E-Book, Deutsch, Band 2707, 144 Seiten
Reihe: Julia
Green Verführung in Venedig
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3490-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2707, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-3490-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die schöne Erbin Faye und den sexy CEO Primo Holt verbindet nur eine Zweckehe. Er braucht endlich einen seriösen Ruf, sie muss die Firma ihres Vaters retten! Aber woher kommt dann plötzlich das sinnliche Prickeln, sobald Faye in Primos Nähe ist? Beim gemeinsamen Besuch eines Maskenballs in Venedig kann sie nicht länger widerstehen. Im Rausch der Nacht gibt Faye sich Primo rückhaltlos hin - und riskiert so mehr als nur ihr Herz. Denn was geschieht, wenn er erfährt, dass sie ihm niemals geben kann, was er sich so heiß ersehnt?
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
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1. KAPITEL
„Wie geht es Ihrem Vater? Wir haben ihn schon lange nicht mehr gesehen, und man hört so einiges …“
Faye MacKenzie zwang sich zu einem strahlenden Lächeln. Dieser Mann und seine Freunde hatten sie umzingelt, bevor sie entkommen konnte. Sie wusste sehr gut, dass die freundlichen Fragen und die vorgetäuschte Besorgnis nur Fassade waren. Dahinter steckte Neugier, die Hoffnung nach dem geringsten Hinweis darauf, dass ihr Vater den Vorstandsposten von MacKenzie Enterprises niederlegen würde, den er seit dem Tod seines eigenen Vaters vor vierzig Jahren innehatte.
„Vielen Dank, ich richte Ihre Grüße aus. Meinem Vater geht es sehr gut, es ging ihm noch nie besser. Wenn Sie mich jetzt bitte entschuldigen.“
Fayes Lächeln verblasste. Sie schnappte sich ein Glas Champagner vom Tablett eines vorbeigehenden Kellners und versteckte sich hinter einer üppigen Pflanze am Rande des Ballsaals, um durchzuatmen. Tatsächlich war nicht alles in Ordnung. Und diese Veranstaltung hatte ihren Verdacht bestätigt. Die Leute redeten.
In der Hoffnung, dass der Champagner ihre angespannten Nerven beruhigen würde, nahm sie einen Schluck. Als eine Brise über ihre Haut strich, blickte Faye sich um. Offene Türen führten auf eine Terrasse. Luft … Luft würde ihr guttun.
Sie ging hinaus, lehnte den Kopf an den kühlen Stein der Wand und schloss die Augen. Die Geräusche aus dem überfüllten Ballsaal hinter ihr wurden leiser – Menschen, die sich unterhielten, lachten, tratschten, untermalt von klassischer Musik. Sie konzentrierte sich auf die Geräusche der Stadt weit unter ihr. Eine Sirene, eine Autohupe.
Wenn sie nicht beruflich unterwegs war, verbrachte sie die meiste Zeit bei ihrem Vater in seinem Haus in Westchester. Normalerweise genoss sie es, zur Abwechslung in die Stadt zu kommen. Aber an diesem Abend wirkten die Geräusche der Metropole nicht beruhigend. Wenn sie heute nach Hause ging, würde sie die schlimmsten Befürchtungen ihres Vaters bestätigen müssen.
Sie öffnete die Augen und blickte mit leerem Blick auf die glitzernde Skyline von Manhattan. Frustration gemischt mit Angst pochte in ihrem Bauch. Warum war er so dumm gewesen, so etwas zu tun?
„Gefällt Ihnen die Party nicht? Nicht überraschend.“
Faye wurde ganz still. Ein absurder Gedanke ging ihr durch den Kopf … Sie wusste genau, wer sie angesprochen hatte, obwohl sie noch nie persönlich mit ihm zu tun gehabt hatte. Vorhin war er ihr auf der anderen Seite des Raums aufgefallen – ein Mann, den man nur schwer übersehen konnte.
