E-Book, Deutsch, Band 1, 216 Seiten
Reihe: Lebenseinstellung
Hanisch Aberglaube-Knigge 2100
4. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7693-6525-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Von schwarzen Katzen, der linken Hand des Teufels und den Glücksbringern
E-Book, Deutsch, Band 1, 216 Seiten
Reihe: Lebenseinstellung
ISBN: 978-3-7693-6525-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Horst Hanisch, Bonn, ist selbstständiger Fachbuchautor, Coach und Dozent. Seine Trainingstätigkeit erstreckt sich unter anderem auf die Bereiche Kommunikation, Persönlichkeits-Entfaltung, Soft Skills, Soziale Kompetenz und Knigge/Etikette/Umgangsformen. Seine Seminare finden im In- und Ausland statt. Er ist Autor zahlreicher Fachbücher, die in Deutschland und im Ausland erschienen sind. Horst Hanisch veranstaltet Seminare zu Themen wie Business-Etikette, Das wie ist man/frau was?-Lehrmenü, Rhetorik, Präsentation, Moderation, Outfit, Selbstbewusstes Auftreten, Smalltalk, Interkulturelle Kompetenz und andere.
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Hinleitung zum Thema
Der un-aufgeklärte Mensch
„Wir müssen erkennen, dass es Aberglaube ist, wenn wir annehmen,
Gott würde handeln, wenn wir müßig bleiben.“
Martin Luther King, US-amer. Bürgerrechtler
(1929 - 1968)
Glaube und Aberglaube
Amres sitzt zusammen mit seiner lieben Frau, seinen neun Kindern, der alten Mutter sowie einigen Familienmitgliedern eng und schützend aneinandergedrängt.
Seit Stunden regnet es sintflutartig, es blitzt heftig und donnert gewaltig. Einige der kleineren Kinder weinen leise vor sich hin, seine Frau zittert heftig am ganzen Leibe. Bei ganz lautem Donner schreien einige der Gruppe angstvoll auf.
Woher kommt nur der Blitz und der so Angst einflößende Donnerschlag? Wer ist böse auf Amres und seine Familie? Es musste irgendjemanden geben, der ungehalten war, der unglaublich verärgert mit Amres und mit seiner Familie war. Was hatten sie nur getan?
In Gedanken geht Amres die letzten Tage durch. Ihm fällt nichts ein. Oder hatte er vielleicht zu viele Fische gefangen? War er vorgestern zu spät zur Jagd aufgestanden?
Amres nimmt sich vor – sollte das Gewitter jemals aufhören – demjenigen, der so ungehalten reagiert, einen besonders großen Fisch gut zuzubereiten und diesen dann zum Dank in das nahe vorbeifließende Gewässer zu werfen.
Er will nicht, dass jemand, wer auch immer, über ihn, seine Familie und seine Gruppe unglaublich erzürnt ist.
Glaube
Der Glaube war geboren. Der Glaube an eine höhere und kräftige Macht.
Der Glaube half Amres und seinen Nachkommen, Unerklärbares zu verstehen und damit beruhigt weiterleben zu können.
Es war ja ‚logisch‘, dass irgendjemand hinter den extremen Wetterausbrüchen stehen musste. Dieser Jemand musste unglaublich stark sein, konnte er doch deutlich die menschlichen Fähigkeiten übertrumpfen.
Es musste also eine höhere Macht geben. Diese Macht war über-menschlich.
Der Glaube half und hilft über Jahrtausende hinweg bis heute, vieles im Leben zu akzeptieren, was mit der eigenen mentalen Intelligenz nicht erklärbar war oder ist.
So entwickelten sich Glaubensrichtungen in allen Kulturen, die mehr oder minder für die jeweilige Gesellschaft gültig waren und sind. Die Religion und damit gleichzeitig die Religionsvertreter gewannen eine relativ große Macht und einen beachtlichen Einfluss auf die Gesellschaft.
Somit konnte alles nicht Erklärbare mit dem Leben in Einklang gebracht werden. Die Menschen lernten, was als ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ angesehen wurde.
Nach dem Richtigen wurde gelebt. Falsches wurde geahndet.
Aberglaube
Nun gab es allerdings auch Personen, die von den allgemeinen Glaubenslehren abwichen, weg von dem, was die Allgemeinheit als richtig betrachtete, und an die Wirkung magischer, übernatürlicher Kräfte in Menschen oder Dingen glaubten.
Gewissermaßen praktizierten Menschen schließlich einen gegensätzlichen Glauben.
Spätestens von jetzt an lässt sich von Aberglaube (auch Aberglauben) sprechen.
Seit dem zwölften Jahrhundert gibt es in der spätmittelhochdeutschen Sprache den Begriff ‚abergloube‘. Dabei steht ‚aber‘ für ‚wider‘ und bezeichnet alles, was dem christlichen Glauben widerspricht.
Im Sprachgebrauch gibt es zum Beispiel das Wort Aberwitz. Aberwitz bedeutet Wahnwitz oder Unsinnigkeit. „Das ist ja aberwitzig!“
In anderen Quellen wird das Wort ‚Afterglaube‘ erwähnt. Das steht für Missglaube und ist aus religiöser Sicht ein falscher Glaube, der von der geltenden Glaubenslehre abweicht. Solch ein Verhalten wurde als Aberglaube, also als Irrglaube, teilweise auch Gespensterglaube, bezeichnet und schnell als heidnisch betrachtet.
