Graf | Eine schöne Leich | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 255 Seiten

Reihe: Mord in Bayern

Graf Eine schöne Leich

Regionalkrimi - Mord in Bayern 1 | Ein Krimi der Spiegel-Bestseller-Autorin
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-012-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Regionalkrimi - Mord in Bayern 1 | Ein Krimi der Spiegel-Bestseller-Autorin

E-Book, Deutsch, Band 1, 255 Seiten

Reihe: Mord in Bayern

ISBN: 978-3-98952-012-7
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sie tanzt einen tödlichen Reigen: Der fesselnde Regio-Krimi »Eine schöne Leich« von Bestsellerautorin Lisa Graf jetzt als eBook bei dotbooks. Felder im Sommerwind und Weiden mit glücklichen Kühen, wohin das Auge reicht: Das ist das Revier von Hauptkommissar Meißner von der KRIPO Ingolstadt. Als die Leiche einer jungen Frau auftaucht, die Meißner am Tag zuvor durch eine Blumenwiese tanzen sah, wird es für ihn und seine Kollegin Rosner darum schnell persönlich - denn Mord und Totschlag haben im bayrischen Idyll nichts zu suchen. Wer hat das Leben der Roxanne Stein so brutal beendet? Das Ermittlerduo macht sich auf die Suche nach Antworten in der Theaterszene der Stadt - und findet schon bald erste erschütternde Antworten ... »Mit Sympathie und psychologisch fein zeichnet die Autorin die oberbayerischen Charaktere ihres Ermittlerteams« Berchtesgadener Anzeiger Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der packende Bayern-Krimi »Eine schöne Leich« von Lisa Graf ist der Auftakt ihrer »Mord in Bayern«-Krimireihe um Kommissar Stefan Meißner - ein Lesevergnügen für alle Fans der Bestseller von Klüpfl Kobr und Nicola Förg. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Lisa Graf, geboren in Passau, studierte Romanistik und Völkerkunde und ist Reisebuch- und Krimi-Autorin. Mit ihrer historischen Romanreihe über das Feinkost-Haus Dallmayr erreichte sie Spitzenplatzierungen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die Autorin lebt im Berchtesgadener Land. Die Website der Autorin: www.lisagraf-autorin.de/ Die Autorin bei Facebook: www.facebook.com/lisa.grafriemann/ Die Autorin auf Instagram: www.instagram.com/lisa.grafriemann/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre »Mord in Bayern«-Krimireihe mit den Bänden »Eine schöne Leich«, »Donaugrab«, »Eisprinzessin« und »Steckerlfisch«, der in Co-Autorschaft mit Ottmar Neuburger entstand. »Eine schöne Leich« ist auch als Printausgabe erhältlich. Lisa Graf und Ottmar Neuburger veröffentlichten bei dotbooks außerdem gemeinsam den Thriller »Die Bitcoin-Morde«.
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Kapitel 2


Als er am nächsten Morgen zur Arbeit fuhr, konnte er es nicht vermeiden, zu dem Blumenfeld hinüberzusehen. Niemand war da, aber er hatte auch nichts anderes erwartet. Solche Momentaufnahmen konnte man nicht beliebig wiederholen, so war das nun mal im Leben. Und doch machte sich eine kleine Enttäuschung in ihm breit. Vielleicht sollte er doch einmal mit Fischer eine Kneipentour machen? Obwohl Fischers Milieu wahrscheinlich nicht gerade dazu geeignet war, Frauen kennenzulernen. Meißner wusste, wo die Russen verkehrten, wo die Türken in ihren Cafés saßen, wo die Animierclubs und Bars lagen, wo es ab und zu Probleme mit verbotenem Glücksspiel gab. Er wusste auch, wo die Schwulen ihre Treffpunkte hatten. Doch er hätte nicht sagen können, wo Leute wie er, nicht mehr ganz jung, hetero und wieder Single, sich trafen. Mit Sicherheit nicht an einsamen Fischerhütten am Donau-Altwasser. So viel stand schon mal fest.

Bin ich ein komischer Kauz geworden, ein einsamer Wolf, ein alternder Derrick, ein verschusselter Columbo?, fragte er sich, als er den Wagen an der Rückseite des Präsidiums parkte.

»Die Dolmetscherin ist da, ich hab sie zu dir raufgeschickt«, rief ihm Stangelmayer nach, als er an der Pforte vorbeiging.

»Okay, dann bring mir die Kolumbianer rauf.«

»Alle drei?«

»Zuerst den jüngeren Mann.«

Vor seinem Büro stand die Dolmetscherin am Fenster im Gang. Sie hatte den Rücken zu ihm gedreht und trug eine Jeans, geschätzte Größe 30/34. So wie Carola, dachte er. Dazu hellblaue Schnürschuhe und eine weiße Bluse. Das lange Haar hatte sie zu einem lockeren Knoten aufgesteckt, aus dem einige Locken heraushingen und auf ihren schlanken Hals fielen. Ob Frauen eigentlich wussten, wie anziehend so ein Nacken auf Männer wirkte?

