Hamilton | Die Toten von Mexiko | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 327 Seiten

Reihe: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt

Hamilton Die Toten von Mexiko

Kriminalroman: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt 1
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-98690-242-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt 1

E-Book, Deutsch, Band 1, 327 Seiten

Reihe: Die Antiquitätenhändlerin ermittelt

ISBN: 978-3-98690-242-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein uraltes Geheimnis fordert Opfer: Der fesselnde Kriminalroman »Die Toten von Mexiko« von Lyn Hamilton jetzt als eBook bei dotbooks. Manches Wissen hat einen hohen Preis ... Erleichtert darüber, Kanada und ihrem Exmann für eine Weile den Rücken kehren zu können, reist Kunsthändlerin Lara McClintoch nach Mexiko: Hier soll sie einem befreundeten Museumsdirektor helfen, ein verschollenes Kleinod der Maya zu finden. Doch bei ihrer Ankunft in der Kleinstadt Mérida ist Dr. Castillo spurlos verschwunden. Als sie kurz darauf seine Leiche in einem Hinterzimmer des Museums findet, ist Lara erschüttert. Eigentlich sollte sie sofort ins nächste Flugzeug nach Hause steigen - aber spielt sie damit nicht jenen in die Hände, die ihren Freund ermordet haben? Fest entschlossen, den Schatz zu retten, wagt sich Lara tief hinab in ein Tunnelsystem der alten Mayas, das mehr als ein tödliches Geheimnis birgt ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der packende Kriminalroman »Die Toten von Mexiko« von Lyn Hamilton ist der erste Band der Lara-McClintoch-Reihe. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lyn Hamilton (1944-2009) wuchs in Etobicoke, Toronto auf und studierte Anthropologie, Psychologie und Englisch an der University of Toronto. Obwohl sie hauptberuflich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig war, galt ihre Leidenschaft der Mythologie und Anthropologie. Ein Urlaub in Yucatán inspirierte sie dazu, ihren ersten Kriminalroman »Die Toten von Mexiko« zu schreiben. Die Website der Autorin: http://www.lynhamiltonmysteries.com/ Bei dotbooks erscheinen von Lyn Hamilton folgende Romane: »Die Toten von Mexiko« »Todesfurcht auf Malta« »Totentanz in Peru« »Ein Mord in Irland« »Todesklage in Italien« »Tod in Schottland«
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KAPITEL 1:
IMIX


Viele Leute haben mich gefragt – und der nächste wird wohl ein mexikanischer Richter oder Staatsanwalt sein –, weshalb ich Tausende von Kilometern geflogen bin, um jemandem, den ich gar nicht so gut kannte, dabei zu helfen, ein kleines pelziges Wesen mit langen Ohren, rosiger Nase und literarischen Ambitionen zu suchen.

Eine gezieltere Frage würde lauten, weshalb ich meine Suche fortführte, ohne mich von rätselhaften Todesfällen aufhalten zu lassen.

Eigentlich ist mein Exmann Clive an der ganzen Sache schuld. Exgatten sind bequeme Sündenböcke für fast alles. Und es lag nun mal an Clive, daß ich so viel Zeit hatte.

Der wahre Grund ist natürlich sehr viel komplizierter. Rückblickend glaube ich, es lag daran, daß ich der Meinung war, ich hätte nichts mehr zu verlieren; denn ich hatte zuvor schon alles verloren, was ich für wichtig hielt: ein Geschäft, das ich über mehrere Jahre hinweg aufgebaut, und eine unglückliche Ehe, an die ich mich geklammert hatte.

Deshalb trat ich diese Reise an – eine spirituelle Reise in die Finsternis und zu Menschen, die mit den Fürsten des Todes zu tun hatten, wie ich erfahren sollte.

Am Beginn dieser Reise stand ein Anruf von Dr. Hernan Castillo Rivas, eines gelehrten Herrn, der sich für die uralten Zivilisationen Mexikos begeisterte. Sein Enthusiasmus und sein Wissen erweckten in mir ein unauslöschliches Interesse für diesen Teil der Erde. Dr. Castillo war leitender Direktor eines privaten Museums in Mérida, Mexiko, gewesen, das auf die archäologischen Hinterlassenschaften der Maya spezialisiert war. Nach seiner Pensionierung wurde Hernan Castillo der mexikanische Agent meines Geschäfts – meines ehemaligen Geschäfts, sollte ich besser sagen: ein Antiquitätenladen. Ich kaufte und verkaufte Stücke aus aller Welt, wirklich wundervolle Dinge.

