E-Book, Deutsch, Band 356, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
Guth Perry Rhodan Neo 356: Basar der Einsamkeit
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-5556-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Staffel: Imprint
E-Book, Deutsch, Band 356, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
ISBN: 978-3-8453-5556-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Im 25. Jahrhundert: Die Menschheit strebt eine friedvolle Zusammenarbeit der galaktischen Zivilisationen an, womit sie dem positiven Leitbild des Raumfahrers Perry Rhodan folgt. Doch dann wirft man ihm und seinen Gefährten terroristische Anschläge vor - sie müssen mit dem Raumschiff MAGELLAN fliehen. Hinter dieser Intrige vermutet Rhodan die Hamamesch, die seit einiger Zeit in der Milchstraße aktiv sind. In M 33, der fernen Herkunftsgalaxis der Fremden, will er Informationen über die seltsamen Händler sammeln. Nach einer ersten Exkursion taucht überraschend ein Raumschiff der Hamamesch vor der MAGELLAN auf. Die schneckenartigen Wesen bitten Perry Rhodan um Hilfe. Sie benötigen Unterstützung bei einer gefährlichen Rettungsmission - auf dem Basar der Einsamkeit ...
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3.
Gucky synchronisiert
»Ein Postillon also – etwa wie Kjauras?«, fragte Atlan da Gonozal, während er mit Perry Rhodan zum größten Besprechungsraum der MAGELLAN ging, in dem sie den Gast begrüßen wollten. Kjauras war der Konvoiführer des Kosmischen Kontors TEKMAR und hatte als Erster mit den Terranern Kontakt aufgenommen.
»Ein Postillon scheint bei den Hamamesch so etwas wie ein Diplomat zu sein«, mutmaßte Rhodan. »Warum die Translatoren seinerzeit ausgerechnet den altertümlichen Begriff für den Fahrer einer Postkutsche gewählt haben – wer weiß?«
»Die Hamamesch sind uns eben noch sehr fremd, obwohl ihre Kontore im Einflussgebiet der Menschen schon ein gewohnter Anblick sind. Ich bin mir nicht sicher, was wir von diesem Raumschiff und seiner Besatzung halten sollen. Was wollen sie von uns?«
Rhodan verkniff sich ein Grinsen und trat durch die Tür des Konferenzraums. Es handelte sich um den »Kuppelsaal«, der wegen seines kreisförmigen Grundrisses und der gewölbten Decke so genannt wurde. Die großflächigen, domartigen Wandungen konnten zur Projektion von allen Arten dreidimensionaler Darstellungen genutzt werden.
»Du bist ungeduldig wie eh und je, Kristallprinz. Wir werden sicher bald herausfinden, was die Hamamesch wollen – genau aus diesem Grund kommt dieser Jamels doch hierher.«
»Die Kristallprinz-Zeiten sind lange vorbei.« Atlan ließ sich auf einen der hochlehnigen Sessel fallen. »Und Ungeduld muss keine negative Eigenschaft sein, weißt du?«
Neben ihm materialisierte unvermittelt Gucky. »Ich hörte, wir haben ein Schneckenproblem?«
»Sei nicht so abwertend, sonst holen die Hamamesch demnächst einen Rattenfänger«, konterte der Arkonide, der es in Bulls Abwesenheit gern übernahm, sich mit Gucky zu kabbeln. Reginald Bull war zusammen mit Thora Rhodan da Zoltral auf den Weg zum HAFEN, dem Haupthangar der MAGELLAN, um ihre Besucher zu begrüßen.
Gucky stieß einen entrüsteten Pfiff aus. »Ratte, also bitte! Mäuse und Biber sind edle Tiere, aber Ratten ...«
»Sei froh, dass man bei deiner ersten Begegnung mit den Menschen keinen Rattenotter aus dir gemacht hat!« Mit einer Handbewegung aktivierte Atlan ein Holo, welches das Innere des riesigen Hangardecks zeigte. »Ich bin gespannt, wie die Ankunft unseres Besuchers sich gestaltet.«
Sie mussten nicht lange warten, bis ein kleines Raumfahrzeug in die Hangarhalle einflog und ein eigens für Besucher reserviertes Landeareal ansteuerte. »Keine Haselnussform«, stellte Atlan das Offensichtliche fest. Stattdessen erwies sich das Beiboot der Hamamesch als etwa dreißig Meter langes, eher schmales Ellipsoid.
