch. Er wird rauskriegen, dass ich nicht diese Naomi Hawthorne bin. Und dann bringt er mich um und verscharrt mich in einem flachen Grab irgendwo in der Wüste. Man wird meine Leiche nie finden.
»Ärztin?« Julio wirkt zugleich beeindruckt und verwirrt. »Was für eine Ärztin?«
»Unfallchirurgin.« Diesmal antworte ich, ohne zu zögern. Hat keinen Sinn mehr zu lügen.
»Hm. Interessant.«
Zeth schnaubt. »Ach ja?«
Julio wirft ihm einen scharfen Blick zu. »Natürlich, hijo. Die Frauen, die normalerweise hier landen, sind nicht so …«
»Gebildet?« Zeth hat üble Laune. Die nervöse Anspannung, die sein Körper auf dem Weg zum Arbeitszimmer erkennen ließ, hat er inzwischen abgeschüttelt. Er kommt nur noch stinksauer rüber. Und gelangweilt. Ich weiß nicht, ob es echt oder gespielt ist. Falls er es spielt, hat er den Beruf verfehlt und sollte nach Hollywood gehen. Aber sein schlagfertiger Einwand bringt Julio zum Lachen.
»Genau. Sie sind nicht ganz Ihr … sagen wir Kaliber, Naomi. Und wie um alles in der Welt sind Sie im Bett dieses kranken Mistkerls gelandet? Hatte er einen Unfall mit seinem Schwanz oder so?«
Zeth schnaubt, sagt aber nichts. Ich entscheide, den Köder zu schlucken – das ist eine erstklassige Gelegenheit, jegliche Zweifel auszuräumen, die Julio über meine Anwesenheit hier vielleicht hat. »Könnte man ungefähr so sagen.« Geziert lächle ich und werfe Zeth einen Seitenblick zu, als würde ich gleich ein obszönes Geheimnis preisgeben. »Ich war zu einer von Zeths Partys eingeladen. Nach einem Blick auf ihn wusste ich, was für eine Behandlung er braucht. Und ja, sein Schwanz hat dabei definitiv eine Rolle gespielt. Obwohl: Gelitten hab wohl eher ich unter dem Unfall.«
O … mein … gütiger … Gott.
Ich kann nicht fassen, dass ich mich tatsächlich dazu durchgerungen habe, solche Worte über die Lippen zu bringen. Das Blut schießt mir in die Wangen. Ich fühle bereits, wie sie brennen, und kann nur hoffen, dass Julio mein Erröten der Intensität der erlogenen Erinnerung zuschreibt, nicht meiner Verlegenheit.
Ein Flackern echter Belustigung blitzt in Zeths Augen auf. Plötzlich wird mir klar, dass man meine Äußerung irrtümlich für die Wahrheit halten könnte. Ich war ja wirklich bei einer seiner Partys, und ich habe dort wirklich mit ihm geschlafen. Und um ganz ehrlich zu sein, hat er mich wirklich geradezu lächerlich hart gefickt.
Ich bemühe mich redlich, nicht auf dem Sitz hin und her zu rutschen. Mich beschleicht das Gefühl, dass Zeth diese Entwicklung immens gefällt. Von irgendwo hat er einen Zahnstocher herbeigezaubert, mit dem er sich über die Unterlippe fährt, während er meinen Seitenblick erwidert. Anscheinend ist er nicht mehr gelangweilt.
»Klingt faszinierend. Haben Sie ihn geblasen?«
Mein Kopf schnellt zu Julio herum. Auch Zeth richtet die Augen langsam von mir zurück auf den Mexikaner, bis er den anderen Mann ungerührt anstarrt. Der Zahnstocher in seinen Fingern hält inne, und er presst ihn sich an die Lippen. Mir steigt Hitze in den Hals und lässt mich zweifellos noch dunkler anlaufen. »Wie bitte?«
»Haben Sie seinen Schwanz geblasen?«, will Julio erneut wissen und lacht. Er stellt die Frage, als wäre nichts dabei. Als wäre es nicht im Geringsten schräg, dass er sie stellt.
