Hammer | Der letzte Sonnenfunke | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten

Reihe: Der letzte Sonnenfunke

Hammer Der letzte Sonnenfunke

Entfacht
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-4173-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Entfacht

E-Book, Deutsch, Band 3, 288 Seiten

Reihe: Der letzte Sonnenfunke

ISBN: 978-3-7597-4173-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ada Wiklows Kurzschlussreaktion hat Spuren hinterlassen. Dennoch scheinen die Zeichen für die Gruppe um Tighan O'Brannick gut zu stehen. In der Hoffnung, von Kjael aus mit einem Schiff die Reise zu Gwylains Gefängnis fortsetzen zu können, wagen Tighan und seine Mitstreiter einen Vorstoß in die vom Zirkel der Gerechten abgeriegelte Stadt. Dass sie sich dadurch in Gefahr bringen, ist den Freunden bewusst. Allerdings ahnt niemand, wie dünn das Eis unter ihren Füßen tatsächlich ist.

Tanja Hammer ist ein Frühlingskind aus dem Jahr 1982 und kam in Essen zur Welt. Kindheit und Jugend verbrachte sie mit der Nase in Büchern, wann immer sie die Gelegenheit dazu bekam. In dieser Zeit erwachte ihre Leidenschaft für das Phantastische. Schon damals entstanden ihre ersten eigenen Abenteuer. Allerdings blieben sie lange Zeit nichts weiter als ein Erlebnis in ihrem Kopf. Die Idee, etwas davon aufzuschreiben, kam erst viel später. Genauer gesagt dauerte es bis zum Jahr 2012, ehe sie damit begann, ihre Geschichten auf Papier zu bannen. Seither sind zwei Fantasy-Reihen, zwei Einzelbände und zwei Kurzgeschichten entstanden. Weitere Bücher werden folgen. Ihr Leben abseits von Schwertern und Magie verbringt sie mit Mann und Hund im schönen Bochum und arbeitet als Rechtsanwaltsfachangestellte. Sie liebt das Lesen noch immer, malt gerne, tobt sich hin und wieder an der Spielkonsole aus, mag Serien und Filme und versucht, beim Bogenschießen in die Fußstapfen ihrer Charaktere zu treten.

