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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 311 Seiten

Reihe: Firebrand Reihe

Harper Magic Embers


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2525-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 7, 311 Seiten

Reihe: Firebrand Reihe

ISBN: 978-3-7363-2525-8
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine neue magische Kraft, eine mysteriöse Bedrohung - unzählige neue Herausforderungen ...

Gerade als die junge Ermittlerin Emma Bellamy denkt, dass sie ihre Vergangenheit und ihre Phönix-Kräfte verstanden hätte, wird ihr Leben erneut durcheinandergewirbelt. Sie hat die Fähigkeit erhalten, kurze Momente aus der Zukunft zu sehen. Nicht nur kann Emma diese magische Kraft nicht richtig kontrollieren, auch ihr Partner, der attraktive Vampirlord Lukas Horvath, ist alles andere als angetan von dieser neuen Entwicklung. Doch als hätte Emma nicht genug damit zu tun, ihre Beziehung zu retten und ihre Zukunftsvisionen zu verstehen, trifft sie auf eine weitere Herausforderung: Jemand behauptet, der wahre Phönix zu sein, und wirft Emma Betrug vor. Eine Anschuldigung, die ihre bisherige Arbeit als Ermittlerin infrage stellt und sie vor bisher ungeahnte Herausforderungen stellt ...

Band 7 der FIREBRAND Reihe

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1


Mein missmutiges Stöhnen drang durch das halb dunkle Zimmer. Die junge Gremlinfrau in der Ecke gegenüber, die gebeugt über einem Laptop saß, dessen schwacher Schein ihrer Miene etwas Unheimliches verlieh, reagierte mit genervtem Kopfschütteln und einem energischen »Pssst!«.

Ich zog eine Grimasse, und obwohl mir klar war, dass sie das nicht hatte sehen können, fühlte ich mich ein wenig schuldig. Dann schlug ich das schwere Buch zu und legte es auf den Stapel der vergeblich eingesehenen Titel. Seit Tagen kam ich in die Arkane Abteilung der Carlyle Bibliothek und hatte über unzähligen neuen und alten Büchern gegrübelt, doch keines hatte mir Hinweise darauf geliefert, wie eine Kassandra ihre magischen Fähigkeiten loswerden mochte.

Bittere Wut übermannte mich. Ich machte mir Sorgen um mein Leben, meine Zukunft und wollte keine Prophezeiungen ausstoßen oder mich mit Visionen dessen herumschlagen, was da kommen würde; ich hatte bereits genug um die Ohren.

Schon hob ich die Hand, um den Bücherstapel grollend vom Tisch zu fegen, besann mich aber eines Besseren, schob den Stuhl zurück und stapfte zu den entferntesten Regalen. Ich hatte gewiss etwas übersehen. Irgendwo musste doch ein Hinweis darauf zu finden sein, was ich tun konnte, doch ich hatte fast alle Regale durchgearbeitet und kaum noch Aussicht auf Erfolg.

Ich griff mir einen schweren, fast zehn Zentimeter dicken Wälzer, den ich bereits konsultiert hatte. Beim ersten Mal war ich nur das Sachregister durchgegangen. Vielleicht hatte ich ihn mir also nicht aufmerksam genug angeschaut.

Ehe ich das Buch allerdings an meinen Tisch schleppen konnte, vibrierte es in meiner Jacke. Ich runzelte die Stirn: Der Empfang hier unten war höchstens durchwachsen, darum war es fast ein Wunder, dass mich ein Anruf erreichte. Ich stellte das Buch wieder an seinen Platz und zog das Handy heraus. Der Anruf kam von Detective Chief Inspector Lucinda Barnes. Das verhieß nichts Gutes.

Ich drückte den kleinen grünen Knopf und wollte mich freundlich-professionell melden. Barnes war immerhin meine Vorgesetzte, und ich respektierte sie aufrichtig.

»Was gibt’s?«, bellte ich stattdessen ins Telefon und erschrak über mich selbst.

Es rauschte in der Leitung. »… Bellamy? … brauche … bekomme … Problem …«

Von der fleißigen Gremlinfrau kam ein »Tsk, tsk«. Ich ignorierte es, musterte mein Handy finster und hielt es in die Höhe, um besseren Empfang zu haben.

