E-Book, Deutsch, 412 Seiten, eBook
Hammann Dezentrale Leadership
2009
ISBN: 978-3-8349-9965-8
Verlag: Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen von unternehmerischem Führungsverhalten in Tochtergesellschaften diversifizierter Unternehmen
E-Book, Deutsch, 412 Seiten, eBook
ISBN: 978-3-8349-9965-8
Verlag: Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Eva Hammann erarbeitet theoretisch, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Führungskräfte in Tochtergesellschaften unternehmerische Verantwortung übernehmen und welche Möglichkeiten sich daraus für Unternehmen ergeben. Sie bietet interessante Einblicke in die Führung in und von international tätigen, diversifizierten Unternehmen und erlaubt die Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Entscheidungsträger dieser Unternehmen.
Dr. Eva-Maria Hammann promovierte bei em. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hans H. Hinterhuber am Institut für Strategische Unternehmensführung, Marketing und Tourismus der Universität Innsbruck. Sie ist derzeit Projektmanagerin in der Strategieabteilung von MAN Diesel S.E. in Augsburg.
Zielgruppe
Research
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;GELEITWORT;6
2;VORWORT;8
3;INHALTSVERZEICHNIS;9
4;ABBILDUNGSVERZEICHNIS;16
5;TABELLENVERZEICHNIS;19
6;ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS;21
7;1 EINFÜHRUNG;22
8;2 DAS EXTERNE UND ORGANISATIONALE UMFELD;35
9;3 LEADERSHIP – FÜHRUNG IM SPANNUNGSFELD VON ZENTRALE UND DEZENTRALEN EINHEITEN;103
10;4 DEZENTRALE LEADERSHIP – UNTERNEHMERISCHE FÜHRUNG IN UND VON TOCHTERGESELLSCHAFTEN;189
11;5 DEZENTRALE LEADERSHIP ALS INTENDIERTES VERHALTEN – APPLIKATION DER THEORIE DES GEPLANTEN VERHALTENS;258
12;6 EMPIRISCHE EXPLORATION DER DEZENTRALEN LEADERSHIP;281
13;7 SCHLUSSBETRACHTUNG UND IMPLIKATIONEN;363
14;LITERATURVERZEICHNIS;377
Das externe und organisationale Umfeld; Leadership – Führung im Spannungsfeld von zentralen und dezentralen Einheiten; Dezentrales Leadership – unternehmerische Führung in und von Tochtergesellschaften; Dezentrales Leadership als intendiertes Verhalten; Empirische Exploration des dezentralen Leadership
"1 EINFÜHRUNG (S. 1)
Major corporations experiment with ways of introducing the ‘entrepreneurial spirit’ into the established environment. Their tools are new approaches to organizational structure, people management, and leadership.
John J. Kao
Große, diversifizierte Unternehmen mussten Ende der 80er Jahre erkennen, dass durch die Globalisierung von Märkten, tief greifenden technologischen Entwicklungen und erhöhten Kundenansprüchen eine strategische Erneuerung im Sinne einer Steigerung der eigenen Wandlungs- und Innovationsfähigkeit notwendig wurde. Diese Wandlungsfähigkeit war und ist geprägt von der Forderung nach einer optimalen Ressourcenallokation bzw. -nutzung sowie der Generierung neuer Gestaltungsvarianten und Innovationen.
Die Etablierung unternehmerischen Denkens und Handelns in bestehenden Unternehmen wird als eine – wenn auch sehr komplexe – Möglichkeit gesehen, die strategische Ausrichtung, die Strukturen und Prozesse in einem Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen. Gleichzeitig können die Denk- und Handlungsweisen der Unternehmensmitglieder aller Hierarchiestufen hin zum Erkennen neuer, innovativer Gestaltungsmöglichkeiten beeinflusst werden.
Neben der Gründung von neuen Unternehmen im bzw. aus dem Mutterunternehmen heraus, kann Corporate Entrepreneurship auch für eine grundsätzliche unternehmerische Prägung eines Unternehmens stehen, welche letztlich eine Triebfeder der organisationalen Erneuerung und damit Voraussetzung für Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an sich ändernde, turbulente Umweltbedingungen sein kann.
Das letzthin genannte Phänomen stellt eine organisationale Herausforderung dar und korreliert dabei in hohem Maße mit dem dieser Arbeit zugrunde liegenden Verständnis von „dezentraler Leadership"", einem Führungskonzept, das die unternehmerische Initiative der Führungskräfte in den Tochtergesellschaften diversifizierter Unternehmen als Ausgangspunkt für die organisationale Erneuerung sieht.
Obwohl sich in den vergangenen 30 Jahren ein beträchtlicher Teil wirtschaftswissenschaftlicher Entrepreneurship-Forschung mit unternehmerischem Verhalten von Mitarbeitern und Führungskräften innerhalb etablierter Unternehmen beschäftigte, stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen es zum Ergreifen unternehmerischer Initiativen in Tochtergesellschaften diversifizierter Unternehmen kommt, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, und an welche Grenzen unternehmerisches Engagement in dezentralen Unternehmenseinheiten stoßen kann. Dies scheint – so das Verständnis dieser Arbeit – in erster Linie von der Einstellung der in dezentralen Einheiten tätigen Führungskräfte abhängig zu sein.
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
Zahlreiche Forschungsmeinungen sehen unternehmerisches Verhalten in etablierten Unternehmen einerseits als große Herausforderung für bestehende Strukturen und ganz allgemein für den Status Quo in Unternehmen, andererseits wird unternehmerisches Verhalten als Katalysator für organisationale Erneuerungsprozesse und für eine Verbesserung der Anpassungsfähigkeit des betreffenden Unternehmens an sich verändernde Umweltbedingungen gesehen.
Burgelman stellte fest, dass hohe Wachstumsraten basierend auf der Ausnutzung geeigneter Rahmenbedingungen einerseits und führungsmäßiger Voraussetzungen andererseits nur mehr durch große Anstrengung möglich sind, vor allem dann, wenn Unternehmen einmal eine bestimmte Größe und strukturelle Komplexität erreicht haben.
Insbesondere die diversifizierte Unternehmung stand in den letzten Jahren z. T. unter massiver Kritik, die in letzter Konsequenz sogar ein Aufbrechen der organisationalen Strukturen forderte, da beispielsweise empirisch nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Diversifikation und Unternehmenserfolg besteht.
Dabei hält insbesondere die Institutionenökonomie Kritikern Argumente für die Daseinsberechtigung der diversifizierten Unternehmung entgegen. So geht die Principal-Agent- bzw. Transaktionskostentheorie davon aus, dass Führungskräfte bisweilen ihre Eigeninteressen dem Wohl der Unternehmung voranstellen, „Agents"" mit Hilfe ihres Interessensvorsprungs ihren persönlichen Nutzen auf Kosten des „Principals"" maximieren und die hierarchische Struktur der diversifizierten Unternehmung einer marktlichen Anordnung unterlegen ist."




