Hainer | König der Piraten 2: Eisdrachen und Feuerriesen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 256 Seiten

Reihe: König der Piraten

Hainer König der Piraten 2: Eisdrachen und Feuerriesen


18001. Auflage 2018
ISBN: 978-3-522-65378-7
Verlag: Planet!
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 256 Seiten

Reihe: König der Piraten

ISBN: 978-3-522-65378-7
Verlag: Planet!
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein neues wildes Piratenabenteuer für die ganze Familie - präsentiert von SANTIANO! Frisch zu den Königen der Piraten gekrönt stechen Freddy und seine Freunde wieder in See. Sie müssen den Stein der Ahnen finden, denn nur er kann Freddy auf die Spur seines Vaters bringen. Doch das Versteck im Eismeer wird von einem alten Eisdrachen bewacht. Mit viel List, einer gehörigen Portion Mut und den besten Freunden der Welt gelingt es ihnen, alle gefährlichen Abenteuer auf ihrer Reise zu bestehen und Freddys Vater ein ganzes Stück näher zu kommen.

Lukas Hainer ist aktuell einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Liedtexter. Vom ersten Album an gehörte er zum Team der Erfolgsband Santiano. Die Gelegenheit, ein Kinderbuch zu schreiben und in Zusammenarbeit mit Santiano zu einem musikalischen Hörspiel zu entwickeln, erfüllte ihm einen Herzenswunsch. In Flensburg, nahe am Salzwasser, entstand so der König der Piraten. Mittlerweile lebt der junge Familienvater wieder in München, seinem Geburtsort. Dort entstehen bereits neue spannende Geschichten und Songtexte.
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»Hier, seht euch um, wenn ihr meint«, sagte der Marinehauptmann, der Freddy und seine Freunde hinunter zum Hafen geführt hatte. »Aber stellt keinen Unsinn an. Das ist kein Ort für Kinder.«

Freddy ließ den Blick über den gewaltigen Dreimaster schweifen, der tief im Wasser lag. Mit dem Krater im Heck sah die Nox nicht mehr halb so Furcht einflößend aus wie noch vor wenigen Tagen. Um den Stein der Ahnen zurückzuholen, den der Schwarze Korsar gestohlen hatte, waren sie seinem Schiff bis ins Eismeer und danach in die Hauptstadt gefolgt. Wutz hatte eine Bombe gebaut und Freddy hatte sie in einer Verzweiflungstat an der Nox zur Explosion gebracht. Und nun sollte es zu gefährlich für sie sein, an Bord zu gehen? Jetzt, wo der Schwarze Korsar im Verlies des Kaisers saß, und die Böse Bande sich wohl in alle Himmelsrichtungen zerstreut hatte?

»Wir kommen schon zurecht«, entgegnete Tiah giftig und der Hauptmann zuckte nur mit den Schultern und machte sich über die steinerne Hafenmole auf den Rückweg.

»Kommt zum Hafenmeister, wenn ihr fertig seid«, rief er ihnen im Gehen zu, »dann bringe ich euch wieder in eure Quartiere.«

Die Mannschaft der Bloody Mary war in einem der Nebengebäude des Palastes untergebracht. Vor allem Käpt’n Kork hatte gegen diese Anweisung des Kaisers protestiert, aber die Marinesoldaten hatten ihnen nur eine Wahl gelassen: Ob sie die Einladung mit oder ohne Ketten an Händen und Füßen annehmen wollten – Könige der Piraten hin oder her. Nur Nunu hatten sie auf der Bloody Mary zurückgelassen und Freddy hoffte inständig, dass der kleine Pinguin ohne sie noch nicht verzweifelte.

Bei der Audienz des Kaisers hatte Freddy die ganze Geschichte von ihrem Kampf gegen den Korsaren und ihrer Suche nach Freddys Vater erzählt. Die Menschen waren begeistert gewesen und hatten sie als Helden gefeiert, sodass der Kaiser sie schließlich tatsächlich zu den Königen der Piraten gekrönt hatte. Doch seitdem hatten sie nicht mehr mit dem Herrscher von Runa selbst gesprochen. Nur mit seinen Dienern und Wachen, und vor allem die Marine ließ sie spüren, was sie davon hielt, die Mannschaft eines Piratenschiffs zu beherbergen.

