Grue | Tod im Trödelladen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 311 Seiten

Reihe: Die Hygge-Morde

Grue Tod im Trödelladen

Ein Hygge-Krimi | Die Hygge-Morde 1
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-638-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein Hygge-Krimi | Die Hygge-Morde 1

E-Book, Deutsch, Band 1, 311 Seiten

Reihe: Die Hygge-Morde

ISBN: 978-3-98690-638-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Krimifall zum Wohlfühlen: Der Cozy-Crime-Roman »Tod im Trödelladen« von Anna Grue jetzt als eBook bei dotbooks. Die dänische Provinz - freundliche Menschen, tiefblaues Meer und jede Menge Hygge. Oder ist da doch was faul im Staate Dänemark? Zumindest in der kleinen Provinzstadt Odsherred scheint so einiges im Argen zu liegen. Im örtlichen Second-Hand-Laden gibt es eine Reihe mysteriöser Todesfälle. Die Polizei geht von natürlichen Ursachen aus, aber das kann die resolute Rentnerin Anne-Maj Mortensen beim besten Willen nicht glauben. Hartnäckig macht sie sich daran, den Fall selbst aufzuklären. Dabei arbeitet die selbsternannte Detektivin unter erschwerten Bedingungen: Ihr Alltag ist mit Gartenarbeit, Hundeerziehung und immer neuen Diätversuchen schon stressig genug. Aber mit Nachdruck und dem richtigen Riecher findet sie schließlich eine heiße Spur ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Tod im Trödelladen« von Anna Grue ist der amüsante Auftakt ihrer Hygge-Krimireihe und wird alle Fans der Bestseller von Richard Osman und M.C. Beaton begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anna Grue ist eine der meistgelesenen dänischen Krimiautorinnen und hat unter anderem die Buchvorlage zur ZDF-Fernsehserie »Dan Sommerdahl - Tödliche Idylle« geschrieben. »Tod im Trödelladen« ist der erste Roman ihrer neuen Cosy-Crime-Reihe mit der eigenwilligen Ermittlerin Anne-Maj Mortensen. Die Website der Autorin: annagrue.dk Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre dänische Cozy-Crime-Serie um die Rentner-Detektivin Anne-Maj Mortensen mit den Einzeltiteln »Tod im Trödelladen«, »Mord im Kurhotel« und »Der Schlüssel zum Mord« - alle drei Bücher sind auch als Taschenbuch- und Hörbuchausgabe bei Saga erschienen.
Grue Tod im Trödelladen jetzt bestellen!

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Kapitel 2


Sonntag, 17. März

Iben ist seit ihrer Kindheit irgendwie ein Problemkind gewesen, findet Anne-Maj. Sie ist ungewöhnlich begabt, aber sie ist ... wenn auch nicht direkt faul, so doch zumindest schlecht darin, Prioritäten zu setzen, und sie ist nicht im Geringsten daran interessiert, sich geistig anzustrengen, auch wenn sie spielend leicht Mitglied von Mensa, dem Verein für hochbegabte Menschen, werden könnte. Iben schaffte damals mit Mühe und Not ihr Abitur, und seither hat sie eigentlich nur falsche Entscheidungen getroffen: Sie gibt sich mit den falschen Männern ab, hat die falsche Ausbildung, sucht sich die falschen Jobs.

Iben selbst beteuert, dass sie mit ihrer Stelle als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft in der Algade recht zufrieden ist, und sie fühlt sich auch wohl dabei, Single zu sein, so wie ihre Mutter. Ehrlich gesagt wirkt sie direkt erleichtert darüber, dass ihr Exmann zu seiner neuen Geliebten nach Kopenhagen gezogen ist und vor kurzem einen kleinen Sohn bekommen hat, der ihn so sehr beschäftigt, dass er sich nur gelegentlich daran erinnert, dass er auch eine zehnjährige Tochter hat.

Die drei – Mutter, Tochter und Enkelkind – sehen sich dagegen häufig; mindestens jeden Sonntag. Sie wohnen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, und das kommt allen Beteiligten gelegen. Besonders jetzt, wo Anne-Maj in den Vorruhestand gegangen ist, sodass Ditte-Marie sie ab und zu nach der Schule besuchen kann ... Didi! korrigiert Anne-Maj sich selbst. Sie lässt ihren Blick über den Herd schweifen und stellt fest, dass es wieder einmal gelungen ist: Die Zubereitung ist so getimt, dass alles genau zur selben Zeit fertig ist. Ich sollte eigentlich eine Medaille bekommen, denkt Anne-Maj. Oder zumindest irgendeine Art von Diplom.