»Lara«, begann Dr. Castillo, »ich habe von der Familie Ortiz gehört, daß Sie sich an der Universität eingehend mit einem Fachgebiet beschäftigen, das mich sehr interessiert.« Die Ortiz waren alte Freunde von mir; sie hatten mich auch mit Dr. Castillo bekannt gemacht – oder Don Hernan, wie ich ihn gern nannte.

»Ich habe einen hoffentlich interessanten Vorschlag für Sie«, fuhr er fort. »Wenn ich mich nicht irre, beginnen bald die Semesterferien, und dann haben Sie viel Zeit zur freien Verfügung. Ich möchte gern, daß Sie nach Mexiko kommen und mir bei einem Projekt helfen, an dem ich gerade arbeite. Ich brauche einen Partner. Zurzeit kann ich Ihnen noch nicht mehr darüber sagen, aber ich kann Ihnen versichern, daß es … wie sagt man bei euch in Amerika? … genau auf Ihrer Wellenlänge liegt. Es wird Sie interessieren. Ach, was sage ich. Es wird Sie begeistern!«

Ich lachte. »Das müssen Sie mir schon eine bißchen genauer erklären.«

»Es handelt sich um eine Sache, die man nicht am Telefon besprechen sollte«, erwiderte Don Hernan. »Es wäre zu… riskant.«

Als ich nichts entgegnete, rückte er schließlich doch ein bißchen mit der Sprache heraus. Wahrscheinlich befürchtete er, daß ich auf seine vagen Andeutungen hin nicht nach Mexiko kommen würde.

»Also gut. Da Sie die Geschichte der Maya studieren, werde ich Ihnen einen Hinweis geben. Wir suchen, was das Kaninchen schreibt.«

Bei dieser mehr als rätselhaften Bemerkung beließ er es.

Es war ein lächerlicher Vorschlag, also machte ich mich natürlich auf die Reise.

Wie ich schon sagte: Zeit genug hatte ich. Einige Monate zuvor war ich in eine Phase erzwungener Untätigkeit geraten, worauf ich beschlossen hatte, wieder die Universität zu besuchen, um das Studium der Maya fortzuführen, einer alten mittelamerikanischen Kultur, die ihren Höhepunkt, die klassische Zeit, zwischen dem vierten und zehnten nachchristlichen Jahrhundert erlebte, und zwar in den Gebieten des heutigen Guatemala, Belize, Honduras und der mexikanischen Halbinsel Yucatán.

Zuvor war ich einer von zwei Besitzern des erwähnten Antiquitätenladens gewesen – der andere Besitzer war mein Mann, Clive Swain. Es war ein sehr gut gehendes Geschäft mit Namen ›McClintoch und Swain‹ in Yorkville, einem vornehmen Stadtviertel Torontos.

Meiner Meinung nach konnte Clives Arbeitsmoral mit dem Begriff ›katastrophal‹ noch am freundlichsten umschrieben werden. Doch als unsere Ehe im Sterben lag, entwickelte er unerklärlicherweise eine ausgesprochene Begeisterung für unser Geschäft.

Der Preis für meine Freiheit war die Hälfte des Verkaufserlöses für McClintoch und Swain sowie die Ermahnung meiner Anwältin, mindestes ein Jahr lang die Finger von diesem Geschäft zu lassen – und von jedem anderen.

»Falls Sie sofort einen neuen Laden eröffnen, Lara«, hatte sie mich gewarnt, »wird Clive noch mehr Geld verlangen. Er versucht, Ihnen alles wegzunehmen, was Sie haben.«

Dieses eine Jahr ohne Einkünfte konnte ich mir bequem leisten. Die Hälfte des Verkaufserlöses machte mich zwar nicht zur reichen Frau, doch mit ein bißchen Bedacht konnte ich ein Jahr gut überstehen. Aber es stieß mir sauer auf, Clive die Hälfte des Geldes zu überlassen, wo er doch viel weniger als die Hälfte der Arbeit geleistet hatte, und ich litt noch immer unter der bitteren Schärfe unserer Trennung und dem peinlichen Eingeständnis vor mir selbst, mich in Clive geirrt zu haben.

Mein einziger Trost begegnete mir in Gestalt der Frau, an die ich das Geschäft verkauft hatte, Sarah Greenhalgh. Sie schien den Laden genauso zu lieben, wie ich ihn geliebt hatte.

Ich versuchte, eine Zeitlang ein Leben in Muße zu führen, doch je weniger ich zu tun hatte, um so mehr Zeit blieb mir, über meine Situation nachzugrübeln. Dann kam mir die Idee, wieder zur Uni zu gehen. Doch ich mußte die Feststellung machen, daß das akademische Leben – so interessant es sein mochte – seinen angestrebten Zweck nicht erfüllte, meine Gedanken von dem finanziellen und gefühlsmäßigen Ruin abzulenken, den ich erlitten hatte. Ich muß gestehen, daß Don Hernans Anruf für mich so etwas wie eine Erleichterung war. Schon wenige Minuten nachdem ich mit ihm gesprochen hatte, rief ich im Reisebüro an und buchte ein Ticket nach Mérida.

