Hamilton | Todesklage in Italien | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 327 Seiten

Reihe: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt

Hamilton Todesklage in Italien

Kriminalroman: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt 5 | Ein mörderisch begehrter Kunstschatz
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-254-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kriminalroman: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt 5 | Ein mörderisch begehrter Kunstschatz

E-Book, Deutsch, Band 5, 327 Seiten

Reihe: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt

ISBN: 978-3-98690-254-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Kann sie diesen Auftrag lebend überstehen? Der packende Kriminalroman »Todesklage in Italien« von Lyn Hamilton jetzt als eBook bei dotbooks. Eine tödliche Schatzsuche ... Ein neuer Auftrag führt die Antiquitätenhändlerin Lara McClintoch ins wunderschöne Italien - hier soll sie für einen exzentrischen Milliardär eine seltene etruskische Skulptur beschaffen. Doch der Zauber von Rom und der Toskana ist jäh gebrochen, als auf einmal einer ihrer Kontakte tot aufgefunden wird. Schlimmer noch: Jemand scheint sie auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Aber wer will verhindern, dass sie die etruskische Skulptur findet ... und wie groß ist die Gefahr, in der sie schwebt? »Hamilton serviert in ihrem gut recherchierten Krimi ihre gewohnt ansprechende Mischung aus Kunst und Mord.« Publishers Weekly Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der fesselnde Kriminalroman »Todesklage in Italien« von Lyn Hamilton ist der fünfte Band der Lara-McClintoch-Reihe; alle Romane können unabhängig voneinander gelesen werden. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lyn Hamilton (1944-2009) wuchs in Etobicoke, Toronto auf und studierte Anthropologie, Psychologie und Englisch an der University of Toronto. Obwohl sie hauptberuflich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig war, galt ihre Leidenschaft der Mythologie und Anthropologie. Ein Urlaub in Yucatán inspirierte sie dazu, ihren ersten Kriminalroman »Die Toten von Mexiko« zu schreiben. Die Website der Autorin: http://www.lynhamiltonmysteries.com/ Bei dotbooks erscheinen von Lyn Hamilton folgende Romane: »Die Toten von Mexiko« »Todesfurcht auf Malta« »Totentanz in Peru« »Ein Mord in Irland« »Todesklage in Italien« »Tod in Schottland«
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KAPITEL 1


Rom

Als die Zellentür zuschlug, kam mir der Gedanke, dass der Weg zur Hölle weder mit guten Vorsätzen gepflastert ist noch aus einem einzigen brutalen und mörderischen Akt besteht, wenngleich auch das vorkommt. Nein, der Weg dorthin ist eine Folge von kleinen Entscheidungen, von kaum wahrnehmbaren Rissen im moralischen Gefüge, die, alle zusammen betrachtet, im Laufe der Zeit wie Wassertropfen auf Stein unser Gespür für Richtig und Falsch aushöhlen.

In meinem Fall begann die Reise mit einer Bestie, die unmöglich gelebt, aber noch weniger menschliche Gestalt angenommen haben konnte; außerdem mit einem Mann, von dem einige immer noch behaupten, er habe nie existiert. Die Kreatur war eine Chimäre, die Art von Ungeheuer, die in unserem Unterbewusstsein lauert und von dort auftaucht, um uns im Schlaf zu quälen. Der Mann hieß Crawford Lake.

Lake war einer jener Menschen, deren Name stets mit zwei zusätzlichen Attributen genannt wird, genau wie bei ehemaligen Präsidenten und Hollywood-Legenden.

In Lakes Fall lauteten diese Worte »öffentlichkeitsscheuer Milliardär«.

Die Erläuterung des zweiten Charakteristikums möchte ich den Finanzanalysten überlassen, die kürzlich in eine Art Fressrausch verfielen angesichts des Kadavers von Lakes einst so mächtigem Imperium, einem fast schon krakenartigen Konglomerat mit Fangarmen, die sich weit in die sogenannte Weltwirtschaft hineingedrängt hatten. Ich kann mich jedoch mit einer gewissen Berechtigung zu der ersten Eigenschaft äußern und jedem, der es wissen möchte, versichern, dass »öffentlichkeitsscheu« den Mann nur ansatzweise beschreibt.