Tagelang hatte Freddy darauf gedrängt, dass man sie endlich auf die Nox lassen solle. Der Stein der Ahnen, von dem sich Freddy einen Hinweis auf den Verbleib seines Vaters erhoffte, musste noch hier sein, und der Kaiser persönlich hatte ihnen zugestanden, dass alles, was sie auf der Nox fänden, ihnen gehören solle. Doch die Soldaten hatten sich gegenüber ihren Forderungen und Beschwerden taub gestellt.

Zumindest bis zu diesem Morgen, als der Hauptmann vor ihrer Tür gestanden und sie angewiesen hatte, ihm zu folgen. Freddy hatte kaum zu hoffen gewagt, dass es endlich so weit sein sollte, aber hier standen sie nun: vor dem Schiff des Teufels der Meere, der jetzt im tiefsten Kerker der Hauptstadt saß.

»Das ist das erste Mal seit drei Tagen, dass wir keinen solchen Soldaten-Hampelmann mehr auf den Fersen haben«, brummte Kork, als der Hauptmann fort war, und warf einen sehnsüchtigen Blick hinüber zur Bloody Mary, die zwischen den Masten der Nox an einem der hinteren Anleger zu erkennen war. »Ich sage, wir springen ins Wasser, schwimmen zu unserem Schiff und machen uns aus dem Staub.«

»Nicht bevor wir nicht den Stein haben!«, entgegnete Freddy, obwohl auch er insgeheim gern ein paar Seemeilen zwischen sich und den hohen Mauern der Hauptstadt gewusst hätte.

»Also, worauf warten wir?« Tiah fand entlang der Flanke des Schiffs keinen anderen Weg hinüber als die dicken Taue, die zu den Pollern auf der Mole führten. Kurzerhand kletterte sie auf eines davon und balancierte zum Schiff.

Nach Wutz, der beinahe im Wasser landete, und Kork, der wegen seines Holzbeins auf allen vieren hinüberkrabbelte, folgte als Letzter Freddy.

Überall an Deck waren Anzeichen zu sehen, in welcher Eile die Piraten nach der Gefangennahme ihres Kapitäns geflohen waren. Achtlos zurückgelassene Taue bildeten Haufen auf den Planken oder hingen aus der Takelage, vom Wind bewegt und ab und an gegen die Masten schlagend. Es gab auch Kampfspuren, zerrissene Kleidung und fallen gelassene Waffen. Also waren wohl noch Piraten an Deck gewesen, als die Marine das Schiff gestürmt hatte. Ein Messer steckte sogar in einem der drei Masten.

Obwohl dieses Schiff offensichtlich verlassen war, musste Freddy dennoch den Impuls unterdrücken, sich ein Versteck zu suchen oder am besten gleich wieder abzuhauen. Die Präsenz des Schwarzen Korsaren und seiner Mannschaft war noch immer spürbar. Seine Niedertracht hatte die Nox durchdrungen und hielt sie zusammen wie das Pech, das ihren Rumpf abdichtete.

Plötzlich krachte etwas neben Freddy und er zuckte zusammen. Wutz ließ einen spitzen Schrei hören und duckte sich hinter Tiah. Kork quittierte es mit einem dröhnenden Lachen. Er hatte mit seinem Holzbein auf den dunklen Planken aufgestampft.

»Mach dir nicht ins Hemd«! Der Kapitän der Bloody Mary grinste. »Das muss für dich doch sein, als würdest du nach Hause kommen. Du warst doch damals einer seiner Männer.«

Tatsächlich war Wutz Teil der Bösen Bande gewesen. Seine ehemaligen Kameraden hatten ihn jedoch auf der Südseeinsel ausgesetzt, wo Freddy und Kork ihn dann aufgelesen hatten.

»Nimm mal den Mund nicht so voll«, entgegnete Wutz zornig. »Hätte ich dich nach eurem letzten Aufeinandertreffen nicht zusammengeflickt, dann wäre es schon lange aus mit dir!«

»Schluss, ihr zwei Streithähne«, verlangte Freddy. Korks Provokationen gegenüber dem dünnhäutigen Wutz wurden mit jedem Tag, den sie in der Hauptstadt festsaßen, schlimmer.