»Wir essen in fünf Minuten«, ruft sie ins Wohnzimmer und erhält zur Bestätigung ein paar Grunzlaute. Dann richtet sie die Filetsteaks und den grünen Spargel auf der schönen, blaugeblümten Platte an, die sie vor vielen Jahren von ihrer Großmutter geerbt hat. Didis Ururgroßmutter. Daran zu denken ist völlig verrückt. Anne-Maj hat immer noch den Duft ihrer Großmutter in der Nase, das Gefühl ihrer weichen, faltigen Haut in ihren Händen. Für sie gehört die Erinnerung an die Großmutter zur realen Welt, auch wenn es fast vierzig Jahre her ist, dass sie starb, während Iben ... Für sie ist die Urgroßmutter nur ein Begriff; sie kann sich wohl kaum an sie erinnern. Und fragt man Didi, so gehört ihre Ururgroßmutter in eine so graue Vorzeit, dass sie ebenso gut ein Brontosaurier sein könnte. Sie kann sich wohl nicht einmal mehr an ihre Urgroßmutter erinnern, denkt Anne-Maj, meine Mutter – die immer tiefer in der Demenz verschwand und schließlich starb, als Didi noch ein Kindergartenkind war. Die Zeit vergeht so schnell, und die Frauen in unserer Familie sterben viel zu früh. Anne-Maj stellt die Platte auf den Esstisch und kehrt zurück, um Kartoffeln und Soße zu holen; jetzt bin ich die älteste Generation. Ich werde irgendwann Urgroßmutter und höchstens eine schwache Erinnerung für Didis Kinder sein und totale Vergangenheit für ihre Enkelkinder. Der Gedanke erfüllt sie mit einer Mischung aus Stolz und Schrecken. Das Geschlecht muss dem Lauf der Geschlechter folgen. Das weiß man ja, aber ... Es läuft ihr kalt über den Rücken.

»Ihr dürft gern zu Tisch gehen«, sagt sie. Naiv, wie sie ist, geht Anne-Maj immer davon aus, dass die Gäste bei dieser Nachricht umgehend ihre Plätze einnehmen, auch wenn sie sehr wohl weiß, dass es niemals so läuft. Immer muss mindestens einer noch auf Toilette; einer, der sein Telefon ans Ladekabel stecken muss, zwei, die Hände waschen müssen. Wenn sie die Leute zu Tisch bittet, dauert es in der Regel mehrere Minuten, bis alle auf ihrem Platz sitzen – ganz egal, ob sie sie rechtzeitig vorgewarnt hat oder nicht – und in diesen Minuten explodiert Anne-Maj beinahe vor Ungeduld. Verstehen sie denn nicht, dass das Gemüse seine Knackigkeit verliert, dass die Soße abbindet, dass der feine rosa Ton vom Fleisch bleich und gräulich wird, während sie herumlatschen und nicht fertig werden?

So läuft es natürlich auch heute. Anne-Maj stellt die Schüssel mit heißen, gesalzenen Pommes frites an Didis Platz und geht zurück in die Küche, um einen Krug Eiswasser zu holen. Sie versucht an etwas anderes zu denken als das Essen, das dasteht und kalt wird.

»Hier, Mortensen«, sagt sie und stellt das Schneidbrett mit den Resten vom geputzten Schweinefilet auf den Boden. »Warte!«, kommandiert sie, und der kleine Dackel setzt sich gehorsam, wobei seine schönen dunkelbraunen Augen starr auf den Haufen von Sehnen und Häutchen gerichtet sind. »Bitte sehr«, sagt Anne-Maj dann, und im selben Augenblick wirft sich Mortensen auf die Beute. Als die ganze Herrlichkeit wenige Sekunden später inhaliert ist, leckt der Hund das Schneidbrett sorgfältig ab, während er so stark mit dem Schwanz wedelt, dass er fast aus dem Gleichgewicht kommt. Anne-Maj lächelt.

Sie geht zurück ins Wohnzimmer, und – oh Wunder! – jetzt sitzen sowohl Iben als auch Didi auf ihren Plätzen. Didi hat sich bereits die Hälfte der Pommes frites auf den Teller geschaufelt.

»Vergiss nicht, Platz für Fleisch und Gemüse zu lassen«, sagt Anne-Maj. »Das Variierte, du weißt schon.«

Didi nimmt widerstrebend die Platte entgegen, bugsiert einen Spargel und das kleinste Filetsteak auf ihren Teller. Beim Anblick der geschmorten Pilze sieht sie so verzagt aus, dass Anne-Maj so tut, als würde sie völlig vergessen, sie ihr zu reichen. Wenn das Kind wirklich sowohl ein Stück Gemüse als auch einen Happen Fleisch schafft, wäre das schon fast ein Wunder.

