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Buch, Deutsch, Band 142, 16 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 245 mm
Reihe: Spuren
Buch, Deutsch, Band 142, 16 Seiten, Format (B × H): 165 mm x 245 mm
Reihe: Spuren
ISBN: 978-3-944469-83-6
Verlag: Deutsche Schillerges.
Der legendären Gastfreundschaft von Justinus Kerner, die Herrscherhäuser ebenso einschloss wie polnische Flüchtlinge und schwäbische Dichter, konnte sich kaum jemand entziehen. Der aus Ungarn stammende Nikolaus Lenau, um 1830 eine Art literarischer Popstar im deutschen Südwesten, machte dabei keine Ausnahme. Der als Dichter des Weltschmerzes bekannt gewordene Lenau kämpfte mit innerer Ruhelosigkeit und depressiven Phasen, als er im August 1831 zum ersten Mal nach Weinsberg kam. Er entwickelte sofort eine enge Beziehung zu Kerner und dessen Familie und wiederholte seine Aufenthalte mehrmals. In Kerner fand er sowohl einen Freund, mit dem er sich literarisch austauschen konnte, als auch einen Arzt, der sich experimentierfreudig mit psychischen Erkrankungen beschäftigte. Lenau fühlte sich in Weinsberg geborgen und schrieb, von der pittoresken Umgebung inspiriert, in Kerners »Geisterturm« Teile seines ›Faust‹-Epos. Als er erkrankte und schließlich in geistige Umnachtung fiel, gehörte Kerner zu den Freunden, die ihn in Winnenthal besuchten, wo ihm Lenau sein wohl letztes Gedicht diktierte.




