E-Book, Deutsch, 383 Seiten
Hackett Pete Hackett - Drei Western, Sammelband 2
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7368-3561-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
John Carsons Gesetz/ Blut an Sallys Händen/ Der Unerbittliche
E-Book, Deutsch, 383 Seiten
ISBN: 978-3-7368-3561-0
Verlag: BookRix
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Das Ebook enthält drei Western John Carsons Gesetz Blut an Sallys Händen Der Unerbittliche Drei Meisterromane von Deutschlands bestem Western-Autor. Männer im Kampf um Recht und Rache, Storys aus einer harten Zeit, die nach harten Männern verlangte. Unter dem Pseudonym Pete Hackett verbirgt sich der Schriftsteller Peter Haberl. Er schreibt Romane über die Pionierzeit des amerikanischen Westens, denen eine archaische Kraft innewohnt - eisenhart und bleihaltig. Seit langem ist es nicht mehr gelungen, diese Epoche in ihrer epischen Breite so mitreißend und authentisch darzustellen. Mit einer Gesamtauflage von über zwei Millionen Exemplaren ist Pete Hackett (alias Peter Haberl) einer der erfolgreichsten lebenden Western-Autoren. Für den Bastei-Verlag schrieb er unter dem Pseudonym William Scott die Serie 'Texas-Marshal' und zahlreiche andere Romane. Hackett ist auch Verfasser der neuen Serie 'Der Kopfgeldjäger'. Sie erscheint exklusiv als E-book bei CassiopeiaPress.
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Elliott feuerte blindlings in die Finsternis des Flures hinein. Dann warf er die Tür wieder zu und verriegelte sie. Im Nebenraum schien jemand eine Kanone abzufeuern. Es war die Shotgun, die Ann Sheridan mitgenommen hatte, als sie zu Bett gegangen war. Aufgewühlt von dem Begreifen, daß ihr Mann Opfer brutaler Gewalt geworden war, erfüllt von Schmerz und Wehmut, wollte sie alleine sein. Nur wenn sie mit sich selbst ins Reine kam, würde sie auch das Schreckliche überwinden und damit fertig werden. Aber bei aller Trauer hatte sie nicht die Realität vergessen. Und real war, daß sie auf einem Pulverfaß saßen, dessen Lunte schon glühte. Carsons und seine Colthaie würden auftauchen. Und darum hatte Ann die Shotgun mitgenommen. Sie hatte noch nicht geschlafen, als der Höllenlärm losbrach. Ihr Innerstes war viel zu aufgepeitscht, um sie zur Ruhe kommen zu lassen. In der Küche wurde geschossen. Ann sprang wie von einer Tarantel gebissen aus dem Bett. Sie war dabei, in ihr Kleid zu schlüpfen, als das Fenster ihrer Schlafkammer eingeschlagen wurde. Ohne zu zögern griff sie nach dem Schrotgewehr. Sie feuerte einen der Läufe ab. Ätzender Pulverdampf legte sich auf ihre Schleimhäute und brannte in ihren Augen. Die Schrotflinte im Anschlag starrte sie auf das Fensterviereck, das sich etwas heller in der Finsternis abzeichnete. Aber der Bursche, der hier einzudringen versucht hatte, schien genug zu haben. Knirschende Schritte ertönten. Stiefelleder knarrte, rauher Hosenstoff schabte übereinander. Die Geräusche entfernten sich. Im Hof war James Sheridan unter dem Küchenfenster in Deckung gegangen. Neben ihm lag still und leblos Steven Carrigan. Aus der Haustüre kroch auf allen vieren Brad Kellock. Drinnen peitschten die Schüsse. Das Haus schien die Detonationen festzuhalten. Brad Kellock rollte auf die Seite. Er setzte sich auf und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Hauswand. Jede seiner Bewegungen wurde von einem unterdrückten Stöhnen begleitet. Um das Haus herum kam Amos Plummer. Geduckt blieb er an der Ecke stehen. Im letzten Moment hatte er den Kopf eingezogen, als Anns Schrotflinte losging. Die Ladung aus grob gehacktem Blei war über ihn hinweggeprasselt wie ein tödlicher Hagel. Der Schreck steckte ihm noch in den Gliedern. Die Waffen schwiegen jetzt. Aus dem Schatten eines Schuppens erklang John Carsons heiseres, von tödlicher Leidenschaft entstelltes Organ: „Was ist los, beim Henker? Ist es euch...