Gray | Star Wars: Verlorene Welten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Reihe: Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht

Gray Star Wars: Verlorene Welten


Neuauflage 2015
ISBN: 978-3-8332-3203-9
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Reihe: Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht

ISBN: 978-3-8332-3203-9
Verlag: Panini
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der lange Arm des Imperiums hat mittlerweile auch die entlegensten Winkel der Galaxie erreicht. So auch den Planeten Jelucan im Outer Rim. Für den jungen Aristoktaten Thane Kyrell und seine Freundin Ciena Ree ist damit ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen, denn nun können sie auf der Imperialen Akademie ihre Leidenschaft für das Fliegen ausleben. Doch schon bald muss Thane erkennen, dass er die rücksichtslosen Methoden des Imperiums verabscheut ...

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PROLOG

Ein Schiff durchschnitt den schiefergrauen Himmel über ihnen, so schnell, dass es nicht mehr war als ein Lichtstreif und ein fernes Kreischen, das sich fast im Wind verlor.

„Das ist ein Shuttle der Lambda-Klasse!“ Thane Kyrell zeigte vor Aufregung hüpfend nach oben. „Hast du es gehört? Dalven, hast du es gehört?“

Sein älterer Bruder versetzte ihm einen Klaps und grinste spöttisch. „Du weißt doch gar nicht, wie die Schiffe aussehen. Dazu bist du viel zu klein.“

„Bin ich gar nicht. Das war ein Shuttle der Lambda-Klasse. Man kann es am Geräusch der Triebwerke erkennen …“

„Kinder, seid doch still“, sagte Thanes Mutter, ohne sich zu ihnen umzudrehen. Sie konzentrierte sich ganz darauf, den Saum ihres safrangelben Kleides anzuheben, damit er nicht durch den Staub schleifte. „Ich habe ja gesagt, wir hätten das Hovercraft nehmen sollen. Stattdessen marschieren wir wie das Gesindel aus dem Tal zu Fuß nach Valentia hinunter.“

„In den Hangars wird’s zugehen wie im Irrenhaus“, beharrte Thanes Vater Oris Kyrell mit einem verächtlichen Schnauben. „Tausende von Leuten wollen da anlegen, ob sie nun eine Reservierung haben oder nicht. Willst du den ganzen Tag mit Streitereien über Landegenehmigungen vergeuden? Nein, so ist es besser. Und die Jungs halten doch gut mit.“

Auf Dalven traf das zu. Er war zwölf Jahre alt, hatte lange Beine und war stolz darauf, seinen jüngeren Bruder zu überragen. Thane fiel die Wanderung auf den unebenen Pfaden den Berg hinab jedoch schwerer. Bislang war er kleiner als die meisten Jungen seines Alters. Die großen Füße und Hände, die auf seine zukünftige Körpergröße hindeuteten, waren momentan nur plump, sonst nichts. Sein rötlich blondes Haar klebte ihm auf der verschwitzten Stirn, und er wünschte, seine Eltern hätten ihn seine Lieblingsstiefel tragen lassen anstatt dieser glänzenden neuen, die bei jedem Schritt an seinen Zehen zwickten. Aber er hätte auch eine noch mühsamere Reise auf sich genommen, um endlich TIE-Jäger und -Shuttles zu sehen – echte Raumschiffe, nicht so was wie eine klobige alte V-171.

„Und das war ein Shuttle der Lambda-Klasse“, murmelte er und hoffte, dass Dalven es nicht aufschnappte.

Er schnappte es aber auf. Ein Ruck ging durch seinen älteren Bruder, und Thane wappnete sich. Dalven schlug ihn nie besonders fest, wenn ihre Eltern in der Nähe waren, aber diese leichteren Stöße und Hiebe waren oft nur Warnungen vor schlimmeren, die später folgten. Diesmal jedoch tat Dalven nichts. Vielleicht war er abgelenkt durch die Erwartung des Spektakels, das sie heute zu Gesicht bekommen würden – die Demonstration des Flugvermögens und der Kampftechniken von Schiffen der Imperialen Flotte.

