Hall | Zwei Herzen und eine Krone | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

Hall Zwei Herzen und eine Krone


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3454-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-3454-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Finden Sie sie.' Der Wunsch des Königs von Lille ist für Cristhian Sterling Befehl. Es ist schließlich sein Job, vermisste Personen zu suchen, in diesem Fall Prinzessin Zia. Ein Verbrechen ist ausgeschlossen, warum also ist sie untergetaucht? Doch als er ein aktuelles Bild der verschwundenen Thronfolgerin sieht, stockt ihm der Atem. Er kennt sie - sehr gut! Sie ist die Fremde, mit der er vor einigen Monaten eine unvergessliche Liebesnacht verbracht hat. Kann das etwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben? Nur sie kann ihm das beantworten. Er muss sie finden!

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1. KAPITEL


Cristhian Sterling wusste genau, wo er in Ruhe seinen Erfolg feiern konnte, wenn er nicht erkannt werden wollte.

Mit zunehmendem Alter wurde es einfacher, denn er sah dem erschütterten Jungen, der gerade seine Eltern verloren hatte, mit jedem Jahr weniger ähnlich. Ihr schrecklicher Autounfall war damals mit seinem Foto darunter Schlagzeile in jeder Zeitung, jedem Magazin, jeder Klatschzeitung gewesen.

Nur in der Oberschicht war Cristhian nach wie vor bekannt, darum zog er es vor, sich eher in Lokalen der Mittelschicht zu amüsieren. Dort wusste normalerweise keiner, wer er war: der Sohn einer Prinzessin und eines Hollywoodstars.

Seine Mutter hatte nie so recht gewusst, wie sie mit ihrer Berühmtheit umgehen sollte, und unter dem gnadenlosen Interesse an allem, was ihre Beziehung zu seinem Vater betraf, hatte sie sehr gelitten.

Obwohl Cristhian bei dem Tod seiner Eltern erst zehn Jahre alt gewesen war, erinnerte er sich noch an ihre vielen Gespräche darüber, einfach wegzulaufen. Vollkommen unterzutauchen.

Aber auch wenn sein Vater seinen Sohn und seine Frau immer an erste Stelle gestellt hatte, hatte er auch weiter Filme gedreht. Und seine Mutter hatte weiterhin ihre königlichen Pflichten gegenüber ihrem Heimatland Hisla erfüllt. Allerdings hatte sie mit Cristhian nicht im Palast gewohnt, sondern in einem bescheidenen Haus außerhalb der Schlossmauern. Oft begleiteten sie auch seinen Vater auf Reisen oder besuchten die Großeltern in Amerika.

Schließlich hatten seine Eltern genug von den Paparazzi und konnten nicht länger ertragen, wie die Familie von Cristhians Mutter ständig versuchte, sie auseinanderzubringen. Doch anstatt sich zu wehren, planten sie ihre Flucht.

Dabei wurden sie in einen schrecklichen Autounfall verwickelt, bei dem beide sofort starben.

Und Cristhian blieb alleine zurück.

Während der Fluchtvorbereitungen hatten sie ihn zu den Eltern seines Vaters nach Amerika gebracht. Hätte man ihm erlaubt, dortzubleiben, wäre womöglich ein anderer Mensch aus ihm geworden.

Doch nach dem Tod seiner Eltern wurde Cristhian in die königliche Familie seiner Mutter gebracht. Die Familie wollte ihn nicht, konnte es aber noch weniger ertragen, dass er bei einfachen Amerikanern aufwuchs.

Selbst nach zwanzig Jahren konnte er nicht sagen, warum die Familie seiner Mutter so gehandelt hatte. Dabei gehörte es zu seinem Job als Ermittler, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und ihre Motive zu verstehen.

Cristhian spürte Ausreißer aus der königlichen Gesellschaft auf, durchgebrannte Ehefrauen, Leute, die verschwinden wollten. Er fand sie für jeden, der bereit war, sein enormes Honorar zu zahlen.

Manche bezeichneten ihn als Söldner – in der Regel die Menschen, die er fand. Sie waren nicht glücklich, dorthin zurückgebracht zu werden, wovor sie geflohen waren.

Aber er wusste, was sie draußen in dieser kalten, grausamen Welt erwartete. Was passierte, wenn man die Regeln brach und einfach weglief. Nichts als Unglück entstand daraus!

Es gab nur einen Weg, mit der Ungerechtigkeit der Welt umzugehen – man musste sich ihr stellen. Weglaufen brachte nur Leid.

Darum hatte Cristhian sich ein ganz klar geordnetes Leben mit festen Regeln aufgebaut. Der königlichen Familie, die ihn kontrollieren wollte, hatte er die Stirn geboten, und er scherte sich nicht um die Meinung anderer.

Niemals.

Er betrachtete das Glas vor sich und fragte sich, was seine Gedanken dazu veranlasst hatte, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. Eigentlich hatte er nur einen guten Drink und vielleicht eine schöne Frau gewollt, um seinen neuesten Erfolg zu feiern.

Er hatte gerade eine Ausreißerin nach Hause zurückgebracht. Das Mädchen war dreizehn. Vielleicht mochte sie ihr Leben in ihrem winzigen Königreich nicht, aber dreizehn war kein Alter, in dem eine Gräfin sich ein eigenes Leben aufbauen konnte. Sie würde ihm wohl nie für seine Dienste danken, aber sie würde überleben. Er brauchte auch keinen Dank. Ihm reichte das Wissen, dass er gute Arbeit geleistet hatte.

