Harel | Die Bestimmung der Mondsteinkinder | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Harel Die Bestimmung der Mondsteinkinder


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7641-9376-8
Verlag: Ueberreuter Verlag, Kinder- und Jugendbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-7641-9376-8
Verlag: Ueberreuter Verlag, Kinder- und Jugendbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Prophezeiung aus der gläsernen Stadt: Welches Kind kommt auf den Thron?

»Den Mondstein in der Hand, von Schärfe und Verstand, Schwarz auf dem Haupt, einer Chance beraubt, die Haut rein und zart, das Herz stark und hart«, so lautet die Prophezeiung zur bevorstehenden Königswahl. In diesen Worten findet sich der 13-jährige Meelo, ein Perlentaucher mit Angst vor dem Wasser, selbst nicht gleich wieder. Trotzdem macht er sich auf den Weg zur Königslese. Dort lernt er Ria vom Stamm der Flügelhüter kennen, die ihn in ein schreckliches Geheimnis einweiht. Gemeinsam beschließen sie, die fliegenden Pferde vor Unheil zu beschützen!

»Die Bestimmung der Mondsteinkinder« von Maike Harel ist ein Fantasy-Abenteuer voller Freundschaft und Verrat und einem packenden Kampf gegen ein ungerechtes Herrschersystem.

  • Fantastische Freundschaftsgeschichte für Fans von Abenteuer-Klassikers wie »Die unendlichen Geschichte« oder »Die Chroniken von Narnia«
  • Interessantes Setting: Eine Welt, in der ein Kinderkönig auf dem Thron sitzt und per Prophezeiung auserwählt wird
  • Gut gegen Böse: Eine waghalsige Rettung in einem System voller Ungerechtigkeiten
  • Fesselndes Fantasy-Abenteuer mit liebevollen Charakteren für Kinder ab 10 Jahren

Wilde Flügelpferde und ein großes Abenteuer: Wohlfühlbuch für fantastische Lesestunden

Im Land des kindlichen Königs sitzt seit vielen Jahrzehnten kein Erwachsener auf dem Thron: Auserwählt anhand der Vorgaben einer Prophezeiung haben alle Kinder die Chance zu regieren. Ob Perlentaucher Meelo es schaffen wird, dass Flügelhüterin Ria zur Königslese in der Gläsernen Stadt zugelassen wird? Immerhin haben die beiden eine Mission: Sie müssen die fliegenden Pferde retten. Doch dafür brauchen sie den Mondstein, der Meelo gestohlen wurde.

Maike Harel verbindet bekannte und geliebte Zutaten zu einer ganz neuen fantastischen und fesselnden Abenteuergeschichte.

Harel Die Bestimmung der Mondsteinkinder jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


»Du schaffst das!«, hörte Meelo die Stimme seines Bruders, bevor die dunklen Wellen über ihm zusammenschlugen. Das Wasser war eiskalt. Meelo wusste, dass er die Augen öffnen sollte; er wusste, wie er Arme und Beine zu bewegen hatte, um an den Felsen entlangzutauchen. Sein Messer steckte in seinem Gürtel. Er hätte nur schwimmen und eine der Austern, die hier sogar im flachen Wasser an den Steinen klebten, losbrechen müssen – und er wäre gewesen wie alle anderen in Wellenriff. Ein Perlentaucher.

Aber das Wasser war schwarz und finster. Es fasste mit langen, kalten Fingern nach seinem Körper. Meelos Augen wollten sich nicht öffnen und seine Arme fanden den Rhythmus nicht. Er schnappte nach Luft, da füllte Wasser seine Lungen und Panik wallte in ihm auf.

Wenigstens sterbe ich im Meer wie ein echter Perlentaucher, dachte er noch – und dann packten ihn starke Hände und zogen ihn aus den Wellen.

Meelo blieb hustend und spuckend auf den Kieseln am Strand liegen. »Ran?«, murmelte er schwer atmend.

Aber als er blinzelnd die Augen gegen die graue Sonne zusammenkniff, war es nicht sein Bruder, der dort neben ihm hockte, sondern ein Fremder.

Meelo richtete sich mühsam auf. Der junge Mann, der ihn gerade aus dem Wasser gezogen hatte, hob eine Augenbraue. Seine Stiefel trieften, aber seine Fellweste und sein schwarzes Haar waren trocken. Meelo hatte offenbar im kniehohen Wasser mit dem Ertrinkungstod gekämpft.

»Wer bist du?«, fragte Meelo. Seine Wangen brannten vor Scham.

Der Fremde lachte. »Ich bin ein Steppenkrieger auf Durchfahrt, der scheinbar zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.«

»Ein Steppenkrieger?« Ja, der Mann, der groß war, jedoch kaum dem Jugendalter entwachsen schien, trug einen Säbel im breiten Gürtel, schwere Stiefel und eine schwarze Schafsfellkappe. Ansonsten sah er jedoch nicht so aus, wie Meelo sich einen der berüchtigten Krieger vorgestellt hatte.

