Hall | Mein ungestümer Earl | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 533 Seiten

Hall Mein ungestümer Earl

Historischer Roman | »Cinderella« meets »Bridgerton«
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-69076-119-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman | »Cinderella« meets »Bridgerton«

E-Book, Deutsch, 533 Seiten

ISBN: 978-3-69076-119-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er ist ihr Retter in Not - aber kann sie auch ihn retten? England, 1821: Als die junge Waise Holly Kimble in den schmutzigen Straßen Londons strandet und dort von einer Diebesbande überfallen wird, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch aus der Finsternis rettet sie John, der Earl von Upton. Ein Mann voller Entschlossenheit und geheimnisvoller Schönheit. In seinem herrschaftlichen Anwesen Brookhollow Hall findet Holly nicht nur Zuflucht, sondern auch eine Anstellung als Kindermädchen. Schon bald spürt Holly mehr als nur Dankbarkeit für ihren edlen Retter in Not. Mit der Zeit festigt sich in ihr der Wunsch, John mit Zuneigung und Liebe von seiner qualvollen Vergangenheit zu befreien. Nur darf John dafür nie von ihren düsteren Geheimnissen erfahren ... Eine Regency-Romance zum Wohlfühlen für Fans von Julia Quinn und Christi Caldwell

Constance Hall lebt mit ihrer Familie in Richmond, Virginia. Sie hat bereits zahlreiche Romane unter ihrem eigenen Namen und unter Pseudonymen veröffentlicht; unter anderem schrieb sie erfolgreiche Filmromane. Ihre große Leidenschaft gilt aber dem Historischen Roman, und ganz besonders hat es ihr das 19. Jahrhundert angetan. Bei dotbooks veröffentlichte Constance Hall ihre historischen Liebesromane »Das Verlangen des Marquis«, »Der Herzog und die Schöne« und »Das Geheimnis des Lords« - auch als Sammelband unter dem Titel »Regency Secrets« erhältlich - sowie das romantische Lesevergnügen »Der Ritter und die stolze Lady«.
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Kapitel 1


Richmond, Virginia, Oktober 1821

Holly Kimbel zerrte an den Stricken, mit denen ihre Handgelenke gefesselt waren, und beobachtete eine Maus, die über den Speicherboden huschte. Sie verschwand durch ein Loch in einer Hutschachtel. In der Ecke flackerte eine einzelne Lampe. Düstere Schatten tanzten über die großen Weidenkörbe, Truhen und alten Möbelstücke, die sie umgaben.

Wie lange hielt man sie schon gefangen? Sie sah auf die Markierungen hinunter, die sie auf dem staubigen Fußboden gemacht hatte, und zählte sieben Striche. Es kam ihr vor, als ob sie schon ein Jahr gefesselt wäre und nicht erst eine Woche.

Ein kalter Windhauch drang durch das offene Dachgesims und wehte ihr über Gesicht und Schultern. Sie fröstelte, zog ruckartig an den Fesseln und spürte, wie der Hanf in ihre wund gescheuerten, entzündeten Gelenke schnitt. Nachdem sie tagelang an den Seilen gezerrt hatte, begannen sie sich endlich zu lockern. Der Gedanke an Flucht trieb sie an, und sie ruckelte fester. Noch ein paar Millimeter, und eine Hand würde frei sein.

Sie drehte den Kopf zur Tür, als sie schwere Schritte auf der Treppe hörte. Er würde jeden Moment oben sein, wahrscheinlich mit dem Essen. Sie versuchte, ihr Handgelenk durch eine Schlinge zu ziehen, blieb aber mit dem breiteren Teil des Handrückens stecken. Sie verzog das Gesicht und zerrte noch fester an den Stricken.

Die Falltür öffnete sich knarrend. Geschickt manövrierte er ein Tablett durch die schmale Öffnung. Sie versteinerte und starrte ihn an. Er sah gut aus mit seinen fülligen blonden Haaren, die ihm bis zum Kragen reichten. Und er hatte versengende blaue Augen, die ein Mädchen mit einem Blick erröten lassen konnten. Er ähnelte einer Zitrone – wunderschön von außen, aber wenn man hineinbiss, wusste man, wie sauer das Innere sein würde.

