E-Book, Deutsch, Band 76, 448 Seiten
Reihe: Bianca Extra
Harlen / Southwick / Smith Bianca Extra Band 76
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-3677-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 76, 448 Seiten
Reihe: Bianca Extra
ISBN: 978-3-7337-3677-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
EINGESCHNEIT UND HEISS VERLIEBT von KAREN ROSE SMITH
Der Liebe hat Eli Dalton längst abgeschworen. Doch als die faszinierende Hadley wegen eines Schneesturms bei ihm übernachten muss, erwacht große Sehnsucht in ihm. Kaum gesteht er ihr aber nach einer zärtlichen Nacht überschwänglich seine Gefühle, zeigt sie ihm die kalte Schulter ...
DU BIST MEIN HAUPTGEWINN! von BRENDA HARLEN
Hauptgewinn für Single-Mom Lauryn? Für eine Fernsehshow renoviert der sexy Handwerker Ryder Wallace ihr Haus - und schafft es dabei, auch die Mauer um ihr Herz einzureißen. Aber meint der berüchtigte Playboy es wirklich zum ersten Mal im Leben ernst, oder spielt er bloß mit ihr?
DEIN RING AN MEINER HAND von MELISSA SENATE
Als Norah am Morgen nach dem Stadtfest aufwacht, trägt sie einen Goldring am Finger, und neben ihr liegt ein attraktiver Fremder. Jäh erinnert sie sich: Sie hat Reed geheiratet! Natürlich nur zum Spaß, trotzdem lässt es sich nicht annullieren. Mit überraschend romantischen Folgen ...
DARF ICH DIR MEIN HERZ ANVERTRAUEN? von TERESA SOUTHWICK
Business-Tycoon Calhoun Hart vertraut nur sich selbst! Bis er sich bei einem Karibiktrip das Bein bricht und plötzlich eine persönliche Assistentin braucht. Die hübsche Justine zieht ihn gegen jede Vernunft unwiderstehlich an. Ein Fehler, der ihn sein Herz kostet?
Brenda ist eine ehemalige Rechtsanwältin, die einst das Privileg hatte vor dem obersten Gerichtshof von Kanada vorzusprechen. Vor fünf Jahren gab sie ihre Anwaltskanzlei auf um sich um ihre Kinder zu kümmern und insgeheim ihren Traum von einem selbst geschriebenen Buch zu verwirklichen. Sie schrieb sich in einem Liebesroman Schreibkurs auf einem kommunalen Gemeinde College ein und vollendete ihr erstes Buch bevor der Kurs vorbei war. Drei Jahre, fünf Manuskripte und ein weiteres Baby später, entschied sich Brenda dazu beim Romance Writers of America's Golden Heart contest teilzunehmen, welcher damit endete, dass sie ihr Manuskript an einen der Finalrunden Preisrichter von Silhouette verkaufte. Sie liebt es Teil der großen Harlequin/Silhouette Familie zu sein. Trotz der unablässigen Störungen und Unterbrechungen durch ihren Ehemann und Helden im echten Leben, durch ihre zwei kleinen Helden und durch zwei neurotische Hunde, blickt sie in eine lange Zukunft des Liebesromanschreibens, 'glücklich bis an ihr Lebensende'.
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1. KAPITEL
Beruhigend strich Eli Dalton seiner trächtigen Stute über die Flanke. Im Stall roch es nach Leder, frischem Stroh, altem Holz und vor allem nach dem Schnee, der draußen in dichten Flocken fiel.
Besorgt betrachtete er die schwer atmende Stute. Er war mit Pferden aufgewachsen und hatte viele Geburten miterlebt, aber hier schien etwas nicht zu stimmen. Die Sorge um das Wohlergehen der Pferde der Circle D Ranch lag ihm im Blut, aber Amber war ein ganz besonderer Fall. Die Stute war ein wilder Mustang gewesen, den er selbst gezähmt hatte, und er wollte sie auf keinen Fall verlieren. Oder ihr Fohlen.
Er stand auf und ging zur Stalltür, um die Lage einzuschätzen. Inzwischen waren fast zehn Zentimeter Schnee gefallen. Normalerweise gab es hier genügend Leute, die er hätte um Rat fragen können. Aber dieses Wochenende waren alle ausgeflogen – seine Eltern besuchten mit seinem Bruder Derek und seinen Cousins in Missoula eine Landwirtschaftsmesse.
Er hörte Amber wiehern und drehte sich zu ihrer Box um. Die Stute hatte sich hingelegt – das war auf keinen Fall normal. Er lief zu ihr, strich ihr über den Bauch und blickte in ihre weit aufgerissenen Augen. Keine Frage, hier musste ein Tierarzt helfen.