Ran erschien zwischen den großen Steinen am Ufer. In der Hand hielt er ein Netz mit Austern und Muscheln.

»Ich habe es nicht geschafft«, murmelte Meelo, als sein Bruder sie erreicht hatte.

Der Steppenkrieger stemmte tadelnd die Arme in die Hüften. »Ich musste den Jungen gerade aus dem Wasser ziehen! Darf ich fragen, warum er allein in die Fluten springt, wenn er offensichtlich nicht schwimmen kann?«

Ran wischte sich eine blonde Strähne aus dem gebräunten Gesicht. »Alle Perlentaucher können schwimmen«, erwiderte er. »Mein Bruder muss es nur glauben.«

»Ich weiß nicht, ob das eine Frage des Glaubens ist«, warf der Fremde ein, während Ran an ihm vorbeistapfte.

Meelo folgte seinem Bruder. Er streifte das Lederband ab, das er um den Hals trug. Ran nahm die Kette mit dem Anhänger entgegen.

»Was ist das?«, fragte der Fremde neugierig.

Ran beachtete ihn nicht, aber Meelo drehte sich um. »Der jüngste Perlentaucher in Wellenriff darf die Kette zum Schutz tragen. Sie bringt Glück.«

Der fremde Mann, der neben Meelo stehen geblieben war, sah Ran interessiert hinterher. »Und wieso gibst du sie deinem Bruder?«

Meelo hob die Schultern. »Er ist der jüngste Perlentaucher. Ich habe es ja wieder nicht geschafft.«

»Komischer Glücksbringer«, brummte der Mann. »Was ist das denn für ein Amulett?«

Meelo setzte seinen Weg fort. »Ein Mondstein.«

Der Steppenkrieger schnalzte mit der Zunge. »Mondstein, sagst du? Dann wird euch interessieren, was meine Gefährten zu berichten haben!«

Ran hatte die Anhöhe erklommen, die die Bucht versteckte, in der sie Tauchen geübt hatten. Vergeblich geübt, dachte Meelo bitter.

Sein Bruder wartete, bis Meelo ihn eingeholt hatte. Von der Anhöhe führte ein schmaler Pfad zwischen den Dünen hinab bis nach Wellenriff.

Und nun sahen sie die Steppenkrieger. Sie hatten ihr Lager auf dem Kiesstrand gegenüber dem Pfahldorf aufgeschlagen. Ihre stämmigen Ponys knabberten in der Ferne an Seehafergräsern. Über der Feuerstelle hing ein großer Topf an einem Dreifuß. Drum herum wurden Zelte aufgestellt und Bündel mit Decken und Kleidung ausgerollt.

»Meine Freunde sind angekommen«, bemerkte der Fremde zufrieden. Er blickte neben Meelo hinab zum Strand.

Nun musterte Ran ihn ausgiebig. »Wer bist du?«, fragte er schließlich.

Der Mann lächelte und deutete eine Verbeugung an. »Ihr dürft mich Darian Himmelsstürmer nennen.«

Während Ran und Darian gleich auf die Zelte der Steppenkrieger zusteuerten, blieb Meelo hinter ihnen zurück und bog auf den Weg nach Wellenriff ab. Er lief langsam zum ersten Steg, der den Strand mit dem Pfahldorf verband, und balancierte vorsichtig über die glitschigen Planken. Er wusste nur zu gut, dass die anderen Jungen und Mädchen über das nasse Holz schlidderten und hüpften, ohne abzurutschen. Aber wenn er die Wellen sah und das faule Platschen hörte, mit dem sie gegen das Holz schlugen, zog sich jedes Mal etwas in ihm zusammen. Ein falscher Schritt und er wäre ins graue Wasser gefallen. Nein, da lief er lieber mit Bedacht.

Die Boote schaukelten verlassen an ihren Pfosten. Wahrscheinlich hatte sich das ganze Dorf am Strand versammelt, um die Besucher zu begrüßen.

Und so sah niemand, wie Meelo in die Hütte schlich, die er sich mit Ran und seinen Eltern teilte, um seine nasse Hose gegen eine trockene zu tauschen und ein Hemd überzustreifen. Niemand musste wissen, dass Ran wieder einmal versucht hatte, ihm das Tauchen beizubringen. Wieder einmal ohne Erfolg.

Als er fertig war, trat er hinter der Hütte auf den Steg, wo das rote Boot seines Vaters vertäut war, und sah hinüber zum Strand. Er hörte Rufen und Lachen, aber er konnte sich nicht dazu bewegen, hinzugehen. Die Steppenkrieger brachten Neuigkeiten, und wie alle anderen brannte Meelo darauf, sie zu hören. Doch vielleicht hatte der Fremde – Darian Himmelsstürmer – seinen Freunden schon berichtet, dass es einen Perlentaucher gab, der nicht tauchen konnte? Vielleicht würde er zum Gespött der Leute werden?

