Harding | Das Lied des Todes | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 267 Seiten

Reihe: Ein Fall für Sir Hugh Corbett

Harding Das Lied des Todes

Ein Fall für Hugh Corbett, Meisterspion von Edward I - Band 4 | Erstklassige Mittelalterspannung
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96655-936-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Fall für Hugh Corbett, Meisterspion von Edward I - Band 4 | Erstklassige Mittelalterspannung

E-Book, Deutsch, Band 4, 267 Seiten

Reihe: Ein Fall für Sir Hugh Corbett

ISBN: 978-3-96655-936-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wenn Wissen zum Verhängnis wird ... Der historische Kriminalroman »Das Lied des Todes« von Paul Harding jetzt als eBook bei dotbooks. England, 1302: Dichter Nebel hüllt die Küste Norfolks in einen geisterhaften Schleier. Für das Dorf bei Mortlake Manor erscheint er wie ein böses Omen - am Strand wird der aufgespießte Kopf eines Mannes entdeckt. Nur kurze Zeit später wird die Frau des Bäckers am Galgen aufgeknüpft gefunden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Toten? Sir Hugh Corbett, Meisterspion der englischen Krone und Hüter des Geheimsiegels, reist im Auftrag Edwards I. nach Mortlake Manor, um den Gräueltaten auf den Grund zu gehen. Doch schon bald wird die verschworene Dorfgemeinschaft von weiteren Morden erschüttert - und für Corbett beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Das Lied des Todes« von Paul Harding, Band 4 der historischen Krimi-Reihe um dem englischen Meisterspion Hugh Corbett, die unabhängig voneinander gelesen werden können. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Paul Harding - auch bekannt unter seinem Pseudonym Paul Doherty, wurde 1946 in Middlesbrough geboren und studierte Geschichte an der Liverpool University und in Oxford. Unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte er zahlreiche Bücher, so zum Beispiel mehrere historische Krimi-Reihen, für welche er vielfach ausgezeichnet wurde - unter anderem mit dem Pulitzer Preis. Viele seiner Fälle basieren auf ebenso wahren wie schockierenden Ereignissen. Die Website des Autors: www.paulcdoherty.com/ Bei dotbooks erschien die mittelalterliche Spannungsreihe um den englischen Meisterspion Hugh Corbett: »Die Tote im Kloster« »Der Kapuzenmörder« »Der Mörder von Greenwood« »Das Lied des Todes« »Der Schwur des Templers« »Teufelsjagd«
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Kapitel 1


Eine Woche später, am Vorabend des Feiertages des heiligen Andreas, des Apostels von Schottland, galoppierten zwei Reiter den Weg auf dem Kliff entlang, fest entschlossen, ihr Ziel zu erreichen, bevor sich das Novemberdunkel über das Land senkte. Sie ritten über eine Hügelkuppe, bei der der Weg ins Landesinnere führte und die Bucht umging. Der erste der beiden Reiter zügelte sein Pferd. Er wartete, bis sein stöhnender und klagender Gefährte ihn eingeholt hatte.

»Verdammt noch mal!« murmelte dieser. »Wie lange noch, Herr? Ich weiß schon nicht mehr, wie ich noch sitzen soll, und mein Bauch denkt schon, jemand hätte mir die Kehle durchgeschnitten!«

Sir Hugh Corbett, der Hüter des Geheimsiegels und Sonderbeauftragter, grinste unter seiner Kapuze hervor und blies sich auf seine verfrorenen Finger.

»Komm schon, Ranulf«, trieb er den anderen an, »zumindest ist noch kein Schnee gefallen. Außerdem müßten wir in einer knappen Stunde dort sein!«

Corbett schob seine Kapuze zurück. Er wandte sich von seinem Diener Ranulf-atte-Newgate ab und schaute über das neblige Meer und auf die Brecher, die auf die Felsen unter ihnen schlugen.

»Ein kalter, düsterer Ort«, murmelte er.

Ranulf schob seine Kapuze ebenfalls zurück und dirigierte sein Pferd neben das seines Herrn.

»Ich hab Euch bereits gesagt, Herr, daß ich diese verdammten Landpartien hasse.« Er starrte über das Moor, über das sich der kalte Nebel langsam ausbreitete. Irgendwo in der zunehmenden Dunkelheit heulte ein Hund, als wolle er gegen das fürchterliche Wetter protestieren. »Ich hasse sie!« sagte Ranulf noch einmal mit Nachdruck. »Wo in aller Welt sind wir nur, Herr?«

Corbett deutete hinunter aufs Meer. »Wir sind an der Küste von Norfolk. Im Sommer soll sie wunderschön sein. Unterhalb von uns liegt die Hunstanton Bay.«

Er deutete über die Kliffs. Ranulf sah ein schwaches flackerndes Licht und erkannte die Umrisse eines Gebäudes.