Cristhian sah sich in der Bar um. An diesem Freitagabend waren viele Geschäftsleute anwesend. Krawatten wurden gelockert, die obersten Knöpfe geöffnet, Blazer zur Seite geworfen. Lautes Gelächter erklang, und an der Bar standen Paare, die sich mit verstohlenen Blicken umschauten, als wüssten sie, dass sie nicht so nah bei ihren Kollegen sitzen sollten. Portugiesisch, Spanisch und ein paar Brocken Englisch hallten durch den großen Raum.

Die Tür öffnete sich und ließ einen leichten Luftzug herein, der etwas kühler war als die überhitzte Atmosphäre in der Bar. Cristhian nahm einen Schluck von seinem Drink und beobachtete die Frau, die in der Tür stand.

Sie war eindeutig alleine. Für einen Moment entdeckte er einen Anflug von Angst in ihrem Gesicht, in ihrem Zögern. Dann schien sie die Schultern zu straffen und ihre Angst durch Entschlossenheit zu verdrängen. Einen Augenblick lang tauchte das Bild seiner Mutter vor seinen Augen auf. Vor einem öffentlichen Auftritt als Vertreterin der königlichen Familie hatte sie immer genau dasselbe getan.

Aber als die Frau lächelte, vergaß er jeden Gedanken an seine Mutter. Als sie mit selbstbewussten Schritten eintrat, blitzten die unglaublich blauen Augen, das kurze rötliche Haar wippte gegen ihre Wangenknochen. Ihr gerade geschnittenes schwarzes Kleid verriet nicht viel von ihrer Figur, aber es endete auf halber Höhe der Oberschenkel und zeigte lange, verführerische Beine.

Sie bemerkte nicht, dass er sie beobachtete. Zielstrebig ging sie direkt auf die Bar zu, an der er saß. Ihr Blick war auf den Barkeeper gerichtet. Sie beugte sich vor, sagte aber nichts.

Der Barkeeper seufzte genervt. „Was darf ich Ihnen bringen?“

„Haben Sie eine Karte?“ Sie sprach mit einem interessanten Akzent.

Cristhian wusste, dass er ihn schon einmal gehört hatte, aber er konnte ihn nicht genau einordnen. Auf jeden Fall Europa – irgendwo weit nördlich von Faro im Süden Portugals, wo sie sich gerade befanden.

Der Barmann verdrehte nur spöttisch die Augen.

„Darf ich einen Vorschlag machen?“, bot Cristhian an.

Neugierig musterte ihn die Frau. Einen Moment lang überlegte er, ob sie farbige Kontaktlinsen trug. Der Blauton passte überhaupt nicht zu ihr. Und doch war sie unglaublich schön mit ihren zierlichen Schultern, ihrer entschlossenen Haltung und dem geschwungenen Mund. Bei seiner Frage hob sie ihre ausdrucksvollen Augenbrauen.

Cristhian grinste. Er wusste, dass er beeindruckend war. Er bildete sich nichts darauf ein, es war einfach nur eine realistische Einschätzung.

„Bring einen Beirão“, sagte er zum Barkeeper. „Und setz ihn auf meine Rechnung.“

Der Barmann nickte, drehte sich um und schenkte der Frau den Kräuterlikör ein. Cristhian deutete auf den leeren Platz neben sich. „Setzen Sie sich zu mir.“

Sie musterte ihn aus schmalen Augen. „Normalerweise werden solche Einladungen als Bitte ausgesprochen.“

Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Verbarg sein Interesse nicht. Wozu die Mühe? „Ich halte mich nicht an Konventionen.“

Sie lachte. Ein melodisches Lachen, ein wenig heiser. Es faszinierte ihn mehr als alles, woran er sich erinnern konnte. Mit einer Eleganz, die von Training sprach, und zwar von königlichem Training, ließ sie sich auf den Stuhl neben ihm gleiten.

Neugierig betrachtete er sie genauer. Ihre Kleidung, ihre Frisur, all diese Dinge waren eindeutig nicht königlich. Aber Cristhian wusste, dass der Schein trügen konnte.

Der Barmann brachte ihr den Drink, den Cristhian für sie bestellt hatte, und füllte dann Cristhians eigenes Glas nach. Die Fremde nahm einen zaghaften Schluck, und er beobachtete aufmerksam ihre Reaktion.

„Perfekt“, sagte sie und schenkte ihm ein umwerfendes Lächeln.

Es war ein Lächeln, das Ärger versprach, aber zum Glück war Cristhian ein Meister im Umgang mit Problemen.

„Was führt Sie nach Faro?“

„Arbeit“, antwortete sie, ohne zu zögern. „Aber jetzt habe ich Feierabend, und morgen fahre ich nach Hause.“

„Und wo ist Ihr Zuhause?“

Sie zögerte. Aber man konnte einer Frau nicht vorwerfen, wenn sie vorsichtig damit war, was sie einem fremden Mann erzählte. „Hamburg“, teilte sie ihm schließlich mit. „Zurzeit.“

Ihr Akzent stammte nicht aus Deutschland, aber sie hatte schließlich auch nicht behauptet, Deutsche zu sein. Innerlich schüttelte Cristhian den Kopf über sich selbst. Er musste aufhören, alles zu hinterfragen. Er war hier, um sich nach einem harten Job zu entspannen, und genau das sollte er tun.

Spaß haben!

„Sind Sie von hier?“, fragte sie und nippte an ihrem Drink. An ihren Ohren glitzerten Diamanten. Teure Diamanten.

Er bemühte sich, nicht die Stirn zu runzeln. Keine Arbeit mehr. Feiern. „Ich bin eher ein Nomade. Obwohl ich oft genug in Faro bin.“

„Ein Nomade“, wiederholte sie, als würde sie darüber nachdenken. „Kein Zuhause also?“

„Ich habe viele Heimatorte.“

Sie sah ihm in die Augen, einfach so. Dieses Selbstbewusstsein stand ihr. „Mit jeweils einer Frau?“

Er verzog den Mund....



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