E-Book, Deutsch, Band 7, 64 Seiten
Reihe: PERRY RHODAN-Kartanin
Guth Kartanin 7: Der Fall des Despoten
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-5207-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Miniserie
E-Book, Deutsch, Band 7, 64 Seiten
Reihe: PERRY RHODAN-Kartanin
ISBN: 978-3-8453-5207-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Fast 4000 Jahre in der Zukunft: Zwischen den Sternen der Milchstraße herrscht Frieden. Die Menschen leben auf Tausenden von Welten, pflegen gute Beziehungen zu ihren Nachbarn und arbeiten gemeinsam mit diesen an der Zukunft. Darüber hinaus hat Perry Rhodan größere Pläne. Vor langer Zeit half der Raumfahrer den Bewohnern der Erde dabei, zu den Sternen zu reisen - nun will er die Kontakte zu anderen Sterneninseln ausbauen. Das Projekt von San soll die Grundlagen schaffen. Da erhält die Erde unverhofften Besuch: Dao-Lin-H'ay, die einzige Kartanin, die relativ unsterblich ist, bittet Rhodan um Hilfe. In ihrer Heimatgalaxis Ursa Minor läuft eine Invasion - die ebenso die Milchstraße bedroht. Geheimnisvolle Symbionten übernehmen ganze Völker. Der Terraner macht sich ohne Zögern auf den Weg nach Ursa Minor. Seinem kleinen Team schließt sich die mysteriöse Stayn an. Sie sieht aus wie ein Mädchen, lebt in Wirklichkeit aber seit Jahrtausenden. Weil sie ihre eigenen Wege geht, steuert sie eine der letzten freien Welten der Galaxis an - und sie erlebt den Fall des Despoten ...
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3.
Rückkehr des Despoten
Schroff ragten die Klippen von Omk über den grauen Wellen des Ozeans Kirilitt auf. Nija-Man-S'ogal liebte diesen Anblick. Er erinnerte ihn täglich daran, was für ein Glück er hatte. Glück, das aus harter Arbeit hervorgegangen war.
Er beschleunigte seinen Gleiter und schoss dicht über den Wellen dahin, zog sein Gefährt dann in einer plötzlichen Bewegung in die Höhe, um weit über die Klippen hinaus zu rasen.
Er wusste, dass er mit solchen Manövern die Piloten seiner Begleitfahrzeuge in den Wahnsinn trieb und fletschte die Reißzähne. Generalin Xin-Hadas-E'ldho, die Anführerin seiner Leibgarde, war ohnehin nicht besonders begeistert davon, dass der Despot von Sombrea-Ton darauf bestand, stets mit seinem eigenen Gleiter zu fliegen, statt sich gut gesichert chauffieren zu lassen.
Doch Nija wäre nicht dort, wo er war, wenn er sich von Untergebenen sagen lassen würde, was er zu tun und zu lassen hatte. Als Kartane musste man Stärke zeigen und seinen Platz gegenüber den Frauen behaupten, wenn man es zu etwas bringen wollte. Er hatte seit seiner Kindheit um den Rang des Despoten gekämpft, und er würde ihn bis zu seinem Tod behalten.
In der Ferne tauchte Ahyjo auf. Die Hauptstadt breitete sich über die Klippen und darüber hinaus aus und war mit Sicherheit das Schmuckstück des Kontinents Trimorayn. Sie war riesengroß, die Hälfte der Fläche erstreckte sich achthundert Meter über dem Ozean. Gewaltige Antigravanlagen sorgten dafür, dass dieser Teil der Stadt, »Schwebestadt« genannt, nicht in die Tiefe stürzte.
Aus reinem Übermut – und um seine Wachen auf die Probe zu stellen – raste Nija mit dem Gleiter unter der Stadt hindurch. Da die Dämmerung gerade einsetzte, war die Unterseite der Stadt bereits beleuchtet. Über dem Gleiter wucherte ein Labyrinth aus Rohrbahnen, Wasser- und Energieleitungen. Zahllose Roboter schwirrten umher, um die Anlagen zu warten, zu reparieren oder Verbesserungen vorzunehmen.
Er ließ sich Zeit. Selbst mit dem schnellen Gleiter dauerte es mehrere Minuten, das Durcheinander der Infrastruktur der gewaltig großen Schwebestadt zu unterfliegen. Immerhin schafften es seine Begleiter, mit ihm mitzuhalten.