“ „Die Überraschung ist mißlungen!“ fauchte Sheridan wütend. „Da liegt Carrigan. Er bittet schon an der Höllenpforte um Einlaß. O verdammt, Carson, hast du aus sicherer Entfernung zugesehen, wie wir hier in heißes Blei rannten?“ „Nein, du Narr. Allerdings wart ihr vor mir beim Haus. Und ehe ich euch folgen konnte, war alles schon wieder vorbei. Ich...“ Jane rief schrill: „Was habt ihr Schufte mit meinem Bruder gemacht? Habt ihr ihn etwa auch ermordet – ebenso ermordet wie meinen Dad? Dann gnade euch Gott. Denkt nur nicht, ihr elenden Mörder, daß ihr der irdischen Gerechtigkeit entgehen werdet.“ Aber da tönte es vom Brunnen her: „Ich bin in Ordnung, Jane. Außer daß mir der Schädel von einem üblen Schlag brummt, fehlt mir nichts. Keine Sorge, Schwester. Ich halte das Gewehr in den Fäusten, und ich habe von hier aus die ganze Vorderfront des Hauses im Auge.“ Cole war wieder zu sich gekommen. Wahrscheinlich hatte ihn der infernalische Lärm aus der Bewußtlosigkeit gerissen. Er überwand Benommenheit und Schmerz und postierte sich mit seinem Gewehr. „Amos, komm her“, raunte Sheridan. Plummer glitt hart an der Wand zu ihm hin. Schemenhaft hob sich seine Gestalt aus der Dunkelheit ab. Ein hartes Klirren stand sekundenlang in der Luft, als ein Gewehr durchgeladen wurde. Sofort warf sich Plummer auf den Bauch. Das Gewehr entlud sich. Das Mündungslicht flammte über den Brunnenrand hinweg. Die Kugel harkte in die Hauswand und meißelte Steinsplitter heraus. Das Blei jaulte als Querschläger in die Nacht hinein. John Carson eröffnete sofort das Feuer und zwang Cole Chapman in Deckung. Gegen Schüsse aus dem Haus wurde der Rancher von dem Schuppen gedeckt. „Wir müssen Steven mitnehmen, Amos“, zischelte Sheridan. „Ich nehme seinen linken Arm, du den rechten. Auf mein Kommando rennen wir gemeinsam los. Es sind nur wenige Schritte bis zu dem Schuppen. – Brad, he, Brad, bist du okay?“ „Der Bastard hat mir den linken Oberarm durchschossen!“ keuchte Kellock. Der Schreck nach den Schüssen im Hausflur hielt ihn noch im gnadenlosen Klammergriff. Der Tod hatte ihn mit eisigen Händen berührt, als ihm Elliotts Geschosse um die Ohren pfiffen. „Okay. Der Arm hindert dich nicht, zu laufen. Folge uns, sobald wir losrennen. Und denk daran, daß beim Brunnen Cole Chapman lauert. Gib uns Feuerschutz, John. Halte vor allem diesen höllischen McCormick in seiner Deckung.“ „In Ordnung!“ Carson begann auf das Küchenfenster zu feuern. Das rhythmische Krachen seiner Winchester prallte gegen die Gebäude, wurde zurückgeworfen und wurde von den Echos verstärkt. „Jetzt!