Weiße und schwarze Magie
Die weiße, erlaubte Magie (magia naturalis) kann Hinweise aus der Natur deuten, die für die Zukunft aussagekräftig sind. Dagegen steht die schwarze, verbotene Magie (magia infamis), zu der die dämonische Magie (magia daemonica) zählt.
In den Augen des Klerus galt dieser Weg des Aberglaubens als ketzerisch. Die Menschen mussten auf ‚den richtigen Weg‘ zurückgeführt werden. Schon entstand die intensive Jagd auf die Abergläubischen, die schnell als Zauberer und Hexen bezeichnet wurden. Die Hetze brach im 15. Jahrhundert voll aus.
Hatte eine Frau rote Haare, was in hiesigen geographischen Kreisen eher selten vorkam, war sie per se eine Außenseiterin und mit höchster Skepsis zu betrachten. Wie schnell gelang es scheinbar Gläubigen, solch einer Rothaarigen ketzerisches Tun nachzusagen. Stand die Behauptung erst einmal im Raum, nahm das Unglück für die Betroffene seinen Lauf.
Es wird geschätzt, dass die Jagd auf Hexen, die Hexenverfolgung, die Hexenjagd in Europa 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte.
40.000 bis 60.000 überwiegend unschuldige Menschen mussten – oft nach qualvoller Folter – ihr Leben lassen, beispielsweise, indem sie bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
Rund um den Begriff Aberglaube sind auch Begriffe wie Götzendienst, Irrglaube, Häresie, Abgötterei, Idolatrie (bildliche Darstellung von Göttern mit übertriebener Ehrerbietung), Vergottung und Superstition zu finden.
Superstition, aus dem lateinischen ‚superstitio‘ für Überglauben bezeichnet den von der offiziellen theologischen Lehre abweichenden (Irr-)Glauben.
Aus dem lateinischen Wort ‚superstes‘, was so viel wie ‚überlegen‘ bedeutet, wurde der sogenannte Überglaube, der fehlerhafte religiöse Kult.
Übrigens: Fairerweise soll auch erwähnt werden, dass es auch Hexer oder Hexenmeister gab.
Weshalb Aberglaube praktizieren?
Weshalb wurde denn überhaupt Aberglaube praktiziert? Das gesellschaftliche System wurde doch durch die politischen und religiösen Verantwortlichen geregelt.
Durch abergläubisches Handeln konnte (vermeintlich) darüberhinausgehenden, drohenden Gefahren aus dem Wege gegangen werden. So war es möglich, natürlich im Sinne des Aberglaubens, Unglück abzuwenden oder Glück herbeizuführen.
Es baute sich eine Welt von Göttern, Engeln, guten und bösen Geistern auf, vom Klabautermann, vom Wahrsager und Menschen mit dem Bösen Blick, von Dämonen und schließlich gar von Luzifer, dem Teufel.
Extremere Ausprägungen zeigten sich im Exorzismus, Okkultismus und Spiritualismus.
Es ließe sich sagen, dass eine Parallelwelt entstand, die bis zum heutigen Tage Einfluss auf das soziale Miteinander nimmt.
Übrigens: Wer’s glaubt, wird selig.
Zauberei – Magie
Zauberei, Magie, auch Zauberkunst genannt, begeistert die meisten Menschen mit ‚bezaubernden‘ Zaubertricks.
In Shows, Varietéveranstaltungen oder zur allgemeinen Belustigung werden erstaunliche Zaubertricks vorgeführt. Natürlich weiß wohl jeder, dass es sich um Tricks handelt. Manchmal sind sie so professionell präsentiert, dass die Zuschauer verblüfft und begeistert sind und keine Erklärung für den Trick finden können.
Zauber, der im Sinne des Aberglaubens eingesetzt wird, benötigt übernatürliche Kräfte. Es handelt sich hierbei also nicht um erlernte Tricks, sondern um besondere, magische Kräfte, die nur wenigen Personen zuteilwird.
Im Wort ‚Zauber‘, belegt seit dem 8. Jahrhundert als ‚zouber‘ (mittelhochdeutsch), versteckt sich etwas Mystisches, eine besondere Aura.
„Das Kleidungsstück ist zauberhaft.“
„Bei ihrem Anblick war er regelrecht verzaubert.“
„Dieser Oldtimer hat seinen Zauber nicht verloren.“
Zauberspruch – Abrakadabra
Magische Zutaten (wie Kräuter, Wurzeln, Haare …) erhalten ihre Wirkung oft erst durch einen geheimen Zauberspruch.
Zauberformeln beziehungsweise Zaubersprüche sollen das Böse unter Kontrolle halten oder eine magische Wirkung erzielen.
Nur Eingeweihte kennen die wirkungsvollen Zaubersprüche, die über Generationen an die nachfolgenden Personen mit magischen Kräften weitergegeben werden.
Manche uralten Formeln finden sich in ebenso alten, schweren, in Leder gebundenen, wertvollen Büchern, die dem Blick der Öffentlichkeit vorenthalten sind.
Richtig eingesetzt, mit den entsprechenden Zutaten, zur passenden Zeit verwendet, können diese Sprüche Unheimliches bewirken.
Einige Zaubersprüche sind trotz strikter Geheimhaltung an die Bevölkerung gelangt:
- Abrakadabra
- Ene, mene, …
- Simsalabim
- Hokuspokus Fidibus, drei Mal schwarzer Kater!
- Lirum – larum – Löffelstiel, Zaubern ist ja nur ein Spiel! (‚Lirum – larum – Löffelstiel‘ aus ‚Des Knaben Wunderhorn‘ von den deutschen Schriftstellern Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche (1778 – 1842)...