Auf der anderen Seite von Ahyjo riss Nija den Gleiter in einer Steilkurve in die Höhe, wendete und raste Richtung Stadtmittelpunkt. Dort erhob sich der Palast des Despoten.
Nija war einen ganzen Planetentag unterwegs gewesen. Es war ein schönes Gefühl, nach Hause zu kommen. Der Turm der Gleichheit war bereits von Weitem zu sehen, er ragte 1300 Schritt in die Höhe. Er lief nach oben spitz zu, sodass er wie eine Nadel in den Himmel stach. Der Turm war das Herzstück des Palastes des Despoten.
Nija war versucht, im direkt angrenzenden, 150 mal 111 Schritt großen Kasernenhof zu landen. Doch dann hätte jemand seinen Gleiter umparken müssen, und das war ihm nicht recht. Er setzte also auf dem Landefeld hinter dem Palastgelände auf, das weiter vom Turm entfernt lag, aber ihm allein zur Verfügung stand.
Der Transportflieger, der zu seinem Tross gehörte, steuerte den Kasernenhof an. Der Pilot war sein wagemutiges Manöver unter der Stadt nicht mitgeflogen. Dieses Los hatte nur seine Garde teilen müssen.
Sobald der Gleiter aufgesetzt hatte, stieg Nija aus. Generalin Xin-Hadas-E'ldho erwartete ihn bereits.
Erstaunlich, dass sie so schnell hier ist, dachte Nija anerkennend. Immerhin war die Generalin an der langwierigen Suche beteiligt gewesen.
»Ist sie im Kasernenhof?«, fragte Nija.
Xin nickte knapp. »Der Container wird gerade ausgeladen.«
»Sehr gut. Wir sehen uns die Sache sofort an.«
Die gute Laune, die Nija während des Fluges erfüllt hatte, verflog, während er mit langen Schritten vor seiner Generalin herging. Stattdessen hegte er nun düstere Gedanken. Unangenehme Aufgaben erwarteten ihn. Seine Leute hatten die ganzen zwölf Stunden des Planetentages damit verbracht, die Verdächtige zu suchen, weit über die Grenzen von Ahyjo hinaus. Fünf Suchteams hatten das Gebiet durchkämmt, in dem sich die Kartanin möglicherweise verbarg.
Jeder, der mehrere Stunden lang nicht auffindbar war, galt als verdächtig. Jemand, der aus der Stadt verschwand, erst recht. In diesem Fall war die Lage besonders ernst, da es sich um eine Angehörige der Palastwache handelte. Nija konnte nicht zulassen, dass die Vantani seinen engsten Mitarbeiterkreis unterwanderten.
Immer mehr Vantani versuchten, die Bevölkerung vom Sombrea-Ton zu übernehmen. Noch hatte er die Lage im Griff – durch strikte Kontrollen und hartes Durchgreifen.
Sie erreichten den Kasernenhof in dem Augenblick, da der Transportgleiter wieder abhob. Seine Mannschaft hatte den Container aus durchsichtigem Plastglas in einer Ecke abgestellt. Darauf hielten Nija und Xin nun zu. Der Container wurde von acht Soldaten bewacht.
»Hat sie sich geäußert?«, fragte Nija.
»Seit ihrer Gefangennahme beteuert sie ihre Unschuld, Despot.«
»Nun, wer würde das nicht?«
Kurz darauf standen sie vor der transparenten Wand. Im Inneren des Containers kauerte eine Kartanin in Freizeitkleidung. Fast hätte Nija sie nicht erkannt, denn er sah sie sonst nur in der Uniform der Palastwachen.
»Doosta-Hoy-Gh'ast«, begrüßte er die Gefangene. »Wie bedauerlich, dich unter diesen Umständen wiederzusehen.«
Die Kartanin fiel in ihrem Gefängnis auf die Knie. »Despot! Ich bitte dich – gewähre mir Gnade! Ich habe dir immer treu gedient, ich war stets loyal und ...«
»Das weiß ich«, unterbrach Nija sie mit einem Lächeln. »Aber du musst verstehen, dass wir angesichts der Invasionsversuche der Vantani misstrauisch sein müssen. Du kennst die Regeln – jeder, der zehn Stunden verschwunden ist, muss kontrolliert werden.«
Dieses Vorgehen war allgemein bekannt. Die Kartanin kannten noch keine Möglichkeit, beeinflusste Wesen von unbeeinflussten zu unterscheiden. Sie wussten jedoch mittlerweile – durch Befragungen und Beobachtungen –, dass die Übernahme durch einen Vantani rund zehn Stunden dauerte, in denen das Opfer schlief oder zumindest in einen schlafähnlichen Zustand verfiel. Danach folgte eine weitere Periode von 40 Stunden, in denen die Vantani völlig die Kontrolle übernahmen.