„Du weißt aber schon, dass deine biologische Uhr tickt, oder?“
Hadley Strickland strich sich das lockige, dunkelbraune Haar aus der Stirn und blickte sich in der Küche um, als suche sie einen Notausgang. Wie konnte sie diesem Gespräch am schnellsten entkommen?
Ihre Schwester Tessa besuchte eine Woche vor dem langen Thanksgiving-Wochenende wie Hadley ihre Großeltern in Rust Creek Falls. Und leider kannte sie keinerlei Zurückhaltung, wenn es darum ging, Hadley über ihr Liebesleben auszuquetschen. Seit Tessa selbst glücklich liiert war, war es noch schlimmer geworden. Zum Glück war Claire, die dritte Schwester im Bunde, gerade nicht in der Küche, sonst wäre Hadley von beiden Seiten unter Beschuss geraten.
Hadley blickte hilfesuchend zu ihrer Großmutter Melba Strickland hinüber, die Matriarchin der Familie. Leider war sie bei diesem Thema auch keine Hilfe, denn sie fragte prompt: „Bist du in den letzten Monaten überhaupt mal ausgegangen?“
Nein, war sie nicht, aber sie hatte auch keine Zeit dafür. In der Tierklinik in Bozeman, in der sie arbeitete, machte sie oft Überstunden, weil sie andere Tierärzte selbst dann vertrat, wenn sie gar nicht dran war. Danach las sie bis spät in die Nacht die neuesten Studien in den Veterinärzeitschriften – und nebenher machte sie ihren Pilotenschein. Ganz abgesehen davon ging ihr Privatleben niemanden etwas an.
„Ich habe überhaupt keine Zeit für eine Beziehung“, erwiderte sie deshalb wahrheitsgemäß.
Irgendwann einmal wollte sie ihre eigene Praxis haben, aber im Augenblick war ihr nächstes Ziel der Pilotenschein, damit sie in abgelegene Gebiete fliegen konnte, um Tieren zu helfen. Irgendwann würde sie alles erreichen, was sie sich wünschte, das wusste sie. Aber genauso sicher war sie sich, dass eine Beziehung nicht dazugehörte. Ihre Familie kannte ihr Geheimnis nicht – zum Glück, denn dieses Geheimnis war ihr überaus peinlich und zeigte nur, wie dumm eine Frau sein konnte, wenn sie sich unsterblich in einen Mann verliebte.
Wie immer gab sich Tessa mit ihrer „Ausrede“, wie sie es nannte, nicht zufrieden, und Hadley wappnete sich für die nächste Runde, als das Handy an ihrem Gürtel vibrierte und sie damit rettete. Dankbar zog sie es aus der Hülle, lächelte ihrer Schwester und Großmutter entschuldigend zu und blickte aufs Display.
„Das ist Brooks Smith“, murmelte sie. Er war der Tierarzt in Rust Creek Falls, und sie sah immer in seiner Praxis vorbei, um mit ihm über die neuesten Erkenntnisse der Tiermedizin zu sprechen, wenn sie in der Gegend war. Manchmal half sie ihm sogar aus. Vielleicht wollte er sich mit ihr treffen. Seine Frau und er führten einen Gnadenhof für Pferde, und Hadley war von ihrer Arbeit fasziniert.
„Hi, Brooks“, sagte sie, als sie den Anruf annahm.
„Hey, Hadley. Wie geht’s dir?“
„Prima. Was gibt’s?“
„Ich muss dich um einen Gefallen bitten.“
„Immer gern. Was kann ich tun?“
„Ich stecke hier gerade auf einer Ranch bei Kalispell fest. Mein Mitarbeiter Dr. Wellington hat letzte Woche gekündigt und mein Vater fällt ja leider im Moment aus.“
Brooks Vater hatte eine Praxis in der Nachbarstadt, die aber zurzeit geschlossen war, weil er sich von einer Knie-OP erholen musste.
„Und was soll ich nun tun?“
„Auf der Circle D hat eine Stute Probleme beim Fohlen. Eli denkt, dass er Hilfe brauchen wird. Es gibt keine offensichtlichen Symptome, aber er kennt sich mit Pferden aus. Sie hat sich in der Box hingelegt, und er macht sich Sorgen.“
Ihr Großvater Old Gene kam in die Küche und wollte etwas sagen, doch Melba legte schnell den Finger an ihren Mund, um anzudeuten, dass Hadley telefonierte und er ruhig sein sollte.