Es war an dem Tag, der bei den Maya ›Imix‹ geheißen hatte – der Tag des Erdengottes –, als ich die Tür meines kleinen viktorianischen Häuschens verschloß und die Schlüssel meinem Nachbarn Alex Stewart zur Aufbewahrung gab, der mir versprach, sich um mein Haus und meine getigerte Katze zu kümmern, die auf den Namen Diesel hörte. Diesel war die offizielle ›Ladenkatze‹ gewesen und im Grunde das einzig Wertvolle – jedenfalls in meinen Augen –, das ich nach zwölf Jahren Arbeit vorweisen konnte.

Die Reise führte mich zuerst nach Miami, dann weiter nach Mérida. Ich hatte den Flug nach Mérida zuvor schon jedes Jahr drei- oder viermal aus geschäftlichen Gründen unternommen, aber auch deshalb, weil ich diesen Ort aus vielen Gründen liebte. Diesmal ertappte ich mich dabei, wie ich aus dem Fenster des Flugzeugs nach irgendwelchen Spuren Ausschau hielt, die das gewaltige Reich hinterlassen hatte, das die spanischen Konquistadoren entdeckten, als sie diesen Teil der Neuen Welt zum erstenmal betreten hatten. Ich nehme an, es lag an meinen Studien.

Wie sehr mußten diese frühen Besucher gestaunt haben, als sie Städte erblickten, die größer waren als sämtliche Metropolen in Spanien oder sonstwo in Europa. Es gab bereits riesige Maya-Städte, als Paris noch ein schmutziges Kuhdorf war. Heute sind diese Städte größtenteils verschwunden. Lediglich grüne Hügel, die sich aus dem Teppich der Urwälder erheben, künden von ihrer einstigen Existenz.

Doch gerade weil ich von meinem Aussichtsplatz am Flugzeugfenster nur wenige sichtbare Überreste der Maya-Kultur entdeckte, konnte ich um so mehr die phantasievolle Weitsicht dieses Volkes bewundern. Die Maya betrachteten die Erde als Imix, ein Seerosen-Ungeheuer, eine Art Reptilienwesen – manchmal eine Schildkröte, doch meist ein gewaltiges Krokodil, das in einem riesigen Teich liegt und die Erde auf seinem gekrümmten Rücken trägt.

Unter dem Leib der Kreatur befindet sich Xibalba, die Unterwelt, der Ort der Furcht, dessen Atmosphäre das Wasser des Teiches ist, in dem Imix ruht, der Erdengott. Auf dem nächtlichen Abschnitt ihrer Reise muß die Sonne durch diese Wasserwelt, und indem sie Xibalba durchquert, verwandelt sie sich in den furchterregenden Jaguar-Gott. Über der Erde ringelt sich die doppelköpfige Himmelsschlange, deren Schuppenmuster die Zeichen der Himmelskörper sind.

Wenn man aus 7000 Metern Höhe in die Tiefe blickt, kann man sich leicht vorstellen, wie das Seerosen-Ungeheuer in den Gewässern des Golfs von Mexiko ruht und wie der Körper der Himmelsschlange sich von einem Horizont zum anderen wölbt. In gewisser Weise war ich enttäuscht, als das Flugzeug die Urwälder hinter sich ließ, in denen sich einst die Welt der Maya befunden hatte, und mit dem Landeanflug auf Mérida begann.

Ich stieg rasch aus der Maschine und kam ohne Schwierigkeiten durch den Zoll. Da ich hier alles schon von meinen Einkaufsreisen kannte, bahnte ich mir schnell einen Weg durch die dichten Gruppen der Straßenverkäufer und Marktschreier, die einem schlichtweg alles versprachen, von billigen Unterkünften bis hin zu Vergnügungen jeder Art. Ich war froh, als ich Isabella Ortiz entdeckte, die auf mich wartete. Offenbar war Isabella von Mexiko City hierher geflogen, nachdem sie von meinen Reiseplänen erfahren hatte.

Ich war seit fünfundzwanzig Jahren mit Isa befreundet, seit mein Vater, der bei den Vereinten Nationen gearbeitet hatte, nach Mexiko entsandt worden war. Meine Eltern und ich verbrachten zwei Jahre in Mexiko. Damals lernte ich die Ortiz und ihre Tochter...



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