Wie er die anderen Gäste mit seiner Größe und den breiten Schultern überragte, hatte ihren Puls beschleunigt. Wie albern, dass einer der reichsten und attraktivsten Männer der Welt sie so leicht beeindrucken konnte. Als wäre sie ein unschuldiges kleines Mädchen.
Sie war kein unschuldiges Mädchen.
Sie holte tief Luft und wandte sich zu dem Mann um. Um in sein Gesicht zu schauen, musste sie den Kopf zurücklegen. Und sie war nicht gerade klein. Aus der Nähe wirkte er noch größer und breitschultriger, und das ließ ihre Haut prickeln. Er war massiv. Atemberaubend muskulös.
Er streckte eine Hand aus. „Primo Holt. Ich glaube, wir sind uns noch nicht begegnet?“
Fast hatte Faye laut gelacht. Wer nicht wusste, wer dieser Mann war, lebte wahrscheinlich hinter dem Mond. Als sie ihre Hand hob, hatte Faye das seltsame Gefühl, dass sich ihr Leben für immer verändern würde.
Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, umfasste er ihre Hand mit seiner, und ein Stromstoß zuckte durch Fayes Adern.
Sie merkte, dass sie den Atem anhielt. Seine Augen weiteten sich ein wenig, als ob auch er es gespürt hätte. Es waren wunderschöne Augen. Blau. Durchdringend und direkt. Sie hoben sich von seiner gebräunten Haut und den atemberaubenden Linien seines Gesichts ab.
Das dichte dunkelgoldene Haar fiel von einer breiten Stirn nach hinten. Er sah wirklich lächerlich gut aus – als hätten die Götter beschlossen, diesem Mann noch mehr zu geben als unglaublichen Reichtum und Talent.
Ihn umgab ein fast greifbares Kraftfeld, das noch auffälliger war als sein Aussehen. Er war fast verstörend männlich.
Irgendwie schaffte sie es, zu sagen: „Ich bin Faye MacKenzie.“
Er drückte ihre Hand kurz, bevor er sie wieder losließ. „Ich weiß, wer Sie sind.“
Instinktiv legte Faye ihre Hand auf die Brust, als wollte sie das Gefühl seiner Berührung so lange wie möglich bewahren. Was war mit ihr los? Sie benahm sich wie ein Groupie, das seinen Lieblingsstar kennenlernte.
Sie blinzelte und ließ die Hand sinken. „Wie kann ich Ihnen helfen?“
Er runzelte ein wenig die Stirn, und seine Mundwinkel hoben sich, was Fayes Aufmerksamkeit auf seine Lippen lenkte. Ihr Magen schlug einen Purzelbaum. Der Mund dieses Mannes war die reine Sünde. Wohlgeformt, voll und fest. Und er lachte über sie.
Er sah aus wie ein Engel in Menschengestalt. Aber er war kein harmloser Engel … Sie spürte, dass er durchaus Unheil anrichten konnte.
Faye ärgerte sich über die Art und Weise, wie er sie dazu brachte, keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können. Darum beschloss sie, zum Angriff überzugehen. „Finden Sie meine Frage lustig?“
Er wurde ernst, doch seine Augen funkelten immer noch. „Nein, ganz und gar nicht, aber es gibt tatsächlich etwas, wobei Sie mir helfen können.“
„Das kann ich mir schwer vorstellen.“
Primo lehnte sich neben Faye an die Wand. Er wirkte völlig unbekümmert, während sie sich fühlte, als würde sie unter seinem Blick verglühen. Sie war sich der Tatsache bewusst, dass sie nicht halb so glamourös aussah wie die anderen Frauen auf der Party. Sie wünschte, sie hätte mehr Make-up aufgelegt.
