Harrison | Soul Beach 2 - Schwarzer Sand | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 376 Seiten

Reihe: Soul Beach

Harrison Soul Beach 2 - Schwarzer Sand

Mystery-Thriller für Jugendliche ab 13 Jahre
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7320-0080-7
Verlag: Loewe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mystery-Thriller für Jugendliche ab 13 Jahre

E-Book, Deutsch, Band 2, 376 Seiten

Reihe: Soul Beach

ISBN: 978-3-7320-0080-7
Verlag: Loewe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Meine Schwester ist tot. Doch sie lebt weiter am Soul Beach. Um sie von dort zu befreien, muss ich ihren Mörder finden. Aber je näher ich ihm komme, desto näher kommt er mir. Triti konnte das virtuelle Strandparadies von Soul Beach mit Alice Hilfe verlassen, aber Alice Schwester Megan sitzt noch immer hier fest. Und dann schlägt ihr Mörder erneut zu: Ein weiterer Gast erscheint am Strand. Und Alice kennt ihn nur allzu gut. Als eine Reise nach Spanien die Rettung für einen weiteren ihrer Freunde am Soul Beach bedeuten könnte, setzt Alice sich ins Flugzeug. Doch der Mörder reist mit ... 'Schwarzer Sand' ist der zweite Band der Soul Beach-Trilogie. Der Titel des ersten Bandes lautet 'Frostiges Paradies'. Das Jenseits ist ein Strand und soziale Netzwerke wie Facebook gibt es auch für Tote. Kate Harrison erzählt eine Geschichte von Tod und Erlösung und macht daraus einen brandaktuellen Mystery-Thriller.

Ursprünglich arbeitete Kate Harrison beim britischen Fernsehen. Nachdem sie bereits sehr erfolgreich Romane für Erwachsene veröffentlichte, erscheint nun mit Soul Beach ihre erste Jugendbuch-Trilogie. Abgesehen vom Bücherschreiben liest sie sehr gerne, liebt Backen, Singen, die Küste, Live-Comedy und Bastelkram. Wenn sie nicht gerade in Spanien am Strand liegt, lebt sie in Brighton.
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9

Nasse Erde fällt auf mein Gesicht. Meine Hände sind auf dem Rücken gefesselt. Als ich versuche, Luft zu holen, verschlucke ich mich an der Erde.

»Hilfe!«

Ich schrecke hoch, meine Finger krallen sich in mein Gesicht und ich ringe nach Atem.

Diesen Albtraum hatte meine Schwester oft. Sie hat mir mal davon erzählt. Und jetzt ist es, als hätte ich ihn von ihr geerbt.

Ich bin vollkommen erledigt und habe Kopfschmerzen. Und müsste – ich werfe einen Blick auf die Uhr – in vier Minuten in der Schule sein.

»Mum?« Ich hämmere gegen die Schlafzimmertür meiner Eltern, und als keine Antwort kommt, gehe ich hinein. »Mum, es ist fast neun.«

Sie regt sich nicht und mir fällt auf, wie jung sie aussieht, wenn sie schläft. Ihre Haut wirkt leicht aufgedunsen; sie hat gestern Nacht ein bisschen zu viel getrunken. Ich kann es ihr nicht verübeln.

»Alice?« Mum setzt sich auf und schon kehren die Sorgenfalten in ihr Gesicht zurück.

»Wir haben verschlafen. Dafür habe ich die ganze Nacht kaum ein Auge zugetan. Und es schneit immer noch. Kann ich nicht … Wäre es wohl okay, wenn ich heute zu Hause bleibe? Nach allem, was passiert ist.«

»Wonach?«, fragt sie und zieht die Stirn kraus. Dann fällt es ihr wieder ein und sie lässt sich zurück in die Kissen sinken. »Tim. Oh Gott.«

»Ich will heute keine Leute sehen müssen. Bestimmt ist es in allen Nachrichten. Das ertrage ich nicht, Mum.«

Sie seufzt. »Wir können aber nicht davor weglaufen, Alice. Wenn du heute nicht zur Schule gehst, wird es morgen doppelt so schlimm.«

Aber ich sehe ihr an, dass sie kurz davor ist, Ja zu sagen. »Ich will ja nicht für immer zu Hause bleiben. Nur heute. Bitte.«

Sie hebt die Hand. »Na schön. Von mir aus. Bleib mit mir zu Hause. Wir können uns einen Film ansehen. Was zum Mittagessen bestellen. Kuchen essen.«

Ich starre meine Mutter an. Plötzlich wirkt sie beinahe hyperaktiv. »Freust du dich etwa über das, was mit Tim passiert ist?«

»Nein, natürlich nicht.« Dann blinzelt sie. »Aber … aber mir hat die Vorstellung keine Ruhe gelassen, dass er einfach ganz normal weiterleben würde. Eine Familie gründen. Während deine Schwester …«

