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E-Book, Deutsch, 356 Seiten

Hager Nachsitzen

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans viel besser
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-1809-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans viel besser

E-Book, Deutsch, 356 Seiten

ISBN: 978-3-7597-1809-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



"Dies ist ein Loblied auf die Schule. Es kann aber sein, dass diese es nicht bemerkt". So liest man es im Vorspann zur "Feuerzangenbowle". Der Autor singt hier auch ein Loblied auf seine Schule, das alte Casimirianum in Coburg. Er erzählt, wie er auf Reisen und bei vielen anderen Gelegenheiten wieder so ein bisschen Gymnasiast wurde, ein wesentlich emsigerer als er in der Schule war! Er berichtet zum Beispiel, wie er auf dem Forum in Rom im Schnellzug durch die römische Geschichte gefahren ist, wie ihm auf Kreta, 30 Jahre nach dem Abitur, Homer als Geist aus der Rakiflasche erschien, warum er sich als Humanist in Großbritannien wie der Mann auf dem Damenklo vorkam, und wie er dabei vieles wiederentdeckt hat, was man ihm auf der Schule schon vermitteln wollte, "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" - Das alte Sprichwort stimmt doch nicht so ganz. Ganz im Gegenteil: Vieles, das Hänschen nicht lernt, oder nicht lernen will, lernt Hans viel besser! Davon erzählt dieses Buch. Wer auch mal nachsitzen will, der soll es lesen

Klaus Hager, geb. am 24.05.1944, besuchte von 1955 - 1964 das Gymnasium Casimirianum in Coburg, Nach seinem Abitur im Juli 1964 begann er in Erlangen das Studium der Medizin. Examen und Promotion zum Dr. med. 1970. Er führte bis 2014, zusammen mit seinem Schwager, als Allgemeinarzt eine Gemeinschaftspraxis. Bücher zu schreiben, die er allerdings nie veröffentlich hat, war schon während seiner beruflichen Tätigkeit sein Hobby. Seit seiner Pensionierung hat er das intensiviert. 2016 trat er mit "Drei Mal Horaz" das erste Mal an die Öffentlichkeit, und tut jetzt mit "Nachsitzen" den zweiten Schritt.