»Guten Morgen«, sagte er, nachdem er sich geräuspert hatte. Sie drehte sich zu ihm um.

»Meißner.« Er streckte die Hand aus. »Schön, dass Sie kommen konnten.«

»Sylvia Garcia«, sagte sie und sah ihm in die Augen.

Er bemühte sich, weder einsam noch alternd noch schusselig auszusehen, führte sie in sein Büro und setzte sie über die Fakten in Kenntnis. Sie machte sich einige Notizen, dann brachte Winter schon den jungen Kolumbianer herein. Er gab vor, Tourist in Deutschland zu sein und zu Verwandten nach Spanien zu reisen. Als Meißner ihn auf den gefälschten Pass ansprach, behauptete er, dass der echt und erst eine Woche vor ihrer Ausreise in Bogota ausgestellt worden sei.

»Sagen Sie ihm, wir wissen ganz sicher, dass der Pass gefälscht ist. Er kann uns also auch gleich die Wahrheit sagen.«

Sylvia Garcia übersetzte, und der Kolumbianer antwortete ihr.

»Herr Mendez möchte wissen, was jetzt mit ihm geschieht«, sagte sie.

»Urkundenfälschung ist in Deutschland wie auch in Kolumbien ein Straftatbestand. Dafür wird er ins Gefängnis wandern«, sagte Meißner.

Sie übersetzte wieder.

»Und dann?«, fragte sie.

»Dann wird er abgeschoben.«

»Er möchte wissen, wer das bezahlt.«

»Wenn er über Geld verfügt, er selbst.«

Die Tür ging auf, und Fischer streckte den Kopf herein: »Hi, Stefan, wir haben einen Einsatz!«

»Jetzt? Aber ich bin mitten in der Vernehmung, und das ist erst die erste von dreien. Nimm halt den Winter mit!«

»Aber wir haben eine Tote.«

Meißner stand auf und schob Fischer auf den Gang hinaus. »Was für eine Tote?«

»Liegt in ihrer Wohnung. Irgendwo in der Altstadt. Ihre Schwester hat sie gefunden.«

»Selbstmord?«, wollte Meißner wissen.

»Keine Ahnung. Die Schwester sagt, dass sie das für unmöglich hält.«

»Das sagen die Angehörigen immer. Und was soll ich jetzt mit den Kolumbianern machen?«

»Na, die haben’s bei uns im Keller doch ganz gemütlich. Auf jeden Fall besser und sicherer als bei den Drogenbossen und Guérilleros bei sich zu Hause.«

»Entschuldigung«, sagte er leise, als er Meißners Zornesfalte auf der Stirn bemerkte. Diese Art von Rohheit ertrug er einfach nicht, und seine Kollegen wussten das.

Der Hauptkommissar überließ Winter die Fortsetzung der Vernehmung.

»Ich muss zu einem Einsatz«, sagte er zur Dolmetscherin. »Mein Kollege wird gleich kommen und weitermachen. Passen Sie währenddessen doch bitte auf Herrn Mendez auf und sagen Sie ihm, dass er ohne oder mit gefälschtem Pass nicht weit kommen wird.«

Als er hinausging, spürte er, dass Sylvia Garcia ihm nachsah.

Fischer saß bereits im Einsatzfahrzeug.

»Wann bekommen wir nur endlich anständige Navis für unsere Fahrzeuge?«, maulte er.

»Hallo? Du bist nur Polizeibeamter, nicht Manager bei Audi oder Siemens«, antwortete Meißner. »Wo ist denn die Wohnung?«

»Beckerstraße«, sagte Fischer, »Hausnummer 2 1/3, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Streifenbeamte mich da nicht auf den Arm genommen hat. Gibt’s so eine Hausnummer denn überhaupt?«

»Weiß ich auch nicht, Fischer, aber immerhin kenne ich die Beckerstraße. Liegt in der Altstadt, geht auf den Holzmarkt und zur Matthäus-Kirche rüber. Ist die Frau aus dem Altenpflegeheim?«

»Das glaube ich kaum. Die Streife hat durchgegeben, dass sie Roxanne Stein heißt und zweiundvierzig Jahre alt ist.«

»Roxanne?« Meißner stutzte. Das klang nicht gerade nach Ingolstädter Urgestein.

»Roxanne Stein.«

»Hat sie allein gelebt?«

»Wissen wir noch nicht. Aber es ist eine kleine Wohnung. Haben die Kollegen gesagt. Kannst du mich hinlotsen?«

»Ich hab’s dir doch schon gesagt. Die Beckerstraße ist direkt im Zentrum, praktisch eine Parallelstraße zur Ludwigstraße, Fußgängerzone.«

»Und auf welcher Höhe? Ich kenn mich mit den Straßennamen noch nicht so aus. H&M- oder Wolfskin-Seite?«, wollte Fischer wissen, aber Meißner sah ihn nur achselzuckend an.