Plötzlich klapperte etwas, und mit einem vertrauten Kreischen machte sich Meelos beste Freundin bemerkbar.

»Alba!«, rief Meelo, als schwarze Schwingen an ihm vorbeirauschten und ein schwerer, weißer Leib neben ihm auf die Planken plumpste.

»Das geht auch eleganter«, rief Meelo lachend. Neben ihm war ein großer Vogel gelandet, der seinen Kopf nun laut schnarrend in Meelos Handfläche stieß. Als sein Vater ihm den jungen Vogel gebracht hatte, mit verletztem Fuß und gebrochenem Flügel, hatte niemand geglaubt, dass es Meelo gelingen würde, ihn aufzupäppeln. Doch er hatte Alba geduldig gepflegt und heute konnte sie, im Gegensatz zu ihm, tauchen – und fliegen!

Meelo holte ein paar Schnecken aus der Hosentasche und steckte sie in den gierig aufgerissenen Schnabel. Dann warf er eine Schnecke in die Luft und blitzschnell schoss der Vogel empor, um den Leckerbissen zu schnappen, bevor er wieder hinunterfallen konnte.

Einen Augenblick später steckte Meelos Mutter den Kopf durch den Perlenvorhang nach draußen.

»Wieso bist du nicht mit den anderen am Strand?«, wollte sie wissen, wartete seine Antwort jedoch gar nicht erst ab. »Komm mit, die Steppenkrieger bringen Nachrichten von der Königslese!«

Die Königslese! Meelos Herz machte einen Sprung. Tatsächlich wartete er seit Wochen auf diese Neuigkeiten. Seit sie Kunde aus der Gläsernen Stadt erhalten hatten, wussten sie, dass die große Zeremonie zur Auswahl des neuen Königs oder der neuen Königin bevorstand. Aber wann und wo …?

»Nun komm schon«, sagte Milena und Meelo folgte ihr durch die Hütte und über die schmalen Stege bis zum Strand. Als seine Mutter sich zu ihm umdrehte, wippte der lange Zopf, der über ihre Schulter hing. »Ich bin gespannt, was die Prophezeiung besagt«, rief sie fröhlich. »Bald werden Kinder aus allen vier Himmelsrichtungen zur Zeremonie fahren!«

Meelo runzelte die Stirn. Warum war sie eigentlich so aufgeregt? Morgen würden die Besucher doch sicher weiterziehen und dann …? »Mutter«, fragte Meelo. »Könnte denn jemand aus Wellenriff zur Königslese fahren?«

Milena legte ihrem Sohn den Arm um die Schultern.

»Ach was, Meelo!« Sie lachte auf. »Ein Perlentaucher zur Königslese? Ein Perlentaucher bleibt bei seinen Austern, das weißt du doch!«

Gerade jetzt dachten die Perlentaucher von Wellenriff jedoch überhaupt nicht an ihre Austern, sondern drängten sich neugierig in das große Zelt der Steppenkrieger. Das war in der Mitte des Lagers aufgebaut worden und im Wind flatterten die blauen Wimpel auf seinem Dach.

»Kommt schnell«, winkte eine der Perlentaucherinnen Milena und Meelo heran. »Gleich geht es los!« Sie wurden in das Zelt gezogen. Meelo reckte sich zwischen kichernden Kindern auf die nackten Zehen, um etwas sehen zu können.

Vorne kletterte soeben einer der Krieger auf einen breiten hölzernen Schemel und räusperte sich. Es war ein gedrungener Kerl mit schwarzer Schafsfellkappe auf dem wirren roten Haar und rosig glänzenden Wangen. Im Gürtel trug er einen silbernen Säbel, der mindestens doppelt so groß war wie jener von Darian Himmelsstürmer.

»Perlentaucher von Wellenriff«, deklarierte der Steppenkrieger nun feierlich. »Wir sind in alle Winkel des Reiches gereist, um Kunde von der Königslese zu bringen!«

Obwohl alle Perlentaucher längst wussten, warum die Steppenkrieger gekommen waren, ging ein...


Harel, Maike
Maike Harel ist in Köln geboren und hat danach in verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten gelebt, bis sie in Berlin gelandet ist. Für ihre drei Kinder denkt sie sich Geschichten aus – und inzwischen auch für alle anderen. Außerdem ist sie als Übersetzerin aus dem Englischen und Hebräischen tätig.

Maike Harel ist in Köln geboren und hat danach in verschiedenen Ländern auf drei Kontinenten gelebt, bis sie in Berlin gelandet ist. Für ihre drei Kinder denkt sie sich Geschichten aus – und inzwischen auch für alle anderen. Außerdem ist sie als Übersetzerin aus dem Englischen und Hebräischen tätig.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.