„Also soll ich rausfahren und schauen, ob ich was tun kann?“
„Das wäre super. Ich weiß, es schneit und du bist gerade bei deiner Familie, aber Eli würde nicht anrufen, wenn es nicht wirklich ernst wäre.“
„Ich habe Allradantrieb, der Schnee macht mir nichts aus. Weiß Eli, dass du mich schickst?“
„Nicht, dass genau du kommst. Ich habe ihm gesagt, ich versuche, jemanden zu finden. Aber jetzt rufe ich ihn gleich an und sage es ihm. Danke für deine Hilfe, Hadley. Ich schulde dir was.“
„Ach was. Aber du weißt ja, dass ich hauptsächlich Kleintiere behandle. Pferde sind nicht gerade mein Fachgebiet.“
„Du bist Tierärztin, Hadley. Das ist das Einzige, was gerade zählt. Ich sage Eli, dass du kommst, und schicke dir seine Nummer, falls du sie brauchst.“
„Du willst wirklich bei diesem Wetter rausfahren?“, sagte ihr Großvater, als sie das Handy wieder wegsteckte. „Das soll ein ziemlich schlimmer Schneesturm werden.“
„Dann mache ich mich besser auf den Weg“, erwiderte Hadley. „Die Stute braucht mich.“
Und bevor irgendjemand etwas sagen oder sie aufhalten konnte, marschierte sie aus der Küche, um sich wärmere Sachen und Stiefel anzuziehen.
Kurz darauf schlingerte sie die schmale Straße zur Circle D Ranch entlang. Sie war fast erleichtert gewesen, die Pension ihrer Großmutter zu verlassen, was ungewöhnlich war. Normalerweise war sie gern mit ihrer Familie zusammen. Aber diesmal schienen ihre Schwestern, ihre Großeltern und sogar ihre beiden Cousins es darauf angelegt zu haben, sie andauernd auf ihr Liebesleben anzusprechen.
Und sie hatte kein Liebesleben – aus gutem Grund. Allerdings kannte den keiner, und sie würde ihn auch niemandem verraten.
Nächste Woche kamen ihre Eltern, um mit ihnen allen Thanksgiving zu feiern, und dann wurde der Druck wahrscheinlich noch größer. Aber was erwarteten eigentlich alle von ihr? Dass sie „den Richtigen“ fand, wenn es „den Richtigen“ doch gar nicht gab? Dass sie eine Rolle ausfüllte, in der sie sich nicht wohl fühlte? Dass sie der Liebe noch eine Chance gab und sich noch einmal das Herz brechen ließ?
Vor ihr gabelte sich der Weg, und sie bog in Richtung Stall ab. Wenn die Stute Probleme hatte, würde sie Eli Dalton wohl dort finden. Der Rancher war auch einer der Männer, die hier im Ort als „gute Partie“ galten. Sie waren sich ab und zu über den Weg gelaufen, das letzte Mal bei der Hochzeit seiner Schwester Kayla. Aber in Rust Creek Falls gab es so viele Cowboys und Rancher, dass Hadley diesem einen keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Schließlich war sie nicht auf der Suche nach einer „guten Partie“.
Sie stellte den Wagen ab, stieg aus und schlug die Tür zu. Um sie herum war es vollkommen still. Kein Lebewesen regte sich oder gab einen Laut von sich. Das Schneetreiben war heftiger geworden, und sie nahm an, dass alle Tiere sich einen möglichst sicheren Unterschlupf gesucht hatten. Montana war wunderschön, aber die Winter konnten tückisch sein.
Sie holte ihre Tasche aus dem Kofferraum ihres Geländewagens, stapfte zum Stall, öffnete die Tür gerade weit genug, um hindurchzuschlüpfen, und schloss sie dann schnell wieder. Nach einer Weile gewöhnten sich ihre Augen an das dämmrige Licht, und sie sah die äußerst geräumige, offene Box und Eli Dalton, der neben seinem Pferd kniete. Zumindest nahm sie an, dass es sein Pferd war, denn er wirkte äußert besorgt und streichelte die Stute sehr behutsam. Gleichzeitig murmelte er beruhigende Worte, und der Ton seiner Stimme verursachte Hadley einen Kloß im Hals. Was völlig unangebracht war – schließlich hatte sie schon andere Männer gesehen, die mit Pferden freundlich umgingen.
Eli hatte dichtes, braunes Haar, das ihm in die Stirn fiel, als er sich über die Stute beugte. Er kniete hinter ihrem Rücken und legte gerade sein Ohr an ihren Bauch, und Hadley fielen seine unglaublich breiten Schultern auf. Er trug ein grün-blau kariertes Flanellhemd und eine Daunenweste und war so auf das Pferd konzentriert, dass er Hadley gar nicht bemerkte.
Deshalb trat Hadley extra fest auf, als sie sich ihm näherte. Überrascht hob er den Kopf.
„Ich bin Hadley Strickland“, stellte sie sich vor. „Brooks Smith hat mich angerufen, weil Sie Hilfe brauchen.“
Eli wirkte hin- und hergerissen, als wolle er aufstehen und sie begrüßen, aber auch das Pferd nicht allein lassen. Sie half ihm aus der Klemme, indem sie zu ihm ging und ihm die Hand hinhielt. Er nahm sie.
„Ich bin Eli Dalton. Wir sind uns bei...




