E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Bianca
Harlen Vorsicht - reicher Rancher!
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2799-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 160 Seiten
Reihe: Bianca
ISBN: 978-3-7515-2799-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Mann wie der vermögende Patrick Stafford bringt nur Unglück, weiß Brooke. Für ihn ist alles ein Spiel! Also versucht die Tierärztin immer so kurz wie möglich auf seiner Ranch zu bleiben. Ganz anders sieht das leider ihr kleiner Sohn, der sich einen Daddy wünscht - Patrick ...
Brenda ist eine ehemalige Rechtsanwältin, die einst das Privileg hatte vor dem obersten Gerichtshof von Kanada vorzusprechen. Vor fünf Jahren gab sie ihre Anwaltskanzlei auf um sich um ihre Kinder zu kümmern und insgeheim ihren Traum von einem selbst geschriebenen Buch zu verwirklichen. Sie schrieb sich in einem Liebesroman Schreibkurs auf einem kommunalen Gemeinde College ein und vollendete ihr erstes Buch bevor der Kurs vorbei war. Drei Jahre, fünf Manuskripte und ein weiteres Baby später, entschied sich Brenda dazu beim Romance Writers of America's Golden Heart contest teilzunehmen, welcher damit endete, dass sie ihr Manuskript an einen der Finalrunden Preisrichter von Silhouette verkaufte. Sie liebt es Teil der großen Harlequin/Silhouette Familie zu sein. Trotz der unablässigen Störungen und Unterbrechungen durch ihren Ehemann und Helden im echten Leben, durch ihre zwei kleinen Helden und durch zwei neurotische Hunde, blickt sie in eine lange Zukunft des Liebesromanschreibens, 'glücklich bis an ihr Lebensende'.
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1. KAPITEL
Patrick Stafford wartete schon eine ganze Weile auf den Tierarzt und atmete erleichtert auf, als endlich ein Fahrzeug in die lange Zufahrt einbog. Leider erkannte er weder den schlammverkrusteten Wagen noch die Frau, die ausstieg. Er verspürte einen kurzen Anflug von Enttäuschung, weil es nicht der Arzt war, und sein Pferd so lange auf eine Behandlung warten musste, aber da er ein Mann mit einem Blick für attraktive Frauen war, war sein Interesse dennoch sofort geweckt.
Die Besucherin war hochgewachsen und schlank. Sie trug eine Lammfelljacke über einem karierten Hemd, das in einer schmal geschnittenen Jeans steckte, dazu einen breiten brauen Gürtel um die schmale Taille und staubige Cowboystiefel an den Füßen. Was bedeutete, dass sie so angezogen war wie die meisten Frauen auf den Ranches in Haven, Nevada. Weshalb er nicht verstand, warum er sie so unwiderstehlich fand.
Trotzdem ließ er sie nicht aus den Augen. Das braune Haar war zu einem langen Zopf geflochten, und erst als sie näherkam, sah er, dass es in der Nachmittagssonne rötlich schimmerte. Wie Bronze und Kupfer, dachte er. Ihre Augen hatten die Farbe von dunkler Schokolade und waren von langen Wimpern umrahmt. Sie lächelte nicht, aber ihr Mund war dennoch verführerisch geformt. Als sein Blick eine Sekunde lang auf ihre Lippen fiel, wurde Patrick bewusst, wie lange er schon keine Frau mehr geküsst hatte – oder es auch nur gewollt hatte.
Er verscheuchte den unerwünschten Gedanken hastig und konzentrierte sich wieder auf die Besucherin. „Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“
„Eigentlich bin ich hier, um Ihnen zu helfen. Ich bin Dr. Langley.“ Jetzt lächelte sie und streckte ihm eine Hand entgegen.
Er schüttelte sie automatisch und registrierte dabei die langen, schmalen (und ringlosen!) Finger, die kurzen gepflegten Nägel und den festen Griff. „Patrick Stafford“, erwiderte er und runzelte dann verwirrt die Stirn. „Sie sind aber nicht Dr. Langley.“
„Na ja, ich habe mein Diplom gerade nicht dabei, aber ich kann Ihnen gern meinen Führerschein zeigen“, bot sie an und nahm den Rucksack von der Schulter, sodass er den Aufnäher mit dem V und dem Äskulapstab sehen konnte – das Symbol ihres Berufs.