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SCHNEE UND SPIEGEL
Ada!«
Bradins Ruf war nur mehr ein Keuchen. Entsetzen perlte in eisigen Wogen über seinen Leib. Das Klirren eines zu Boden fallenden Messers drang wie durch Wasser zu ihm vor. Fassungslos sah er mit an, wie der Körper der Seelenleserin nach hinten kippte. Ein milchig glimmender Windstoß versetzte das Lagerfeuer, das sie vom Rest der Gruppe trennte, in wilden Taumel. Im selben Moment spürte er, wie jemand sein Handgelenk packte und ihn mit sich zog. Unbeholfen hastete er hinter wehendem, kupferrotem Haar entlang. Siobhán. Er fragte sich, was sie zu solch einer Eile trieb. Ada Wiklow musste längst tot sein. Verflucht, sie hatte sich vor aller Augen die Kehle aufgeschnitten! Von der Erinnerung daran aus dem Takt gebracht, stolperte Hadges über seine eigenen Füße. Nur dem festen Griff der Nachtzauberin war es zu verdanken, dass er nicht lang hinschlug. Etwas hell Glühendes jagte an ihm vorbei, als er sein Gleichgewicht wiederfand und ihr nachsetzte. Hinter ihm ertönte ein abgehackter Schrei, dem dumpfes Poltern folgte. Doch darum kümmerte er sich nicht. Zu sehr hielt ihn der Anblick des aus einem tiefen Halsschnitt strömenden Blutes gefangen. »Steh nicht rum!«, herrschte Siobhán ihn an. Sie war neben Ada auf den Boden gesunken und presste die rechte Hand auf die klaffende Wunde. »Zur Sonne verdammt, heil sie!« Der junge Spürzauberer schluckte einen zähen Kloß herunter und stürzte mehr, als dass er sich hinkniete. Beim Schwarz der Ewigen Nacht, noch nie hatte er so viel Blut gesehen. Warmer, kupferner Geruch stach ihm in die Nase, wischte ihm jegliche Farbe aus dem Gesicht. Rot. Da war mir noch nasses, heißes Rot. »Warum hat sie das gemacht?«, wimmerte er. »Warum bringt sie sich um?« »Bradin, sie lebt noch! Sorg dafür, dass das so bleibt!« »Ich ... Ich bin nicht gut in ... in ...« »Ich kann nicht gleichzeitig ihre Wunde zuhalten und einen Zauber wirken!«, begehrte die Dharoi'Chairas auf. Zornig reckte sie den linken Armstumpf in die Höhe. »Für das hier braucht es zwei Hände, und ich habe nur noch die eine! Was glaubst du, kann ich mit einer einzigen Hand ausrichten, ha? Was? Jetzt mach schon! Oder hast du an der Akademie nichts gelernt?« »Doch, aber ...« Hadges' Stimme stockte. Seine Gedanken rasten. Vor lauter Panik wurde ihm abwechselnd heiß und kalt. Die Gesten! Ihm waren die Gesten für den Notlagenzauber entfallen, den die Heilspezialisten sämtlichen Schülern an der Zauberakademie einbläuten. Das durfte doch nicht wahr sein! Am ganzen Leib zitternd, heftete er den Blick auf Adas Brust, die sich unter flachen Atemzügen unregelmäßig hob und senkte. Immer langsamer und langsamer. Wenn er nichts unternahm, würde es bald aufhören, und dann ... »Lass dir von ihm helfen.« Tighans matte Stimme versetzte Bradin einen ordentlichen Schreck. Er hatte ihn gar nicht kommen hören, erkannte aber, dass der Lichtzauberer bereits mit Siobhán den Platz getauscht hatte. Fest drückte er die Hände auf den Schnitt in Adas Hals. Dunkles Blut zwängte sich zwischen seinen Fingern hindurch. Jemand berührte Hadges an der Schulter, verursachte einen blutigen Abdruck auf seinem Hemd. Ruckartig schaute er auf und sah der Dharoi'Chairas ins Gesicht. »Wir machen das zusammen«, sagte sie. Siobhán nahm seine rechte Hand und legte sie auf den Stumpf, der einen Tag zuvor noch ihre Linke getragen hatte. Mit zwei flinken Bewegungen ihrer von Adas Lebenssaft feuchtroten Finger verdichtete sie Nachtäther darum und fesselte Bradin auf diese Weise an sich. Er fühlte, wie ihre magischen Kräfte sich vereinten und aus ihnen eine Form von Stärke erwuchs, die jener seiner Spürzauber ähnelte. »Ein Bindungszauber«, stellte er flüsternd fest. Solange die Verbindung Bestand hatte, würde seine freie linke Hand das verlorene Körperteil der Nachtzauberin ersetzen. »Tu, was ich tue.