»Hätte ich mir fast denken können, dass du dich mit den Läden nicht auskennst. Wo kaufst du eigentlich deine Klamotten, Stefan? Bei Loden-Frey?«

»Da hinten ist es. Da, wo früher der Buchladen war, in dem man beim Schmökern auch Cappuccino trinken konnte«, sagte Meißner. »Aber ich kann’s mir fast denken, Fischer, dass du dich mit Multimedialäden besser auskennst als mit Buchhandlungen. Stimmt’s? Bieg da vorne rechts ab und nimm dann die nächste links.«

»Einbahnstraße, Chef, aber ich darf doch?«

Meißner gab einen Laut von sich, den Fischer als Zustimmung deutete.

Die Beckerstraße Nummer 2 war ein dreistöckiger Bau, der aussah, als sei er im 19. Jahrhundert als eine Art Stiftung für sozial Schwache errichtet worden. Vielleicht war er auch noch älter. Das Haus war Meißner noch nie besonders aufgefallen, obwohl er schon viele Male daran vorbeigekommen sein musste.

Von den drei Eingängen trug einer tatsächlich die Nummer 2 1/3. Daneben lag die Nummer 2 1/2, zwischen beiden war ein Ladenlokal eingerichtet. Ein Friseur? Als er näher an die Schaufenster trat, sah Meißner, dass es eine Art Haar- und Modegeschäft für farbige Frauen war. Perücken, Haarteile, Haarschmuck, Kosmetik, Klamotten, alles konnte man hier kaufen. Im Laden standen zwei äußerst sorgfältig gekleidete Männer, von weiblicher Kundschaft keine Spur. Vielleicht war es eine Neueröffnung? Der Hauptkommissar dachte noch darüber nach, wie viele Farbige es wohl in Ingolstadt geben mochte und wie viele von ihnen wohl Perücken kauften, da stand Fischer schon in der Tür zu Haus Nummer 2 1/3 und winkte ihn zu sich. Meißner riss sich schweren Herzens von dem Mysterium des Ladens los, auf den die Ingolstädter Innenstadt schon lange gewartet haben musste.

Der Name »Stein« stand auf dem Klingelschild, erster Stock rechts. Gemeinsam gingen die beiden Beamten hinauf. Rosner öffnete ihnen. Marieluise, dachte Meißner.

»Ist die Schwester noch hier?«, fragte er sie. Sie nickte. Meißner schien es, als wäre sie ein bisschen blass um die Nase.

»Der Notarzt war auch schon da.«

»Spurensicherung und Rechtsmediziner unterwegs?« Sie nickte wieder.

Zusammen betraten sie die Wohnung. Kleiner Flur, Schlafzimmer, Badezimmer. In der Wohnküche saß eine blonde, elegant gekleidete Frau Ende vierzig. Sie war völlig aufgelöst. Kollege Holler stand hinter ihr.

Als Meißner ins Zimmer kam, sah er die Tote. Sie lag auf dem weißen Teppich. Langes dunkles Haar, weiße Bluse, schwarzer Rock, dazu Riemchensandalen und eine schrille rote Krawatte. Kein Blut, keine äußeren Spuren von Gewaltanwendung, keine auffällige Unordnung im Zimmer. Plötzlich griff Meißner nach dem Arm seines Kollegen und hielt sich an ihm fest.

»Schöne Frau«, sagte Fischer, der nicht wusste, wie ihm geschah und was mit seinem Chef los war.

Meißner war von einem Schwindelgefühl wie nach drei Maß Bier auf dem Oktoberfest und anschließender Fahrt in der Achterbahn erfasst worden. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und war sich der Peinlichkeit seines Auftritts vollkommen bewusst, konnte schon das Getuschel der Kollegen hören: Kriminalhauptkommissar Meißner bricht beim Anblick einer Toten fast zusammen. Schnell stürzte er aus dem Zimmer und öffnete die Tür zum Bad. Dort drehte er den Wasserhahn auf, hielt sein Gesicht darunter, nahm ein Handtuch, eines ihrer Handtücher, trocknete sich ab und ließ sich dann auf den Toilettendeckel fallen. Die Tote, Roxanne Stein, war die Frau aus dem Gladiolenfeld. Oder ihre Doppelgängerin.

Meißner atmete tief durch und sah sich im Badezimmer um. Rote Handtücher, rote Fußmatte, ein bestickter Kimono, der an der Tür hing. Perlenketten, die von einem Vergrößerungsspiegel herunterhingen. Parfumflaschen auf der Glasablage über dem Waschbecken. Das Badezimmer einer alleinlebenden...



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