Er ging hinüber zu ihr und starrte auf sie hinunter, wobei sich die Unbarmherzigkeit seiner Seele in seinen lebhaften blauen Augen widerspiegelte. »Wie ich sehe, bis du immer noch hier.«

»Dachtest du, ich wäre es nicht mehr?« Holly starrte ihn mit blitzenden Augen höhnisch an.

»Man kann ja nie wissen.« Er grinste sie an. Seine Zähne funkelten wie die scharfen weißen Fänge eines Wolfes. »Hast du inzwischen deine Meinung geändert?«

»Nein.« Holly versuchte, ihre Schultern gerade zu halten, während sie ihre Handgelenke verdrehte.

»Zu schade.« Er kniete sich neben sie und setzte das Tablett auf ihrem Schoß ab. Mit seinen Fingern umklammerte er ihr Kinn und drehte ihr Gesicht so, dass sie ihn anschauen musste. »Wie es aussieht, muss ich dich hierbehalten, bis du es tun wirst. Aber jetzt musst du etwas essen, damit du bei Kräften bleibst.« Er nahm einen Löffel auf und tauchte ihn in die Schüssel mit der dampfenden Suppe.

»Ich brauche keine Kraft, um hier herumzusitzen und nackte Wände anzustarren.« Sie hielt ihre Schultern steif, damit er nicht merkte, was sie tat, verrenkte ihre Hand und schob sie durch die Schlinge. Fast geschafft. Der Handrücken rutschte durch, und die Hand war frei. Sie biss sich auf die Lippe, unterdrückte jedes Anzeichen von Erleichterung und befreite die andere Hand von dem Strick.

»Ich will keine Klagen mehr hören. Aufmachen ...« Er führte den Löffel zu ihrem Mund.

Er war auf ihre nächste Bewegung nicht vorbereitet. Sein Blick weitete sich, als sie ihm den Löffel in die Kehle rammte, das Tablett packte und es nach ihm warf. Die heiße Suppe traf ihn im Gesicht. Er schrie auf und bedeckte seine Augen.

Sie rappelte sich auf, rannte zur Speichertür und die Stufen hinunter, wobei ihr seine Flüche in den Ohren gellten.

Seine Schritte waren dicht hinter ihr.

Sie kam in einen dunklen, leeren Flur und huschte durch eine Tür, die sie geräuschlos hinter sich schloss. Ein scharfer, dreieckiger Strahl des Mondes schien durch ein Fenster und warf lange Schatten über einen Schreibtisch. Sie konnte erkennen, dass die Wände voller Bücherregale waren.

Der Türknauf drehte sich. Instinktiv sprang sie zur Seite, griff nach einem dicken Wälzer im Regal und hob ihn über den Kopf.

Er riss die Tür auf und stürzte ins Zimmer.

Holly ließ das Buch heruntersausen, aber er sprang zur Seite. Das Buch streifte seine Schulter und fiel dann zu Boden.

»Der Teufel soll dich holen! Komm her!« Er griff nach ihr.

Sie machte einen Satz zurück und krachte gegen die Tür, die dabei zufiel.

Wieder streckte er die Hand nach ihr aus. Sie schnellte nach links, entkam eben noch so seinem Griff und rannte um den Schreibtisch.

Grinsend ging er auf sie zu. »Weglaufen wird dir nichts nützen. Ich kriege dich doch.«

»Nicht, wenn ich auch noch ein Wörtchen mitzureden habe.« Holly umkreiste den Schreibtisch, wobei ihre Bewegungen synchron mit seinen waren. Seine schlanke, dunkle Gestalt wirkte im Mondlicht gespenstisch. Seine Augen hatten einen seltsamen rötlichen Glanz, ein Anblick, der ihr Herz laut schlagen hieß.

»Du warst schon immer irgendwie stur«, zischte er und überrumpelte Holly, indem er sich über den Schreibtisch warf. Er umklammerte ihre Taille mit den Armen und zog sie zu sich heran.

Ihre Hüfte prallte gegen das Mahagoniholz, und sie schrie auf, als er ihre Schultern auf die Schreibtischplatte drückte. Dicht neben ihrem Gesicht blitzte ein goldener Brieföffner im Mondlicht auf. Bevor der Mann ihre Hände festhalten konnte, griff sie danach und stieß ihm damit in den Rücken.

»Du kleines Miststück ...«, flüsterte er mit ersterbender Stimme, bevor er über ihr zusammenbrach.