»Der Kaiser hat sich wohl nicht an sein Versprechen gehalten, dass alles auf der Nox uns gehören soll.« Tiah deutete nach links zu dem Treppengeländer, das zur Brücke mit dem Steuerrad hinaufführte. Den letzten glänzenden Überresten nach waren dort wohl Goldverzierungen angebracht gewesen, und wer immer sie entfernt hatte, war nicht gerade zimperlich vorgegangen. Die Spuren grober Axthiebe waren überall am Geländer zu erkennen.

»So, wie das aussieht, war das eher die Böse Bande selbst«, warf Wutz ein.

Bei genauerem Hinsehen fielen Freddy noch mehr Stellen auf, an denen die Böse Bande scheinbar ihr eigenes Schiff geplündert hatte. Löcher in der Reling, herausgeschlagene Verzierungen und Lampenhalterungen. Der Schwarze Korsar wäre wohl nicht er selbst gewesen, hätte er nicht auch auf seinem Schiff kräftig geprotzt. Doch davon war nichts mehr übrig.

»Wutz, wo könnte der Korsar den Stein versteckt haben?«, drängte Tiah, und Freddy erschrak. Was, wenn die Piraten den Stein der Ahnen ebenfalls mitgenommen hatten?

»Ich … ich weiß nicht«, antwortete Wutz hilflos.

»Vielleicht in seiner Kapitänskajüte?«, versuchte es Freddy.

»Nein, die gibt es gar nicht. Er stand fast immer am Steuerrad. Hat keinen anderen dorthin gelassen.« Wutz’ Stimme wurde zu einem verängstigten Flüstern. »Es gab das Gerücht, dass er gar nie schläft …«

»Was für ein Unsinn«, knurrte Kork. »Fangen wir irgendwo zu suchen an, dann werden wir sein Versteck schon finden.«

Neben den Stufen zur Brücke hinauf gab es auch einen Treppenabgang nach unten. Dunkle Flecken, die verdächtig nach Blut aussahen, sprenkelten dort den Boden. Sie stiegen zunächst hinab und durchkämmten den Schiffsrumpf der Nox. Als Erstes war die Zwischenebene mit den Kanonen dran, fünf auf jeder Seite und zwei hinten, wo das Loch im Heck klaffte. Schwere Kanonenkugeln türmten sich zu kleinen Pyramiden und Freddy schauderte. Hunderte Schiffe mussten von hier aus versenkt worden sein.

Freddy und die anderen erkannten schnell, dass es hier weder Schätze noch Verstecke gab, und stiegen weiter nach unten in die Mannschaftsquartiere.

Am Treppenabsatz stand das Wasser knöcheltief. Das Leck reichte nicht aus, um sie zu versenken, doch in diesem Zustand würde mit der Nox niemand mehr weit kommen.

»Puh, das stinkt!« Tiah rümpfte die Nase.

»Nach Rattendreck und Krankheit«, bestätigte Kork. »Sehen wir uns schnell um, ich glaube kaum, dass er irgendetwas Interessantes bei der Mannschaft untergebracht hat.«

Lumpen und Unrat trieben in der Brühe, durch die sie waten mussten, und es war wirklich eine Zumutung für die Nase.

An den Schiffsflanken zogen sich Stockbetten entlang, die Decke war voller Haken, an denen noch vereinzelt Hängematten hingen. Es musste Schlafplätze für etwa sechzig Mann geben, die das eine oder andere zurückgelassen hatten, doch nichts Wertvolles und schon gar keinen Stein der Ahnen. Freddy war sich nicht zu schade, mit den Händen in der Brühe nach einer Luke im Boden oder etwas Ähnlichem zu tasten. Erst als er dabei etwas Pelziges berührte und eine tote Ratte an die Oberfläche beförderte, gab er es angeekelt auf.

Freddy atmete auf, als sie wieder an die frische Luft kamen, und wandte sich dann nach rechts hinauf zur Brücke. Das Steuerrad bedachte er nur mit einem flüchtigen Blick. Er hatte den Stein der Ahnen in den Händen des Korsaren gesehen. Weder das Rad noch sonst irgendetwas auf dem Oberdeck bot Platz genug, ihn zu verstecken. Eine Treppe blieb noch, die hinter dem Steuerrad in den Heckaufbau führte: Ihre beste und letzte Chance, den Stein zu finden.

Mit klopfendem Herzen schritt diesmal Freddy als Erster die wenigen Stufen hinauf....



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