E-Book, Deutsch, 248 Seiten
Grant Takedown
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96089-564-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Bannon's Gym 2
E-Book, Deutsch, 248 Seiten
ISBN: 978-3-96089-564-0
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Sein gewalttätiger Vater hatte Tom Delaney aus Lincoln Beach vertrieben. Jetzt, wo er zurück ist, stellt er fest, dass nicht einmal die guten Dinge, die er zurückgelassen hat, noch dieselben sind. Die alte Nachbarschaft ist ein gefährliches Elendsviertel. Eddies Diner liegt in den letzten Zügen. Gloria, die sich um ihn gekümmert hat wie um ihren eigenen Sohn, ist schwer krank. Seine einzige Zuflucht ist Bannon's Gym, wo Danny Bannon sein Talent für Mixed Martial Arts förderte. Bannon's beherbergt auch Travis, seinen Ex-Sparringspartner und Ex-One-Night-Stand. Der Mann, der Tom bei ihrem letzten Aufeinandertreffen im Ring einen gebrochenen Kiefer und eine Gehirnerschütterung beschert hat. Die Funken sprühen immer noch, im und außerhalb des Rings. Aber als Travis' eigene Probleme im wahrsten Sinne des Wortes explodieren, könnte ihre einzige Chance, auf ihrer zerbrochenen Vergangenheit etwas Solides aufzubauen, in Flammen aufgehen. Band 2 der Bannon's Gym Reihe Band 1: Black Dog
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Kapitel 2
Zwei Jahre später
Lincoln Beach veränderte sich nie. Ich erkannte die goldglänzende Spitze des Strandpavillons, die sich im Nebel erhob, als ich die Kurve auf dem Pacific Coast Highway nahm. Der alte BMW meiner Mutter hustete, aber ein Tritt aufs Gaspedal brachte mich über die Kuppe und in die Stadt. Ich fuhr an der ersten Ausfahrt vorbei und weiter bis zur Ocean Street.
Außer dem 7-Eleven war noch nichts geöffnet, also parkte ich am Straßenrand und ging hinein, um mir einen Kaffee zu holen.
Der schmuddelige Kerl hinter dem Tresen blickte von seiner Zeitung auf und schielte den ganzen Weg zur Kaffeestation zu mir herüber. Dachte er, ich würde mich mit einer Tüte Fritos aus dem Staub machen?
Ich goss mir einen großen Kaffee ein, kippte etwas Zucker hinterher und brachte ihn nach vorne. Ich legte drei Dollar auf den Tresen und wandte mich zum Gehen.
»Hey!«, bellte der Typ.
Ich erstarrte und wappnete mich instinktiv für: Bist du nicht der Typ, der seinen Alten ins Gefängnis gebracht hat? Es war überall in der Zeitung.
Stattdessen streckte er mir seine Hand entgegen. »Sie haben Ihr Wechselgeld vergessen.«
»Danke.« Wow, ganze dreißig Cent. Ich warf sie in das Trinkgeldglas neben der Kasse und machte mich auf den Weg zur Tür.
Gott, entspann dich. Seit der Verhandlung sind vier Jahre vergangen. Niemand erinnert sich daran. Außer Sharon. Und Gram. Und alle, die letzte Woche seine verdammte Todesanzeige in der Zeitung gelesen haben.
Leichter Nebel lag in der Luft und die feuchte Kühle ließ meinen Kiefer schmerzen. Kaum zu glauben, dass es Juli war. Die Leute dachten, in den kalifornischen Küstenstädten gäbe es nur Shorts und Sandalen. Sie hatten keine Ahnung. In einem Monat würde es sonnig und warm sein, aber bis dahin musste ich mich mit dem beschissenen Sommerwetter in der Stadt rumschlagen.
Fast wäre ich wieder ins Auto gestiegen, aber meine Beine waren schon ganz verkrampft, weil ich die ganze Nacht hinter dem Steuer gesessen hatte. Also zog ich meinen Kapuzenpulli zu und lief stattdessen. Hier unten gab es viel mehr leere Schaufenster, als ich in Erinnerung hatte, und auch ein paar kaputte Straßenlaternen. Diese Seite der Stadt hatte noch nie einen besonders guten Ruf gehabt.