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Vorwort
"Nachsitzen": Auf diesen Titel brachte mich Elise. Nein, nicht das Klavierstück von Beethoven, das jeder Pianist mal klimpert, wenn er aus der Unterstufe in die Mittelstufe aufsteigt. - Die Elise, für die Beethoven das geschrieben hat, war sicher ein junges Mädchen. 'Meine' Elise war eine alte Frau! Sie war schon hoch in den Achtzigern, aber sie konnte immer noch die großen Flüsse Europas aus dem Kopf hersagen. Mit der Wolga im Osten fing sie an, der Guadalquivir im Westen kam ganz am Schluss. "Guadalquivir?", wunderte ich mich, "den kenne ich gar nicht! Wo fließt der denn?“ "Na, in Spanien! Das haben Sie auf der Schule wohl nicht gelernt?" "Na, ja, da habe ich wahrscheinlich nicht aufgepasst", gab ich ehrlich zu, "das ist bei mir öfter mal vorgekommen, besonders in Erdkunde." Sie sah mich an wie eine strenge Lehrerin: "So! Dann müssen Sie aber mal nachsitzen". Etwa ein Jahr später konnte ich ihr verkünden: „Ich habe nachgesessen! Ich war am Guadalquevir!“ So kam ich auf den Titel für dieses Buch: "Nachsitzen". - Ich erzähle darin, wo ich überall nachgesessen habe. Ich erzähle, wie ich auf dem alten Forum in Rom im Schnellzug durch die römische Geschichte gefahren wurde, und wie ich bei den Ausgrabungen von Knossos die Sagenwelt der alten Griechen wiederentdeckt habe. Ich berichte, wie mir 30 Jahre nach meinem Abitur auf Kreta Homer als Geist aus der Rakiflasche erschienen ist, und warum ich mich als Humanist in Großbritannien wie der Mann auf dem Damenklo gefühlt habe. Ich sitze unsere Abifahrt nach Berlin nach, und erzähle, wie ich zu Hause, beim Aufräumen meines Bücherregals etliches im Fach Deutsch nachgesessen habe. Dabei bin ich jedes Mal wieder so ein bisschen Gymnasiast geworden, ein wesentlich emsigerer als ich in der Schule gewesen bin! Da war ich "ein gutwilliger, aber etwas zu bequemer Schüler, der mehr Mitarbeit zeigen, und sich mehr am Unterrichtsgespräch beteiligen müsste". So konnte ich es alle Jahre wieder in meinem Jahreszeugnis lesen. Damals ignorierte ich das. Jetzt, viele Jahre nach meinem Abi, entwickelte ich vor Ort den Eifer und den Fleiß, den meine Lehrer seinerzeit immer vergeblich bei mir angemahnt hatten. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!" Das alte Sprichwort stimmt doch nicht so ganz. - Ganz im Gegenteil! Vieles, das Hänschen nicht lernt, oder nicht lernen will, lernt Hans viel besser! Davon erzähle ich hier in diesem Buch. Tatortbeschreibung
"Dies ist ein Loblied auf die Schule. Es kann aber sein, dass diese es nicht bemerkt". So, oder so ähnlich liest man es im Vorspann zur "Feuerzangenbowle", dem köstlichen Film aus dem Jahre 1944. Ich singe jetzt auch so ein Loblied auf meine Schule, das manch einer vielleicht nicht so recht bemerken könnte. Meine Schule ist das alte Casimirianum in Coburg. Dem bin ich echt familiär verbunden. Am 01.09.1955 habe ich dort meine Karriere als „Bürger Casimirs“ gestartet. Seither waren insgesamt sieben Leute aus meiner erweiterten Familie dort Schüler oder Lehrer. Das 'Casi' wird unsere Schule jetzt salopp genannt. Als ein modernes Gymnasium bietet es heutzutage einen sprachlichen, sowie auch einen naturwissenschaftlich, technologischen Zweig an. Zu unserer Zeit war das ganz anders: Vom 'Casi' redete da keiner. Man sprach nur, fast ehrfürchtig, vom 'Casimirianum'! Das war ein reiner Tempel des Humanismus, der wurde dort noch richtiggehend gepflegt. Wir paukten emsig Latein und Altgriechisch, wir beschäftigten uns sehr viel mit der Antike und ihrer Kultur. - Englisch, Mathe und Physik, das waren 'so moderne Sachen', die wurden uns nur sehr halbherzig beigebracht; Chemie war sogar nur Wahlfach!! Dazu lasse ich ab und an auch mal etwas kritische Töne hören, über die könnten etliche, eingefleischte Altcasimirianer, denen ihr Humanismus heilig ist, etwas sauer sein, und mein Loblied nicht so recht bemerken! Nicht-Coburgern sollte ich vielleicht noch erklären, was "Casimirianum" bedeutet: Die Schule ist nach dem Coburger Herzog Johann Casimir benannt, der hat sie schon im Jahr 1605 gestiftet. Sie feiert bis heute alljährlich ein Stiftungsfest. Casimir wird am Abend davor mit der 'Bekränzung' geehrt: Ihm, der in Stein gemeißelt an der Nordostecke des Gebäudes steht, wird da ein Kranz aus Eichenlaub auf das Haupt gesetzt, einen bekommt er an den Arm gehängt. Zu unserer Schulzeit war diese Bekränzung