“ zischte Sheridan. Sie kamen fast gleichzeitig hoch und hetzten los. Die schlaffe Gestalt Carrigans wurde mitgerissen. John Carson hatte das Gewehr geschwenkt und feuerte auf den Brunnen. Denn er wollte mit seinen Kugeln nicht seine eigenen Männer treffen. Cole Chapman befand sich jetzt auf der anderen Seite des Brunnens. Nur schattenhaft konnte er die beiden Kerle ausmachen, die geduckt, mit dem Toten im Schlepptau, in die Deckung des Schuppens rannten. Carsons Geschosse zwangen Cole, sich hinter den Brunnen zurückzuziehen und den Kopf unten zu halten. Brad Kellock war hochgeschnellt. Er repetierte und spurtete los. Sein Ziel war der Schuppen. Sein Oberkörper aber war dem Küchenfenster zugewandt. In rasender Folge jagte er Schuß um Schuß aus dem Lauf. Die Nacht war voll vom Krachen der Schüsse und dem Quarren der Querschläger. Die Banditen gelangten in Sicherheit. Ebenso abrupt, wie es aufgeflackert war, brach das Gewehrfeuer wieder ab. Sheridan, Plummer und Kellock keuchten. Sie drängten sich im Schutze des Schuppens. John Carson kniete an der Ecke und beobachtete das Farmhaus, manchmal schwenkte er seinen Blick auf den Brunnen in der Hofmitte. „Was nun?“ schnappte Plummer. „Wir verduften. Was sonst?“ kam es wie aus der Pistole geschossen von James Sheridan. „Kommt nicht in Frage!“ knirschte da aber John Carson. „Wir sind nicht hergekommen, um mit einer schmählichen Niederlage wieder heimgeschickt zu werden. Ich will sie tot sehen. Alle. Nur wenn sie tot sind, verhindern wir, daß die Wahrheit bezüglich des Überfalls auf die Cleveland-Farm und der Ermordung Chapmans und Fergusons ans Licht kommt.“ „Ich bin verwundet“, wandte Brad Kellock ein. „Das heißt, ich bin nur halbwertig.“ Plummer knurrte gereizt: „James, Brad und ich können uns auf unsere Gäule schwingen und das Land verlassen, Carson. Irgendwo oben im Norden sucht uns gewiß niemand wegen der Cleveland-Sache oder wegen der beiden getöteten Homesteader. Es ist im Endeffekt also dein Problem, wie du deinen Hals aus der Schlinge ziehst, wenn die Wahrheit publik wird. Sicher, du kannst auch das Land verlassen. Aber dazu müßtest du alles aufgeben. Und dazu bist du sicherlich nicht bereit. Denn dein ganzes Bestreben ging dahin, reich und mächtig zu werden, nicht aber als Bettler das Land verlassen zu müssen.“ „Du gottverdammter...“ Die Wut ließ Carsons Stimme ersticken. Er war herumgewirbelt. Die Mündung seines Gewehres pendelte über die drei Banditen hinweg, die in seinem Sold standen. Mit herausgepreßtem Atem stieß er hervor: „Denkt ihr auch so, Sheridan, Kellock? Wollt auch ihr die Segel streichen, jetzt, wo alles davon abhängt, daß wir zusammenhalten? Verbrechen gegen das Heimstätten-Gesetz sind Bundessache. Ihr werdet also auch im Norden keine Ruhe haben. Die Bundesmarshals in unserem Lande sind schlimmer als Bluthunde. Eines Tages wird man auch euch eine höllische Rechnung präsentieren.“ „Er hat recht“, murmelte Sheridan. „Nach allem, was vorgefallen ist, müssen wir die Sache bis zum Ende durchstehen. Also räuchern wir sie aus.“ „Hölle, ich verliere Blut“, preßte Brad Kellock zwischen den Zähnen hervor. „Verbinde ihn mit seinem Halstuch, Amos“, befahl Sheridan. „Und gib den Gedanken an Flucht auf. Wir stecken zu tief drin in der Sache. Irgendwann würde uns das alles einholen. Und dann wahrscheinlich zu einem Zeitpunkt, an dem wir am wenigsten damit rechnen. Nein, Amos. Es wäre keine Lösung. Darum laß uns hier reinen Tisch machen.“
*
„Sieht ganz so aus, als hätten es die Halunken noch nicht aufgegeben, uns das Tor zur Hölle aufzustoßen“, ließ sich Elliott vernehmen. Sie waren jetzt alle in der Küche versammelt. Nur der Verwundete Bandit lag in einem Nebenraum...