Oder vielleicht schämte sich Dalven auch einfach nur, weil ihm klar geworden war, dass Thane das Schiff sehr wohl identifiziert hatte, was ihm selbst nicht gelungen war.

Er sagt, er will auf die Imperiale Akademie, dachte Thane, aber das will er nur, weil er glaubt, dass er dadurch wichtig wird. Aber Dalven kennt nicht jedes Schiff so wie ich. Er liest weder die Handbücher, noch übt er mit einem Gleiter. Dalven wird nie ein richtiger Pilot werden.

Aber ich schon!

„Wir hätten Thane mit dem Haushalts-Droiden zu Hause lassen sollen.“ Dalvens Stimme hatte einen mürrischen Ton angenommen. „Er ist zu klein für all das. In spätestens einer Stunde wird er quengeln, dass er zurückwill.“

„Werd’ ich nicht“, entgegnete Thane. „Ich bin alt genug. Stimmt’s, Mama?“

Ganaire Kyrell nickte geistesabwesend. „Natürlich bist du alt genug. Du hast im selben Jahr das Licht der Welt erblickt wie das Imperium, Thane. Vergiss das nie.“

Wie sollte er das vergessen, wo sie ihn heute doch schon mindestens fünfmal daran erinnert hatte? Das wollte er ihr auch sagen, aber das hätte ihm nur einen weiteren Klaps von Dalven eingetragen – oder schlimmer noch, eine neuerliche Schimpftirade seines Vaters, dessen Worte tiefer schnitten als jede Klinge. Er konnte schon spüren, wie sie ihn anstarrten und nur auf ein Anzeichen von Trotz oder Schwäche seinerseits warteten. Thane wandte sich ab, als schaute er hinunter in Richtung ihres Zieles, der Stadt Valentia, damit weder Vater noch Dalven seine Miene sahen. Es war immer besser, wenn sie nicht wussten, was Thane gerade dachte.

Wegen seiner Mutter sorgte er sich deswegen nicht. Sie nahm ihn ja ohnehin kaum wahr.

Der Wind zerrte an seinem blau und goldfarben bestickten Umhang, und Thane fröstelte. Andere Welten mussten wärmer sein. Strahlender, geschäftiger, in jeder Hinsicht interessanter. Das glaubte er, obwohl er in seinem ganzen Leben noch keinen anderen Planeten besucht hatte. Es war eine unmögliche Vorstellung, dass es in der unermesslichen Weite der Galaxis keinen lebenswerteren Ort geben könnte als diesen.

Jelucan war erst spät in der galaktischen Geschichte besiedelt worden, wahrscheinlich, weil niemand sonst so verzweifelt gewesen war, dass er auf einen nahezu unbewohnbaren Felsbrocken am äußersten Rand des Outer Rim aus gewesen wäre. Vor fast fünfhundert Jahren war eine Gruppe von Siedlern von einer anderen, gleichermaßen unbedeutenden Welt hierher verbannt worden. Sie hatten in irgendeinem Bürgerkrieg auf der falschen Seite gekämpft oder so ähnlich. Die Einzelheiten kannte Thane nicht. Seine Eltern hatten ihm nur erzählt, dass diese ersten Siedler in völliger Armut in den Tälern gehaust hatten und kaum in der Lage gewesen waren, ihr Überleben zu sichern.

Die wahre Zivilisation hatte erst später Einzug gehalten, vor hundert oder hundertfünfzig Jahren nämlich, mit der zweiten Welle von Siedlern, die freiwillig hierhergekommen waren und gehofft hatten, ein Vermögen zu machen. Sie hatten den Bergbau etabliert, galaxisweiten Handel getrieben und ein Leben nach modernen Maßstäben geführt – anders als die Bewohner der Täler, die sich kaum wie Leute von heute, sondern eher wie prätechnische Nomaden verhielten. Natürlich waren auch sie Jelucaner, aber sie waren unfreundlich und arrogant und kapselten sich ab.