»Mortlake Manor«, sagte Corbett, »und da ist die alte Eremitage. Kannst du sie sehen, Ranulf?«

Dieser kniff die Augen zusammen und konnte gerade noch die trostlosen Umrisse einer weitläufigen Ruine erkennen, die von einer hohen, teilweise beschädigten Mauer umgeben war.

»Weiter im Hinterland liegt das Dorf«, fuhr Corbett fort, »und da, weiter im Nebel, wahrscheinlich dort, wo der Hund bellt, liegt der Holy Cross Convent.«

Ranulf folgte den Blicken seines Herrn und sichtete hinter dem Kloster das Meer. Allein das Land haßte er, Ranulf-atte-Newgate, bereits, geboren in dem Gewirr enger Gassen Whitefriars, doch das Meer mit seiner grauen und kalten Endlosigkeit erfüllte ihn mit Entsetzen. Über dem Meer lag der Nebel wie ein Gespenst. Er hüllte die hungrigen und bedrohlichen Schreie der Möwen ein und ließ sie noch unheimlicher erscheinen. Der Donner der Brecher auf dem ausgestorbenen kieselübersäten Strand kontrastierte mit den öden Gebäuden, die sich schweigend wie der Tod oben auf dem Kliff festzuklammern schienen.

»Wo hat man den Kopf entdeckt?« fragte er.

Corbett deutete nach unten aufs Ufer.

»Dort. Am oberen Ende des Strands. Er war sauber vom Rumpf abgetrennt und auf einen kurzen Pfosten gespießt, der in den Sand eingegraben war. Der Körper lag daneben.«

»Armer alter Cerdic«, sagte Ranulf leise und schneuzte sich. Er blinzelte zu seinem Herrn hinüber. »Ich kannte ihn, müßt Ihr wissen. Falls je ein Mann beim Würfeln betrog, dann er. Er war ein solcher Betrüger, daß er schon nicht mehr geradeaus gehen konnte, ganz zu schweigen davon, daß er einem nie direkt in die Augen schaute.«

»Jetzt ist er auf jeden Fall tot, ermordet von einem oder von mehreren Unbekannten. Was mich stutzig macht, ist, daß am Strand keine Spuren eines Handgemenges zu sehen waren. Wie erklärst du dir das, Ranulf? Wie konnte ein junger Mann, so robust und stark wie Cerdic Lickspittle, an den Strand und um seinen Kopf gebracht werden, ohne daß es zu einem Kampf kam? Es gibt keine Fußspuren, weder von ihm noch von seinem Mörder.« Corbett biß sich auf die Unterlippe und zog die Kapuze wieder über den Kopf. »Außerdem«, sagte er trocken, »würde ich gern wissen, was Lavinius Monck hier zu suchen hat. Nun, wir werden es bald herausfinden.«

Corbett umfaßte die Zügel wieder fester und trieb sein Pferd den Pfad das Kliff entlang weiter. Er vermied es, nach rechts zu schauen. Hier ging es, nur wenige Fußbreit entfernt, steil in die Tiefe. Ranulf folgte ihm vor sich hin murmelnd. Es wurde dunkler, und der Nebel verdichtete sich. Gelegentlich drehte sich Corbett um, um Ranulf zur Vorsicht zu mahnen. Er hielt sein Pferd an und schaute, als sie den unheimlichen Galgen erreichten, der zwischen dem Pfad und der Spitze des Kliffs aufragte, zu den Resten eines Stricks hoch, der von einem rostigen Eisenhaken herabhing.

»Haben sie hier die zweite Leiche gefunden?« fragte Ranulf.

»Offensichtlich«, entgegnete Corbett. »Die Frau des hiesigen Bäckers. Sie verschwand einfach von zu Hause. Am nächsten Morgen fand man sie hier am Galgen baumelnd. Ein unschuldiges Opfer, hingerichtet an einem Ort, wo normalerweise Mörder aufgeknüpft werden.« Corbett drehte sich um. »Wer ist zu so etwas imstande, Ranulf? Wer käme auf die Idee, eine arme Frau so bestialisch zu ermorden?« Er schaute auf das Schafott, das ihn um mindestens fünf Fuß überragte.

»Ich vermute, daß sie bei Nacht ermordet wurde«, fuhr Corbett fort. »Aber warum ausgerechnet hier?«

Er schaute auf den Fuß des Galgens, stieg ab und warf Ranulf die Zügel zu. Etwas hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Er kniete sich hin und hob von der Erde neben dem Galgen einen Strauß welker Wiesenblumen auf.

»Was ist los?« fragte Ranulf ungeduldig.

»Wer hat die hierhergelegt?« fragte Corbett.