Anhand dieser Fristen hatte der Despot ein System entwickelt, um jeden einzelnen Bürger von Sombrea-Ton zu überwachen und zu bewerten. Wer mehr als zehn Stunden verschwunden war, wurde verhaftet und überprüft. Die Bewohner von Sombrea-Ton waren angehalten, sich gegenseitig zu kontrollieren und zu melden.
»Deine Nachbarn haben uns mitgeteilt, dass du mehr als neun Stunden verschwunden warst«, sagte die Generalin.
Die Kartanin starrte erst sie, dann den Despoten entsetzt an. »Aber ... ich habe Urlaub! Das habe ich offiziell beantragt. Die Wachleitung wusste Bescheid. Ich war in den Hikossi-Bergen wandern.«
»Dort haben wir dich aufgespürt, das stimmt. Allerdings wusste niemand bei der Wache, dass du die Stadt verlassen wolltest. Und gefunden haben wir dich erst nach vierzehn Stunden. Die sogenannte Anholung kann also beendet sein und die Anwacht begonnen haben, wie die Vantani es nennen. Hast du Zeugen, die bestätigen können, dass du zehn Stunden lang handlungsfähig warst?«
Doosta-Hoy-Gh'ast senkte den Kopf. »Nein, ich war allein unterwegs.«
»Das ist bedauerlich.« Nija wandte sich der Generalin zu. »Ich fürchte, wir haben keine andere Wahl, als sie zu exekutieren.«
Die Gefangene brach in Jammern aus. »Bitte, Despot, das ist ein Fehler! Ich trage keinen Vantani in mir, ich schwöre es!«
Nija zuckte nicht mit den Schnurrhaaren. »Macht es schnell. Das hat eine treue Soldatin verdient.«
Die Generalin nickte einem der Soldaten zu. Der trat an den Container heran, öffnete eine Klappe und schob den Lauf seines Strahlers hindurch. Er gab zwei kurze, präzise Schüsse ab. Doosta-Hoy-Gh'ast brach zusammen. Der Soldat zog seinen Strahler zurück und schloss die Klappe wieder.
Interessiert trat Nija näher an den Container heran und starrte auf die Sterbende. Er wartete eine Weile. Nichts geschah. Entgegen seiner Erwartung spuckte sie keinen grünen Schleim aus. Schließlich brach der Blick der Kartanin.
»Das ist unerwartet«, sagte Nija bedauernd. »Sie war offensichtlich nicht befallen. Nun, da kann man nichts machen. Es gibt im Krieg immer Kollateralschäden.«
Die Generalin nickte steif. »Unerfreulich, aber nicht zu ändern.«
»Ganz genau. Sag deinen Leuten, dass sie beim Entsorgen der Leiche trotzdem Vorsicht walten lassen sollen. Man weiß nicht, auf welche Tricks die Vantani zurückgreifen.« Er nickte Xin zu und wandte sich ab, um in seine Gemächer zu gehen.
Er hatte kein schlechtes Gewissen. Lieber einen Unschuldigen zu viel töten, als die Invasion der Vantani hinnehmen.
*
Nija steuerte auf das Gebäude hinter dem Turm der Gleichheit zu. Dort lagen seine Privaträume.
An der Tür wurde er bereits von seiner persönlichen Assistentin erwartet. Arthag-Kat-Nad'hun senkte demütig den Kopf. »Despot, willkommen zurück!«
»Kat, was gibt es Neues?« Nija nannte seine Assistentin stets beim Mittelnamen – ein Zeichen seiner Geringschätzung.
Kat war nicht die Hellste und ganz bestimmt nicht die Schnellste. Sie diente ihm allerdings bereits seit seiner Jugend, deswegen beschäftigte er sie in seinem privaten Bereich weiterhin. Um ihm beim Ankleiden zu helfen, sein Essen vorzukosten und Nachrichten auszurichten, hatte ihre Qualifikation bislang ausgereicht. Außerdem hatte sie immer den neuesten Klatsch und Tratsch...