« Sofort begann sie mit den ersten Gesten. Während Hadges ihre Bewegungen imitierte, ergriff eine seltsame Ruhe von ihm Besitz. Ihm fiel der Notlagenzauber wieder ein. Was er gerade mit der Nachtzauberin vollbrachte, war jedoch etwas anderes. Etwas Mächtigeres. Vor Staunen wäre ihm fast der Mund aufgeklappt, als er verstand, dass er mit Siobháns Hilfe mittlere Heilmagie wirkte. Zusammen würden sie die Wunde nicht bloß notdürftig flicken. Sie würden sie gut genug verschließen, dass keine Gefahr des neuerlichen Aufbrechens mehr bestand. Der gesamte Vorgang dauerte nur wenige Augenblicke. Das hervorquellende Blut zog sich unter dem Einfluss des in die Wunde eindringenden Nachtäthers in seine Adern zurück, deren zertrennte Fasern sich wieder miteinander verwoben. Sehnen und Gewebe fanden zu alter Einheit. Hautschicht für Hautschicht schmolz zusammen. Zum Schluss zeugte lediglich eine unschöne Narbe davon, dass Ada Wiklow kurzzeitig auf des Todes Schwelle gestanden hatte. »Das war knapp«, befand Siobhán erleichtert. Sie löste den Bindungszauber und ließ sich entkräftet auf den Hintern fallen. Auch Bradin und Tighan sanken zu Boden. Der junge Spürzauberer schwitzte vor Anstrengung. O'Brannick zog ein Gesicht wie der vor seinem Henker stehende Delinquent. Die Seelenleserin zeigte keine Regung. Sicherlich würde sie noch eine Weile bewusstlos bleiben. Allerdings zeugten ihre friedliche Miene und der jetzt gleichmäßig arbeitende Atem davon, dass die Heilung geglückt war. Seit Hadges und die anderen in der Nähe des Eingangs zu ihrem Versteck miteinander gesprochen hatten, waren höchstens zwei Minuten ins Land gezogen. Bradin bekam nicht in den Kopf, warum Ada sich deswegen umbringen wollte. Er hatte doch mit Siobhán, Tighan, Ira und dem schwarzen Fuchs bloß über ihr weiteres Vorgehen beratschlagt. Mit Schaudern dachte der Spürzauberer an Adas letzte Worte, bevor sie sich die Klinge in ihren Hals schlug. Streitet nicht länger wegen mir. Aber sie hatten doch überhaupt nicht gestritten. Zugegeben, sie waren manchmal etwas lauter geworden. Die Machenschaften der Gerechten, die Aussicht auf die Rettung des Lebens und vielleicht sogar der Sonne stellte für jeden von ihnen eine gleichermaßen emotionale wie emstzunehmende Angelegenheit dar. Dasselbe galt für Adas Ängste, die niemandem verborgen geblieben waren. Sie hatten lediglich vorgehabt, ihre Furcht zu lindern. Das war alles. Wie falsch konnte man eine solche Unterhaltung denn interpretieren, um darin einen Streit zu sehen? Und weshalb, in aller Nächte Namen, hatte Ada dermaßen heftig darauf reagiert? »Was war los?«, riss Siobhán den jungen Spürzauberer aus seinen Gedanken, als sie das Wort an O'Brannick richtete und ihn scharf ins Auge fasste. »Weshalb hat das so lange gedauert, bis du helfen kamst?« Niedergeschlagen deutete der Dharoi'Sola mit dem Kinn zum Höhleneingang, wo sie eben noch beieinandergestanden hatten. Hadges wandte sich um. Seine Innereien verhärteten sich jäh zu einem frostigen Klumpen. Dort saß der Fuchs. Starr und kerzengerade wie eine Statue schaute er ihnen entgegen. Neben ihm lag der Fiagi am Boden und rührte sich nicht. Nur am Rande registrierte Hadges, dass die Nachtzauberin mindestens so sehr erschrak wie er. »Ira«, sagte Tighan leise. »Es hat ihn erwischt. Deshalb.« Wirbelnd glitten Myriaden dicker Schneeflocken gen Erde. Sie drehten und wendeten sich im eisigen Atem des über das Land fegenden Windes und hüllten weite Teile von Rokhanos in eine dichte, eisige Decke. Gierig fraß der Sturm zurückgelassene Spuren. Schnee sammelte sich in Huf- und Fußabdrücken, bis nichts mehr davon übrig war, und verbarg, was ungesehen bleiben sollte. Das tobende Weiß bildete Fluch und Segen zugleich. Es schenkte Leben, indem es dem Wanderer Wasser lieferte und ihn vor dem Verdursten bewahrte. Es brachte den Tod, indem es demselben Mann die Orientierung nahm, ihn auf gefährliche Pfade lockte und in der Einsamkeit der Ewigen Nacht jämmerlich erfrieren ließ. Mit ihrem Vorhaben, Gwylain zu retten, verhielt es sich nicht viel anders als mit dem Schnee. Glückte es, versprach es den Menschen des Weltenrunds eine hoffnungsfrohe Zukunft. Doch auf der Reise dorthin ging das eine ums andere Leben verloren. Letztere Tatsache hatte sich in jüngster Vergangenheit gleich mehrfach bewiesen. Vor zwei Tagen erst war Tighan O'Brannicks Tarnung aufgeflogen. Eine verschwindend kurze Zeit, in der bereits zahlreiche Existenzen dahingerafft wurden. Wenige waren aus freiem Willen gestorben, ungleich mehr in Gestalt der Opfer ihres Kampfes. Tode, die allesamt unnötig waren. Die hätten vermieden werden können, stünde nicht die Machtgier eines Einzelnen dem Wohl des Ganzen im Weg. Warum nur musste man stets eine Spur aus Blut hinter sich herziehen, wenn man etwas Gutes bewirken wollte? Diese Frage stellte sich der Lichtzauberer nicht zum ersten Mal, wohl wissend, dass er niemals eine zufriedenstellende Antwort darauf finden würde. Blut ist der Preis für Gerechtigkeit. Das hatte mal...



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