»Na ja, klar hab ich das.« Ich glaube nicht, dass ich den verführerisch belustigten Eindruck so gut rüberbringe, wie ich es möchte. Ich klinge mehr wie ein aufgeregtes Schulmädchen als jemand, der mit Zeth Mayfair das Bett geteilt und mitgehalten hat. Wie bin ich nur auf das schmale Brett des Irrglaubens gekommen, ich könnte das? Wird mir nicht gelingen, es über die Bühne zu bringen. Das ist einfach nicht drin. Allein der wissende Ausdruck in Julios Augen verrät es mir deutlich.
Zeth lümmelt neben mir auf seinem Sitz, legt den Kopf in den Nacken, starrt an die Decke und spielt wieder mit seinem Zahnstocher. »Sind wir dann bald fertig? Ich hab gehofft, ich könnte noch ein wenig den Kater würgen, der mich gebissen hat. Mein verfluchter Schädel bringt mich um.«
»Ich sag dir, was gut gegen einen Kater ist, ese«, sagt Julio und richtet seine Aufmerksamkeit auf Zeth. »Den Schwanz gelutscht zu bekommen.«
Zeth neigt den Kopf nach vorn. Beeindruckt wirkt er dabei nicht. Zum Glück ist Julio zu beschäftigt damit, Zeths Reaktion zu beobachten, um meine zu bemerken, denn mir schießt blankes Grauen in den Leib. Er will, dass ich es tue. Jetzt. Vor ihm. Das ist eindeutig ein Test.
Zeth lächelt, und das Lächeln wirkt fast wie eine Drohung. »Ich hab die Frau erst vor zwei Minuten gefickt. Hast du’s nicht gehört?« Er zeigt mit dem Zahnstocher über die Schulter, deutet nicht nur in den Korridor, sondern auch in die jüngste Vergangenheit, in der er mich übers Knie gelegt und mir den Arsch wund geschlagen hat.
Julio zuckt mit den Schultern. »Sicher, hat geklungen, als würdest du sie umbringen. Aber das hübsche Frauenzimmer sitzt ja noch hier und zwirbelt das hübsche Haar zwischen den hübschen Fingern, also weiß ich, dass du’s nicht getan hast.« Er grinst Zeth an und beugt sich auf seinem Schreibtisch vor. »Was ist los mit dir, Mann, hm? Kriegst du ihn so schnell nicht wieder hoch? Ich weiß, es liegt nicht daran, dass du schüchtern bist. Immerhin hab ich dich unter diesem Dach schon viele Weiber ficken sehen.«
Bei der Bemerkung ballen sich meine Hände unwillkürlich zu losen Fäusten. Wie bescheuert, dass ich mich ausgerechnet darüber aufrege statt über die Tatsache, dass gerade ein übergewichtiger mexikanischer Jabba von mir verlangt, ich soll vor seinen Augen auf die Knie gehen und einem Kerl einen blasen, vor dem ich mich mehr als ein wenig fürchte.
Zeth nickt langsam, scheint darüber nachzudenken. »Schon möglich. Aber das ist eine ganze Weile her. Inzwischen bin ich ein bisschen … zurückhaltender geworden.«
»Blödsinn!« Julio lacht, aber seine Wangen färben sich mit jedem verstreichenden Augenblick röter und röter. Dadurch kommt das spinnwebartige, feine Geflecht geplatzter Kapillaren in seinen Wangen zum Vorschein, dunkel und zornig – eindeutig ein Mann, der entschieden zu viel trinkt. Zu oft wütend wird. Und wahrscheinlich auch zu oft seinen Willen bekommt. Aber nicht heute.
»Es tut mir leid, Mr. Perez, aber heute Morgen liefere ich Ihnen keine Privatvorstellung. Sie haben ja bereits festgehalten, dass ich nicht wie Ihre Frauen hier bin. Wenn Sie sich von einer billigen Hure unterhalten lassen wollen, die Zeth...