Als ich ihn zum ersten Mal in seiner Wohnung in Rom traf, hatte sich Crawford Lake tatsächlich seit mindestens fünfzehn Jahren nicht mehr in der Öffentlichkeit sehen lassen. Die Medien beschränkten sich darauf, Fotos zu zeigen, die ? ich schwöre es ? von denselben Leuten aufgenommen worden waren, die behaupten, Bigfoot und das Ungeheuer von Loch Ness gesehen zu haben: unscharfe Schnappschüsse einer schemenhaften Gestalt, die in der Ferne verschwindet, oder ? falls man nicht bereit war, die Preise zu zahlen, die die Paparazzi für diese Bilder verlangten, so fragwürdig sie auch sein mochten ? Lakes Porträt aus dem Jahrbuch seiner Schule. Schon in jenen Tagen seiner Jugend zeigte Lake die Tendenz, sich zu verstecken; aber möglicherweise waren die zerzausten Haare, die seine Augen fast vollständig verbargen, in den Sechzigerjahren auch lediglich ein modisches Statement. Warum er ein Leben im Verborgenen vorzog, wusste ich zu der Zeit noch nicht, aber ich nahm an, dass jeder, der so reich war wie er, auch so gesellschaftsfeindlich sein konnte, wie es ihm gefiel.

Meiner Ansicht nach trieb er es jedoch zu weit.

»Das ist doch sicher nicht notwendig«, sagte ich zu meinem Begleiter, als er mir ein Zeichen gab, mich umzudrehen, damit er mir ein dunkles Tuch über die Augen binden konnte.

»Nein, wahrscheinlich nicht«, erwiderte er und lächelte nicht mich, sondern sein eigenes Spiegelbild im Rückspiegel des Wagens an. Er war ein attraktiver junger Mann, und das wusste er auch. Er hatte perfekte Zähne, braune Haut und dunkle Augen, er trug einen Anzug und ein Hemd aus zerknittertem Leinen, und an seiner Brust blitzte eine Goldkette ? einer jener italienischen Männer, die sich für unwiderstehlich halten und der Auffassung sind, alle Frauen auf der ganzen Welt sollten dies ebenfalls tun. »Allerdings«, fügte er hinzu, während er das Tuch über meine Augen legte, »müsste ich Sie töten, wenn Sie wüssten, wo mein Arbeitgeber lebt.«

Mir war nicht ganz klar, ob er scherzte. Sobald das Tuch befestigt war, klopfte er an die Glasscheibe zwischen uns und dem Fahrer, und die Limousine setzte sich in Bewegung. Mein Hotel befand sich in einer Seitenstraße am oberen Ende der Spanischen Treppe, und ich versuchte herauszufinden, wohin wir fuhren ? was sollte ich sonst tun, während ich mit verbundenen Augen dasaß? Nachdem wir im dichten Verkehr diverse Male abgebogen waren, angehalten hatten und wieder losgefahren waren, gab ich es jedoch auf. Nach ungefähr zehn Minuten blieb der Wagen stehen, und ich wurde mehrere Stufen hinaufgeführt, anschließend in einen Fahrstuhl verfrachtet, der langsam nach oben ratterte, dann ein paar weitere Stufen hinaufdirigiert. Als sich eine Tür hinter mir geschlossen hatte, wurde die Augenbinde entfernt.

Ich stand in einem Raum, der kaum zu beschreiben ist, da er so viele Dinge enthielt, die man bestaunen konnte. Vor den großen Fenstern hingen schwere, dunkelgrüne Vorhänge, die so angebracht waren, dass ich nicht nach draußen blicken konnte und deshalb keinerlei Anhaltspunkte hatte, wo ich mich befand. Ganz oben an den Fenstern ließen sie jedoch einen hellen Sonnenstrahl in das Zimmer dringen. Ich sah ein ziemliches Durcheinander an Möbeln, von denen die meisten kunstvoll verziert, aber recht abgenutzt waren, und fast jeder Zentimeter des Raumes, die Wände, die Tische, sogar der Boden, war mit Kunstgegenständen bedeckt. Am auffälligsten waren zwei große Fresken, die an einigen Stellen verblasst waren und ländliche italienische Motive darstellten ? neunzehntes Jahrhundert, würde ich sagen. Mehrere Dutzend goldene Cupidos waren über den ganzen Raum verteilt, und auf dem Boden und auf jedem Tisch lagen Massen von alten Büchern, wunderbare Exemplare mit Ledereinbänden und geprägten goldenen Lettern auf den Buchrücken. Auf einigen dieser Stapel standen kleine Skulpturen, die meisten aus Bronze. Auf einem Couchtisch waren Unmengen von Gefäßen gruppiert ? Vasen in Schwarz und Rot, möglicherweise griechisch, aber vielleicht auch etruskisch, und einige waren aus dem polierten schwarzen Material, das Bucchero genannt wird ? sowie ein paar sehr schöne Marmorbüsten von bedeutenden römischen Bürgern.