»Wer wird das schon gewesen sein, Herr, der Ehemann der armen Frau oder jemand aus ihrer Familie.«

Corbett schüttelte den Kopf. Er schnupperte an den braunen, verfaulten Stengeln.

»Nein, sie liegen schon seit Wochen hier.«

»Vielleicht die Verwandten von einem hingerichteten Schwerverbrecher«, murrte Ranulf durch zusammengebissene Zähne.

»Sir Hugh, um Himmels willen, ich erfriere! Ich habe schon kein Gefühl mehr in den Beinen und, was schlimmer ist, dazwischen!«

Corbett warf die Blumen zu Boden, wischte sich die Hände an seinem Umhang ab, ließ sich die Zügel geben und stieg wieder auf. »Soweit darf es wirklich nicht kommen, oder, Ranulf? Ein fürchterlicher Verlust für sämtliche Damen in London!«

Er gab seinem Pferd die Sporen. Ranulf streckte ihm hinter dem Rücken die Zunge heraus und trauerte im stillen um die dralle kleine Witwe – braunhaarig und fröhlich mit den süßesten Augen und weichsten Armen, die ihn jemals umfangen hatten. Er hatte sie in London kennengelernt und war gezwungen gewesen, sie zurückzulassen, weil Meister Langschädel, der jetzt vor ihm herritt, von König Edward den Befehl erhalten hatte, nach Norden zu ziehen.

»Ich hoffe«, murmelte Ranulf halblaut vor sich hin, »daß es ihm genauso kalt zwischen den Beinen ist wie mir!«

Er folgte seinem Herrn, der jetzt langsamer, im Trab, ritt, aus Sorge, sein Pferd könne den Halt oder die Richtung verlieren. Der Nebel war dichter geworden, und unterhalb von ihnen donnerte und krachte immer noch die wütende See. Die Ruinen der alten Eremitage kamen in Sicht. Das meiste lag jedoch hinter einer hohen Blendwand aus Sandstein verborgen. Corbett stieg der Geruch von Holzfeuer und Rinderbraten in die Nase. Sein Magen rumorte, und das Wasser lief ihm im Mund zusammen.

»Gehen wir hinein, Herr?« flüsterte Ranulf.

»Nein, nein.«

Corbett folgte dem Pfad, der um die Eremitage herumführte, und trieb sein Pferd zum Galopp an. Er wollte hier nicht verweilen, ehe er mit Sir Simon Gurney gesprochen hatte. Ranulf war ihm dicht auf den Fersen. Er war sich sicher, einen Ruf hinter sich gehört zu haben, aber Corbett gab ihm einen Wink, weiterzureiten, und sie trabten auf die Lichter von Mortlake Manor zu. Schließlich führte der Pfad weg vom Meer und dann etwas bergab. Ranulf hätte fast vor Freude gebrüllt, als das Tor des Herrenhauses mit flackernden Wandleuchtern darüber in Sicht kam.

»Wehe, wenn Maltote noch nicht hier ist!« rief er. »Ich hoffe, dieses faule Subjekt hat ihnen gesagt, daß wir auf dem Weg sind.«

»Keine Sorge«, entgegnete Corbett.

Ralph Maltote, der Kurier des Bevollmächtigten, hatte vielleicht nicht viel im Kopf, aber er war ein ausgezeichneter Reiter und besaß den Instinkt eines Jagdhundes, wenn es darum ging, sich auf den verschlungenen Straßen und Wegen Englands zurechtzufinden. Ranulf stieg ab und hämmerte gegen die kleine Tür, die in das Haupttor des Herrenhauses eingelassen war.

»Komm schon! Komm schon!« murmelte er. »Ich erfriere!«

Das Tor wurde weit geöffnet. Ein geschäftiger Diener schaute ihnen entgegen und bat sie, auf den großen gepflasterten Hof zu reiten, der vor dem befestigten Herrenhaus von Sir Simon Gurney lag. Stallburschen eilten herbei und nahmen ihre Pferde. Ein Diener ergriff ihre Satteltaschen, und der Diener, der sie empfangen hatte, führte sie durch das Hauptportal ins Haus. Sie folgten einem gewölbten Gang, in dem es süßlich duftete, an der betriebsamen Küche vorbei. Die Gerüche, die ihnen in die Nase stiegen, verstärkten nur noch Corbetts und Ranulfs Hunger. Schließlich erreichten sie die Halle. Hier erwarteten sie der grauhaarige Sir Simon Gurney und seine Frau Alice bereits.

Der alte Ritter, einer der früheren Gefährten des Königs, lächelte und erhob sich von seinem Stuhl neben dem Feuer. Seine zierliche, hübsche Frau stand ebenfalls lächelnd hinter...



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