»Eher eine Eichel.« Gucky kicherte. »Warum kann es nicht mal Schiffe in Karottenform geben?«
»Es steht dir frei, eine eigene Flotte zu konstruieren.«
»Guckys Karottenflotte rettet das Universum – das wär doch mal was!« Der Ilt hatte von irgendwoher ein großes Exemplar seines Lieblingsgemüses herbeigezaubert und knabberte genüsslich daran. »Ich wäre ja immer noch dafür, beim Flaschengarten ein Eckchen für Karotten zu reservieren.«
Die MAGELLAN war zwar alt, aber für ihre Reise hatte Josch da Hozarius, ein Spezialist für 5-Vegetation, im oberen Bereich der Zentralkugel eine ganze Halle begrünt, in deren Mitte ein großes Behältnis mit speziellen Gypspflanzen stand, um mit deren Hilfe die Erschwernisse durch Hyperraumgranulen besser bewältigen zu können.
»Bloß nicht. Am Ende haben wir dann Gypskarotten!« Atlan verzog das Gesicht. »Wer weiß, was die anrichten.«
Im HAFEN herrschte Schwerelosigkeit und Luftleere, doch vom Besucherlandeplatz aus konnten die Passagiere des fremden Raumboots über eine kleine Schleuse direkt in einen Empfangsraum gelangen – ein entsprechender Transportschlauch wurde gerade angedockt.
Atlan wechselte die Holoansicht, die daraufhin ebenjenen Empfangsraum zeigte. Dort warteten Thora und Bull bereits auf den Postillon der Hamamesch.
»Wenigstens ist Reg genauso ungeduldig wie ich.« Atlan wies auf Bulls unruhig wippenden Fuß.
»So kennen wir ihn«, kommentierte Gucky und teleportierte auf einen Sessel.
»Warum bist du eigentlich zu uns und nicht in den Empfangsraum teleportiert, wenn du neugierig bist?«, fragte Rhodan.
Der Ilt ließ seinen Nagezahn blitzen. »Weil ich es viel spannender finde, was ihr über die Hamamesch zu sagen habt, wenn sie euch nicht hören können.«
Ehe Rhodan etwas erwidern konnte, deutete Atlan auf das Hologramm. »Da kommt er!«
Der Hamamesch, der auf einem Kriechsohlenschutz aus der Schleuse glitt, war nicht so groß wie der Kommandant der HITSCH DA NAVAL ESTOSCH. Er reichte Thora nur bis zur Brust, machte diesen Mangel jedoch durch Masse in der Breite wett. Und er trug eine Mimikmaske, die ein verstörend breites Grinsen zeigte.
»Diese Masken sind wirklich gruselig!« Gucky schüttelte sich.
»Dennoch äußerst hilfreich für Nichttelepathen«, sagte Rhodan.
Gucky warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. »Auf allerhöchsten Befehl darf ich diplomatische Gäste nicht belauschen, wie ihr wisst.«
Atlan lachte kurz auf. »Als ob du dich daran halten würdest!«
Der Mausbiber richtete sich würdevoll auf. »Natürlich gehorche ich den Befehlen des Meisters. Meistens jedenfalls.«
»Halt dich zurück«, mahnte Rhodan. »Dieser Erstkontakt, der eigentlich keiner ist, könnte durchaus knifflig werden.« Er betrachtete das stumme Holo stirnrunzelnd. »Der Postillon ist sehr ruhig und friedlich. Das hatte ich allerdings nicht anders erwartet. Gibt es eigentlich keinen Ton zu den Bildern?«
Atlan hob die Hand. »Ist eine Frage der Einstellung, glaube ich. Ich kann danach suchen.«
Gucky winkte ab. »Ach, was soll bei diesem ersten Gespräch schon Aufregendes gesagt werden?« Er wies auf Thora, die gerade redete: »Sie sagt: ›Willkommen auf der MAGELLAN, Schneckenvolk! Ich bin die Thora und die Chefin hier. Ich hoffe, eure Haselnuss hatte einen guten Flug.‹« Der Ilt deutete auf den Hamamesch, der seiner Haltung nach nun zu antworten schien, und sagte mit tiefer, nasaler Stimme: »›Aber klaro, war ja nun keine Weltreise. Hübscher Kahn übrigens. Wer ist der Rotschopf?‹, und Reg antwortet: ›Ich bin der große Reginald. Folge mir, Schleimgetier – kriech mir nach, ich bringe dich zu unserem Anführer!‹«
Atlan da Gonozal bog sich vor Lachen, weil Gucky es tatsächlich geschafft hatte, die kleine Szene im Hologramm zu »synchronisieren«. Passend zu seiner Interpretation drehten sich Thora und Bull nun um, machten eine einladende Geste zu Jamels und gingen los.