noch ein großes Ereignis. Wir sind noch vom heutigen Utopolis, das damals noch UT (Union Theater) hieß, durch die Stadt marschiert. Vorneweg die Coburger Stadtkapelle, dahinter wir Schüler, alle mit grünen Schülermützen und festlich gekleidet. Am Marktplatz hatte sich sogar der Oberbürgermeister auf den Rathausbalkon bemüht, um unsere Parade abzunehmen. Durch die Steingasse ging es dann zum Casimirianum am Kirchplatz. Der 'Primus omnium', (das war der, der das beste Abitur geschrieben hatte), stieg dann über eine Feuerwehrleiter zu dem steinernen Herzog hinauf und bekränzte den. Danach hielt er hoch oben von der Leiter herab eine Rede, in der er die Schule und ihren edlen Stifter in Hexametern pries. Zum Schluss wurden ihm nacheinander drei Glas Bier zugereicht, die musste er zu folgendem Toast auf Ex leeren und mit Schwung auf den Kirchplatz hinunter werfen: Herzog Johann Casimir und sein altehrwürdiges Gymnasium Vivant", (Tusch, erstes Glas), (sollen hochleben), "Crescant“, (Tusch, zweites Glas), (wachsen) "Floreant in aeternum“, (Tusch, drittes Glas). (und blühen, in Ewigkeit). Die Splitter wurden von den Schülern unten eifrig aufgesammelt, sie sollten ihnen Glück und gute Noten für das nächste Schuljahr bringen. Danach sangen wir dem edlen Stifter ein recht salbungsvolles Lied: Brüder, singet dem Geschmückten,, Singt dem Vater der Beglückten Lasst uns jubeln, lasst uns jauchzen Dankesvoll sein Lob erhöh'n. Wir Lausbuben konnten es uns nicht verkneifen, dem "Vater der Verrückten" zu singen, und statt zum "Ewigen zu flehen: Lass noch tausend Jahre stehen / Casimirs ehrwürdige Mauern", baten wir ihn: "Lass (sie) in tausend Stücke gehen!" Zum Schluss stieg der Secundus auf ein Podium zu ebener Erde und hielt von da noch eine freie Rede zu einem von ihm selbst gewählten Thema. Damit war aber noch nicht Schluß! Abschließend zogen wir noch zum Ketschenanger. Der Primus und der Secundus wurden dahin getragen. Die Bekränzungsfeier gibt es heute noch. Allerdings etwas "abgespeckt". Die heutigen "Bürger Casimirs" marschieren nur noch etwa 200 Meter weit, von der unteren Anlage aus zum Kirchplatz; sie werden jetzt aber von einer schuleigenen(!) Blaskapelle angeführt. Den Herzog bekränzt heute nicht mehr der Primus, das tut einer aus den sechs besten Schüler*innen der 12. Klasse. Der/die wird dafür frei gewählt! Zuvor hält er/sie noch die freie Rede, auf dem Podium, die früher der Secundus gehalten hat. Die Ansprache im Hexameter aus luftiger Höhe ist gestrichen. Den Toast mit anschließendem Splittersammeln für gute Noten, gibt es noch. Er lautet heute aber nur noch: "Das Gymnasium Casimirianum vivat, crescat, floreat in aeternum.“ Casimir wird weggelassen, und das Preislied an ihn als „Vater der Verrückten“ wird ihm auch nicht mehr gesungen. - Warum? - Er war eine sehr zwielichtige Persönlichkeit, und er hat nicht nur Gutes getan. Darüber zu diskutieren gehört aber nicht hierher. Danach ist Schluss, zum Anger wird keiner mehr getragen. Casimirs Stiftung von 1605 erlangte bald einen sehr guten Ruf, der sich weit über die Grenzen des kleinen Herzogtums verbreitet hat! Immerhin schreibt kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe über seinen Vater Johann Caspar: "Er hatte seine Jugend auf dem Koburger Gymnasium zugebracht, welches unter den deutschen Lehranstalten eine der ersten Stellen einnahm. Er hatte daselbst einen guten Grund in den Sprachen, und was man sonst zu einer gelehrten Erziehung rechnete, gelegt". Das wurde uns natürlich immer wieder bewusst gemacht: “Ihr könnt stolz sein, auch zu den Bürgern Casimirs zu gehören!“ So, als wäre Johann Wolfgang von Goethe ganz bestimmt nie so ein großer Dichter geworden, wenn sein Vater "seine Jugend nicht auf dem Koburger Gymnasium zugebracht" hätte! Jetzt habe ich den 'Tatort' ausführlich beschrieben, wir können dann wohl langsam zur Sache kommen. Ein paar Angaben will ich aber doch noch machen Ich habe eben den Beginn der 'Feuerzangenbowle' erwähnt. Am Ende gibt der Johannes Pfeiffer, dargestellt von Heinz Rühmann, zu: "Ich habe alles erfunden. Solche Lausejungen wie wir gibt es ja gar nicht." Bei mir ist das Gegenteil der Fall!! Ich habe nur ab und zu mal etwas erfunden, hauptsächlich bei meinen Reiseberichten, aber die Erzählungen über meine Zeit als "Bürger Casimirs" sind alle wahr, vom Anfang bis zum Ende! Da habe ich nichts...



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