»Kommen … Hauptquartier … besten …«

Ich verdrehte die Augen. »Die Verbindung ist schlecht«, sagte ich laut und deutlich. »Ich verstehe Sie nicht richtig und bin gerade beschäftigt. Rufen Sie besser DS Grace an und fragen Sie ihn.«

Als Antwort kam nur statisches Rauschen. Wieder besah ich mir das Handy, begriff, dass wir getrennt worden waren, und seufzte. Mist. Ich sollte mich wohl doch vergewissern, was Barnes von mir wollte.

Im Supernatural Squad war es fast ewig ruhig gewesen. Letzte Woche hatte ich mich nur um einen Diebstahl kümmern müssen, bei dem sich dann herausstellte, dass der Eigentümer sich nur falsch erinnerte, wo er sein Fahrrad abgestellt hatte. Und ein paar Pixies hatten sich über törichte Graffiti aufgeregt. Ich brauchte etwas, worauf ich mich über meine eigenen Probleme hinaus konzentrieren konnte, doch trotz größter Anstrengungen ließen sich der Carlyle Bibliothek keine hilfreichen Geheimnisse entlocken.

Ächzend räumte ich die Bücher in die Regale zurück und wandte mich zum Gehen. Als ich meine Tasche nahm, funkelte die junge Gremlinfrau mich an. »Tut mir leid wegen des Lärms«, sagte ich.

Ihre Nase zuckte. »Ich versuche zu arbeiten!«

Die Jugend von heute. »Tut mir leid«, wiederholte ich aufrichtig. Mir war klar, dass ich mich und meine Gefühle in den Griff bekommen musste, aber wie? Ich nickte ihr zu, um meiner Entschuldigung Nachdruck zu verleihen, gelobte mir im Stillen, mich zu bessern, und ging. Die Lösung für meine Probleme würde ich nicht in Büchern finden. Diesmal nicht.

Draußen in der Wärme des Frühsommers wollte ich Barnes zurückrufen, doch sie ging nicht dran. Unserem bruchstückhaften Telefonat hatte ich entnommen, dass ich ins Hauptquartier der Metropolitan Police kommen sollte. New Scotland Yard war nicht sehr weit entfernt, und ich machte mich widerwillig auf den Weg.

Ich achtete nicht weiter auf die drei Vampire, die sich von der Mauer der Carlyle Bibliothek lösten und mir folgten. Sollten nur sie mir Sorgen bereiten, würde ich damit fertigwerden. Ehe ich aber die Busspur gekreuzt hatte, um zu Tallulah zu gelangen und die kurze Fahrt zu Barnes zu machen, gesellte sich leider eine weitere Vampirin zu mir.

»Guten Tag, Detective«, sagte sie.

Ich sah Scarlett nicht an und fragte sie nicht, warum sie gekommen war, sondern schob nur die Hände in die Taschen und ging weiter. Trotz ihrer außergewöhnlichen Stilettos hielt sie mit mir Schritt. Sofern ich nicht losrannte, um ihr zu entkommen, würde ich diesem Gespräch nicht entgehen. Mit finsterer Miene erwartete ich das Unausweichliche.

»Wir sind angewiesen«, begann sie mit einschmeichelnder Stimme, die mir schwer auf die Nerven ging, »uns Ihnen nicht zu nähern.«

»Und doch bist du gekommen.« Ich wies mit dem Daumen auf das Vampirtrio hinter uns. »So wie die drei.«

»Die halten Abstand«, erklärte Scarlett heiter, »und folgen Ihnen nur, um für Ihre Sicherheit zu sorgen.«

Lukas wusste, dass ich auf mich achtgeben konnte und keine Babysitter brauchte, aber es hatte keinen Sinn, mit Scarlett zu diskutieren. Dies alles war nicht ihre Schuld. Und auch nicht die von Lukas.

»Hast du keine Angst, dass jemand dich verpetzt?«, fragte ich.