Verdammt, es war echt kalt und der Kaffee in meiner Hand half nicht dagegen. Der Scheiß schmeckte eh nach gezuckertem Schlamm. Ich warf ihn in einen Mülleimer und ging weiter. Meine Sneaker knirschten auf dem feuchten Bürgersteig. Ich lief vorbei an einem alten, heruntergekommenen Mann, der in der Tür des Secondhand-Ladens schnarchte, und vorbei an der Bank, bei der ich früher meine Gehaltsschecks eingelöst hatte.
Ein vertrauter alter Ford Pick-up-Truck tuckerte und stotterte die Straße hinunter und hielt an der Ampel an der Ecke. Ich lief hinüber und klopfte an das Fenster. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob Eddie mich erkannte, doch dann weiteten sich seine Augen und er beugte sich vor, um die Tür zu öffnen. Ich kletterte hinein und umarmte ihn.
»Gloria wird dich erwürgen, weil du nicht angerufen hast«, sagte er und klopfte mir auf den Rücken.
Ich grinste. »Und so die Überraschung verderben?«
»Scheiß auf Überraschungen. Du weißt, wie sehr sie sich sorgt.« Die Ampel wurde grün und er trat aufs Gas. »Grad angekommen?«
»Jepp.«
»Geflogen oder gefahren?«
»Gefahren. Hat fünf Tage gedauert.«
Er warf mir einen Du-verarschst-mich-doch-Blick zu. »Den ganzen Weg von Rhode Island? Hast du überhaupt geschlafen?«
So viel ich konnte, wenn ich mich an Tankstellen auf dem Rücksitz ausgestreckt hatte. Adrenalin und ein Bleifuß hatten mich durchgebracht, obwohl Ersteres schnell nachgelassen hatte. Ich zuckte mit den Schultern und unterdrückte ein Gähnen. Selbst mit Handschuhen waren meine Hände immer noch eiskalt. »Ich wollte einfach nur hierher, weißt du?«
Er bog ab und fuhr auf einen Platz hinter einem Diner. Der Truck rumpelte und wackelte, als er den Schlüssel abzog.
»Klingt, als bräuchte dein Wagen einen Check-up«, sagte ich.
»Was er wirklich braucht, ist der Schrottplatz.« Die Tür knarrte, als er ausstieg. »Komm mit rein. Ich mache dir was.«
Genauso wie beim letzten Mal, als wir uns getroffen hatten. Nur dass er diesmal keinen Betrunkenen von mir heruntergezogen hatte, der versucht hatte, mich auszurauben. Er hatte mich aus dem Regen geholt, mir einen Kaffee eingegossen und mir Frühstück gemacht. Außerdem hatte er mir einen Job angeboten und, abgesehen von einem Tag Arbeit, nie nach einer Gegenleistung gefragt.
Ich folgte ihm nach drinnen. Die Küche war blitzblank, was ein großer Unterschied zu dem war, als ich sie das erste Mal gesehen hatte. Ich pfiff. »Was ist los? Hast du kein Geschirr benutzt, während ich weg war?«
Er verzog spöttisch die Lippen und griff nach seiner Schürze. »Du bist nicht der einzige Hilfskellner, den ich je eingestellt habe.«
»Sieht aus, als hättest du endlich jemanden gefunden, der ein noch größerer Ordnungsfanatiker ist als ich.«
»Wenn du nach Ladenschluss vorbeikommen und uns beim Aufräumen helfen willst, werde ich dich nicht daran hindern.« Die Flügeltüren zischten, als er hindurch trat. Ich ging hinter ihm her und lächelte über die alten Coors- und Coca-Cola-Schilder an der Wand. Früher war ich jede Woche auf eine Trittleiter gestiegen, um sie abzustauben. Ich hatte das Chrom an den Tischen und Theken poliert, die rot-weißen Lederbänke abgewischt, Salz- und Pfefferstreuer sowie Serviettenhalter aufgefüllt, die Tische abgeräumt, Geschirr abgespült und Essensbestellungen entgegengenommen. Das war der erste und beste Job, den ich je gehabt hatte.
Der Hocker ganz links an der Theke, ein paar Schritte von Eddies abgetrenntem Grill entfernt, war mein alter Platz. Die rissige, mit Klebeband geflickte Polsterung knisterte, als ich mich hinsetzte und den Milchshaker, die Bunn-Kaffeemaschine und den treuen grünen Kühlschrank hinter dem Tresen betrachtete. »Ich kann nicht glauben, dass all dieses alte Zeug noch funktioniert«, sagte ich.