„Sind Sie nicht eine der besten Kunstexpertinnen der Welt?“
Sie zuckte zusammen. Er kannte ihren Beruf? „Das ist mein Job.“
„Ich habe mich über Sie informiert. Sie haben im letzten Jahrzehnt einige der größten Kunstgeschäfte vermittelt.“
Faye senkte leicht den Kopf. „Mein Beruf ist meine Leidenschaft.“
„Leidenschaft macht die Dinge sicherlich interessanter, oder?“
Faye sah ihn an. Flirtet er etwa … mit mir? Sein Gesichtsausdruck war unergründlich, aber in seinen Augen lag nach wie vor ein Funkeln. Ein Bild von ihr und diesem Mann zwischen zerwühlten Laken schoss ihr durch den Kopf. Der Gedanke ließ sie noch verunsicherter und atemloser zurück. Noch nie hatte ein Mann diese Art von körperlicher Wirkung auf sie gehabt.
Primo bemerkte offensichtlich nichts von ihren Fantasien. „Was würden Sie sagen, wenn ich Sie fragen würde, ob Sie mit mir etwas trinken gehen möchten?“
Fayes Herz klopfte, für einen Moment wurde ihr schwindlig. Hatte Primo Holt, einer der begehrtesten Junggesellen der Welt, sie wirklich auf einen Drink eingeladen?
„Nicht hier“, fügte er hinzu. „Irgendwo in der Nähe. Ich würde gern Ihre professionelle Meinung zu einer Sache hören.“
Ihr Schwindel ließ nach. Es war kein Date. Es ging um die Arbeit. Er konnte nichts dafür, dass jede seiner Äußerungen wie etwas Unerlaubtes klang. Aber warum wollte er sie für ein rein berufliches Gespräch nicht in seinem Büro oder während der Arbeitszeit treffen? Anstatt spät in der Nacht? Auf einen Drink?
Doch vielleicht war das seine Art, Geschäfte zu machen. Woher sollte sie das wissen? Der Mann war für seine Diskretion in seinem Geschäfts- und Privatleben bekannt. Er war nie lange genug mit einer Frau zusammen, um Anlass für Spekulationen zu geben, und die Frauen, mit denen er in Verbindung gebracht wurde, schienen alle genauso diskret zu sein wie er.
Er sah sie an und wartete offensichtlich auf eine Antwort. Obwohl er gesagt hatte, dass es um Arbeit ging, klopfte ihr Herz schneller. Das machte ihr Angst. Faye ging ab und zu auf Dates. Manchmal verbrachte sie sogar die Nacht mit einem Mann. Aber selten – und schon lange nicht mehr.
„Es sei denn, Sie möchten hierbleiben“, ergänzte er. „Wir könnten einen anderen Termin vereinbaren?“
Faye wollte nicht bleiben. Diese Geier warteten nur darauf, sie über ihren Vater auszufragen. Außerdem wollte sie diesen Moment nutzen. Primos Interesse an ihr faszinierte sie. Selbst wenn es rein beruflich war.
Sie zerbrach sich den Kopf darüber, wer aus der Kunstwelt sie ihm empfohlen haben könnte. Seine Familie besaß eine private Kunstsammlung, die nur wenige je zu Gesicht bekommen hatten. Wenn sie ihn dazu überreden könnte, sie zu öffnen und einige Werke an Galerien zu verleihen, wäre das ein großer Erfolg für sie.
Darum sagte sie: „Nein, ich bin froh, wenn ich einen Grund habe, zu gehen.“ Nur aus Neugierde und wegen der möglichen beruflichen Chancen. Nicht, weil er der schönste Mann war, den sie je aus der Nähe gesehen hatte.
Primo holte bereits ein Handy aus seiner Tasche: „Gut, ich sage meinem Fahrer Bescheid. Treffen wir uns in zehn Minuten am Eingang? Ich muss mich nur noch von dem Gastgeber verabschieden.“
Natürlich musste er das. Denn er war Primo Holt und damit automatisch ein Ehrengast. Im Gegensatz zu Faye.
Sie musste zustimmend genickt haben, denn im nächsten Moment ging er mit langen Schritten zurück...