Sie war tatsächlich Tierärztin, doch er war immer noch verwirrt. „Ich erinnere mich noch an Dr. Langley. Als ich klein war, ist er oft auf die Crooked Creek Ranch gekommen, und Sie sind ganz eindeutig nicht er.“
„Das dürfte dann mein Vater gewesen sein“, erklärte sie. „Dr. Bruce Langley. Ich bin Dr. Brooke Langley.“
Das ergab Sinn, denn Bruce war wesentlich älter gewesen, hatte grau meliertes Haar und eine stämmige Figur besessen, die vermittelte, dass er mit den Nutztieren umgehen konnte, die er als Patienten seiner ländlichen Praxis behandelte.
„Wo ist Ranger denn?“, fragte sie.
„Vielleicht war ich bei meinem Anruf nicht deutlich genug“, antwortete Patrick zögernd. „Denn Ranger ist ein zwölfhundert Pfund schwerer Hengst und im Moment ziemlich störrisch.“
„Keine Sorge, dies ist nicht mein erstes Rodeo“, versicherte sie ihm. „Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich hier draußen bin, um mich um Gus Sterlings Tiere zu kümmern.“
„Es sind nicht mehr seine Tiere, sondern meine“, widersprach er ihr.
„Im Moment interessiert mich mehr, wie es Ranger geht, und nicht, wer die Rechnungen bezahlt. Aber wenn Sie lieber auf meinen Vater warten wollen, der gerade auf Whispering Pines einem Fohlen in Steißlage auf die Welt hilft, ist das allein Ihre Entscheidung.“
Wenn Gus ihr seine Pferde anvertraut hatte, konnte Patrick es auch. Also schob er das Stalltor auf und ließ ihr den Vortritt.
Ihre Absätze klackten leise auf dem Betonboden, als sie durch den Mittelgang zur Box des Hengstes ging, aber es war der subtile Schwung ihrer Hüften, der Patricks Aufmerksamkeit erregte. Obwohl es ihm für Ranger leidtat, dass er überhaupt einen Tierarzt hatte rufen müssen, bedauerte er es keineswegs, dass es Dr. Brooke Langley war, die hierhergekommen war.
Haven war nicht so klein, dass jeder jeden kannte, und wie er Brooke gesagt hatte, erinnerte er sich durchaus an ihren Vater, aber nicht an sie. Obwohl sie auf dieselbe Highschool gegangen sein musste, wie er, weil es in Haven nur eine einzige gab, konnte er sich nicht erinnern, sie dort gesehen zu haben. Ranger hingegen schien sie zu kennen, denn die Nase des Hengstes erschien jetzt über der Tür der Box, und er nickte sogar leicht, als wolle er sie begrüßen.
Brooke streichelte sanft seinen Nacken und Ranger wieherte leise.
Patrick starrte auf die Szene, und war zugleich fasziniert von der stummen Kommunikation der beiden, aber auch ein wenig besorgt um die Frau, die jetzt, ohne zu zögern, die Box betrat. Er schätzte sie auf mindestens ein Meter siebzig, aber neben dem Hengst sah sie unfassbar klein und zerbrechlich aus.
Jeder, der sich ein wenig mit Pferden auskannte, respektierte die Kraft dieser Tiere und wusste, welchen Schaden ihre muskulösen Beine und ihre Hufe selbst aus Versehen anrichten konnten, aber Brooke schien keinerlei Angst zu verspüren. Ranger wich seltsamerweise auch nicht vor ihr zurück. Irgendwie machte ihre Gelassenheit sie für Patrick sogar noch verführerischer.
„Wie geht es dir, Ranger?“
Sie klang ruhig und besänftigend, und ihre Hände bewegten sich sicher und ohne Hast. Alles, was sie tat und sagte, signalisierte dem Tier, dass sie die Situation voll und ganz im Griff hatte. Sie verstummte erst, als sie in die Hocke ging, um die Wunde genauer untersuchen zu können.
Nach einer Weile richtete sie sich auf und drehte sich zu Patrick um. „Der Schnitt geht sogar durch das Koronarband. Wie ist das passiert?“
„Ich weiß es nicht“, gab er ehrlich zu. „Ich habe die Pferde heute Morgen auf die Koppel gelassen, aber irgendwie hat Ranger sich daraus befreit und …“
„Irgendwie?“, unterbrach sie ihn mit hochgezogenen Brauen.