»Mum –«

»Ich wollte nicht, dass es so kommt, Alice, ehrlich nicht. Aber ich habe mir Gerechtigkeit gewünscht.«

Die wünsche ich mir auch. Und mindestens zwei andere Wahrheitssuchende genauso. Wie gern würde ich jetzt online gehen, um nachzusehen, ob noch andere Nachrichten dazugekommen sind, und um die Seite weiter auf Beweise zu untersuchen: nicht nur in Bezug auf Tims Tod, sondern auch auf den meiner Schwester. Schließlich ist es immer noch meine oberste Priorität, ihren Mörder zu finden.

Okay, ich weiß, Mum hat es mir gestern Nacht verboten. Aber das hat sie nicht so gemeint. Mittlerweile hat sie sich wieder beruhigt – hoffentlich.

Sie beugt sich vor und spielt mit meinem Haar. »Ich muss mich jetzt auf die Zukunft konzentrieren. Auf dich, meine Hübsche. Aber die Filme und das große Mittagessen verschieben wir wohl wirklich besser auf ein andermal, wenn wir beide fröhlicher sind. Lassen wir es heute lieber ruhig angehen.«

»Danke, Mum. Du bist super, weißt du das eigentlich?«

Sie lächelt. »Gehe ich recht in der Annahme, dass du noch etwas anderes von mir willst?«

Ich lasse den Blick durchs Zimmer schweifen und entdecke meinen Laptop auf ihrem Bücherregal. »Ich dachte nur … dass ich vielleicht mal an meinen Computer kann. Für die Schule. Ich setze mich damit auch nach unten, wenn du willst – da kannst du mich im Auge behalten.«

Ihre Züge verhärten sich wieder. »Verdammt noch mal, Alice, hältst du es denn keinen einzigen Tag ohne das Internet aus? Geh spazieren. Geh shoppen. Was weiß ich, kauf dir ein paar Drogen oder sonst was.« Dann lächelt sie schwach. »Das Letzte war ein Witz.« Dann aber greift sie nach ihrem Portemonnaie und holt eine Zwanzig-Pfund-Note heraus. Als ich das Geld entgegennehme, hält sie einen Augenblick meine Hand fest. Ihre Haut ist warm. »Gib es für irgendwas aus, das Spaß macht, ja, mein Schatz? Jetzt können wir noch einmal ganz neu anfangen. Natürlich wollen wir Meggie nicht vergessen, aber wir sollten nach vorne blicken, jetzt, da alles vorbei ist.«

Ich sage nichts. Hierüber kann ich nicht lügen.

Aber sie merkt es gar nicht. Sie schließt nur die Augen. »Mach die Tür hinter dir zu, Alice. Ich glaube, heute stehe ich gar nicht erst auf. Und morgen, tja. Morgen ist der erste Tag unseres restlichen Lebens.«

Da habe ich nun meinen freien Tag, aber ohne den Strand und Flammen der Wahrheit weiß ich absolut nicht, was ich machen soll.

Natürlich könnte ich nach Greenwich fahren, falls der Zugverkehr bei dem Schnee nicht eingestellt ist. Dort ist Meggie gestorben und jetzt auch Tim. Ich bin mir sicher, Sahara würde sich nur zu gerne mit mir treffen, und Ade käme bestimmt auch mit. Ich könnte den Tag nutzen, um mehr darüber herauszufinden, was in seiner Wohnung passiert ist.

Und doch … irgendetwas hält mich davon ab, Sahara anzurufen. Nicht dass ich sie direkt verdächtigen würde, aber wenn Tim Meggie nicht getötet hat, muss es jemand anderes getan haben. Früher habe ich immer gedacht, Mörder wären durchgeknallte Fremde, wie die Stalker, die sich an Meggie gehängt haben, nachdem sie bei Sing for your Supper aufgetreten war.

Doch alles, was ich seit ihrem Tod zu dem Thema gelesen habe, deutet darauf hin, dass man viel eher von denjenigen Menschen getötet wird, die einem am nächsten stehen. Ich erschaudere. Es ist gut möglich, dass Meggie ihren Mörder gekannt hat. Und damit ist es auch möglich … nein, sogar wahrscheinlich, dass auch ich ihn kenne.

Sahara? Ade? Zoe, das Mädchen, das Meggies Leiche gefunden hat? Irgendein anderer Freund, eine andere Freundin?

Ich denke an das, was ich bei Flammen der Wahrheit gelesen habe. Dort hieß es, wir sollten den Kampf aufnehmen, die Waffen der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Rache einsetzen. Vielleicht sollte ich lieber nicht mit Leuten reden, die Meggie gekannt haben, bevor ich nicht jedes Wort auf Flammen der Wahrheit gelesen habe.