Sein Mund war dicht an ihrem Ohr. Sie hörte, wie er einen letzten röchelnden Atemzug machte, bevor er zu atmen aufhörte. Das volle Gewicht seines Oberkörpers auf ihrem Körper verursachte ihr eine Gänsehaut. Mit zitternden Händen schob sie ihn von sich herunter.

Sein lebloser Körper rollte vom Schreibtisch und fiel zu Boden. Das Geräusch hallte in der Stille des Raumes wider.

Draußen auf dem Flur waren laute Stimmen zu hören. Sie blickte verzweifelt zum Fenster, rannte hinüber und rüttelte und zerrte daran, krallte ihre Fingernägel ins Holz, aber es wollte sich nicht bewegen.

Die Stimmen wurden lauter, und von draußen waren gedämpfte Schritte zu hören.

»Mach schon, geh endlich auf ... Bitte.« Sie hämmerte mit der Faust gegen das Holz, stemmte sich mit ihrem ganzen Gewicht dagegen und drückte.

Das Schiebefenster quietschte und fuhr nach oben.

Sie atmete erleichtert auf, raffte ihren Rock und zwängte sich mit Leichtigkeit durchs Fenster. Sie hatte Glück, sie war im Erdgeschoss.

Im gleichen Moment, in dem ihre Füße das Gras berührten, hörte sie, wie die Tür des Arbeitszimmers geöffnet wurde. Laute Schreie ertönten. Jemand streckte seinen Kopf aus dem Fenster.

Sie kroch hinter eine Hecke, wobei ihr das Herz im Halse schlug und das Blut in den Ohren rauschte. Sie wagte nicht aufzublicken, aus Furcht, entdeckt zu werden, und hielt den Atem an, wartete, bis sie aus dem Zimmer keine Stimmen mehr hörte, dann raffte sie ihren Rock und rannte zur Straße. Auf dem Kopfsteinpflaster klang das Geräusch ihrer Schritte hohl. Licht drang aus mehreren Fenstern der Häuser, die entlang der Straße standen. Es musste gegen neun Uhr sein. Sie lauschte nach Schritten, die sie vielleicht verfolgten, hörte aber nur ihren eigenen schweren Atem.

Sie rannte die Neunzehnte Straße zum Schiffsanleger hinunter, wobei die kalte Nachtluft in ihren Lungen brannte. Eine Brise, die den modrigen Fischgestank des James River mit sich brachte, wehte ihr ins Gesicht.

Plötzlich fiel ihr etwas ein, und sie huschte in eine verlassene Seitengasse. Nachdem sie sich sorgfältig umgeschaut hatte, um sicherzugehen, dass sie allein war, hob sie den Saum ihres blauen Satinkleides. Sie schob eine immer noch zitternde Hand durch eine kaschierte Öffnung in ihrem Unterrock und griff dann in einen falschen Saum. Ihre Finger ertasteten eine Brosche, und sie riss das Schmuckstück ab, das sie dort festgenäht hatte.

Holly richtete sich auf, schüttelte den Saum ihres Kleides herunter, hielt die große Brosche hoch und betrachtete den dicken Rubin in einem Kranz funkelnder Brillanten. Ihre Finger umklammerten die Brosche, als ob sie ein Talisman wäre. Dann hastete sie zur Straße zurück.

Sie lief den Hügel hinab und beschleunigte ihre Schritte, wobei ihre Wildlederschuhe quatschend im Morast versanken. Es hatte drei Tage lang ununterbrochen geregnet. Sie hatte das Trommeln auf dem Speicherdach gehört. Der Schlamm auf der Straße war mit Bergen von Pferdeäpfeln durchmischt, denen sie so gut wie möglich auszuweichen versuchte. Am Fuße des Hügels angekommen, wandte sie sich in der Water Street nach links.

Hier herrschte rege Betriebsamkeit, obwohl es schon spät am Abend war. Durch die geschlossenen Fensterläden der Union Taverne schimmerte Licht. Davor standen mehrere Seemänner, die mit den Huren verhandelten. Holly sah, dass einer der Freier sie anschaute, aber sie hielt den Blick gesenkt und rannte geradeaus weiter zum Dock.

Am Pier verluden Schauerleute eine Kutsche auf ein Passagierschiff. Der Kapitän verfolgte das Manöver von der Brücke aus, wobei er gelegentlich Anordnungen brüllte. Er war ein...



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