»Wie läuft es im Trödelladen?«, fragt Iben, eine Unterhaltung beginnend, als sie sich bedient haben. »Du warst letzten Freitag dort, oder?«

»Ich bin freitags immer da«, sagt Anne-Maj. »Das weißt du doch.«

Iben hat inzwischen den Mund voll und muss sich mit einem Nicken begnügen.

»Es läuft richtig gut«, fährt Anne-Maj fort, die aus dem Augenwinkel sieht, wie Didi mit dem Filetsteak kämpft, das sie in mikroskopisch kleine Bissen schneidet. »Helmer Bergstrøm ist letzten Dienstag gestorben.«

»Mutter!« Iben hat zu Ende gekaut. »Der nette alte Mann! Du kannst doch nicht in ein und demselben Atemzug sagen, dass es gut geht und dass einer der anderen Ehrenamtlichen gestorben ist.«

»Stimmt, nein«, gibt Anne-Maj zu, »so war es auch nicht gemeint. Aber ... Helmer war ja steinalt. Über neunzig.«

»Deshalb kann es doch wohl traurig sein, dass man stirbt. Und besonders, wenn es ganz plötzlich geschieht. Ich habe nicht einmal geahnt, dass er krank war.«

»Vielleicht wurde er ermordet!« Didi ist zu neuem Leben erwacht.

»Didi!« Das ist Iben. »So kann man doch nicht denken.«

»Kann man schon.« Didi hat Messer und Gabel hingelegt, offensichtlich bereit für eine schnelle, kleine Diskussion über die Wahrscheinlichkeit eines rätselhaften Mordes unter Nykøbings Ältesten.

»Das ist nicht nett.«

»Ach, hör schon auf«, sagt Anne-Maj. »Didi ist bloß ein kleiner Detektiv. Es ist schon in Ordnung, mit dem Gedanken zu spielen, wenn man es nur in diesen vier Wänden tut.«

»Mama, also.« Iben seufzt. »Du hättest der Kleinen nie ‚Der Hund von Baskerville‘ geben dürfen. Didi ist viel zu jung für Krimis.«

»Nein, bin ich nicht«, sagt Didi.

»Als ich in ihrem Alter war«, sagt Anne-Maj, »habe ich Agatha Christie mit großem Vergnügen gelesen.«

»Als ob dies in irgendeiner Weise beruhigend wäre.« Iben schüttelt den Kopf. »Iss jetzt, Didi«, sagt sie.

»Du kannst das Fleisch gern liegen lassen«, sagt Anne-Maj, die sehen kann, dass das Filetsteak ein unüberschaubares Projekt darstellt. »Probier’ stattdessen den Spargel.«

»Was ich meinte, war bloß ...« Iben ignoriert die Einmischung ihrer Mutter. »Wenn Helmers Todesfall plötzlich war, muss es schockierend für seine Angehörigen gewesen sein, egal, wie alt er war.«

»Man kann wohl nicht sagen, dass es plötzlich war ... Er lag zuerst ein paar Tage im Krankenhaus, und sie sagten, dass es das Herz wäre, also ...« Anne-Maj schenkt ihnen beiden Wein nach. »Ich habe zwar nie zuvor gehört, dass Helmer Herzprobleme hätte, doch zumindest mental war es in den letzten Monaten mit ihm bergab gegangen. Es hat niemanden überrascht, dass seine Zeit abgelaufen war. In Wirklichkeit schaffte er die Arbeit im Laden nicht mehr. Einer der anderen übernahm vor einiger Zeit den Dienst als Verwalter, doch er bestand darauf, sich weiterhin um die Buchecke zu kümmern. In vielerlei Hinsicht war es wohl eigentlich das Beste, dass er ...« Sie sucht nach einem passenden Abschluss des Satzes. Als sich dies als unmöglich erweist, wechselt sie das Thema: »Ich glaube, dass ich jetzt die Verantwortung für die Bücher bekomme.«

Seit Anne-Maj vor einem halben Jahr in den Vorruhestand gegangen ist, arbeitet sie als Ehrenamtliche im Trödelladen, der sich in einem ehemaligen Supermarkt hinter dem neuen Irma befindet. Nur einen einzigen Tag pro Woche, von zehn bis achtzehn Uhr. Bücher haben sie schon immer interessiert. Sie liebt es, sie zu lesen, sie zu spüren, und sie hat ein gutes Auge für schöne Titelseiten und raffinierte Details am Einband. Den Posten als Verantwortliche für die recht große Buchabteilung des Trödelladens hat sie daher schon lange im Blick, doch der alte Helmer hatte bis zuletzt Besitzansprüche geltend gemacht und jede Andeutung, die Aufgabe mit jemandem zu teilen, abgeschmettert. Wenn sie diese Position jetzt erben kann ...

Mit einem schuldbewussten Blick legt Iben schnell ihre...



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