Es war fast wie in einem Museum. Mit nur einem Blick konnte ich griechische, römische und etruskische Objekte ausmachen, Figuren aus Meißener Porzellan, etwas, das wie ein Steinkopf aus Kambodscha aussah, auf den wenigen Zentimetern der Wand, die nicht mit Fresken bedeckt waren, mehrere Ölgemälde, Barockspiegel, ein Holzpferd ? vermutlich spätes achtzehntes Jahrhundert ? und nicht ein oder zwei, sondern gleich drei Kronleuchter, und zwar nicht aus Murano-Glas, wie man es in diesem Teil der Welt erwarten könnte, sondern vielmehr aus Kristall, wahrscheinlich böhmisch, aus dem achtzehnten Jahrhundert.

Zwei Dinge überraschten mich an dem Raum. Erstens war er einfach zu voll. Und ich bin wirklich kein Ordnungsfreak. Wie jeder bestätigen wird, der mein Antiquitätengeschäft oder mein Haus gesehen hat, lautet mein Einrichtungscredo eindeutig nicht »Weniger ist mehr«. Ich mag ein gewisses Maß an Durcheinander, verschiedene Objekte und Stilrichtungen, die sich gegenseitig ausspielen. Dies hier war jedoch zu viel des Guten, das Zusammentreffen zwanghafter Sammelwut mit unerschöpflichem Reichtum.

Zweitens würde man das meiste davon in meiner Branche eher herablassend als »Krempel« bezeichnen. Das heißt, dass keine wirklich ausgefallenen Stücke dabei waren ? mit »ausgefallen« meinen wir für gewöhnlich »atemberaubend teuer«. Über dem Kaminsims hing ein Gemälde, bei dem es sich offensichtlich um eine Kopie handelte ? das Original war wohlbekannt und befand sich in einem Museum. Die anderen Objekte waren echt, aber es gab nur wenige, die wesentlich mehr als fünfundzwanzigtausend Dollar gekostet haben konnten, und nicht eines, das mehr als fünfundsiebzigtausend Dollar wert gewesen wäre. Ich hätte mich glücklich geschätzt, wenn ich irgendetwas aus dem Zimmer an Lake verkauft hätte, aber es gab nichts, was auf die finanziellen Mittel hindeutete, über die ein Mann wie Lake verfügte, oder auf den Kunstliebhaber, der Lake meines Wissens nach war. In den Zeitschriften für Kunstsammler sorgte er regelmäßig für Schlagzeilen, und er war offensichtlich bereit, für etwas, das er haben wollte, Millionen zu zahlen, wenn es nötig war. Dieser Ort hier ließ das nicht erkennen.

Während ich mich bemühte, alles in mich aufzunehmen, betrat ein gut aussehender Mann von etwa fünfzig Jahren den Raum. Er hatte einen wohlgeformten Kopf mit dunklem, grau meliertem Haar und die Art von perfekter Sonnenbräune, die einen an Sonnenstudios oder ausgedehnte Aufenthalte auf einer privaten Jacht denken lässt. Ich suchte vergeblich nach Spuren des eher scheuen jungen Mannes auf dem Jahrbuchfoto. Offenbar war Lakes Selbstbewusstsein in den letzten dreißig Jahren rasant gewachsen. Ein jährliches Nettoeinkommen von sechs Milliarden Dollar ist in dieser Hinsicht offenbar sehr hilfreich. Zudem wirkte er für einen Mann, der in den Sechzigern volljährig geworden war, relativ jung, doch das führte ich ebenfalls auf die Tatsache zurück, dass er die nötigen finanziellen Mittel besaß, um gut auf sich achtzugeben.

»Lara McClintoch«, begrüßte er mich und reichte mir die Hand. Er stand genau unter dem einfallenden Sonnenstrahl, was ihn mit einer Art Heiligenschein versah. Das amüsierte mich. »Ich bin Crawford Lake. Danke, dass Sie gekommen sind. Bitte entschuldigen Sie das ganze Theater und dass ich Sie warten ließ. Ich hoffe, Sie verzeihen mir. Leider erachte ich eine solche Geheimhaltung für notwendig. Ich habe mich gerade um geschäftliche Dinge gekümmert, als Sie ankamen, und da ich so selten hier in Rom bin, musste ich das zuerst erledigen. Möchten Sie einen Tee? Oder vielleicht etwas Stärkeres?«

»Tee wäre großartig«, antwortete ich und dachte insgeheim, dass der Umstand, dass Lake die Wohnung so selten nutzte, sowohl die Ansammlung von Kunstgegenständen erklärte als auch die recht stickige Luft, die in dem Raum herrschte. Er betätigte eine Klingel, und sogleich...



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