»Ich bin meinem Herrn gegenüber völlig loyal«, gab sie zurück. »Aber manchmal weiß er nicht, was gut für ihn ist. Sie wissen das anscheinend auch nicht. Seit Wochen stürmt er durch die Gegend und beschimpft die Leute bei kleinsten Fehlern, oft genug grundlos. Wird Zeit, dass jemand das unterbindet.«

»Meine Beziehung zu Lukas Horvath geht dich nichts an«, erwiderte ich eisig und wich einigen Anzugträgern aus, die große Augen machten und Scarlett mit aus dem Mund hängender Zunge musterten. Nun erst betrachtete ich sie näher und stellte fest, dass sie einen hautengen Catsuit aus rotem Leder trug. Für das Zurückhaltende und Unauffällige war sie einfach nicht zu haben.

»Ich bitte Sie nicht, mir zu verraten, wo das Problem liegt«, gab sie zurück. »Aber bitte sagen Sie es ihm. Er hat Ihnen einen Antrag gemacht, und Sie haben die Flucht ergriffen. Jetzt ist er verwirrt und wütend und verdient zumindest eine Erklärung.«

Trauer stieg in mir auf und wollte mich überwältigen. Ich unterdrückte sie mühsam, doch der stechende Schmerz in meinem Herzen wollte nicht weichen.

»Er liebt Sie«, sagte Scarlett, »von ganzem Herzen. Bis neulich glaubte ich, Sie empfinden genauso. Falls es anders ist und Sie mit ihm nur gespielt haben, verdient er das von Ihnen zu hören, damit er sich eine andere suchen kann.«

Wut durchzuckte mich. Ich blieb stehen, wandte mich ihr zu und bleckte knurrend die Zähne, doch Scarletts Miene änderte sich nicht. »Ich habe nicht ›mit ihm gespielt‹. Und ich liebe ihn so sehr, wie er mich liebt.«

Auch in ihren Augen glomm nun ein Funken Zorn. Sie war wegen Lukas hier und wollte ihn nur schützen. »Was ist dann Ihr Problem?«, fauchte sie mich an.

Zwischen uns schwelte die Ahnung von Gewalt. Ich trat einen Schritt zurück, um Platz und klare Verhältnisse zu schaffen. »Er hat mir gesagt, er habe dir fünf Millionen Pfund gegeben, damit du einen Ring erwirbst, der seinen Träger die Zukunft sehen lässt; und den habe er dann zerstören lassen.«

Zwischen ihren Augen erschien eine kaum sichtbare Falte. »Geht es etwa um Geld?«, fragte sie ungläubig.

»So ein Unsinn«, fuhr ich sie an. »Es geht um Macht. Lukas verabscheut die Vorstellung, dass es so einen Ring gibt, und er verabscheut Kassandren, die ebenfalls in die Zukunft blicken können. Er ist da vernagelt. Ihm ist klar, dass es sich um ein blankes Vorurteil handelt und die Kassandren nichts dafür können, und doch hasst er sie.«

Scarlett zuckte die Achseln. »Und?« Ich verschränkte die Arme und musterte sie durchdringend. »Moment«, sagte sie langsam. »Wollen Sie damit sagen, dass Sie eine …«

Ich nickte knapp und verärgert.

Ihr fiel die Kinnlade herunter. »Sie waren die ganze Zeit eine Kassandra und haben es verschwiegen?«

»Nein, es ist eine neue Entwicklung.« Ich fluchte leise und wusste nicht, warum ich Scarlett all das erzählte, denn ich hatte noch mit niemandem darüber gesprochen. Vielleicht hielt ich sie für die einzige Person, die mich womöglich verstand. Schließlich kannte sie Lukas, vermutlich besser als ich.

»Hör mal«, fuhr ich fort, »ich weiß, dass Lukas mich liebt, daran habe ich keine Zweifel. Aber ich bin jetzt eine Kassandra, und ich weiß, wie sehr er diese Wesen hasst. Wenn ich ihm erzähle, was mit mir passiert ist, was ich geworden bin, wird er mich umarmen und küssen und sagen, dass alles gut wird. Das wird er auch sich selbst sagen. Er wird glauben, dass er mich weiter lieben kann und wir auch in Zukunft eine harmonische Partnerschaft haben.«

Scarlett musterte mich mit taubem Entsetzen.

»Und dann«, fügte ich bitter hinzu, »werde ich die nächsten Monate und Jahre zuschauen, wie sich die Liebe in seinem Blick in Abneigung verwandelt. Es wird ein langsamer...



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