»Gerade noch so. Ich habe das Ding dieses Jahr schon dreimal reparieren lassen.« Er rüttelte ein paarmal am An-Schalter der Kaffeemaschine, bevor das Licht endlich rot aufleuchtete. »Und, wie geht’s dir? Ich weiß, es ist eine Weile her, aber …«
Meine Zunge schob sich instinktiv auf meine rechte Mundseite. Ich hatte Implantate, wo ich drei Zähne verloren hatte, und ein Stück Silikon ersetzte einen Teil meines Kiefers. Im Spiegel sah ich nicht anders aus, aber immer wenn ich die Augen schloss, sah ich wieder diesen Roundhouse-Kick auf mich zukommen. Ich unterdrückte ein Schaudern. »Mir geht’s gut.« Abgesehen von meinem Kiefer, der in der Kälte pochte, und der gelegentlichen Migräne. Aber warum sollte ich Eddie davon erzählen? »Wo ist Gloria?«
»Sie hat sich vor einem Jahr zur Ruhe gesetzt. Die Arthritis hat sie eingeholt.«
»Wow. Hätte nie gedacht, dass sie hier freiwillig rausgeht.«
»Ist sie nicht. Aber sie konnte keine zehn Stunden am Stück mehr stehen.« Er fuhr sich mit der Hand durch sein kurzes, rotes Haar. An den Schläfen wurde es ein wenig silbern, aber das stand ihm gut. Wie alt war er nun? Siebenunddreißig? Achtunddreißig?
»Trainierst du noch?«, fragte ich und nahm mir schon mal ein Tütchen Zucker.
»Ich trainiere im Fitnessstudio, wenn ich Zeit habe.« Das erklärte, wie er seinen schlanken, muskulösen Körper behalten konnte. »Es ist schwer, den Laden allein am Laufen zu halten.«
»Warum stellst du keine andere Kellnerin ein?«
»Kann ich mir nicht leisten. Aber ich bringe Miguel bei, wie man kellnert.« Die Kaffeemaschine piepte. Eddie füllte Tassen für uns beide.
Ich rührte den Zucker ein und schlang meine Hände um die Tasse. Meine Finger kribbelten und brannten, als sie aufzutauen begannen.
»Es hat sich viel verändert, seit du weg bist. Die ganze Straße hat praktisch die Bürgersteige hochgeklappt.«
»Ja, habe ich gesehen.« Der volle, rauchige Geschmack von Eddies Kaffee rann über meine Zunge; seine Wärme flutete meinen leeren Magen. »Wie läuft das Geschäft?«
»Wir haben immer noch unsere Stammkunden, aber ich hab nicht mehr länger als bis sieben auf.«
»Das ist scheiße.«
Eddie zuckte mit den Schultern. »Ich helfe Danny im Fitnessstudio, wenn ich Zeit habe. Er möchte vielleicht in ein besseres Gebäude umziehen.«
»Ein besseres Gebäude oder einen besseren Stadtteil?«
»Beides.« Er leerte seine Tasse und schenkte uns nach. »Wir sind hier unten aufgewachsen, aber es ist nicht mehr das Gleiche. Ich hatte in den letzten sechs Monaten zwei Einbrüche. Gut, dass niemand hier war.«
Ja, gut für den, der eingebrochen ist. Ich hatte schon viele von Eddies Schlägen abbekommen. Jeder, der dumm genug war, sich mit ihm anzulegen, konnte von Glück reden, wenn er nicht im Krankenhaus landete.
Ein Klopfen an der Eingangstür ließ mich auf meinem Stuhl herumfahren. Den dunkelhaarigen Bären auf der anderen Seite der Tür erkannte ich sofort.
Eddie ging hin, um ihn hereinzulassen. »Sieh mal, wer gerade aufgetaucht ist«, sagte er und wies mit dem Daumen in meine Richtung.
»Ach, leck mich doch.« Danny stemmte die Hände in die Hüften. »Konntest du nicht an dein verdammtes Telefon gehen?«
Ich lachte. »Das haben Eddie und ich schon geklärt.«
»Dann beweg deinen Hintern hierher und umarm mich.«
Ich durchquerte den Raum in drei langen Schritten und lief direkt in seine starken und muskulösen Arme, die...