„Ich dachte, ich hätte das Tor verriegelt, aber als ich erneut nach den Pferden gesehen habe, hat es offen gestanden.“
„Ist Ranger der Einzige, der die Koppel verlassen hat?“
„Nein, aber er ist der Einzige, der sich dabei verletzt hat.“
„Ich brauche mehr Licht, um die Wunde genauer anschauen zu können“, erklärte sie jetzt und griff über die Tür hinweg nach Rangers Halfter und Strick.
Der Hengst ließ sich widerstandslos zu einer Stelle führen, wo Gummimatten und zusätzliche Beleuchtung eine genauere Untersuchung ermöglichten. Patrick beobachtete, wie die Ärztin ihren Rucksack öffnete und darin herumwühlte. „Er hat das rechte Bein geschont, als ich ihn gefunden habe.“
„Kein Wunder.“ Sie zog eine Injektionsspritze auf. „Diese hier ist gegen Tetanus“, erklärte sie. „Er wird aber auch Penicillin gegen eine mögliche Infektion brauchen. Anschließend wasche ich die Wunde aus und werde einen Salbenverband anlegen.“
„Kann ich auch irgendetwas tun?“, fragte er.
„Können Sie Kaffee kochen?“
Fast hätte er erleichtert geseufzt, denn das war wenigstens eine Aufgabe, mit der er fertigwurde. Er nickte hastig. „Ja, das kriege ich hin. Wie trinken Sie ihn denn?“
„Schwarz ist gut.“
„Kommt sofort“, versprach er.
Nachdem Patrick gegangen war, ließ sich Brooke bei Rangers Behandlung Zeit. Sie wusste, dass die Wunde schmerzte, doch der Hengst schien instinktiv zu verstehen, dass sie ihm nur helfen wollte. Obwohl er zunächst nervös reagiert hatte, ließ er ihre Bemühungen mittlerweile geradezu stoisch über sich ergehen.
Sie hatte die Erfahrung gemacht, dass die meisten Tiere eine notwendige Behandlung ruhig ertrugen, wenn sie spürten, dass man ihre Schmerzen lindern wollte. Natürlich war sie auch schon einmal getreten und gebissen worden, und eine Ziege hatte ihr mit einem heftigen Kopfstoß sogar mal eine Gehirnerschütterung verpasst, aber im Allgemeinen war die Beziehung zwischen Arzt und Patient von gegenseitigem Respekt und Verständnis geprägt. Falls sie doch einmal Bedenken hatte, injizierte sie dem Tier einfach etwas zur Beruhigung, damit keiner von ihnen gefährdet wurde.
Doch Ranger gab ihr keinen Grund dazu. Schmerzen konnten sowohl Menschen als auch Tiere unberechenbar machen, aber sie spürte, dass der Hengst ein sanftmütiges Geschöpf war. Vermutlich war er noch immer verwirrt, dass er einen neuen Besitzer hatte, und das tat ihr leid.
„Ich kann nicht glauben, dass Gus dich einfach hier zurückgelassen hat“, sagte sie laut, um ihn zu trösten. „Aber wahrscheinlich gab es in einer Seniorensiedlung in Arizona keinen Platz für ein Pferd. Doch ein in Nevada geborenes und aufgewachsenes Pferd würde sich in Arizona ohnehin nicht wohlfühlen.“
Sie hatte zwar Gerüchte gehört, dass der alte Rancher sein Anwesen verkauft hatte, aber nicht daran geglaubt, bis sie in die Zufahrt eingebogen war und das neue Logo der Silver Star Ranch an der frisch gestrichenen Scheune entdeckt hatte. Nach einigen schweren Jahren hatte die Sterling Ranch am Rande des Bankrotts gestanden, deshalb konnte sie verstehen, dass Gus nach irgendeinem Ausweg gesucht hatte.
Aber sie nahm es ihm übel, dass er gerade an Patrick Stafford verkauft hatte, denn sie gab dem neuen Eigentümer die Schuld an der hässlichen Verletzung des Pferdes. Der Mann hatte offenbar keine Ahnung davon, wie man eine Ranch betrieb, und noch weniger davon, wie man sich anständig um die Tiere kümmerte, die einem...