Aber es gibt jemanden, mit dem ich reden, dem ich vertrauen kann. Jemanden, der außerdem ganz zufällig mit Computertechnik ausgerüstet ist, die die NASA blass aussehen lässt.

»Hallo, Fremde«, meldet sich Lewis beim ersten Klingeln.

»Sooo lange ist es nun auch wieder nicht her«, entgegne ich, obwohl er wahrscheinlich recht hat. »Ich war mit Lernen beschäftigt, tut mir leid.«

»Ah ja, richtig, ich weiß ja, wie ernst du die Schule nimmst.« Lewis will mich bloß aufziehen. Er ist der Einzige, der das noch tut, alle anderen behandeln mich wie ein rohes Ei, selbst jetzt noch.

»Es ist was passiert. Ich dachte, ich könnte vielleicht vorbeikommen.«

»Und was ist mit der Schule? Vergiss nicht deine ach so wichtigen Prüfungen!«

»Ha, ha. Mum hat mich zu Hause bleiben lassen wegen … Hör mal, kann ich dir das nicht erklären, wenn ich da bin?«

Pause.

»Na schön, Ali. Ich hänge sowieso den ganzen Tag hier in der Wohnung fest. Muss ein paar Testprogramme laufen lassen.«

»Wohnung?«

Lewis lacht. »Mhmm. Wie du dich vielleicht erinnerst, bin ich ja endlich zu Hause ausgezogen. Du wolltest mir eigentlich beim Packen helfen.«

Mist. »Ach, Lewis. Tut mir so leid. Und das nach allem, was du für mich getan hast. Ich bin echt eine miese Freundin, was?«

»Na ja, aber du hast das Herz am rechten Fleck. Ich kann dich ja in einer halben Stunde mit dem Auto abholen, wenn’s genehm ist? Und falls du mir immer noch helfen willst, bring Gummihandschuhe mit. Die Wohnung hätte echt mal die Tatkraft einer Frau nötig.«

Sobald er aufgelegt hat, rase ich aus der Tür und rutsche beinahe auf dem glatt gefrorenen Schnee aus. Wenigstens habe ich Mums zwanzig Pfund und ein bisschen Angespartes zum Ausgeben. Aber was kauft man einem Typen, der alles hat – oder sich zumindest alles leisten kann, was er haben will? Lewis ist mehr oder weniger auf dem Weg, der nächste Bill Gates zu werden, obwohl er damit natürlich nie prahlt. Sein Gehirn ist ungefähr so riesig wie ein großzügig dimensionierter Planet und er hat schon vor der mittleren Reife von seinem Kinderzimmer aus seine erste Computerfirma gestartet. Jetzt, vier Jahre später, sind die einzigen Anzeichen dafür, wie gut das Geschäft läuft, seine Designertaschen, die einen ziemlich krassen Gegensatz zu seinen restlichen Klamotten bilden, ganz zu schweigen von seiner Frisur, die aussieht, als hätte man ihn einmal rückwärts durch eine Hecke gezogen.

Tja, Designersachen kann ich mir definitiv nicht leisten und die Geschenkeläden hier in der Nähe sind alle vollgestopft mit irgendwelchem rosa Kitsch mit aufgedruckten Cupcakes drauf. Wenn man sich nur lange genug in unserem Vorort aufhält, könnte man meinen, dass es den Feminismus nie gegeben hat.

Kein Wunder, dass Meggie nach Greenwich geflüchtet ist. Dieser Ort hier war einfach zu klein für sie.

Alkohol kann ich auch keinen besorgen, denn die Ladeninhaber kennen mich alle. Und ein Sixpack Cola light macht als Einweihungsgeschenk nicht gerade viel her, auch wenn Lewis die am liebsten trinkt. Ich muss ihm schon was richtig Gutes mitbringen, wenn ich ausbügeln will, wie sehr ich ihn vernachlässigt habe.

Anfangs war Lewis für mich so etwas wie ein Großer-Bruder-Ersatz, den meine Freunde auf den Plan gerufen hatten, damit er den seltsamen E-Mails, die ich kurz nach Meggies Beerdigung bekam, auf den Grund ging. Als Lewis damals bei mir...


Ursprünglich arbeitete Kate Harrison beim britischen Fernsehen. Nachdem sie bereits sehr erfolgreich Romane für Erwachsene veröffentlichte, erscheint nun mit Soul Beach - Frostiges Paradies ihr erstes Jugendbuch. Abgesehen vom Bücherschreiben liest sie sehr gerne, liebt Backen, Singen, die Küste, Live-Comedy und Bastelkram. Wenn sie nicht gerade in Spanien am Strand liegt, lebt sie in Brighton.



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