Auch Rhodans Mundwinkel zuckten. »Gucky ...«, tadelte er.
»Alles klar, ab sofort bin ich der ernsthafte, seriöse Ilt, als den ihr mich kennt!«
Rhodan seufzte. Insgeheim war er froh, dass Gucky mittlerweile wieder ganz der Alte war. Meistens jedenfalls. Nur hin und wieder merkte man dem Ilt an, dass er viel zu lange völlig allein auf der verlassenen Erde gewesen war. Gucky hatte dieses Trauma bemerkenswert schnell überwunden. Viel zu schnell, wie Rhodan oft dachte. Er befürchtete, dass der Mausbiber sehr viel in sich hineinfraß und mit seiner flapsigen Art überspielte, und dass ihm das eines Tages mit aller Gewalt vor die Füße fallen würde. Sich professionelle Hilfe zu holen, hatte Gucky bislang jedoch abgelehnt.
Auf der MAGELLAN war jedes Ziel innerhalb weniger Minuten zu erreichen, also dauerte es nicht lange, bis das Hauptschott des Kuppelsaals aufglitt sowie Thora und Bull mit ihrem Besucher erschienen. Jamels war als Einziger aus dem Hamameschraumschiff ausgestiegen. Atlan, Rhodan und Gucky erhoben sich zur Begrüßung, und Jamels nahm in einer eigens für ihn herbeigeschafften Sitzschale Platz. Dank ihrer Erfahrung mit den Hamamesch wussten die Menschen, dass die Schneckenwesen diese wannenartigen Möbel als Sitzgelegenheiten bevorzugten.
Von Angesicht zu Angesicht konnte Rhodan Jamels eingehender betrachten als über das Holo. Die Hauptfühler dieses Hamamesch waren ungewöhnlich lang, und er war mit mehreren Ketten behängt, die aus rötlichem und gelbem Metall bestanden. Eine davon, die aus einzelnen, kupfern schimmernden Gliedern zusammengesetzt war, hatte einen auffälligen Anhänger. Er hatte die Größe einer Menschenfaust, war annähernd rund und bestand aus einem pechschwarzen Stein.
»Vielen Dank, dass Sie mich auf Ihrem Schiff empfangen«, sagte Jamels mit einer tiefen, nasalen Stimme, die der des Kommandanten Kjontak ähnelte.
»Es ist uns eine Ehre.« Rhodan neigte den Kopf. »Es wundert mich etwas, dass Sie keine Quorven dabei haben.« Damit spielte er auf die Ehrengarde an, die er von Kjauras kannte und auch bei Kjontak im Kommunikationshologramm zu sehen gewesen war.
Jamels Mimikmaske zeigte ein amüsiertes Lächeln. »Nicht jeder von uns legt Wert auf ein großes Gefolge. Ich komme gut ohne Begleiter aus.«
»Das sehe ich. Wir stellen außerdem fest, dass Ihr Beiboot sich anschickt, die MAGELLAN zu verlassen. Das ist nicht nötig. Wenn Ihre Besatzung nicht im HAFEN warten möchte, haben wir einen Gästebereich ...«
»Ein freundliches Angebot, doch nein danke. Die Aschnat haben auf der HITSCH DA NAVAL ESTOSCH zu tun und können mich ebenso gut später wieder abholen.« Auf Jamels Mimikmaske lag ein Ausdruck der Irritation, als wisse er nicht recht, warum ihm dieses Angebot überhaupt gemacht wurde. Rhodan hörte das Wort Aschnat nun zum zweiten Mal und vermutete, dass es ein Synonym für Mannschaft oder Diener war.
Thora wechselte das Thema. »Nun, Mister Jamels, was können wir für Sie tun?«
Jamels Fühler wandten sich in ihre Richtung....