Oder es war einfach so, dass die Talbewohner immer noch sauer waren, weil man sie auf diesen eisigen, schroffen Klotz von einer Welt quasi abgeschoben hatte. Wenn es so war, konnte Thane es ihnen nicht verübeln.

„Schade, dass der Imperator nicht selbst dabei sein kann“, sagte seine Mutter. „Wäre das nicht etwas gewesen, wenn wir ihn mit eigenen Augen hätten sehen können?“

Als ob der Imperator jemals hierherkommen würde. Thane hütete sich jedoch, diesen Gedanken laut auszusprechen.

Jedermann sollte Imperator Palpatine lieben. Jedermann behauptete, er sei der mutigste, intelligenteste Mensch in der Galaxis, er sei derjenige gewesen, der nach dem Chaos der Klonkriege Ordnung geschaffen habe. Thane fragte sich, ob das alles so stimmte. Zumindest stand fest, dass Palpatine das Imperium stark und sich selbst zum mächtigsten Mann darin gemacht hatte.

Thane war es eigentlich egal, ob der Imperator nett war oder nicht. Die Ankunft des Imperiums war jedenfalls gut, weil es seine Schiffe mitbrachte. Er wollte nichts weiter, als diese Schiffe sehen – und später dann lernen, sie zu fliegen.

Und schließlich würde er weit fort von hier fliegen und nie mehr zurückkommen.

„Ciena! Schau auf den Weg, sonst fällst du hin.“

Ciena Ree konnte nicht aufhören, in den grauen Himmel hinaufzustarren. Sie hätte schwören können, ein Shuttle der Lambda-Klasse gehört zu haben, und mehr als irgendetwas sonst wollte sie auch eines zu Gesicht bekommen. „Aber Mama – ich weiß, dass ich ein Schiff gehört habe.“

„Immerzu hast du nur Schiffe und die Fliegerei im Kopf.“ Ihre Mutter Verine lachte leise und hob ihre Tochter hoch, dann setzte sie Ciena auf den breiten Pelzrücken des Muunyaks, das sie bergauf in Richtung Valentia führten. „Spar dir deine Kräfte für die große Parade auf.“

Ciena grub ihre Hände in das zottige Fell des Muunyaks. Es roch angenehm nach Moschus und Heu. Nach zu Hause.

Als sie nach oben spähte, sah sie einen dünnen Streif in den Wolken – er war bereits dabei, sich aufzulösen, aber doch Beweis dafür, dass das Shuttle da gewesen war. Sie schauderte vor Aufregung, dann dachte sie daran, das geflochtene Lederarmband an ihrem Handgelenk anzufassen. Sie drückte das Leder zwischen den Fingern und flüsterte: „Sieh durch meine Augen.“

Jetzt konnte es ihre Schwester Wynnet auch sehen. Ciena lebte ihr Leben für sie beide, und das vergaß sie nie.

Ihr Vater musste sie gehört haben, denn sein Gesicht zeigte jenes traurige Lächeln, das bedeutete, dass er auch an Wynnet dachte. Aber er tätschelte seiner Tochter nur den Kopf und strich ihr eine widerspenstige schwarze Locke hinters Ohr.

Nach einer zweistündigen Wanderung, die nur bergauf geführt hatte, erreichten sie schließlich Valentia. Außer in Hologrammen hatte Ciena vorher noch nie eine richtige Stadt gesehen. Ihre Eltern verließen ihr heimatliches Tal kaum, und wenn sie es doch einmal taten, hatten sie Ciena nie mitgenommen – bis heute. Ihre Augen wurden groß, als sie den Anblick der Bauten in sich aufnahm, die in das helle Gestein der Steilwände gehauen waren – manche davon waren zehn oder fünfzehn Stockwerke hoch. Sie erstreckten sich entlang der Bergflanke, so weit Ciena schauen konnte. Rund um die in den Stein geschlagenen Wohnstätten standen...



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